Ryzen 7 5800 (OEM) ohne Probleme zum X-Modell?
Die beiden vorgestellten OEM-Modelle Ryzen 9 5900 und Ryzen 7 5800 sollen sich wohl ohne größere Probleme zu X-Modellen umwandeln lassen und könnten so eine preisgünstige Alternative werden, wenn man über Wiederverkäufer ran kommt.
Auf der CES 2021 hat AMD auch zwei neue Ryzen-Desktop-Prozessoren vorgestellt, zu denen sich nun die Frage stellt, wie sinnvoll sie sind. Es handelt sich dabei um die Modelle Ryzen 9 5900 und Ryzen 7 5800 - jeweils ohne X. Technisch bedeutet das weniger TDP und ein Hauch weniger Takt. Verkauft werden sollen die Prozessoren an Komplettsystemanbieter. Manch einer mag die Prozessoren so uninteressant finden, aber das wäre wohl zu früh geurteilt.
Denn laut ersten Berichten lassen sich aus den Non-X reicht einfach Modelle im X-Leistung machen. Sollte dann der Preis stimmen und man an die OEM-Modelle kommen, beides ist im Moment durchaus denkbar, hätte man sich recht kostengünstig in die X-Welt eingekauft. Der Produktmanager von Lenovo Gaming China stellt in Aussicht, dass die OEM-Modelle einfach entsperrt werden können und dann mittels Precision Boost Overdrive, das AMD selbst liefert, auf die X-Werte gebracht werden können. Mit einer kleinen Tabelle legt er nahe, dass man mit den OEM-Ryzen unter PBO dieselben Werte erreicht wie mit den X-Modellen. Und künftig könnte es noch einfacher werden, denn Precision Boost Overdrive soll auch in das Ryzen Master Tool integriert werden, sodass man alles aus der Windows-Oberfläche zur Hand hat - und das sogar auf den Mittelklasse-Boards mit B550.
Preis und Verfügbarkeit sind also die Fragen, um die es nun geht. Traditionell waren OEM-Prozessoren von Ryzen durchaus ohne Handstände und Feuerreifen zu bekommen, womit es sich nur noch finanziell lohnen muss, den X-Prozessor liegenzulassen. Damit wäre man auch wieder in etwa bei der Situation, die es schon bei zuvor gab: Die X-Modelle waren schnell unspannend, wenn es Non-X gab - etwa beim Ryzen 7 2700X. AMD reagiert, indem Non-X-Modelle für Desktop-Endkunden sukzessive gestrichen wurden. Bei Zen 3 gabs dann im 5000er-Launch-Programm gar kein Non-X-Modell mehr.

Gleichermaßen ist es völlig legitim, wenn sich die Kunden darüber beschweren. Ich persönlich hatte mich auf einen 5600 non-X gefreut - tja, Pech gehabt. AMD kam die letzten Jahre über den Value Ansatz, weil sie es mussten. Und wurden dafür auch zu Recht gefeiert. Innovation, Performance-Sprünge - der Wettbewerb war belebt. Jetzt will AMD Cash machen. Wie gesagt, völlig legitim, das ist ein Unternehmen. Lisa Su ist keine Heilige.
Trotzdem hätte ich mir non-X Modelle für Endkunden gewünscht, und so werde ich wohl erstmal abwarten, und erstmal nicht aufrüsten. D.h. mein Geld bekommt AMD zum jetzigen Zeitpunkt halt nicht. Und damit muss AMD leben. Wenn es genug Leute auch so machen, werden sich die Preise ändern.
Intel hat es ja auch gespürt. Leistungskrone verloren, Verkäufe eingebrochen im Bastler-Segment.
Das gleiche gilt für die GPUs. Von den Scalper-Preisen mal abgesehen, hatte ich auf die 6800 zu 500€ gehofft. Tja, hab ich wieder Pech gehabt. Und AMD kriegt auch hier nicht mein Geld.
Fertig.
Ich kann als Konsument nur mit meinem Portemonnaie sagen, was ich gut finde und was nicht.
Und ich finde es richtig, dass die meisten Leute AMD nun für das kritisieren, was auch bei Intel (zu Recht) viele Jahre kritisiert wurde.
Immer wenns wo billiger ist wird gleich herumgezickt dass überteuert verkauft wird. Dass ein OEM bei 10.000er oder 100.000er Stückzahlen (pro Produkt, nicht pro Auftragnehmer) in Großverpackung ohne Zubehör und Garantie andere Preise bekommt als der Endkunde für sein hübsch verpacktes Rundum-Sorglospaket wundert mich nicht. In meiner Branche hab ich auch je nach Auftragsvolumen andere Preise. Ist ja auch klar. Bei geringeren Mengen ist der Aufwand verhältnismäßig höher. Auch ist es ein Apfel-Birnen-Vergleich weil das Produkt nicht das selbe ist. Gibt ja auch einen Haufen Sachen dazu (die man meist nicht nutzt). Viele fahren mit ihren neuen PKW zur freien Werkstatt weil sie billiger ist und verzichten auf Garantien weil sie denken dass sie nicht genutzt wird, hier haben wir was ähnliches. Sicher kann die freie Werkstatt auch gut arbeiten, aber Kullanz und Garantie darf man sich dann vom Hersteller nicht mehr erwarten. Das zahlt man als Endkunde alles mit.
Mein Ölwechsel kostet bei BMW 600 Euro, bei meiner freien Werkstatt 350, aber der holt mich nicht ab wenn ich eine Panne habe. Und Kaffee und Fahrzeugreinigung gibts auch keine. Das bezahlt man mit, nicht nur die Marke und das Image. Ja ok, der Vergleich hinkt wieder ein bisschen, aber die Raunzerei, von einigen Unternehmen immer nur abgezockt zu werden nervt langsam. Keiner wird zum Kauf gezwungen, und oft sind die Preide deutlich schärfer kalkuliert als es für einen Außenstehenden den Anschein hat. Fragt ja keiner wie wir auf einen Stundensatz von 50 Euro für nenn normalen Arbeiter kommen obwohl der nur 10 Euro netto bekommt.
Zurück zum Thema sorry: ich glaube nicht dass es ein attraktives Angebot werden wird. Das erneute in Umlauf bringen der OEM-CPUs wird einen entsprechenden Aufschlag fordern. Der Zwischenhandel will auch leben, dann wird noch fürs Risiko draufgeschlagen weil man für Gewährleistung den Kopf hinhalten muss, und die Differenz die man sich dann erspart wird nicht ausschlaggebend sein. Wer sich eine 500 Euro-CPU leisten will und kann, für den werden meine prognostizierten 30 Euro keine große Hürde sein. Der Markt für Pfennigfuchser bekommt hier ein kleines Zuckerl.