[PLUS-TOPSELLER] AMD Ryzen 9 5950X: Tuning-Guide für den 16-Kerner
PCGH Plus: Wir haben die bis heute schnellste Desktop-CPU einem gehörigen Tuning-Programm unterzogen. Was lässt sich beim AMD-16-Kerner Ryzen 9 5950X noch rauskitzeln und lohnt es sich überhaupt? Der Artikel stammt aus PC Games Hardware 09/2021.
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AMDs 16 goldene Taler
Gut Ding will Weile haben. In den Weiten des Internets findet man im Zusammenhang mit AMD gerne die Bezeichnung "fine wine", was so viel bedeutet wie, dass AMD-Hardware beim Kunden erst über die Zeit reifen muss. Ursprünglich auf den Grafiktreiber bezogen, lässt sich das inzwischen auch sehr gut auf Prozessoren anwenden. Viele AMD-User warten sehnlichst auf neue Versionen der AMD Generic Encapsulated Software Architecture oder kurz AGESA. Diese Programmbibliothek für BIOS-Entwickler hält für den Endkunden in der Regel eine höhere Stabilität, mehr Performance und nicht selten ungeahnte OC-Reserven für ihre Ryzen-CPU bereit. Das hängt natürlich auch von der Güte des Prozessors, der CPU-Kühlung und vom verwendeten Mainboard ab. Letzteren kommt die zusätzliche Entwicklungszeit nach dem Release der Zen-3-Prozessoren im November 2020 ebenfalls zugute. Asus hat beispielsweise für Aufsehen gesorgt und mit dem ROG Crosshair VIII Dark Hero ein Mainboard im Angebot, welches eine dynamische OC-Funktion speziell für Ryzen-5000-Prozessoren anbietet. Grund genug für uns, den Ryzen 9 5950X genau mit diesem Board zu tunen. Wir haben uns dabei nicht nur mit RAM-OC, sondern vor allem mit der Erhöhung der Taktfrequenzen beschäftigt, sowohl unter der Belastung aller Kerne, als auch den für Spiele wichtigen Single-Core-Takt. Doch bevor wir ans Eingemachte gehen, rufen wir uns die Grundlagen ins Gedächtnis.
Zen 3 arbeitet eigenständig
Wenn Sie einen Ryzen-5000-Prozessor installieren, ist dieser von AMD so konfiguriert, dass er automatisch die bestmögliche Leistung liefert. Das bedeutet, dass sich der Takt dynamisch an die Last anpasst, einzelne Kerne selbstständig innerhalb der TDP-Parameter übertaktet werden und Energie durch Power Gating, also dem Abschalten nicht benötigter Kerne, eingespart wird. Ein Intel-Prozessor verhält sich übrigens ganz genauso, das ist also ein ganz normales Vorgehen bei modernen CPUs. Die maximale Temperatur ist bei AMD mit der TDP-Klasse verknüpft, unser Ryzen 9 5950X mit 105 Watt TDP darf maximal 90 °C erreichen, CPUs mit 65 Watt TDP höchstens 95 °C. Wird diese Schwelle erreicht, taktet sich die CPU selbstständig herunter. Die TDP ist bei Ryzen in drei Bereiche unterteilt, Package Power Tracking (PPT), Thermal Design Current (TDC) und Electrical Design Current (EDC). Ersteres beschreibt die maximale Energie, welche den CPU-Sockel erreichen kann und wird in Watt angegeben. TDC ist die maximale Menge an Strom, welche die Spannungswandler durchlaufen dürfen, und hat die Einheit Ampere. EDC beschreibt die kurzzeitig maximale Stromstärke, welche die Spannungswandler anlegen können, sofern sie das Temperaturlimit nicht erreichen, und wird ebenfalls in Ampere angegeben. Bei einem Ryzen 9 5950X sieht AMD 142 Watt PPT, 95 Ampere TDC und 140 Ampere EDC vor.
Wenn Sie ernsthaft an das Übertakten des 16-Kerners denken, werden Sie diese Limite aufheben müssen, doch dazu später mehr. Der nächste Fallstrick ist beim verbauten Speichercontroller zu finden. Wie schon bei den Vorgängern sind auch bei Ryzen 5000 die Taktraten von Infinity Fabric (IF) und RAM(-Controller) standardmäßig aneinander gekoppelt. Erhöhen Sie etwa den Speichertakt von DDR4-3200 auf DDR4-3600, dann werden IF und RAM-Controller im gleichen Maße von 1.600 auf 1.800 MHz beschleunigt. Bei höheren Taktraten als DDR4-3600 wechselt ein Ryzen-5000-System automatisch in den asynchronen Modus, bei dem der IF-Takt auf 1.800 MHz fixiert und der RAM-Controller-Takt auf ein Viertel des DDR4-Werts (also z. B. 1.000 MHz bei DDR4-4000) gesetzt wird. Auf diese Weise lassen sich zwar hohe RAM-Taktraten erzielen, allerdings kostet die Asynchronität durch höhere Latenzen Leistung.
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Folgende Themen finden Sie im Tuning-Guide:
- Probleme mit Analyse-Tools
- RAM-Tuning
- OC: Precision Boost Overdrive (PBO)
- Maximales Feintuning: Kühlung und Belüftung
- Analyse: Was bringen die Maßnahmen?
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