Endlich Urlaub? Dann bieten unsere Gaming-Geheimtipps Nachschub für die Feiertage
Nicht jedes gute Spiel braucht hunderte Stunden. Diese Gaming-Geheimtipps sind perfekt für die Feiertage: kompakt, ungewöhnlich und von der Redaktion empfohlen. Ideal für alle, die lieber spielen als suchen wollen.
Games für Kids
Die Feiertage nähern sich - und damit hoffentlich auch der wohlverdiente Urlaub zum Jahresende. Wer sich diesen für ein wenig gediegene Gaming-Zeit zurechtgelegt hat, wird sich aber nicht unbedingt in das nächste 300-Stunden-Epos stürzen wollen, das bei der Rückkehr in den Alltag ohnehin nur liegen bleibt. Viele dieser schicken, kleinen Zwischendurchtitel bekommen allerdings oft weniger Aufmerksamkeit, als sie womöglich verdient hätten. Daher haben wir hier einige handverlesene Geheimtipps der Redaktion zusammengestellt, damit die freie Zeit sinnvoll mit Zocken statt mit Suchen genutzt werden kann.
Echte Abenteuer, überschaubare Größe
Selbstverständlich ist es manchmal toll, wenn man lange auf ein Spiel spart und es einen dann im besten Fall mit hunderten Stunden Spaß belohnt. Häufig scheitern große Ambitionen jedoch an einer leeren Open World oder banalen Sammelquests. Statt also Zeit zu schinden, wollen die folgenden Titel lieber konzentrierte Abenteuer liefern, die nach einigen Abenden abgeschlossen sind - perfekt für die Feiertage.
South of Midnight
Erstmals tauchte der Name South of Midnight beim Xbox Showcase 2023 auf und weckte durch seinen düsteren Stop-Motion-Stil so manches Interesse. Bald zeigte sich aber: Das Spiel hat nicht nur optisch etwas zu bieten. Denn zusammen mit seinem charakteristischen Musikeinsatz und dem unverbrauchten Südstaaten-Folklore-Setting mauserte es sich zu einem waschechten Geheimtipp. Geheim, weil es um und nach seinem Release kaum noch Aufmerksamkeit erhielt - zu Unrecht, wie Kollege Michael in seinem Test schreibt: "South of Midnight hatte ich im Spielejahr 2025 nicht auf meinem Zettel und dafür schäme ich mich tatsächlich. Das Action-Adventure hat mich von der ersten Sekunde überzeugt!"
Spielerisch sollte man dabei allerdings keine Offenbarung erwarten. Die Kämpfe sind spaßig, aber nie überfordernd, und die Platforming-Passagen wechseln zwischen spannend und eher zweckmäßig. Wirklich überzeugen kann South of Midnight jedoch mit seiner Welt, den toll vertonten, nachvollziehbaren Figuren und einer berührenden Geschichte. Und weil die schon nach 10 bis 12 Stunden vorbei ist, macht man dabei auch nichts falsch.
Eternal Strands
Quelle: Yellow Brick Games
Endlich Urlaub? Dann bieten unsere Gaming-Geheimtipps Nachschub für die Feiertage (1)
Mit 20 bis 30 Stunden ist Eternal Strands zwar noch einer der längsten Titel dieser Liste, darf aber trotzdem nicht unerwähnt bleiben. Immerhin fliegt das Action-Adventure und Indie-Debüt aus dem Hause Yellow Brick Games noch bei viel zu vielen Leuten unter dem Radar. Statt 0815-Fantasybrei bietet es nämlich tolle Charaktere mit echten Dialogen, eine Welt, die nicht einfach nur Kulisse ist, sondern zu erkunden Spaß macht, und ein umfangreiches Kampfsystem mit Physikspielereien.
Zum einen werden die teils riesigen Gegner mit den üblichen Nah- und Fernkampfwaffen bekämpft. Hinzu kommt aber ein Magiesystem, das mehr als bloße Effekthascherei ist. So entfacht ein Feuerangriff gerne mal einen ganzen Umgebungsbrand, während Eis sowohl zum Einfrieren von Gegnern als auch beim Brückenbau zum Einsatz kommt. Ganz zu schweigen von der Möglichkeit, sich mit Kinetik-Magie durch die Luft zu katapultieren! Dadurch bleiben die Gefechte stets spannend, während im Hintergrund Story und Figuren zum weiteren Vorankommen motivieren. Natürlich ist Eternal Strands nicht perfekt, wie man in unserem Special nachlesen kann, aber dennoch äußerst empfehlenswert.
Eriksholm: The Stolen Dream
Ein weiteres Beispiel dafür, dass in Geschichten nicht immer das Schicksal der Welt oder gar des ganzen Universums auf dem Spiel stehen muss - oder sollte -, ist Eriksholm: The Stolen Dream. Im Zentrum stehen hier Figuren, deren alltägliches Leben neben zwischenmenschlichen Konflikten auch von Unterdrückung und Korruption erschwert wird. Die Zwischensequenzen und insbesondere das Motion-Capturing präsentieren sich derweil so hochwertig, wie man es eher von einem AAA-Budget als von einem Indie-Team erwarten würde.
Obwohl das Gameplay im ersten Moment stark an Stealth-Strategy à la Commandos und Desperados erinnert, kommt Eriksholm tatsächlich deutlich geradliniger daher. So erfordern die einzelnen Begegnungen stets ein konkretes Vorgehen ohne alternative Lösungswege. Dafür ist das kurzweilige Schleichabenteuer dann aber auch nach zehn bis zwölf durchweg unterhaltsamen Stunden vorbei. "Ein Indie-Geheimtipp", den man sich, Kollege Matthias' Worten nach, unbedingt anschauen sollte.
Dichte Atmosphäre mit klarer Vision
Auch diese Tipps bieten eine konzentrierte, lineare Erfahrung, bei der jedoch Atmosphäre und Stimmung über ausgefeiltem Gameplay stehen. Hier steht das Gefühl im Vordergrund, das einen manchmal deutlich länger begleitet, als es eine in Dialogen erzählte Geschichte könnte. Wer sich gerne voll und ganz auf so etwas einlässt, sollte sich diese Namen hier merken.
Routine
Was in einer Kategorie über dichte Atmosphäre natürlich nicht fehlen darf, ist ein Horrorgame. Routine ist dabei aber nicht etwa das nächste Spiel aus dem Alien-Universum, obwohl man die "Inspiration" kaum abstreiten kann. Eine verlassene Raumstation, die womöglich gar nicht so verlassen ist, retrofuturistischer 80er-Jahre-Stil und Feinde, um die man lieber einen großen Bogen macht - vieles hier erinnert stark an das beklemmende Alien: Isolation.
Gruselig ist Routine damit aber allemal - nicht zuletzt durch die bedrohliche Geräuschkulisse -, auch wenn man ihm seine lange Entwicklungszeit hier und da anmerkt. So spielt die Gegner-KI nicht immer ganz mit und auch die gewollte Orientierungslosigkeit kann gelegentlich frustrieren. Für sechs gelungene Stunden ist das jedoch verzeihbar, zumal Routine Immersion ganz groß schreibt.
The Drifter
Quelle: Powerhoof
Endlich Urlaub? Dann bieten unsere Gaming-Geheimtipps Nachschub für die Feiertage (6)
Wer glaubt, Point-and-Click-Adventure seien tot, hat damit ... nur zum Teil recht. Das ist zwar weder spielerisch anspruchsvoll noch werden einem große Freiheiten eingeräumt. Dafür überzeugt es aber mit einer durchweg packenden Thriller-Handlung, die mit einer Länge von acht bis zehn Stunden schön straff bleibt.
Unterstützt wird das von pointiert geschriebenen Dialogen und zahlreichen Sequenzen, in denen es Protagonist Carter wirklich ans Leder geht - deutlich härter, als man es von vielen Genrekollegen gewohnt ist. Wer also mal wieder echtes "Point and Click zum Mitfiebern" sucht, findet in The Drifter "eine DER Indie-Überraschungen des Jahres."
Keeper
Das Menschen wirklich mit allem mitfühlen können, zeigt dieses besondere Indie-Werk. Denn in Keeper schlüpft man nicht etwa in die Haut des Leuchtturmwärters, sondern in die des Leuchtturms selbst, dessen Gemütszustände einzig durch sein Linsenauge bzw. die "Augenbraue" vermittelt werden.
Gemeinsam mit einem exotischen Vogel macht man hier im Grunde kaum mehr, als durch eine wundersame, mysteriöse Welt zu wandern und seichte Umgebungsrätsel zu lösen. Alles Weitere entzieht sich dagegen rationalen Erklärversuchen, da Keeper, statt spielerisch zu fordern, einen eher emotional ansprechen möchte. Und sofern man sich diesem Gefühl öffnen kann, wird man mit einer Erfahrung belohnt, die "erfrischend innovativ und einfach wunderschön" ist.

Euch allen ein frohes und besinnliches Weihnachten aus dem z.zt sonnigen Arles / Südfrankreich .