Lexar glaubt: Gamer sparen eher am RAM - aber 512-GB-SSDs gehen zu weit
Lexar hat versucht, kleinere SSDs als günstige Alternative anzubieten - und damit fast niemanden erreicht, wie die Europa-Chefin des Unternehmens erklärt. Bei kleineren RAM-Kits sei man indes zufrieden.
Die anhaltende Speicherkrise sorgt nicht nur dafür, dass Preise für Hardwarekomponenten explodieren, sondern auch für ein Bemühen seitens der Hersteller, die Auswirkungen mit alternativen Angeboten abzufedern. SSD-Hersteller Lexar brachte etwa kleinere Kapazitätsvarianten seiner Produkte auf den Markt - allerdings je nach Kategorie mit unterschiedlichem Erfolg.
Dies gab Grace Su, General Managerin von Lexar Europa, im Rahmen einer Medientour durch die chinesischen Produktionsstandorte gegenüber Digital Foundry zu verstehen. Im Kontext der SSD-Nachfrage zieht Su ein lapidares Fazit: "Der Endnutzer kauft einfach nicht".
Die Grenze, die Käufer nicht überschreiten wollen
Demnach hatte Lexar gezielt kleinere SSD-Kapazitäten ins Sortiment aufgenommen, um trotz hoher Preise erschwingliche Optionen zu bieten. Die Nachfrage blieb laut Su aber weit hinter den Erwartungen zurück - manche Nutzer hätten erklärt, lieber zur klassischen Festplatte zurückzukehren, als für eine 512-GB-SSD den aktuellen Aufpreis zu zahlen.
- Kleinere RAM-Kits und Speicherkarten liefen Su zufolge dagegen wie erwartet. Im Speicherkartenmarkt griffen Kunden bereitwillig den Ausführungen nach zu 32-GiB- und 64-GiB-Varianten.
- Bei SSDs liegt die psychologische Schmerzgrenze offenbar deutlich höher: 1 TB gilt im Kundenstamm wohl als Minimum - Digital Foundry erklärt an dieser Stelle einen Zusammenhang mit "Forever Games" wie Call of Duty: Warzone, die eine 512-GB-SSD bereits weitgehend ausfüllen können.
PCIe 5.0 bleibt Nischenware - Krisenende nicht abzusehen
Auch zur Generationenwahl bei SSDs liefert das Lexar-Interview konkrete Zahlen. PCIe-5.0-Laufwerke werden laut Su von weniger als zehn Prozent der Käufer gewählt; PCIe 4.0 ist weiterhin der Standard für die Mehrheit. Ältere PCIe-3.0-NVMe-Laufwerke werden hingegen kaum noch nachgefragt.
Über die aktuelle Lage hinaus gibt die Lexar-Chefin indes keinen Anlass zur Hoffnung. Die aktuelle Marktsituation werde demnach "langfristig" anhalten; die gesamte Speicherindustrie sei in eine "neue Ära" eingetreten.
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Spiele sind ja immer größer geworden. Viele moderne Triple A Titel haben bereits über 100GB.
Mir ist bewusst, dass SSD-Hersteller öfter mal irgendeinen Kram beilegen. Aber weil das meist irgendein endproprietärer Kram war, habe ich mich damit nie weiter befasst und diese Software muss dementsprechend komplett an mir vorbeigegangen sein.
Aber tatsächlich: NVELO war der Hersteller, Dataplex hieß wohl das Produkt (aka OCZ Synapse, Corsair Accelerator und Crucial Adrenaline). Wurde dann wohl Ende 2012 von Samsung gekauft. Intel hatte dieses Smart Response Technology, an das erinnere ich mich noch. Ich glaube dafür waren oft Treiber bei Intel-Boards dabei, aber das war mir auch nie so ganz geheuer.
Intel hatte denen gegenüber aber den erheblichen Vorteil, dass das Caching nicht über Treiber, sondern über das UEFI erfolgte. Das musste dafür im RAID-Modus laufen, weswegen das Betriebssystem prinzipiell einen Treiber brauchte. Aber der war nicht Caching-spezifisch und weiterhin verfügbar. Man konnte Smart Cache also auch z.B. für Linux nutzen und im Worst Case hat man es einfach im BIOS abgeschaltet. Mit Nvelo war dagegen nicht einmal eine Datenrettung von Boot-CD möglich, weil alle Zugriffe über die Software erfolgen musste und die gab es auch nur für Windows 7.
Bezüglich Flash versus DRAM: Bei Schreibvorgängen spielt die Zugriffszeit des Caches keine Rolle. Solange er die Befehle schnell genug annimmt, darf er sich danach mit den Daten so viel Zeit lassen, wie er will. Aber Optane hatte den Vorteil der niedrigeren GB-Preise, in einen 20-80 GiB Optane-Cache kann man viel mehr Daten packen als in 1-4 GiB DRAM, ehe man auf die Schreibgeschwindigkeit des zu cachenden Laufwerks ausgebremst wird. Aber wie gesagt: Das blieb graue Theorie, weil es keine intelligenten Hybrid-Lösungen gab und diese Winz-Optanes nur 1-2 Chips hatten, die parallel ansprechen konnten, und damit vom Datendurchsatz her langsamer waren als eine 8-Wege-Flash-SSD. Nur die großen Server-Ausbaustufen (die dort tatsächlich so genutzt wurden und zum Teil werden) hatten auch die nötige Transferrate, um als schneller Cache zu dienen. Aber die bieten auch genug Speicherplatz, um direkt darauf zu installieren – wenn man sie denn bezahlen könnte.
Das war eben das Problem bei Intel: Die haben das als High-End-Produkt platziert und nie so weiter entwickelt, dass entweder die dicken Brocken bezahlbar geworden wären oder die Sparversionen schnell genug, um sinnvoll zu werden.
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Hätte nicht gedacht dass diese Dinger heute noch mit einem recht normalen Preis angeboten werden.
Allerdings gebe ich lieber viel Geld aus, statt wieder zurück zu "ratter, ratter" zu wechseln. 😁
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Hätte nicht gedacht dass diese Dinger heute noch mit einem recht normalen Preis angeboten werden.
Allerdings gebe ich lieber viel Geld aus, statt wieder zurück zu "ratter, ratter" zu wechseln. 😁
Die muss ich 2015 gekauft haben.