Aufwendiger Scam: Nachgebauter Ryzen 7 9800X3D kommt ohne Chiplets über Amazon
Gamers Nexus hat einen gefälschten Ryzen 7 9800X3D gekauft und analysiert. Überraschenderweise handelt es sich dabei offenbar nicht um einen anderen Prozessor mit fingierter Beschriftung, sondern um eine komplett eigene Konstruktion.
Wer sich online einen neuen Prozessor bestellt, bekommt zwar in den meisten Fällen tatsächlich das gewünschte Modell geliefert. Immer wieder gibt es aber auch Berichte über Scams, bei denen sich in der Verpackung beispielsweise ein kostengünstigeres Modell befindet. Opfer eines besonders perfiden Betrugsfalls wurde der Reddit-Nutzer Chokomanutz. Vor dreieinhalb Monaten berichtete dieser über einen bestellten AMD Ryzen 7 9800X3D, der aber nicht starten wollte, und bei dem die Seriennummer nicht zu der auf der Verpackung passte.
Nachgebaut statt angepasst
Anstatt das fingierte Modell zurückzuschicken, verkaufte er es an Gamers Nexus. Dort hat man sich den gefälschten Prozessor jetzt genauer angesehen. Offenbar haben die Betrüger dabei einiges an Aufwand betrieben, um die Fälschung herzustellen. Das PCB entspricht zwar optisch weitgehend dem eines Ryzen 7 9800X3D, aber nicht vollständig. Die Positionierung der SMD-Kondensatoren stammt beispielsweise vom Ryzen 5 7600. Obendrein fehlt die isolierende Beschichtung über den Kondensatoren - und die Farbe der Platine passt nicht ganz. Bei näherem Hinsehen fehlen zudem die durchscheinenden, internen Durchkontaktierungen. Die Platine ist also offenbar nicht funktionsfähig, sondern soll nur auf den schnellen Blick nach dem Original aussehen.
Beim Innenleben erwartete Gamers Nexus gleich die nächste Überraschung: Auf dem PCB war kein Silizium aufgelötet - die Chiplets und der I/O-Chip fehlen. Blickt man vor dem Köpfen seitlich durch die CPU, sind sie aber sichtbar - sie werden durch Erhöhungen im ebenso gefälschten Heatspreader "simuliert". Für den Nachbau des Heatspreaders spricht zudem auch die Beschriftung, die in vielen Details vom Original abweicht.
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Offenbar wurde der gefälschte AMD Ryzen 7 9800X3D also eigens produziert, um ihn in Umlauf zu bringen. Das bringt wiederum Fragen zur Häufigkeit solcher Fälle auf: Berichte zu gefälschten Prozessoren gibt es zwar vergleichsweise selten, die Anfertigung gefälschter PCBs und Heatspreader dürfte sich aber erst mit einer etwas größeren Stückzahl lohnen. Für Kunden bleibt daher zu hoffen, dass eine potenzielle Schwemme an gefälschten AM5-Prozessoren nie den Handel erreichen wird. Bei Zweifeln zur Authentizität des eigenen Prozessors gelten dabei die üblichen Empfehlungen: Man kann beispielsweise die Seriennummer überprüfen und leicht erkennbare Merkmale wie die Optik oder das Gewicht mit Daten aus dem Internet abgleichen - oder den Prozessor im Zweifel einfach zurückgeben.
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Quelle: via Wccftech

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Persönlich kaufe ich dort äußerst selten ein, ohne Prime ist die Hemmschwelle auch deutlich höher.