[26/11/2021] AMDs Ryzen 7 5800X3D … ist ein Cache-Monster. Sogar ein erstaunlich ausgewogenes, das fast immer Nutzen aus seiner Zusatzausstattung zieht (einzig erwähnenswerte Ausnahme: Total War). Erfahrungsgemäß wird der Vorteil mit kommenden Spielegenerationen sogar noch steigen und da sich Cache kaum auf den Verbrauch auswirkt, müsste ich als klarer Befürworter leistungsfähiger Low-Core-CPUs eigentlich jubeln. Aber Vermeer-X führt auch die typischen Nachteile riesiger Caches vor Augen: Herstellungsaufwand und Taktbarkeit. Bereits letztes Jahr habe ich Herstellungskosten wenigstens auf Niveau des 5900X, eher des 5950X prophezeit und wenn die UVP nicht deutlich unterschritten wird (Verfügbarkeit?), werden die Straßenpreise diese Prognose bestätigen. Bereits in Stein gemeißelt ist eine OC-Sperre, die selbst über das von Intel Gewohnte hinausgeht. Wir konnten nicht einmal prüfen, ob die Stapelbauweise mit der Hauptwärmequelle ganz unten tatsächlich so massive Temperaturprobleme verursacht, denn ausgerechnet der höchstentwickelten AM4-CPU wird einer der wichtigsten Alleinstellungsmerkmale der Plattform verboten. Neben Preis-Leistungs-Käufern und kernhungrigen Power-Usern bleiben somit auch Tuning-freudige Enthusiasten außen vor und dem 5800X3D droht das gleiche Schicksaal wie seinen geistigen Vorgängern P4 EE und Core i 5000: Alle finden ihn technisch toll und Hardware-Redakteuren dient er noch Jahre später als Beispiel des „schon damals Möglichen“. Nur kaufen tut ihn kaum einer, weil ein 5900X oder ein übertakteter 12700K die besseren Deal sind. (Torsten Vogel)