AMD Threadripper: Infinity Fabric laut Messungen ein Stromschlucker

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AMD Threadripper: Infiniate Fabric laut Messungen ein Stromschlucker (2)
Quelle: PC Games Hardware

Beim Test der neuen Threadripper-Prozessoren von AMD hat Anandtech nachgemessen, was der Infinity Fabric allein an Leistung verbraucht. Und das ist im Vergleich zur tatsächlichen Arbeitslast erstaunlich viel. Das komplexe Moduldesign könnte seinen Tribut fordern.

Monolithisches Design wie bei Intel oder modulare Bauweise wie bei AMD? Das ist nicht nur eine philosophische Frage, sondern auch eine technische. Beide Designs haben ihre Vor- und Nachteile, mit denen sie fertig werden müssen. Einen Nachteil von AMDs Weg will nun Anandtech im Test des Threadripper 2990WX und 2950X gefunden haben - den Infinity Fabric.

Simpel erklärt kombiniert AMD seine Module mit dem Infinity-Fabric-Interconnect zu einem kompletten Chip. Über den fließen die Kommunikationsdaten. Wer es genau wissen will, liest unseren Artikel zum technischen Aufbau der neuen Threadripper. Besagter Infinity Fabric braucht natürlich Strom, so wie alles in einer CPU, und die Komplexität von AMDs Design soll dazu führen, dass die neuen Threadripper recht viel von diesem Strom brauchen. Das will zumindest Anandtech herausgefunden haben.

Da hat man gemessen, dass der Infinity Fabric beim Threadripper 2990WX unter Last bei 64 ausgelasteten Threads alleine gut über 60 Watt brauchen soll. Das Watt-Budget ist dann in der TDP weg und kann nicht mehr für die Kerne verwendet werden. Bei Epyc sollen es sogar über 80 Watt sein. Dem gegenüber steht Intels Mesh mit einem angegebenen Verbrauch von knapp 40 Watt bei einem Core i9-7980XE, der mit 36 Threads ausgelastet wurde.

Auch lesenswert: Ryzen Threadripper 2990WX und 2950X im Test

Etwas unfair ist der Vergleich zum Mainstream-Sechskerner Core i7-8700K, aber er sei mal erwähnt, um die Verhältnisse darzustellen. Der da eingesetzte Ringbus soll im schlechtesten Fall knapp 8 Watt brauchen. Die konsumiert der 8700K auch durchgängig, wenn mehr als zwei Threads abgearbeitet werden. Das ist beim Intel Mesh ähnlich, wobei hier erst ab 6 Threads der Leistungsverbrauch recht stabil auf knapp unter 40 Watt springt.

Bei AMD ist das etwas anders. Der Aufwand im modularen Design scheint größer zu sein, sodass der Ryzen 7 2700X laut Messung durchgehend zwischen 18 und 26 Watt Verbrauch liegt. Hier gibt es keinen nennenswerten Sprung ab einer gewissen Anzahl von Threads. Durchgehend hoch ist er auch bei den neuen Threadrippern: Hier sollen beim 2950X bis sechs Kerne noch etwas unter 40 Watt anfallen, danach sind es durchgehend 40-45 Watt. Beim 2990WX ist es sogar noch mehr: Hier wurden durchgehend um 60 Watt gemessen, in Spitzen sogar 68. Das wird dann etwas kurios, wenn die CPU nur zwei Threads bearbeitet, die Kerne dafür 21 Watt nutzen, aber der Infinity Fabric 56 Watt verbrät. Einen Sprung bei steigendem Aufwand wie im Intel-Design gibt es nicht. <strong>AMD Threadripper: Infiniate Fabric laut Messungen ein Stromschlucker</strong> (1) Quelle: anandtech.com AMD Threadripper: Infiniate Fabric laut Messungen ein Stromschlucker (1) Messungen eines Epyc 7601 zeigen den Nachteil des modularen Systems noch deutlicher, wo zwei Threads Arbeit 8 Watt Kernleistung verbrauchen sollen, aber bereits 66 Watt Gesprächsbedarf haben. In Spitzen geht es hier bis auf 90 Watt hoch - so viel, wie 64 Threads an Arbeit verrichten würden. Apropos Gesprächsbedarf: Wir weisen noch einmal darauf hin, dass die Messungen von Anandtech sind und von uns bislang nicht nachgeprüft wurden. Wer nachlesen mag, findet die Story hier.

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    • Kommentare (103)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Pu244 Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von TheGermanEngineer
        Das mag sein, aber mir wäre es trotzdem lieber, wenn wir einen ausgeglichenen Markt haben. Sonst haben wir innerhalb kürzester Zeit die selbe Situation wie früher, nur umgekehrt.
        Im Moment sind wir davon weit entfernt. AMD hat etwas über 20% Marktanteil, damit sich das ändert brächten sie wohl 5-10 Jahre Dominanz, dann wären wir irgendwann bei 50-50, das wäre dann ausgeglichen. Von daher würde es dem Markt gut tun, wenn für ein paar Jahre AMD mal etwas aufholen könnte.
      • Von Pu244 Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von TheGermanEngineer
        Das mag sein, aber mir wäre es trotzdem lieber, wenn wir einen ausgeglichenen Markt haben. Sonst haben wir innerhalb kürzester Zeit die selbe Situation wie früher, nur umgekehrt.
        Im Moment sind wir davon weit entfernt. AMD hat etwas über 20% Marktanteil, damit sich das ändert brächten sie wohl 5-10 Jahre Dominanz, dann wären wir irgendwann bei 50-50, das wäre dann ausgeglichen. Von daher würde es dem Markt gut tun, wenn für ein paar Jahre AMD mal etwas aufholen könnte.
      • Von gaussmath
        Es ist immr der gut, der gerade Underdog ist. Das ist menschlich und vollkommen in Ordnung.
      • Von amdahl Volt-Modder(in)
        Kann ich mir nicht so recht vorstellen. AMD sind doch die Guten, die würden nie eine dominante Marktposition ausnutzen um höhere Preise für ihre Produkte zu verlangen.
      • Von TheGermanEngineer BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Pu244
        Eventuell schafft es AMD ja mal ein paar Jahre dominant zu werden, wäre ein schöner Ausgleich und würde wieder Ruhe reinbringen.
        Das mag sein, aber mir wäre es trotzdem lieber, wenn wir einen ausgeglichenen Markt haben. Sonst haben wir innerhalb kürzester Zeit die selbe Situation wie früher, nur umgekehrt.
      • Von sgdJacksy Freizeitschrauber(in)
        Ich würde die News noch einmal nachprüfen zumal ja die Leistungsaufnahme bei gleicher Kernzahl ja mit Intel ziemlich ident oder darunter ist.
      Direkt zum Diskussionsende
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