PC-Spiele: Warum 2014 das Bewährungsjahr für Crowdfunding wird - Ein Kommentar von Thilo Bayer
Der Hype um per Crowdfunding finanzierte Spiele (vor allem im Fokus: Kickstarter) ist zwar in den letzten Monaten deutlich geringer geworden, doch 2014 wird trotzdem das Jahr der Entscheidung. Warum? Dieses Jahr erscheinen mutmaßlich fast alle bekannten Dickschiffe in irgendeiner Form. Überzeugen die Spiele nicht, werden Zweifler bestärkt und Unterstützer entmutigt. Ein Kommentar von Thilo Bayer.
Es gibt natürlich mehr Crowdfundingseiten als Kickstarter, aber mittlerweile ist die Seite quasi zum Synonym für Schwarmfinanzierung geworden. Das zeigt sich schon allein anhand der beeindruckenden Zahlen. Im Jahr 2013 haben nach Betreiberangaben 3 Millionen Kickstarter-Nutzer 480 Millionen US-Dollar ausgegeben. Die Unterstützer kamen aus 214 Ländern (sogar aus der Antarktis) und immerhin über 80.000 Leute unterstützten zehn Projekte und mehr letztes Jahr. 20.000 Projekte wurden damit erfolgreich finanziert. Darunter auch viele Spiele.
2014 kommt die Nagelprobe für Kickstarter finanzierte Spiele, davon bin ich überzeugt. Warum? Der Großteil der mit hohen Summen finanzierten Spieleprojekte hat einen Releasetermin dieses Jahr, wenn auch nicht immer für das finale Spiel. Es sind ja tatsächlich bereits einige über Kickstarter finanzierte Großprojekte in einer finalen Fassung erschienen, zum Beispiel die Android-Konsole Ouya (8,5 Mio US-D), Shadowrun Returns (1,8 Mio. US-D), Leisure Suit Larry Remake (655.000 US-D) oder auch Battle World Kronos (260.000 US-D). Abgesehen von der Ouya, die mit vielen Kinderkrankheiten zu kämpfen hatte, kann man alle drei Releases guten Gewissens als "solide" bezeichnen. Revolutionär war aber sicher keiner der genannten Titel.
Was hat das Crowdfunding-Genre aktuell noch zu bieten? Erste Episoden und viele Early-Access-Titel. Broken Age /Double Fine Adventure Episode 1 (3,3 Mio US-D), Planetary Annihilation (2,2 Mio. US-D), Elite Dangerous (1,5 Mio. Pfund), Shroud of the Avatar (1,9 Mio. US-D), Divinity Original Sin (944.000 US-D), Broken Sword /Baphomet's Fluch 5 Episode 1 (771.000 US-D) und Banner Saga Episode 1 (720.000 US-D) sind schon spielbar, stellenweise nur für Backer, aber immerhin. Man darf gespannt sein, wie gut diese Spiele wirklich sind, wenn sie final veröffentlicht wurden. Und ob sie Vorabkäufer davon überzeugen, die richtige Investition getätigt zu haben. Immerhin haben die das Spiel damals blind gekauft und die Entwicklung erst ermöglicht.
Aber die große Abrechnung für das Crowdfunding-Konzept findet eben doch erst 2014 statt. Ein Blick auf die Releaseliste für 2014 legt diesen Schluss nahe. Project Cars final? Star Citizen Early Access? Elite: Dangerous final? Wasteland 2 final? Pillars of Eternity hoffentlich final? Stonehearth? Godus? Castle Story? Dead State? Wow! Das liest sich wie das Who Is Who der Crowdfunding-Spiele. Die Erwartungen an Spiele wie Project Cars oder Star Citizen sind mit handelsüblichen Maßstäben nicht mehr messbar. Das ist natürlich gefährlich, denn Erwartungen definieren auch die Fallhöhe. Das kann gut, aber auch weniger gut ausgehen.
Ich kann als Unterstützer von insgesamt 17 Crowdfunding-Spielen nur Letzteres hoffen. Selten war der Spielemarkt für mich so spannend wie seit den Aufkommen von Crowdfunding-Plattformen. Das möchte ich nicht mehr missen. Aber trotzdem wird es für die Entwickler Zeit zu liefern. Vor allem für die Großen.

über das lizenzmodell der UE3 zb sollte man sich besser informieren, bevor man von "millionenbeträgen" spricht...für nichtkommerziellen gebrauch, gibts das UDK kostenlos und die kosten wurden für kommerz ebenfalls drastisch gesenkt und können entweder sofort oder auch "auf raten" bzw, je nach verkaufter stückzahl des endprodukts, mit einer umsatzbeteiligung abgegolten werden...da sind die leute recht flexibel...
UE4...da müste man mal schaun...aber auch das wird sich nicht sooo gravierend unterscheiden, nur halt, weil noch recht neu, eben auch noch etwas teurer sein.
in jedem falle, wäre das für gut finanzierte games, ne alternative zu der billigen UNITY engine...
CryEngine 3 kann auch nicht sooo teuer gewesen sein, wenn man bedenkt das CR damit seinen Prototype selbst gemacht hat aus eigenfinanzierung...
The Banner Saga wurde in den Tests schon einmal sehr gelobt, und dass weltweit.
Hier einmal ein großes Lob von Felix:
The Banner Saga - Video Review - GamesweltTV
Um Crowdfunding mache ich mir keine Sorgen.
Im Gegenteil, hier ist endlich eine Plattform entstanden die den Entwicklern die Freiheiten zurückgibt, die die Publisher ihnen genommen haben.
Battlefield 4 per Crowdfunding finanziert, wäre nicht so eine Katastrophe geworden.
Na, ich bin ja auch mal gespannt ... ich befürchte irgendwie, dass wir ein ums andere Mal böse auf die Nase fallen werden, und auch etliche Spiele bestenfalls unter "Ferner liefen" nicht wirklich im Gedächtnis haften bleiben werden, aber das ist eh der Normalzustand der Branche, daran ändern alternative Finanzierungsmodelle erst mal eher weniger, höchstens dass der Druck gieriger Publisher wegfällt könnte sich positiv auf die Kreativität auswirken ... allerdings kann das auch mal schief gehen, wenn man Deadlines einfach nicht einhält, an Featureritis erkrankt, und sich insgesamt ohne Aufsicht verhebt, ist oft genug passiert. ABER: Dann wird es auch die paar Perlen geben, die dem ganzen Crowdfunding ihre Daseinsberechtigung geben werden, und auf die kommts mir an, dafür nehme ich auch ein paar Fehlschläge beim Spenden in Kauf.
Das wird für mich wohl noch ein anstrengendes Jahr, wenn dann alles auf einmal fertig wird. Vor allem auf Dead State bin ich gespannt, Pillars of Eternity erwarte ich persönlich erst 2015
Außerdem, Lag & Crash? Ich hatte bisher kaum Probleme mit Spiele die mit Unity Pro programmiert wurden. Die Gratisversion, mit der auch viel im Internet programmiert wurde, ist allerdings ein anderes Thema.
Denke besonders Project Cars braucht sich da kaum zu fürchten, schließlich fließt dort massgeblich und sehr direkt das Feedback der "Crowd" den "Devs" zu. Star Citizen läuft aber schon irgendwo Gefahr "überhyped" zu werden, auch wenn das bisher veröffentlichte eigentlich nicht schlecht aussieht. Ansonsten heißts wohl Tee trinken und abwarten.