Intel Optane Memory H10 kombiniert 3D XPoint mit QLC-NAND

Intel stellt eine neue NVMe-SSD vor, die sowohl mit QLC-3D-NAND ausgestattet ist als auch über einen Optane-Cache verfügt. Der schnellere 3D-XPoint-Chip soll die Praxisleistung wesentlich beschleunigen, während die QLC-Module ausreichend Kapazität bereitstellen. Diese Kombination aus zwei Flash-Technologien soll in der Praxis wesentlich schneller sein als NVMe-SSDs, die lediglich auf NAND-Flash basieren.

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Intel Optane Memory H10 kombiniert 3D XPoint mit QLC-NAND
Quelle: Intel

Aktuelle NVMe-SSDs reizen bereits die Bandbreite der vier PCI-Express-3.0-Lanes aus und protzen im Datenblatt mit sequenziellen Transferraten von über 3.000 MB pro Sekunde. Diese Spitzenleistung wird meist nur mit hoher Queue Depth (QD) erreicht, also wenn mehrere Befehle gleichzeitig abgearbeitet werden. Die größtmöglichen Datenraten der H10 von 2.400 MB/s lesend sowie 1.800 MB/s sind scheinbar unspektakulär. Diese Werte sind aber ohnehin wenig aussagekräftig, weswegen Intel praxisnahe Benchmarks zeigt, wo die H10 deutlich besser mit niedriger Befehlstiefe abschneidet. 90 Prozent der Aufgaben eines Privatanwenders, so Intel, würden sich mit QD1 und QD2 abspielen.

Geringe Spitzen- aber hohe Praxisleistung

Intel Optane Memory H10 (7) Quelle: Intel Intel Optane Memory H10 (7) Intel resümiert die Leistung mit ziemlich selbstbewussten Aussagen: Im Vergleich mit der hauseigenen 760p, ein gutes Mainstream-NVMe-Modell, soll die H10 beim Multitasking bis zu zwei Mal schneller ein Dokument öffnen, Spiele bis zu 60 Prozent schneller laden oder große Mediendateien gar bis zu 90 Prozent schneller öffnen. Ob die Kombination aus Optane Memory und QLC-NAND sich wirklich als so spürbar erweist oder ob der Unterschied in der Praxis nur homöopathisch gering ist, werden unabhängige Tests prüfen müssen.

Bislang handelt es sich beim Intel Optane Memory um 16 und 32 Gigabyte kleine M.2-Riegel, die als Cache in eher günstigen Systemen Festplatten beschleunigen sollen. Die 2017 veröffentlichte Technik sollte in Kombination mit einer HDD eine Preis-Leistungsalternative zu SATA-SSDs darstellen, zündete aber nicht so richtig, da für den Anwender die schnelleren SATA-SSDs günstig genug waren. 3D XPoint ist eine Flash-Technologie auf Basis von Phasenwechselspeicher, die Intel - damals noch im Joint Venture mit Micron - als NAND-Nachfolger entwickelt hat. Sie soll der herkömmlichen NAND-Technik in Zugriffszeiten und Haltbarkeit überlegen sein.
Intel Optane Memory H10 (4) Quelle: Intel Intel Optane Memory H10 (4)

Mit der 900p oder 905p hat Intel nach dem Optane Memory den Speicher auch in Modellen verbaut, deren Kapazitäten sich als Systemlaufwerk eignen. Da diese SSDs aber wegen des Speichers noch viel zu teuer sind und für Privatanwender kaum Vorteile in der Praxis gegenüber NAND-SSDs bieten, sind sie für den Massenmarkt noch immer uninteressant. Genau das soll sich nun mit dem Intel Optane Memory H10 ändern.

H10: Zwei Flash-Technologien und zwei Controller
Bei der Platine der H10-SSD handelt es sich um eine einseitig bestückte SSD im bekannten M.2-2280-Formfaktor (2280-S3-M). Dort sind zwei Flash-Chips zu finden, einer mit QLC-NAND und einer als Optane Memory mit 3D XPoint. Jedem Flash-Chip steht dabei ein eigener Controller zur Seite. Die Intel Optane Memory H10 arbeitet mit dem NVMe-Protokoll über die PCI-Express-3.0-Schnittstelle und ist mit vier Lanes angebunden. Im Wesentlichen sollten die Datenträger so arbeiten wie bisher eine NVMe-SSD und ein getrenntes Optane-Modul - bloß eben auf einem PCB mit einer gemeinsamen Anbindung.

Die SSD gibt es in drei Kapazitäten ab 256 GB über 512 GB bis 1 TB. Der verlötete 3D-Xpoint-Speicher beläuft sich auf 16 GByte beim kleinsten, und 32 GByte bei den zwei größeren Modellen. Preise nennt Intel bislang noch nicht.

QLC-NAND Optane Memory
256 GB 16 GB
512 GB 32 GB
1.024 GB 32 GB

Bildergalerie

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    • Kommentare (3)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Abductee Kokü-Junkie (m/w)
        Das Ding braucht x4 PCIe 4.0 und es werden damit shared zwei Controller versorgt, der schnelle und der langsamere.
        Ich kann mir nicht vorstellen das eine aktuelle schnelle NVMe-SSD die über PCIe x4 ohne lane sharing verbunden ist so viel langsamer ist.

        Ein unschönes Nebendetail finde ich die Zwangsvorraussetzung von Intels RST. Das hätte man doch sicher auch auf transparenter Firmwarebasis lösen können.
      • Von Abductee Kokü-Junkie (m/w)
        Das Ding braucht x4 PCIe 4.0 und es werden damit shared zwei Controller versorgt, der schnelle und der langsamere.
        Ich kann mir nicht vorstellen das eine aktuelle schnelle NVMe-SSD die über PCIe x4 ohne lane sharing verbunden ist so viel langsamer ist.

        Ein unschönes Nebendetail finde ich die Zwangsvorraussetzung von Intels RST. Das hätte man doch sicher auch auf transparenter Firmwarebasis lösen können.
      • Von chill_eule Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat
        soll die H10 beim Multitasking bis zu zwei Mal schneller ein Dokument öffnen
        Zitat
        ob der Unterschied in der Praxis nur homöopathisch gering ist
        Mit Sicherheit das, vor allem wenn die oben erwähnte SSD auf Privatanwender abziehlt.
        Meine Mutter würde sicher vor Freude platzen, wenn ihre Word Dokumente dann innerhalb von 1 Sek. statt 2 Sek. geladen werden

        Zitat
        Errinnert irgendwie an SSHDs
        Hab vor etlichen Jahren mir mal eine SSHD als Spieleplatte geholt, da damals die entsprechend großen SSDs viel zu teuer waren.
        War wirklich extrem begeistert davon! Der Cache hat sich doch deutlich bemerkbar gemacht zu Anfang, gegenüber der alten HDD.
        Klar, irgendwann war das dann einfach normal, dass die Spiele, welche man dann täglich zockt, bzw. Steam etc. extrem schnell geladen wurden und andere, die man nach Monaten wieder ausgräbt extrem lange brauchen.
        Und jetzt mein Umzug von SSHD auf SSD Spieleplatte, ich wieder nur so "WOW!"
        In ein paar Wochen ist das dann aber auch wieder nur Alltag
      • Von Frontline25 Software-Overclocker(in)
        Errinnert irgendwie an SSHDs
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