Serien-Phänomen Rainbow Six, Ghost Recon und Splinter Cell - Wie Roman-Autor Tom Clancy zur Videospielikone wurde

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Mit dem Namen Tom Clancy kann fast jeder Videospiel-Fan etwas anfangen. Von Rainbow Six über Ghost Recon bis hin zu Splinter Cell, ein paar der erfolgreichsten Spiele tragen den Namen des Amerikaners. Und das obwohl Tom Clancy selber eigentlich Romane schreibt und wenig mit der Entwicklung der Spiele zu tun hatte, jedenfalls bis 1996. PC Games Hardware schaut sich das Phänomen an.

Rainbow Six, Ghost Recon und Splinter Cell - Wie Roman-Autor Tom Clancy zur Videospielikone wurde Quelle: ign.com Rainbow Six, Ghost Recon und Splinter Cell - Wie Roman-Autor Tom Clancy zur Videospielikone wurde Will man den Begriff Transmedialität mit einem passenden Beispiel versehen, dann bietet sich wohl kein anderer Name so gut an wie Tom Clancy. Der Thriller-Autor steht nicht nur für Bestseller-Romane, seine Geschichten konnten auch auf Leinwand oder dem Fernsehbildschirm tausende Fans für sich gewinnen. Den meisten Usern dürfte der Amerikaner aber als Pate unzähliger Action-Spiele bekannt sein. Tom Clancy gehört nämlich zu den wohl bekanntesten Namen der gesamten Spiele-Branche, auch wenn der Roman-Autor sehr wenig mit der eigentlichen Entwicklung dieser Titel zu tun hatte. In den Fokus der breiten Öffentlichkeit trat Clancy nämlich erstmals in dem Jahr 1984, als er den Bestseller "The Hunt for Red October (Jagd auf Roter Oktober)" veröffentlichte.

Vorab in unserer Bildergalerie: Die wohl besten Tom Clancy-Spiele aller Zeiten

Bildergalerie

Tom Clancy als Autor, die ersten Spielelizenzen und die Gründung von Red Storm Entertainment – Die Jahre 1984 – 1996
Die Verknüpfung zwischen der militärischen und politischen Ebene, sowie die detailreiche Umschreibung technischer Geräte und militärischer Operationen machten diesen Thriller zu einem Welterfolg. Mit "Jagd auf Roter Oktober" startete nicht nur die erfolgreiche Karriere von Tom Clancy als Thriller-Autor, der Roman sollte auch erstmals die Grenzen des Mediums überschreiten: Während der Hollywood-Film mit Sean Connery aus dem Jahr 1990 einige Erfolge feierte, konnte das erste Lizenzvideospiel "The Hunt for Red October" (1987) nicht alle Kritiker von sich überzeugen.
The Cardinal of the Kremlin, 1990. The Cardinal of the Kremlin, 1990.
Mit diesem Videospiel befasste sich Tom Clancy aber erstmals mit dem neuen Medium, das ihm schon bald, neben seinen Romanen, als zweites Standbein dienen sollte. In den folgenden Jahren wurden nämlich immer wieder Videospiel-Adaptionen seiner Bücher veröffentlicht, so erschienen "Red Storm Rising" (1988) und The Cardinal of the Kremlin" (1990). Das entscheidende Jahr für Tom Clancy in der Videospiel-Branche war allerdings 1996. Nicht nur erschien in diesem Jahr mit "Tom Clancy's SSN" das erste Spiel mit dem Namen des Autors im Titel, außerdem gründeten Tom Clancy und Doug Littlejohns die Software-Schmiede Red Storm Entertainment, die späteren Entwickler der Rainbow Six- und Ghost Recon-Spiele.

Rainbow Six, Ghost Recon und die Übernahme durch Ubisoft – Die Jahre 1997 bis 2006
Das frisch gegründete Studio Red Storm Entertainment machte sich auch gleich ans Werk und veröffentlichte bereits 1997 den Strategietitel "Tom Clancy's Politika". Wirklich etablieren konnte sich die Spiele-Schmiede allerdings erst, als 1998 "Tom Clancy's Rainbow Six" fertiggestellt wurde. Mit dem taktischen Spielprinzip, dem harten Schwierigkeitsgrad und dem hohen Grad an Realismus begeisterte der Titel nicht nur die Kritiker, sondern konnte auch einige Shooter-Fans für sich gewinnen. Nach dem Erfolg des ersten Teils wurde bereits ein Jahr später die Fortsetzung "Tom Clancy's Rainbow Six Rogue Spear" (1999) veröffentlicht, das kurz danach auf Mac, Dreamcast, Playstation und Gameboy Advance seinen Platz fand.
Tom Clancy's Rainbow Six, 1998. Quelle: Ubisoft Tom Clancy's Rainbow Six, 1998.
Im Jahr 2000 wurde Red Storm Entertainment dann von dem französischen Publisher und Entwickler Ubisoft übernommen, der sich damit den Vertrieb der kommenden Rainbow Six- und Ghost Recon-Spiele sicherte. Auch wenn sich die Rainbow Six-Reihe prächtig entwickelte, konzentrierten sich die Entwickler bei Red Storm Entertainment schon auf die nächste Marke: "Tom Clancy's Ghost Recon" erschien im Jahr 2001, sahnte zahlreiche Awards ab und gilt bis heute als einer der besten Taktik-Shooter aller Zeiten. Die Spieler verließen hier die engen Gebäude und schmalen Gassen von Rainbow Six und durften sich im weiten Gelände beweisen. Squadmanagment, Aufklärung und taktisches Vorgehen waren allerdings auch hier zentrale Punkte, um eine Mission erfolgreich abzuschließen.

Taktisches Schleichen war auch in dem nächsten Titel von Tom Clancy entscheidend, auch wenn dieses Mal die Entwickler von Ubisoft den Namen des Autors verwendeten: Nur vier Jahre nach dem ersten Rainbow Six erschien "Tom Clancy's Splinter Cell", das erstmals die spannenden Einsätze des Geheimagenten Sam Fisher erzählte und vor allem in Sachen Grafik, Gameplay und Stimmung zu überzeugen wusste. Nachdem diese drei Marken erfolgreich etabliert wurden, konzentrierten sich Red Storm und Ubisoft vor allem auf Sequels und Addons, um die Fans weiter bei der Stange zu halten. So wurden die Fortsetzungen "Tom Clancy's Rainbow Six Raven Shield" (2003), "Ghost Recon 2" (2004), "Splinter Cell Pandora Tomorrow" (2004), "Rainbow Six Lockdown" (2005), "Splinter Cell Chaos Theory" (2005) und "Splinter Cell Double Agent" (2006) veröffentlicht. Die Titel sorgten nicht nur wegen ihrem berühmten Paten Tom Clancy für volle Kassen bei Ubisoft, sondern konnten vor allem durch ihre individuelle Klasse die Fans von sich überzeugen.

Ghost Recon Advanced Warfighter, Rainbow Six Vegas und zukünftige Tom Clancy-Spiele: Die Jahre 2006 bis 2013
Im Jahr 2006 starteten zwei neue Spielereihen ihren Siegeszug auf PC und Konsole: "Tom Clancy's Ghost Recon Advanced Warfighter" (2006) und "Tom Clancy's Rainbow Six Vegas" (2006), bei denen Red Storm Entertainment nur noch einen kleinen Teil der Entwicklung übernahm, wurden zu absoluten Erfolgen. Spätestens mit dem Release dieser beiden Titel war auch abzusehen, in welche Richtung die Beziehung zwischen Ubisoft und Tom Clancy's Entwicklerstudio Red Storm Entertainment gehen wird: Der französische Publisher verdrängte das Tochterstudio immer mehr aus der Entwicklung der erfolgreichen Taktik-Shooter. Bei den neuen Tom Clancy-Spielen Ghost Recon Advanced Warfighter 2 (2007), Rainbow Six Vegas 2 (2008), Tom Clancy's Endwar (2008), Tom Clancy's Hawx (2008), Splinter Cell Conviction (2010) und Tom Clancy's Hawx 2 (2010) trat Ubisoft als alleiniger Entwickler und Publisher auf. Tom Clancy's Ghost Recon Future Soldier, 2012. Tom Clancy's Ghost Recon Future Soldier, 2012.

Die drei großen Tom Clancy-Marken Rainbow Six, Ghost Recon und Splinter Cell werden auch in der Zukunft die Taktik-Fans unterhalten. Ubisoft kündigte nämlich die Fortsetzungen Rainbow Six Patriots und Splinter Cell Blacklist bereits offiziell an, Ghost Recon Future Soldier erscheint am 14. Juni für den PC. Auf der E3 hatte man einiges an Material zum neuen Splinter Cell im Gepäck. Jedoch bemängeln Fans der Serie, dass der Stealth-Faktor immer weiter in den Hintergrund tritt.

Auch wenn der Autor Tom Clancy mit diesen Spielen inzwischen nicht mehr viel zu tun hat, prangert sein Name bis heute von den Spielecovern der Taktik-Shooter. Die Spiele Rainbow Six und Splinter Cell hatten sogar einen direkten Einfluss auf die Romane ihres Schöpfers, immerhin erschien im Jahr 1998 zeitgleich mit dem Videospiel auch ein Buch mit dem Namen Rainbow Six. Dazu sind bis ins Jahr 2010 sechs Romane unter dem Namen Splinter Cell erschienen. Der Autor Tom Clancy beeinflusste also nicht nur die Videospielbranche, die Geschichten um das Rainbow-Six-Einsatzteam und den Geheimagenten Sam Fisher dienten im Umkehrschluss auch als Romanvorlage.

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