Huawei: HarmonyOS für IoT-Geräte vorgestellt - Einsatz im Smartphone als Android-Ersatz möglich
Nach Monaten mit allerlei Gerüchten hat nun Huawei das Tuch gelüftet. Das neue Betriebssystem ist eine Eigenentwicklung, die vor allem durch den von der US-Regierung ausgesprochenen Bann an Bedeutung gewonnen hat. Das neue OS wird HongmengOS in China heißen beziehungsweise HarmonyOS im Westen.
Befeuert durch den Bann der US-Regierung, muss sich Huawei um den Zugriff auf neue Android-Lizenzen Sorgen machen. So oder so befindet sich seit 2017 ein eigenes Betriebssystem in Entwicklung. Auf der Entwicklerkonferenz HDC hat Huawei sein eigenes Operating System der Öffentlichkeit präsentiert. Das Betriebssystem heißt in China HongmengOS, während es in unseren Breitengraden als HarmonyOS vertrieben wird. Ursprünglich ist das Betriebssystem für IoT-Geräte entworfen worden. Notfalls könnte es aber auch in Huawei-Smartphones zum Einsatz kommen, so der Huawei-Manager Richard Yu. Für das HarmonyOS können Entwickler ihren Code aus Programmiersprachen wie C/C++, Java oder Kotlin kompilieren. Zukünftig soll es unter Open Source-Lizenz stehen. Ein Root-Zugriff ist aus Sicherheitsgründen aber nicht erlaubt.
Apps sollen auf allen IoT-Geräten laufen
Wenn Entwickler Apps für HarmonyOS entwickelt und distribuiert haben, können diese auf allen vernetzten Endgeräten genutzt werden, die auf dem Betriebssystem basieren. Dabei soll es egal sein, ob es eine Smartwatch, ein großer Touchscreen oder ein Festeinbau-Navi ist, überall sollen die Applikationen laufen. Die App-Entwickler sollen nur einmal programmieren müssen und dann kann ihre Software auf allen Endgeräten ausgeführt werden. Ein hehres Ziel, welches schon andere Unternehmen wie beispielsweise Microsoft mit der UWP-Plattform verfolgt haben und letztendlich gescheitert sind. Um möglichst performant zu sein, nutzt HarmonyOS eine deterministische Latency Engine sowie eine "Inter Process Communication". Die Deterministic Latency Engine legt Prioritäten für die Aufgabenausführung und Fristen für die Planung im Voraus fest. Die Ressourcen konzentrieren sich auf Aufgaben mit höheren Prioritäten, wodurch die Antwortverzögerung von Apps um 25,7% reduziert wird. Der Mikrokernel kann die IPC-Leistung bis zu fünfmal effizienter machen als bestehende Systeme.
Huawei folgt Samsung und LG
Im Bereich der Internet of Things-Geräte gibt es immer noch einen Wildwuchs an verschiedenen Betriebssystemen. Die Herausforderung für viele Hersteller von vernetzten Kühlschränken, Fernsehern, Autos und Co. besteht darin, dass ihre Endgeräte nun eine aktuelle Software benötigen, da sie angreifbar für Hacker sind. Bisher waren Haushaltsgeräte, Festeinbau-Navis und andere Geräte immer offline. Es gab zwar Platinen und auch Codezeilen, aber prinzipiell wurde auf robusten Code gesetzt, der sich zeitlebens des Gerätes nicht verändern sollte.
Aufgrund der Vernetzung kommt eine neuartige Problemstellung auf klassische Hersteller wie Miele, BMW und Co. zu. Sie müssen immer für aktuelle Software sorgen. Schließlich ist jedes IoT-Gerät wegen der Anbindung ans Internet auch ein potentielles Angriffsziel für Hacker. Manche Hersteller haben mit dieser Thematik mehr Probleme als andere. So bietet BMW beispielsweise beim BMW Operating System 7.0 ungefähr monatlich neue Softwareaktualisierungen an, während manche Hersteller von vernetzten Küchengeräten keinerlei Updates offerieren. Samsung - die nicht nur Smartphones, sondern auch Haushaltsgeräte anbieten - installiert bei seinen vernetzten Geräten seit 2014 das hauseigene Betriebssystem Tizen OS, welches auf einer angepassten Linux-Distribution basiert. Erzrivale LG hingegen verwendet bei seiner IoT-Hardware das eigene webOS, welches man von HP eingekauft und dann sukzessive weiterentwickelt hat. Nun folgt eben mit Huawei auch ein Konzern aus China. Bisher gibt es noch keine Screenshots zum HarmonyOS des chinesischen Unternehmens. Das seit 2017 in Entwicklung befindliche OS basiert nicht auf Linux, sondern auf einem von Huawei selbst entwickelten Kernel.
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Fakten zu Huaweis eigenem Betriebssystem:
- Huawei stellt erstmals sein hauseigenes OS vor. In China wird es als HongmengOS vermarktet, während es im Westen als HarmonyOS auf den Markt kommt.
- Laut Huawei-Manager Richard Yu soll das Betriebssystem nur auf IoT-Geräten zum Einsatz kommen. Denkbar sind Haushaltsgeräte, vernetzte Autos und mehr.
- Wenn gewünscht könnte HarmonyOS aber auch bei Smartphones verwendet werden. Der Bann von Huawei-Smartphones durch die US-Regierung könnte zukünftig zur Verwendung des Betriebssystems bei Telefonen führen.
Quellen: Heise, Microsoft, Mobilegeeks, Wikipedia, XDAdevelopers

Ohne möglichkeiten für Root Zugriff würde ich denen nicht trauen.