Ryzen: AMD arbeitet an BCLK-OC-Unterstützung ohne externen Taktgeber
AMD könnte in Zukunft das Übertakten per Referenztakt bei seinen Ryzen-CPUs erlauben. Zumindest arbeitet der Chiphersteller an einer entsprechenden Funktionalität per AGESA-Update. MSI bot zwischenzeitig schon Beta-BIOS-Updates an, die das Übertakten per BCLK ohne externen Taktgeber erlaubten, zog sie wegen Fehlern am AGESA-Code aber wieder zurück.
Bisher unterstützen AM4-Mainboards das Übertakten von Ryzen-CPUs per Referenztakt (Base-Clock, BCLK) nur, wenn sie einen externen Taktgeber verlötet haben. Grundsätzlich kann die Plattform das auch ohne die Zusatzchips, AMD hat die Funktionalität bloß noch nicht per AGESA-Microcode freigeschaltet. Asrock, Asus und Gigabyte haben sich deshalb dazu entschieden, ebendiese Taktgeber auf ihren Topmodellen einzusetzen und den dafür nötigen Code selbst zu schreiben.
Nun hatte MSI vorübergehend die Beta-BIOS-Versionen 1.41 und 1.43 zum Download angeboten, die bereits das Übertakten per BCLK ohne externen Taktgeber erlaubten. Ein Blick ins UEFI bestätigte, dass mit dem Flashen die AGESA-Versionen von 8001105 auf 800111C aktualisiert wurden. In den erweiterten UEFI-Einstellungen ließ sich die Option finden, den Referenztakt in 1-MHz-Schritten anzuheben. Nutzerberichte bestätigten, dass die CPU- und RAM-Frequenzen entsprechend anstiegen, die UEFI-Optionen also keine Platzhalter darstellten. Die BIOS-Updates waren neben dem X370 Xpower Titanium Gaming auch für das B350 Tomahawk verfügbar - beide haben sicher keinen externen Taktgeber. Inzwischen hat MSI alle Beta-BIOS-Versionen zurückgezogen. Laut eigenen Aussagen gebe es einen Fehler in AMDs AGESA-Code. Einige Nutzer sprachen von unbrauchbaren Mainboards nach dem Flash-Vorgang, konnten jedoch alte Versionen zurückflashen.
Unklar ist, warum die Mainboard-Hersteller auf externe Taktgeber setzen, wenn die AM4-Plattform und Summit Ridge auf das Übertakten per BCLK vorbereitet sind. Eine mögliche Erklärung kam auf Nachfrage von Asrock: Demnach stehe die entsprechende Funktionalität auf AMDs To-Do-Liste, allerdings mit niedriger Priorität. Womöglich hat AMD das AGESA-Update jetzt früher zur Verfügung gestellt als zunächst angenommen. Die Hersteller konnten über den Umweg direkt zur Veröffentlichung mit dem BCLK-OC werben. Interessant wird jetzt, wann entsprechende finale BIOS-Versionen erscheinen werden. Randnotiz: Bei Bristol Ridge soll das Ganze schon freigeschaltet sein.
Grundsätzlich sollten Nutzer keine größeren Nachteile haben, wenn sie mit den internen Fähigkeiten von Ryzen-CPUs (ohne einen externen Taktgeber) den Referenztakt anheben. Unseren Informationen zufolge sind die Promontory-Chipsätze entkoppelt, sodass es keine Auswirkungen auf SATA, USB und Co. gäbe. Externe Taktgeber sind mit 0,1- statt 1,0-MHz-Schritten bloß granularer, was den normalen Endnutzer aber kaum stören dürfte. Fraglich ist bloß, ob AMD das PCI-Express-Protokoll bei einer zu hohen Anhebung des Referenztaktes von 3.0 auf 2.0 oder gar 1.1 zurückstuft, wie das zum Beispiel Asus macht.


). Prominente Beispiele wären die Mendocino-Celerons (Pentium-3-Leistung zum Budget-Preis), Northwood-Pentium-4 ("NWSD"), Cedar-Mill-Pentium-4 ("8 GHz") und natürlich die Core 2 Quad Q6600 und Q9650, die zum Teil heute noch im Einsatz sind. Mit dem heutigen BCLK-OC hat das aber nichts zu tun. Der Front-Side-Bus ist die wichtigste Verbindung in alten Systemen und sein Takt direkt leistungsrelevant. Das andere Komponenten mit übertaktet wurden, was sehr oft sogar ein Nachteil. In vermindertem Maße galt dies auch noch für AMDs HT-Plattformen und Intel QPI-Sockel-1366.
einen 2500+ (333MHz FSB, 1833MHz) zum 3200+ (400MHz FSB, 2200MHz)
freigeschaltet, ohne an irgenwelchen anderen Stellen etwas ändern zu müssen.
Diese Methode per FSB, HT-Link, Referenztakt, BCLK oder einfach Basistakt ist quasi AMD-eigenes Terrain.
Sogar meinen 486 DX2 mit 50 MHz (25MHz x2) habe ich damals schon auf 66MHz (33MHz x2)
per Jumper auf dem Mainboard übertaktet.
Es gab auch Intels die das gut abkonnten, allerdings fällt mir gerade kein Beispiel ein.
Ach ja, die guten alten Zeiten, als der P4 zu teuer und zu heiss war, um AMD das Wasser reichen zu können, die vermisse ich doch sehr.
Da hatte AMD nicht nur die wesentlich bessere IPC-Leistung, die Athlon XP CPUs samt Plattform waren auch noch deutlich günstiger.
Nicht zuletzt, weil Intel beim P4 zuerst mal auf Rambus Ram gesetzt hat, welcher wesentlich teurer war als DDR Ram, welchen AMD einsetzte.
Der BCLK dient bei aktuellen Intel-Plattformen dagegen ausschließlich als Referenz; die Arbeitsgeschwindigkeit aller leistungs- und weniger-leistungsrelevanten Teile leitet sich über Multiplikatoren ab. Dementsprechend ist es auch egal, ob man den L3-Cache eines Core-i7 7700K mit 100*40 oder mit 400*10 laufen lässt. BCLK-OC ist immer nur dann ein Thema, wenn bestimmte Multiplikatoren gesperrt sind und man eine für die Rechenleistung wichtige Komponente ausschließlich über den BCLK übertakten kann. Dafür gibt es aber auch beim AM4 meinem Wissen nach kein Beispiel.
Nein, bei Ryzen ist es eben nicht Punktejagd, wegen der Infinity Fabric. Wenn man den BCLK von 100 MHz auf z. B. 104,8 MHz anhebt (Maximum mit dem noch PCIe 3.0 verwendet wird), kann man den Speicher entsprechend um 4,8% übertakten. Wenn man z. B. 2133 MHz RAM nimmt, würde dieser auf ~2235MHz kommen, was locker noch mit 1.2V machbar ist, und wenn nicht erhöht man die Spannung eben um 50mV. 2666 MHz RAM kommt auf ~2794MHz.
Natürlich, wenn man BCLK um 30% erhöht läuft 2666 MHz mit 3466 MHz, dass das funktioniert ist recht unwahrscheinlich. Aber so hohe BCLK Takte sind ja auch ziemlich sinnfrei bei Ryzen. Noch dazu kann man sich schnelleren RAM kaufen und den RAM Teiler niedriger einstellen (3200 MHz RAM auf 2400 MHz bei 133 MHz BCLK).
Ja, aber gekaufter PC3-3000 ist schon übertaktet - die 2666'er-Chips werklen schon mit sicherem Abstand unterhalb am Schwellenwert zu ihrer Instabilität, was also bringt weiteres Overclocking als Destabilität? Dann kauft man sich teureren RAM, dieser läuft das, was er soll, anstatt zu erzwingen, dass ein ohnehin schon für über 100€ eingekaufter RAM den Windows-Alltag destabilisiert und das marginale Plus an zusätzlicher Leistung aus dem OC spürt der Anwender nicht, wobei es nachweislich dem Speicherdurchsatz am Gaming positiv entgegenkommt. Hinsichtlich dem OC-Resultat ist schneller RAM unverzichtbar, besonders umso höher es hinausgeht, denn ansonsten beendet der RAM das Takten.
Das Übertakten von RAM ist doch gerade ein Vorteil von BCLK-OC? Man übertaktet hier ja nicht endlos - mit Außnahme von non-K OC - und da sind ein paar Prozent mehr RAM Takt unproblematisch, ohne direkt auf den höheren RAM Teiler zu gehen.
Der System Agent soll vom RoC entkoppelt sein, aber *geschrieben* wird immer bloß über den PCIe-3.0-Bus. Macht auch Sinn, weil die nicht aufgezählten Schnittstellen von dem Chipsatz bereitgestellt sind. Was definitiv nicht entkoppelt ist und somit problematisch ist, das ist der DRAM-Bus, welcher an RoC koppelt. Der Umweg kann also nur lauten - IOMMU aktivieren, um die Assimilation mit den DRAM-Registern des Integrated Memory Controller zu umgehen, welche seitens der Intel-Prozessoren ohnehin eine große Steuerspannung voraussetzen. Ich sage es vorweg --- Ich vermisse bei Intel-Prozessoren eine Schnittstelle wie HyperTransport. AMD hat in der Disziplin "Übertaktung per Referenztakt" klar die Nase vorn und ich hoffe, dass Ryzen an diesem Vorteil festhält.