Audiointerfaces von Focusrite: Wissen + Test: ISA C8X, Scarlett 2i2 und 18i20
Mehr als eine reine Soundkarte: Wir klären, warum Audiointerfaces eine sinnvolle Erweiterung des Setups sein können, und testen drei Focusrite-Modelle für unterschiedliche Budgets.
Inhaltsverzeichnis
Auch wenn es ein paar neue Modelle gibt, zählen interne Soundkarten zunehmend zu der Kategorie der Auslaufprodukte. Nicht zuletzt, weil die meisten Audio-Geräte wie Headsets und Boxen mittlerweile zunehmend über integrierte Wandler und eine USB-Verbindung verfügen. Wer hingegen mehr Audio-Flexibilität sowie Ein- und Ausgänge benötigt, der kann auf ein Audiointerface setzen. Im professionellen Bereich schon lange Standard, sind die Vorteile der "externen Soundkarten" auch im Consumer-Markt nicht von der Hand zu weisen.
Wir klären in diesem Artikel alles rund ums Audiointerface und zeigen, wie viel man für welche Funktionen und Features bezahlen muss. Für unseren Vergleich konnten wir drei Audiointerfaces von Focusrite in der Redaktion begrüßen: Vom Einsteigermodell Scarlett 2i2 4. Gen, über die Mittelklasse in Form des 18i20 4. Gen, bis zum Profi-Studiogerät ISA C8X.
Was ist ein Audiointerface
Genaugenommen handelt es sich bei den praktischen Geräten um externe Soundkarten, also um über meist mit USB verbundene Geräte, die AD/DA Wandler, Audio-Ein- und ‑Ausgänge und die nötigen Preamps und Verstärker beinhalten. Das Besondere: Die Geräte sind von Grund auf mit Studio-Standards ausgestattet. Dazu zählen je nach Preiskategorie mehrere Eingänge und Ausgänge (werden in Mono-Kanälen gezählt, mit zwei Kanälen ist je Stereo möglich), Stecker im XLR-, und 6,3-mm-Format sowie die für den Betrieb von Studio-Kondensator-Mikrofonen notwendige 48-V-Phantomspeisung. Auch geht es beim Audiointerface überwiegend haptisch zu. Obwohl sich viele Audiointerfaces heutzutage auch über Software steuern lassen, können die meisten Funktionen auch über angebrachte Drehregler abgerufen werden.
Verbindungen
Die meisten Audiointerfaces verfügen über eine USB-Verbindung. Hier wurde lange auf den klobigen USB-B gesetzt, die Stabilität gab dem Stecker recht. In den vergangenen Jahren wurde hingegen mehr auf USB-C umgestellt - die Kompatibilität dankt. Dass die Steckerform allerdings nicht unbedingt vonnöten ist, zeigt das genutzte Protokoll. Die meisten Interfaces setzen noch auf USB 2.0. Wer sich jetzt denkt: "Das ist doch veraltet", der sei beruhigt. Die Datenmengen, die ein Audiointerface überträgt, sind schlicht zu gering, als dass ein schnellerer Standard vonnöten wäre. Selbst Interfaces mit acht Kanälen können problemlos acht Audioaufnahmen gleichzeitig in einer Qualität von 192 kHz und 24 Bit über den Anschluss schicken. Standards wie USB 3.0 oder auch Thunderbolt werden erst relevant, wenn beispielsweise DSP-Systeme im Interface integriert sind, um Plug-ins latenzarm hardwareseitig zu berechnen. Universal Audios Apollo-Reihe ist hierfür ein gutes Beispiel. Hier muss die datenintensive Kommunikation zwischen Rechner und DSP über die Verbindung laufen.
Treiber, Software und Erkennung am Rechner
Unsere drei Beispiel-Interfaces sind Class Compliant, können also direkt am Rechner ohne zusätzlichen Treiber genutzt werden. Jedoch sollte man hier trotzdem unbedingt die vom Hersteller angebotene Software installieren. Die im Paket beiliegenden Treiber haben vor allem den Vorteil geringer Latenzen. Besonders relevant sind diese bei der Musikproduktion und Aufnahme. Während des Gesangsmonitorings stört eine versetzte Audioausgabe extrem. Doch auch in Spielen zeigt sich dieser Vorteil sehr deutlich. Eingaben werden direkt akustisch wiedergegeben und im kompetitiven Match werden Geräusche potenziell früher wahrgenommen. Je nach CPU‑Leistung und Buffer‑Size können hier Latenzen von um die 3 Millisekunden erreicht werden.
Im Normalfall wird mit den passenden Treibern ein Audiointerface wie gewohnt als Audioausgang und Eingangsquelle im Betriebssystem erkannt. Aus diesem Grund gibt es auch keine direkten Inkompatibilitäten mit Spielen. Der Mac-affinen Musikbranche zum Dank ist die Kompatibilität zu Apple-Geräten praktisch auch bei jedem Audiointerface Standard. Die Ein- und Ausgänge können dann innerhalb der genutzten Software angewählt werden, oder auch am Beispiel der Focusrite-Audiointerfaces in der zugehörigen Control-2-Software geroutet werden. Linux ist hingegen weniger durch Software unterstützt. Hier muss man auf Class Compliance zurückgreifen.



Für die Anfänger, die entweder in die Richtung Musikproduktion gehen oder eben eine Alternative zu der klassischen externen Soundkarte haben wollen - da gibt es einige zusätzliche Infos.
Was so in dem Bereich noch interessant ist für Anfänger oder Hobbyisten die noch nicht so erfahren sind:
Phono-Preamps. Diese sind arg selten, aber wer Plattenspieler ohne USB und/oder Line-Out hat (also nur Phono Out), der braucht so was. Meist um Musik zu digitalisieren, es gibt aber auch noch einen Einsatz als DVS (das ist schon arg Nische, da gibt es auch Kompatibilitätsprobleme bzw. geschlossene Systeme).
Direct Monitoring. Das ist die Option, ohne Verzögerung die Kanäle abzuhören. Das gibt es wahlweise auch als "PFL" (pre-fader), also man hört das Eingangssignal eher die Effekte greifen (selbst wenn es Onboard-Effekte via Hardware sind). Das ist extrem wichtig für Leute, die z.B. das eigene Instrument oder die Stimme ohne Verzögerung hören wollen und z.B. Metronom oder Backing Tracks oben drauf oder Drums.
Hier erlauben nicht alle Geräte eine separate Schaltung von Direct Monitoring per Kanal/Input. Generell aber immer dabei, das ist ne Basis-Funktion. Oft ist das auch direkt verkabelt, ergo geht es direkt an die Kopfhörer.
Ein/Ausgänge - deren Format. Das erwähnte Scarlett 2i2 (sollte die 4te Generation sein) - das Ding hat nur balanced Ausgänge (TRS, also jeweils Mono 6,3mm Jack für Links und Rechts). Kein RCA dran. Umgekehrt wäre schlechter.
Auch bei den Eingängen gibt es keine unbalanced (die halt oft im Stereo-Bereich vorkommen, z.B. haben alle DJ-Player und Turntables RCA) - da sind nur XLR hinten und TRS vorne. Die TRS vorne sind wieder 6,3mm Mono-Jacks, wahlweise mit Instrumenten-Schaltung. Das ist oft auch als Hi-Z bezeichnet und ist für E-Gitarren gedacht. Auch hier gibt es keine separaten Schalter pro Kanal - wer da z.B. E-Gitarre und Mikrofon gleichzeitig reinschieben will, muss das Mikro hinten über XLR machen. 48V ist auch nur insgesamt schaltbar, also Kondensatormikro und dynamisches Mikro gleichzeitig is nicht vorgesehen.
MIDI Ein/Ausgang - fehlt oft. Ist aber etwas, worauf viele nicht verzichten wollen, die noch alte Instrumente haben oder externe Keyboards/Synthesizer ohne USB anschließen wollen.
Überwiegend kaufen sich diese kleinen Dinger dann die Anfänger oder Content Creator - Livestreamer oder YouTuber.
Genau für die sind viele von den Informationen einfach Overkill - die haben auch kaum was anzuschließen. Aber solche Infos können helfen, da gleich das richtige Produkt rauszusuchen um später Probleme wie "nicht genug/falsche Anschlüsse" zu vermeiden. Je größer die Geräte, desto mehr werden auch die Anschlüsse.
Da gibt es z.B. solche Geräte, die viel interessanter sind:
[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
Hier sieht man: individuelle 48V und Monitor Schalter pro Eingang. Separates Line-In für Stereo Instrumente (belegt halt 2 Kanäle, die sind aber zusammengelegt). Duplizierte Monitor und Line Out Ausgänge die als TRS (balanced) und RCA (unbalanced) vorliegen. Input/Mix Steuerung (wie viel Input will man zum Playback beimischen, nice2have). XLR/TRS Kombi Anschlüsse sind auch üblich, da ist eher das Scarlett von Focusrite die Ausnahme, wo XLR und TRS Inputs für denselben Kanal getrennt verbaut sind (Platzbedarf). Im Mischpult eher andersrum
Halbes Buch hier, ich weiß
Als Nachtrag: balanced ist für wesentlich längere Strecken geeignet, RCA nur kurz. RCA ist auch anfällig für Störsignale, es kann also Funksignale mit abfangen und das nervt. Umstellung auf Balanced (sofern an beiden Enden dran) löst das Problem.
Aus meiner persönlichen Erfahrung in Kombination mit einem Shure SM7B, kann ich definitv einen Cloudfilter. empfehlen.
Das Nervige am Gerät ist, dass es keinen Aus / EIn Schalter hat. Es schaltet sich nach 10 MInuten ungefähr selber in den Ruhe / Standbymodus. Das heißt wenn irgendwann mal eine Ton zu laut sein sollte springt es wieder kurz an uach wenn man den Eingagslautsärke komplett runter geregelt hat.
Passiert wirklich so gut wie nie, kann aber passieren, wenn man z.B. außversehen ans Mic kommt.
Ein sehr verbreitetes Thema, weil eben das Mikro so beliebt ist - aber keiner einem vorher sagt: das Teil braucht dicke Preamps, die in kleinen Audio Interfaces gar nicht vorkommen.
Aus meiner persönlichen Erfahrung in Kombination mit einem Shure SM7B, kann ich definitv einen Cloudfilter. empfehlen.
Das Nervige am Gerät ist, dass es keinen Aus / EIn Schalter hat. Es schaltet sich nach 10 MInuten ungefähr selber in den Ruhe / Standbymodus. Das heißt wenn irgendwann mal eine Ton zu laut sein sollte springt es wieder kurz an uach wenn man den Eingagslautsärke komplett runter geregelt hat.
Passiert wirklich so gut wie nie, kann aber passieren, wenn man z.B. außversehen ans Mic kommt.
z.B. das alle Kanäle in Mono gezählt werden. Wer also 2i2 sieht, kann direkt sehen - es sind 2 Mono-Eingänge und 2 Mono-Ausgänge. Kopfhörer-Ausgänge sind dabei nicht mitgezählt
Monitor-Lautsprecher belegen also 2 Kanäle, dasselbe gilt für Stereo-Quellen. Einige Synthesizer bieten halt Stereo-Sound, andere haben nur Mono.
Das hilft halt direkt zu sehen wie viele Anschlüsse man so braucht. Übrigens ist das bei den Mischpulten für PA/Studio nicht anders, da stehen aber nur die Eingänge in der Gesamtzahl im Namen.
ASIO ist exklusiv und wir bei Spielen nicht benutzt, das ist etwas, was nur in spezieller Software ausgewählt werden kann. Diese Vorteile gibt es halt nur wenn ASIO benutzt werden kann, und sobald ASIO aktiv ist - es gibt keinen Sound aus anderen Quellen außerhalb der Software, die den ASIO-Treiber aktiv geladen hat.
48V werden praktisch nur für Kondensator-Mikrofone benutzt. Da muss man schauen, was man anschließen will, oft sind nicht alle Mikrofon-Eingänge mit 48V ausgestattet. Interessant vor allem für Podcasts/größere Runden.
woher kam das denn
Grüße und schönes Wochenende euch allen.
z.B. das alle Kanäle in Mono gezählt werden. Wer also 2i2 sieht, kann direkt sehen - es sind 2 Mono-Eingänge und 2 Mono-Ausgänge. Kopfhörer-Ausgänge sind dabei nicht mitgezählt
Monitor-Lautsprecher belegen also 2 Kanäle, dasselbe gilt für Stereo-Quellen. Einige Synthesizer bieten halt Stereo-Sound, andere haben nur Mono.
Das hilft halt direkt zu sehen wie viele Anschlüsse man so braucht. Übrigens ist das bei den Mischpulten für PA/Studio nicht anders, da stehen aber nur die Eingänge in der Gesamtzahl im Namen.
ASIO ist exklusiv und wir bei Spielen nicht benutzt, das ist etwas, was nur in spezieller Software ausgewählt werden kann. Diese Vorteile gibt es halt nur wenn ASIO benutzt werden kann, und sobald ASIO aktiv ist - es gibt keinen Sound aus anderen Quellen außerhalb der Software, die den ASIO-Treiber aktiv geladen hat.
48V werden praktisch nur für Kondensator-Mikrofone benutzt. Da muss man schauen, was man anschließen will, oft sind nicht alle Mikrofon-Eingänge mit 48V ausgestattet. Interessant vor allem für Podcasts/größere Runden.