Eigene Steam Machine: PCGH baut einen deutlich schnelleren Gaming-PC zum ähnlichen Preis
PCGH hat eine eigene Steam-Machine-Alternative zusammengestellt. Der Selbstbau-PC liegt preislich in der Nähe von Valves 2-TB-Modell, bietet aber deutlich mehr Rohleistung.
Die Steam Machine ist Valves neuer Versuch, SteamOS ins Wohnzimmer zu bringen. Im PCGH-Test zeigte sich das System zwar deutlich schneller als das Steam Deck, beim Preis bleibt der kompakte Würfel allerdings angreifbar. Die Variante mit 512-GiByte-SSD startet bei 1.039 Euro ohne Controller, das 2-TB-Modell kostet 1.359 Euro ohne Controller. Mit Steam Controller werden daraus 1.108 beziehungsweise 1.428 Euro. An der Stelle setzt auch unser Vergleich an, denn diesen Umstand konnte Kollege Jan nicht hinnehmen. Also hat er kurzerhand einen eigenen Rechner zusammengestellt, der preislich ungefähr in der Region der Steam Machine liegt, technisch aber eine andere Klasse darstellt.
Unser Build im Blick
Insgesamt kommen wir auf rund 1.350 Euro: Kombiniert wurden ein Ryzen 5 7500X3D5 mit einer Radeon RX 9060 XT, 16 GiB DDR5-6000, einer PCI-Express-4.0-SSD, einem B850M-Mainboard, einem Tower-Kühler, einem kompakten Gehäuse und einem FSP-Netzteil. Damit liegt der Selbstbau-PC praktisch auf Höhe der 2-TB-Version der Steam Machine ohne Controller.
| Komponente | Steam Machine | PCGH-Selbstbau | Preis PCGH-Selbstbau |
|---|---|---|---|
| CPU | AMD Custom-APU, 6 Kerne/12 Threads, Zen 4 | Ryzen 5 7500X3D | ca. 208 Euro |
| GPU | Custom-Radeon auf RDNA-3-Basis, 8 GiB GDDR6 | Sapphire Pulse Radeon RX 9060 XT, 16 GiB GDDR6 | ca. 397 Euro |
| Arbeitsspeicher | 16 GiB DDR5 | 16 GiB DDR5-6000, Kingston Fury Beast | ca. 257 Euro |
| SSD | 512 GiB oder 2 TB NVMe | Crucial T100, 2 TB, PCI Express 4.0 | ca. 181 Euro |
| Mainboard | proprietäre Valve-Plattform | Asrock B850M-X WiFi R2.0 | ca. 104 Euro |
| Kühler | integrierte Kühllösung | Arctic Freezer 36 | ca. 25 Euro |
| Gehäuse | kompaktes Valve-Gehäuse | Cooler Master Qube 500 | ca. 88 Euro |
| Netzteil | integrierte Stromversorgung | FSP Vita GD 550 Watt, ATX 3.1 | ca. 55 Euro |
| Betriebssystem | SteamOS, ab Werk eingerichtet | SteamOS möglich, aber nicht so glatt wie auf Valve-Hardware | — |
| Gesamtpreis | 1.039 Euro mit 512 GiB, 1.359 Euro mit 2 TB; jeweils ohne Controller | Selbstbau-PC mit 2-TB-SSD | ca. 1.352 Euro |
In der Redaktion wurde der Aufbau allerdings nicht exakt mit allen idealen Komponenten umgesetzt. Die 2-TB-SSD stand nicht zur Verfügung, verbaut wurde stattdessen eine vorhandene 1-TB-SSD mit PCI Express 4.0. Beim Arbeitsspeicher kam ebenfalls ein 2× 8-GiB-Kit DDR5-6000 zum Einsatz, allerdings von Adata statt Kingston. Das Mainboard entspricht der Plattform, verzichtet in unserem Aufbau aber auf Wi-Fi. Beim Netzteil wurde das vorhandene FSP Vita GM mit 750 Watt genutzt; das eigentlich günstigere GD-Modell unterscheidet sich vor allem durch die festen statt modularen Kabel.
Dennoch ist der Abstand zur Steam Machine mehr als eindeutig. Valves System setzt auf eine angepasste AMD-Plattform mit Zen-4-CPU, RDNA-3-Grafikeinheit und 8 GiB GDDR6. Valve selbst hatte im PCGH-Interview erklärt, dass 8 GiB VRAM für 1080p-Renderauflösung und meist hohe oder mittlere Einstellungen ausreichen sollen.
Der PCGH-Selbstbau schafft - wenig überraschend - deutlich mehr: Statt einer kompakten Sonderlösung kommt eine vollwertige Desktop-Grafikkarte zum Einsatz. Die Radeon RX 9060 XT mit 16 GiB VRAM bietet nicht nur mehr Rechenleistung, sondern auch den doppelten Grafikspeicher. Das zeigt sich besonders in Forza Horizon 6. Im Extreme-Preset ohne FSR erreicht der Eigenbau in Full HD 83 Fps, während die Steam Machine bei 34 Fps liegt. In Ultra HD fällt der Vergleich mit 49 zu 8 noch deutlicher aus. Bei den kritischen Perzentilwerten geht die Schere teils weiter auseinander, was auf die geringeren Reserven der Steam Machine hindeutet.
Noch auffälliger wird der Abstand, sobald der Speicher stärker limitiert. In Forza Horizon 6 mit Ultra-Preset und FSR Ultra Performance liegt die Steam Machine in Ultra HD bei 83 Fps, der Selbstbau-PC bei 139 Fps. Der Eigenbau ist hier nicht nur schneller, sondern wirkt auf dem Papier auch deutlich stabiler, was an dem doppelten Speicher liegen dürfte.
Dass es sich nicht nur um einen Forza-Sonderfall handelt, zeigen weitere Messungen. In Anno 117 liegt die Radeon RX 9060 XT in Full HD bei 52 Fps, die Steam Machine bei 33 Fps. In WQHD sind es 40 zu 21 Fps, in Ultra HD 24 zu 13 Fps. Cyberpunk 2077 fällt differenzierter aus: Ohne Raytracing ist der Vorsprung in Full HD und Ultra HD klar, in WQHD liegt die Steam Machine im Durchschnitt näher am Eigenbau. Sobald Raytracing aktiv ist, verschiebt sich das Bild aber wieder deutlich zugunsten der Desktop-GPU. Selbst mit RT-Update bleibt die Steam Machine weit zurück.
Wie schon im Test geschrieben, ist und bleibt ein Vergleich mit ähnlich teurer Hardware weiterhin unangenehm für Valve. Was wir natürlich nicht nachstellen können, ist der sehr kleine Formfaktor der Steam Machine. Ob einem dieser Formfaktor den Aufpreis gegenüber einem Selbstbau-PC wert ist, der in unseren Messungen je nach Spiel deutlich schneller arbeitet und teils fast die doppelte Bildrate erreicht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Zumindest scheint Valve einzuräumen, dass die ursprünglich kommunizierten 60 Fps in 4K mit FSR etwas hochgegriffen waren. Mittlerweile hat das Unternehmen die Angaben zur Steam Machine angepasst.
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Tönen, dass die Steam Machine nicht wie Konsolen subventioniert wird.
Wieso "nicht wie Konsolen" ?
Mit der fest verlöteten CPU und GPU auf einem Board und dem Lüfterkonzept hat die allein deshalb schon genau Konsolencharakter!
Also sollte Valve auch sagen, dass sie eine Konsole haben, die sie abweichend zu anderen Konsolenanbietern nicht querfinanzieren wollen.
Mit deiner Argumentation wäre ein Notebook auch eine Konsole...
War doch schon immer so, dass Eigenbau PCs für das gleiche Geld besser sind...
Ach ja
Ich finds zudem komisch wenn jamand auf einem Bauernhof darauf besteht das es ein Fiat 500 sein muss weil nichts anderes auf dem 30m mal 30m Einfahrt Platz findet
Mein Vergleich war auch noch sehr harmlos. Wenn man darauf herumreiten möchte, dann hat Valve einen Fiat500 und PCGH einen Sattelschlepper mit fünf Achsen.
Nachbars F150 zieht das Ding dann aber mit 100km/h durch die Lande.
Nachbars F150 zieht das Ding dann aber mit 100km/h durch die Lande.
Es geht aber schon deutlich kleiner als der hier vorgestellte Rechner. Mit 16-20L kommt man gut hin wo auch grössere Kaliber (da limitieren nur die eigenen Finanzen) Platz finden und man tatsächlich mal über 4k Gaming nachdenken kann.
Für mich ist die SM hinsichtlich des Lastenheftes eine Fehlkonstruktion für das Jahr 2026. Dann lieber etwas grösser und wenigstens 9060xt Power wobei ich mir das auch nicht hinstellen würde zum verlangten Preis der Vollausstattung.