Ryzen 7 5800X3D vs. 5800X: Benchmarks zur RAM-Skalierung
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Wir konnten zwar mit dem R7 5800X3D bis zu DDR4-4067 und mit dem R7 5800X immerhin DDR4-4000 im 1:1-Modus nutzen, registrierten aber gelegentlich Abstürze und vor allem eine verringerte Praxisleistung (primär beim 5800X). Während der synthetische Aida64-RAM-Benchmark diesen Konfigurationen gute Eckdaten bescheinigte, war die Leistung in Spielen und Anwendungen durchwachsen und oft kaum über dem Niveau der DDR4-3200-Konfiguration. Testen Sie die Taktlimits im 1:1-Modus aus, dann verzichten Sie also keinesfalls auf Stabilitätstests und praxisnahe, gut reproduzierbare Spiele- oder Anwendungs-Benchmarks.
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Aida64: RAM- und Cache-Benchmark
Ryzen 7 5800X3D und 5800X unterscheiden sich abgesehen vom Vorhandensein des 3D-V-Caches nur durch die unterschiedlichen Kerntaktfrequenzen. Durch die etwas höheren Taktraten des 5800X - im Spielealltag rund 300 MHz mehr - schneidet er auch im Aida64-Benchmark ein wenig besser ab. Beiden CPUs gemein ist die niedrige RAM-Schreibgeschwindigkeit. Hierfür bräuchte es einen zusätzlichen CCD, den die Modelle 5900X und 5950X bieten.
Cyberpunk 2077
Quelle: PC Games Hardware
Cyberpunk 2077
Mit Raytracing und in hohen Auflösungen gibt die Grafikkarte die Bildrate vor - selbst mit einer Geforce RTX 3090 wird es mit maximalen Details ohne DLSS schnell unspielbar. Durch den Verzicht auf Raytracing, das Minimieren einiger GPU-lastiger Grafikoptionen und die Nutzung der niedrigen Auflösung 1.280 × 720 umgehen wir das Problem für unsere RAM-Benchmarks. Unsere Testsequenz besteht aus einer 20-sekündigen Motorradfahrt durch die Innenstadt, welche das Streaming-System beansprucht und die Berechnung vieler NPCs erfordert.
Trotz Taktnachteil verschafft der zusätzliche L3-Cache dem R7 5800X3D zu einer rund 30 Prozent höheren Grundleistung. Das Downgrade von DDR4-3200 auf DDR4-2666 kostet beim 5800X 10,1 Prozent Leistung, der 5800X3D büßt mit 6,8 Prozent weniger stark ein. Bei der DDR4-3800-Konfiguration dreht sich der Spieß um: Während der 5800X immerhin um 6,1 Prozent gegenüber DDR4-3200 zulegt, beschert der schnelle Speicher beim 5800X3D lediglich 2,6 Prozent mehr Fps. Interessant: Mit 118,4 Fps vs. 104,3 Fps hält der 5800X3D den 5800X selbst dann klar in Schach, wenn ihm selbst nur DDR4-2666-Module zur Seite stehen, der günstigere Achtkerner aber mit DDR4-3800-RAM antritt. Typisch anliegende Kerntaktfrequenzen:
- 5800X3D: 4.350-4.425 MHz
- 5800X: 4.650-4.700 MHz
| RAM-Takt | RAM-Timings | Framerate (Avg./P1) | Differenz (Avg.-Fps) |
|---|---|---|---|
| 5800X3D | |||
| DDR4-3800 | 16-15-15-35 1T | 130,3/87,9 Fps | +2,6 % |
| DDR4-3200 | 16-18-18-38 1T | 127,0/81,8 Fps | Basis |
| DDR4-2666 | 16-18-18-38 1T | 118,4/76,1 Fps | -6,8 % |
| 5800X | |||
| DDR4-3800 | 16-15-15-35 1T | 104,3/71,5 Fps | +6,1 % |
| DDR4-3200 | 16-18-18-38 1T | 98,3/67,0 Fps | Basis |
| DDR4-2666 | 16-18-18-38 1T | 88,4/59,9 Fps | -10,1 % |
Benchmark: v1.3 (720p, maximale Details ohne Raytracing - Savegame "Little China")
System: Ryzen 7 5800X3D/5800X, Asus Crosshair X570 Hero (UEFI 4201, AGESA 1.2.0.7), 2× 16 GiByte Acer Predator Apollo BL.9BWWR.241 (dual-ranked), Zotac Geforce RTX 3090 Trinity; Windows 11, Geforce 512.59, Resize BAR = an
Greedfall
Quelle: PC Games Hardware
Greedfall
Beim 2019 vom französischen Studio Spiders veröffentlichten Rollenspiel laufen wir nicht Gefahr, dass die RTX 3090 auch nur ein bißchen limitieren könnte: In 664p steigt die GPU-Auslastung kaum über 60 Prozent an. In unserer Testsequenz laufen wir durch eine Stadt, die wie so oft in Rollenspielen mit recht vielen NPCs aufwartet.
Welcher Arbeitsspeicher beim 5800X3D zum Einsatz kommt, ist nebensächlich: DDR4-2666 und DDR4-3800 trennen lediglich 5,5 Fps, die P1-Fps liegen sogar noch näher zusammen, sodass die Spielbarkeit praktisch identisch ist. Etwas anders sieht es beim 5800X aus: Hier ist der Vorteil von DDR4-3800 gegenüber DDR4-3200 ähnlich schwach ausgeprägt, allerdings fällt die DDR4-2666-Konfiguration mit -8,4 Prozent vergleichsweise stark zurück. Während der 5800X3D also die schwache Transferleistung des Low-Budget-RAMs abfedern kann, ist der Cache des 5800X zu klein, um dieses Manko zu kaschieren. Typisch anliegende Kerntaktfrequenzen:
- 5800X3D: 4.325-4.425 MHz
- 5800X: 4.650-4.700 MHz
| RAM-Takt | RAM-Timings | Framerate (Avg./P1) | Differenz (Avg.-Fps) |
|---|---|---|---|
| 5800X3D | |||
| DDR4-3800 | 16-15-15-35 1T | 160,5/117,1 Fps | +1,9 % |
| DDR4-3200 | 16-18-18-38 1T | 157,5/115,6 Fps | Basis |
| DDR4-2666 | 16-18-18-38 1T | 155,0/116,2 Fps | -1,6 % |
| 5800X | |||
| DDR4-3800 | 16-15-15-35 1T | 145,6/113,0 Fps | +2,3 % |
| DDR4-3200 | 16-18-18-38 1T | 142,3/112,5 Fps | Basis |
| DDR4-2666 | 16-18-18-38 1T | 130,4/97,5 Fps | -8,4 % |
Benchmark: v1.0 (5686) (664p, max. Details - Savegame "Serene")
System: Ryzen 7 5800X3D/5800X, Asus Crosshair X570 Hero (UEFI 4201, AGESA 1.2.0.7), 2× 16 GiByte Acer Predator Apollo BL.9BWWR.241 (dual-ranked), Zotac Geforce RTX 3090 Trinity; Windows 11, Geforce 512.59, Resize BAR = an
Kingdom Come: Deliverance
Quelle: PC Games Hardware
Kingdom Come Deliverance
Das Mittelalter-RPG ist nur mäßig mehrkernoptimiert und in Städten wie Rattay mit vielen NPCs CPU- und RAM-limitiert. Wir nutzen auch in diesem Spiel eine sehr niedrige Auflösung (664p), um eine Limitierung durch die Grafikkarte in jedem Fall ausschließen zu können. Da unsere Testszene allerdings nur mit sehr leistungsfähigen CPU-/RAM-Kombinationen über 60 Fps erreicht, handelt es sich aber keineswegs um einen praxisfernen Benchmark: Schon eine Mittelklasse-Grafikkarte bietet so viel Leistung, dass CPU und RAM selbst in Auflösungen über Full HD als Bremsklotz fungieren.
Abermals zeigt sich, dass die RAM-Anbindung beim 5800X wichtiger ist als beim teureren 5800X3D: DDR4-3800 bringt ein Plus von 7,2 Prozent gegenüber DDR4-3200, DDR4-2666 beschert dagegen ein Minus von 7,8 Prozent. Beim Achtkerner mit 3D-V-Cache ist hingegen sowohl der Leistungsgewinn mit High-End-RAM (+3,5 Prozent) als auch der Nachteil durch die Verwendung langsamen DDR4-2666-Speichers (-3,8 Prozent) weniger stark ausgeprägt. Auch in diesem Spiel ist der 5800X selbst mit DDR4-3800-Speicher nicht in der Lage, am 5800X3D mit der langsamsten RAM-Konfiguration vorbeizuziehen. Typisch anliegende Kerntaktfrequenzen:
- 5800X3D: 4.375-4.425 MHz
- 5800X: 4.700-4.775 MHz
| RAM-Takt | RAM-Timings | Framerate (Avg./P1) | Differenz (Avg.-Fps) |
|---|---|---|---|
| 5800X3D | |||
| DDR4-3800 | 16-15-15-35 1T | 65,9/39,1 Fps | +3,5 % |
| DDR4-3200 | 16-18-18-38 1T | 63,7/38,2 Fps | Basis |
| DDR4-2666 | 16-18-18-38 1T | 61,3/35,3 Fps | -3,8 % |
| 5800X | |||
| DDR4-3800 | 16-15-15-35 1T | 54,8/33,6 Fps | +7,2 % |
| DDR4-3200 | 16-18-18-38 1T | 51,1/31,0 Fps | Basis |
| DDR4-2666 | 16-18-18-38 1T | 47,1/29,7 Fps | -7,8 % |
Benchmark: v1.9.6-404-504u (664p, max. Details - Savegame "Rattay Nights")
System: Ryzen 7 5800X3D/5800X, Asus Crosshair X570 Hero (UEFI 4201, AGESA 1.2.0.7), 2× 16 GiByte Acer Predator Apollo BL.9BWWR.241 (dual-ranked), Zotac Geforce RTX 3090 Trinity; Windows 11, Geforce 512.59, Resize BAR = an
Handbrake: Video-Encoding
Für den Benchmark nutzen wir eine 30-sekündigen Clip von https://jell.yfish.us/ (HEVC, 10 Bit, 140 mpbs) und nutzen das Handbrake-Preset "Apple 2160p60 4K HEVC Surround". Die beiden Achtkerner benötigen für diese Aufgabe etwas über drei Minuten.
Nachdem der 5800X in den drei Spielen nur die Rücklichter des 5800X3D gesehen hat, erweist er sich beim Video-Encoding als würdiger Gegenspieler. RAM und 3D-V-Cache sind hier weniger entscheidend, durch den höheren Kerntakt geht der 5800X als Sieger hervor. DDR4-2666 kostet bei beiden CPUs Leistung, beim 5800X erwartungsgemäß etwas mehr. Mit 2,1 respektive 0,8 Prozent ist der Nachteil aber sehr gering. Bei DDR4-3200 laufen die Prozessoren aber bereits nahe am Optimum, noch mehr RAM-Leistung verpufft. Selbst der 5800X kann aus DDR4-3800 nur noch magere 0,2 Prozent mehr Leistung erzielen.
| RAM-Takt | RAM-Timings | Fps | Differenz |
|---|---|---|---|
| 5800X3D | |||
| DDR4-3800 | 16-15-15-35 1T | 5,19 Fps | +0,0 % |
| DDR4-3200 | 16-18-18-38 1T | 5,19 Fps | Basis |
| DDR4-2666 | 16-18-18-38 1T | 5,15 Fps | -0,8 % |
| 5800X | |||
| DDR4-3800 | 16-15-15-35 1T | 5,36 Fps | +0,2 % |
| DDR4-3200 | 16-18-18-38 1T | 5,35 Fps | Basis |
| DDR4-2666 | 16-18-18-38 1T | 5,24 Fps | -2,1 % |
Benchmark: v1.51 - Video-Encoding (jellyfish-140-mbps-4k-uhd-hevc-10bit.mkv, Apple 2160p60 4K HEVC Surround)
System: Ryzen 7 5800X3D/5800X, Asus Crosshair X570 Hero (UEFI 4201, AGESA 1.2.0.7), 2× 16 GiByte Acer Predator Apollo BL.9BWWR.241 (dual-ranked), Zotac Geforce RTX 3090 Trinity; Windows 11, Geforce 512.59, Resize BAR = an
Fazit: RAM-Skalierung
Dass mehr Cache die Abhängigkeit von der RAM-Geschwindigkeit reduziert, ist nicht bloß eine Theorie, sondern zeigt sich beim Vergleich zwischen 5800X3D und 5800X klar in der Praxis. Der Idee, dem R7 5800X mit schnellem RAM Beine zu machen und ihn damit auf 5800X3D-Niveau zu bewegen, müssen wir aber eine Absage erteilen - dafür ist der Rückstand in den von uns getesteten Spielen zu groß; zumindest ohne das zusätzliche Optimieren der Subtimings. Für Aufrüster mit eher gemächlichem Arbeitsspeicher (etwa weil sie bisher ein X370-/B350-System genutzt haben), ist der R7 5800X3D umso attraktiver. Der Leistungsverlust fällt kleiner aus als bei Ryzen-5000-CPUs ohne 3D-V-Cache und die hohe Spieleleistung des 5800X3D kommt immer noch sehr gut zum Tragen.
Dieser Artikel ist übrigens nur ein Vorgeschmack auf die kommende PCGH-Ausgabe 07/2022, an der wir aktuell für Sie arbeiten. Darin dürfen Sie sich über ausführlichere Tests zur RAM-Skalierung von Ryzen 7 5800X3D und 5800X freuen - mit mehr Benchmarks, zusätzlichen Tests mit Single-Rank-RAM und einer Betrachtung der Energieffizienz. Zusätzlich werden wir uns dort Tuning-Möglichkeiten der Modelle Ryzen 7 5800X3D, Ryzen 7 5700X, Ryzen 5 5600 und Ryzen 5 5500 widmen.

Woher habt ihr diesen ominösen PBO2 Tuner? Und was stellt ihr da ein?
Die absoluten Temperaturen von meinem Sandy-Bridge-E-Teststand sind, trotz 130-140 W PP, natürlich nicht vergleichbar. Der ist auch für Tests mit deutlich schwächeren Kühler konzipiert und friert sich in dieser Leistungsklasse den Arsch ab, sodass nur 4 K Abstand übrig bleiben. Aber man sollte nicht unterschätzen, wie stark solche Unterschiede am grenzwertigen Ende der Skala anwachsen. Für meine Mainboard-Tests nutze ich ja eine eigentlich nicht schwache Liquid Freezer II 240, deren Stärke vor allem ihre Lüfter sind. Aber selbst da kann ich durch (extreme) Austauschmodelle auf einem nun wirklich schlecht zu kühlende i9-12900K noch einmal 10-15 K niedrigere Temperaturen respektive bis 15 Prozent mehr Package Power bis zum Throtteling rausholen, wenn ich die UEFI-Defaults abklopfe.
Zur Einordnung, in einem unsanierten Altbau braucht man überschlägig ~100-150W/m² Heizleistung. Klar damit muss man dann natürlich die Bude komplett heizen. Aber selbst in einem kleinen Raum mit nur 15m² kämen da in dem Beispiel nur rund 2-3W/m² hinzu. Das ist nun wirklich absolut vernachlässigbar.
Noch ne Zahl, ein Mensch strahlt etwa 80W Heizleistung ab und heizt somit erheblich mehr als der oben angegebene (fiktive und sicher zu große) Unterschied bei der Idleleistung. Ich persönlich finde jedenfalls, dass die Temperatur in einem Raum sich nicht so sehr ändert wenn jemand rein kommt (OK, bei der einen oder anderen Dame ggf zumindest subjektiv), dass ich das ernsthaft merke. Gemessen habe ich das allerdings nie.
Einzig, wenn der Rechner so steht, dass die warme Abluft einen direkt anbläst könnte man das Gefühl bekommen, dass hier eine signifikante Temperaturerhöhung stattfände. Das kann man aber ja leicht durch Umpositionierung des Rechners, Umleitung der Abluft o.ä. verhindern.
Bezogen auf die Zusatzperson im Raum wäre das so, als ob sie mir direkt auf dem Schoß hockt (dann wirds warm) oder halt 2m weg (dann spürt man es nicht wirklich).
Montag den X3D bestellt und wird am WE verbaut. Ich benche gerade mein jetziges Sys um dann mit den gleichen Einstellungen den X3D zu vergleichen. Mein Matterhorn ist mit einer max. TDP von 210W spezifiziert. Mal schauen, wie heiß der 5800X3D wirklich wird.
Gruß T.