Origin Access Premier - Lohnt sich EAs Premium-Gaming-Flatrate?
Origin Access Premier im Test: Aus anderen Bereichen der Unterhaltungsindustrie kennen wir sie schon: Flatrate-Angebote mit massig Inhalt, die einen kleinen monatlichen Obolus voraussetzen. Als Gamer schielte man dagegen bisher nur neidisch auf das riesige Angebot eines Flatrate-Anbieters vom Kaliber Netflix oder Spotify, auch wenn es einige Alternativen im Bereich Gaming gibt. Wir haben uns EAs Premium-Flatrate für Spieler etwas genauer angeschaut und überprüfen, was das Angebot von Electronic Arts mitbringt und ob es sich für Dauerzocker auch wirklich lohnt.
Origin Access Premier: Die Flatrate-Alternativen
Quelle: PC Games Hardware
Gamesload.de von der Telekom
Flatrate-Gaming ist per se nichts Neues: Die Telekom hatte bereits 2005 einen Service eingerichtet, der für zehn Euro im Monat 120 Titel unterschiedlichster Publisher und Studios umfasste. Schaut man heute auf Portale wie Amazon Prime, Spotify oder eben Origin Access, war die Telekom mit der Idee "Spiele auf Abruf" und dem eigenen Portal Gamesload.de ziemlich weit voraus. Heutzutage hat sich das Spektrum für Spieler etwas erweitert und große Publisher wollen auch bei Flatrate-Angeboten mitmischen. Microsoft und Sony haben beispielsweise mit dem Xbox Game Pass und Playstation Now ein ähnliches Konzept auf den Markt gebracht wie EA.
Bei Microsofts Pendant kann man beispielsweise für zehn Euro aus über hundert Spielen wählen. Ähnlich wie bei Netflix werden hier monatlich einige Titel entfernt, andere aber dafür hinzugefügt. Neben brandneuen Exklusivtiteln für die Xbox One umfasst die Bibliothek eine große Anzahl an Xbox-360-Spielen, da das Angebot primär an Konsoleros gerichtet ist. Mit der Play-Anywhere-Philosophie der Redmonder Softwareschmiede ist der Service auch für PC-Spieler nicht uninteressant, da eine Vielzahl an Spielen so auch am heimischen Rechner genutzt werden kann. Daneben spart man noch bis zu 20 Prozent auf Einkäufe, man ist offensichtlich aber auf den Xbox-Store beschränkt.
Bei Sonys Playstation Now ist das etwas anders, hier streamen Sie die Spiele und benötigen deshalb einen Mindestdatendurchsatz von 5 Mbit/s, ein Download-Feature soll laut Gerüchten Ende des Jahres für PS4-Titel kommen. Mit über 600 Titeln umfasst Sonys Gaming-Bibliothek eine Vielzahl von Publishern, enthält einen Blumenstrauß an Exklusivtiteln wie Red Dead Redemption oder God of War und ist für 15 Euro monatlich das bisher größte Angebot im Flatrate-Gaming-Bereich, das Sie auch am PC in Anspruch nehmen können. Der Haken hier ist natürlich die Abhängigkeit von fremder Hardware, eine ständige Online-Verbindung für den Stream und Sie müssen sich mit den Frametimes und der Grafik einer Konsole zufrieden geben.
Nvidia bietet mit Geforce Now einen aktuell in einer kostenlosen Betaphase laufenden Streaming-Service für das Nvdia Shield, den PC und Mac an. Die eigentliche Flatrate können Sie aber nur in Kombination mit dem Nvidia Shield nutzen, da hier ein Kontingent an frei verfügbaren Spielen inklusive ist - PC-Spieler oder Mac-Nutzer müssen die Spiele kaufen oder schon im Vorfeld besitzen, um in den Genuss der bereitgestellten Nvidia-Hardware zu kommen.
Einen ganz besonderen Ansatz verfolgt Humble Bundle. Hier gibt es nicht nur tolle und vorkuratierte Bündelangebote für wenig Geld, sondern auch einen Flatrate-Service inklusive einer Gaming-Bibliothek. Wer zunächst also ein monatliches Abonnement für knapp zehn Euro (12 Dollar) abschließt, bekommt nicht nur regelmäßig DRM-freie Videospiele zum Download angeboten, sondern hat auch Zugriff auf die Bibliothek "Humble Trove". Diese umfasst mehr als 60 DRM-freie Spiele, welche auch nach Ablaufen des Abos weiterhin spielbar bleiben.
Origin Access Premier: EAs Stück vom Kuchen
EA hatte bereits 2014 exklusiv für Microsofts Konsole den Service "EA Access" gestartet und zwei Jahre später mit "Origin Access" im Grunde das gleiche Angebot PC-Spielern weltweit zugänglich gemacht. Dieses umfasst - während diese Zeilen geschrieben werden - 122 Titel von unterschiedlichen Publishern, die in Electronic Arts eigener Spielebibliothek, dem "Vault", aufgerufen werden können. Darunter befinden sich Klassiker wie die Ultima-Reihe oder Dungeon Keeper, aber auch moderne Spiele wie beispielsweise Battlefield 1 oder FIFA 17. Alle Spiele sind gerade mal für 4 Euro monatlich oder 25 Euro pro Jahr zu haben und können, solange ein Abo besteht, uneingeschränkt gespielt werden.
Quelle: PC Games Hardware
Die unterschiedlichen Origin Access Tarife
Schlüsselt man die 122 Spiele innerhalb des Origin Access Basic-Tarifs anhand des Veröffentlichungsjahres auf, sind 21 Stück vor der Jahrtausendwende veröffentlicht worden, das entspricht 17,21 Prozent der gesamten Bibliothek. Die Nullerjahre sind mit 14,75 Prozent respektive 18 Titeln vertreten, unter denen sich Perlen wie Dead Space, Mass Effect oder Batman Arkham Asylum tummeln. Das Gros des gesamten Vaults machen aber Spiele aus, die zwischen 2011 und 2018 veröffentlicht wurden - ganze 66,4 Prozent. Dort finden Sie beispielsweise Titanfall 2 oder This War of Mine. Mit nur zwei Titeln beziehungsweise 1,64 Prozent fällt 2018 natürlich am schwächsten aus.
Origin Access Premier: Sekt statt Selters
Origin Access Premier baut auf dem Basic-Tarif auf, sodass aktuell sechs weitere Titel hinzukommen, darunter Blockbuster wie Battlefront 2, A Way Out oder FIFA 18. Bei einer Preissteigerung von knapp 275 Prozent von 4 auf 15 Euro im Monat oder von 25 auf 100 Euro im Jahr (hier eine Preissteigerung von 300 Prozent) muss natürlich mehr drin sein als nur fünf Titel aus dem Jahr 2018 und einer Digital Deluxe Edition der Sims. Seit Kurzem ist auch Madden NFL 19 mit dabei.
Mit den 15 Euro pro Monat Nutzungsgebühr gewährt EA Ihnen einen verfrühten Zugang zu brandneuen Spielen: Ganze fünf Tage vor offiziellem Release können Sie kommende EA-Titel wie Battlefield 5, FIFA 19 oder Anthem uneingeschränkt in vollem Umfang spielen. Damit haben Sie nicht mehr nur ein Zeitfenster von zehn Stunden wie im Basic-Tarif zur Verfügung, sondern uneingeschränkten Zugriff darauf - Voraussetzung ist natürlich, dass Sie das Abo weiterhin bezahlen. Electronic Arts packt aber noch eine Schippe drauf: Alle Zusatzinhalte - DLCs, Expansion-Pakete und sonstigen Bonus-Content - sind für Origin-Access-Premier-Nutzer im Paket enthalten. EA wäre aber nicht EA, wenn es nicht doch noch irgendwie um Mikrotransaktionen gehen würde, selbst in einem Flatrate-Angebot: Nutzer von Premier erhalten laut Werbeversprechen Boni für Mikrotransaktionen. Wie die im Endeffekt aussehen werden, ist zu Redaktionsschluss noch nicht klar. Neben einem klassischen Rabatt könnte es in regelmäßigen Abständen frei verfügbare Lootboxen für Premier-Nutzer geben.
Origin Access Premier: Flatrate-Gaming geht das?
EAs Flatrate-Angebot Origin Access hat durchaus Potenzial, vor allem in der Basic-Version ist der Tarif nahezu unschlagbar: Für 25 Euro im Jahr hat man Zugriff auf eine wachsende Bibliothek, die jetzt schon 122 Spieletitel umfasst. Abonnenten bekommen Spiele-Reihen wie Mass Effect oder Dead Space zur Verfügung gestellt und eine Vielzahl an hochwertigen Titeln macht aus dem kleinen monatlichen Obolus ein Schnäppchen. Klar ist auch, wohin EA mit solch einem Service abzielt: Kundenbindung. EAs Deutschlandchef, Jens Kosche, formuliert es sogar noch direkter, als er in einem Interview mit dem Spiegel Ende letzten Jahres dazu befragt wurde: "Die [Gamer; Anm. d. Red.] probieren das alte [FIFA; Anm. d. Red.] aus und sind so angefixt, dass sie auch das neue haben wollen."
Neben der Kundenbindung möchte EA natürlich ältere Spieletitel einem jüngeren Publikum zugänglich machen und, sofern es in besagten Videospielen bereits Mikropayment-Funktionen gibt, so erneut Einnahmen generieren. Prinzipiell ist an solch einem Geschäftsmodell nichts auszusetzen, solange Spielmechaniken und Multiplayer nicht unter den Mikrotransaktionen leiden. Ein ähnliches Debakel wie mit Star Wars Battlefront 2 wird Electronic Arts versuchen, tunlichst zu vermeiden. Mit Origin Access Premier bekommen Nutzer zusätzlich noch Mikrotransaktions-Boni, mit denen wieder Interesse bei älteren Titel geweckt werden kann. Das Unternehmen aus Kalifornien sollte hier aber höllisch aufpassen, nicht den Verdacht zu erwecken, Kunden zu sehr zu Impulskäufen für Lootboxen und Mikrotransaktionen zu animieren, denn so könnte aus einer ganz ordentlichen Spieleflatrate schnell ein PR-Fiasko werden.Bei Origin Access Premier zahlen Nutzer zwar das Vierfache des Basistarifs, dürfen dafür aber die neuesten EA-Titel uneingeschränkt mit allen Zusatzinhalten spielen. EA sagt selber, wenn man nur zwei große Titel pro Jahr spielt, lohnt sich bereits das Jahresabo. Statt 120 Euro zahlt man so ein Fünftel weniger. Für frisch aus dem Ei gepellte Gamer ist so ein Service sicherlich ideal, da man dort für wenig Geld viele Spiele, Genres und Franchises ausprobieren kann. FIFA-Nerds und Battlefield-Veteranen könnten mit der Idee des Premier Access vielleicht noch etwas anfangen, da sie stets die neueste Version ihrer Lieblingsspiele und mit dem Vault noch einen Haufen an Spielen oben drauf bekommen.
Dennoch gibt es einen Haken: Man leiht die Spiele nur, sie gehen nie in den eigenen Besitz über - eine schwierige Situation für den einstigen Jäger und Sammler. Klar, auch bei Netflix und Co. erkauft man sich nur eine Lizenz zum Anschauen, aber genau hier liegt der größte Unterschied beider Medien: Games sind interaktiv und sind meist mit einem hohen Zeitaufwand verbunden, wohingegen Filme eher passiv an einem Abend konsumiert werden können. Wer so viel Herzblut, Zeit und Nerven in ein Medium steckt, möchte dies meist auch besitzen. Die aktuelle Preisgestaltung verwehrt deshalb Premier eine ausdrückliche Empfehlung, toll wäre beispielsweise für solch einen monatlichen Preis, dass man pro Jahr ein Spiel behalten darf. Zu guter Letzt sollte man noch auf die Release-Praecox hinweisen: Fünf Tage vor offiziellem Start dürfen Premier-Nutzer schon spielen. In der Retrospektive zeigte sich solch eine Praxis als eher unvorteilhaft, man denke nur an das Desaster mit Mass Effect zurück.
Origin Access Premier: Tolle Idee, aber etwas zu teuer
Die Idee ist wirklich super, die Preisgestaltung dagegen überhaupt nicht. Zwar gibt es viele Boni mit dem Premium-Tarif, aber dennoch rechtfertigen diese nicht den Preis, der bis zu 300 Prozent höher ist als der Basistarif. Auch die Möglichkeit, die neuesten Titel schon fünf Tage vor Release spielen zu können, muss nicht unbedingt positiv ausfallen, man denke nur an Mass Effect Andromeda zurück. Premier lohnt sich deshalb nur, wenn Sie vorher kaum Kontakt mit Games hatten und mit der Flatrate viele Franchises und Spiele ausprobieren können. Oder Sie sind sich wirklich sicher, dass Sie mit den neuesten EA-Titeln erst einmal ausgelastet sind. Die Basic-Version des Tarifs ist dagegen unschlagbar günstig und eine Empfehlung wert: Hier bekommt man für ein Viertel des Premier-Preises eine ordentliche Spielebibliothek geboten.

Stell dir mal vor, so ein DLC, Seasonpass, Abo- usw. Zeug gäbe es auch in anderen Bereichen. Sähe dann SO aus:
YouTube
Gut, oder?
Hast Zugriff auf eine stetig wachsende Bibliothek mit DRM-freien Titeln: Humble Monthly Trove .
Du bekommst noch 10% Rabatt auf alle Spiele im Humble Bundle Store und umgerechnet zahlst du pro Spiel grade mal zwischen 1,22 - 1,50 US$. Was je nach Wechselkurs grade mal 1,05 - 1,50 € bedeutet.
Wenn du deine Steam Spielebibliothek mit GOG verbindest bekommst du mit Glück dann auch noch eine DRM freie Version des Spiels wenn es bei GOG bei der GOG Connect-Aktion auftaucht.
Und die Bandbreite an Spielen ist nicht zu verachten. Hier ist eine Auswahl der Games die es seit November 2015 im Abo gab. Es fehlen ein paar Multiplayertitel (die ich verschenkt habe) und die Monate Juli und August 2018. Die zum Zeitpunkt der Zusammenstellung dieser Aufstellung noch nicht draußen waren:http://extreme.pcgameshardware.de/attachments/1006187-origin-access-premier-lohnt-sich-eas-premium-gaming-flatrate-hbm-1.jpghttp://extreme.pcgameshardware.de/attachments/1006188-origin-access-premier-lohnt-sich-eas-premium-gaming-flatrate-hbm-2.jpghttp://extreme.pcgameshardware.de/attachments/1006189-origin-access-premier-lohnt-sich-eas-premium-gaming-flatrate-hbm-3.jpg