Ryzen 7000: I/O-Chip eines geköpften Ryzen 5 7600 im Betrieb zerbrochen
Während eines Experiments ohne Kühler und Heatspreader ist bei einem Ryzen 5 7600 der I/O-Chip zerbrochen, obwohl die Schutzschaltungen derartige Defekte vermeiden sollten. Die Ursache für den Vorfall ist bislang unklar, für Prozessoren unter normalen Betriebsbedingungen dürfte aber wohl kein Risiko bestehen.
Twitter-Nutzer Fritzchens Fritz ist zwar vor allem für seine hübschen Die-Shots bekannt, er veröffentlicht aber immer wieder auch andere, spannende Aufnahmen. Dazu zählen beispielsweise Videos mit einer Wärmebildkamera, die Prozessoren ohne Heatspreader und Kühler zeigen. In diesen lässt sich gut erkennen, wie die CPUs ohne Kühlung reagieren und wo die Hotspots liegen.
Gesprengter I/O-Chip
Eine ebensolche Aufnahme wollte Fritzchens Fritz auch von einem AMD Ryzen 5 7600 erstellen, nachdem er ihn zuvor geköpft und mit einer IR-Kamera abgelichtet hat. Das Experiment klappte aber nicht so wie erhofft, denn der besagte Prozessor zerstörte sich dabei selbst. Nach einer Minute in Cinebenchs Singlecore-Test tauchten erste Bildartefakte auf, anschließend stürzte das System ab. Fritzchens Fritz setzte dann zwar schnell einen CPU-Kühler auf, doch der Prozessor war dann wohl schon zerstört. Anstatt einer Wärmebildaufnahme gibt es deshalb stattdessen nun Bilder vom Schaden: Der I/O-Chip des Ryzen 5 7600 ist - wohl durch die Überhitzung und die damit einhergehende Wärmeausdehnung - in fünf Teile zerbrochen.
Auf Twitter berichtet Fritzchens Fritz, dass die Temperatur des I/O-Chips eigentlich im Rahmen war: Die Hotspot-Temperatur soll im Bereich um 80 °C gelegen haben, während das CCD mit den CPU-Kernen bereits mit 95 °C lief und dementsprechend den Takt drosselte. Zum Testsetup erklärte er außerdem, dass der Prozessor zusammen mit dem Direct Die Frame von Thermal Grizzly verwendet wurde, der für den Betrieb von geköpften Ryzen-7000-CPUs konstruiert wurde.
Angeblich gibt es bereits einen ähnlichen Bericht über einen geköpften Ryzen-7000-Prozessor, bei dem ein zu hoher Anpressdruck den I/O-Chip zerbrochen hat. Im aktuellen Fall saß aber kein Kühler auf der CPU, sodass der Anpressdruck selbst nicht schuld sein kann. Die Ursache für den Schaden ist damit fraglich.
Die Vorgeschichte: Ryzen 7 7800X3D: Infrarot-Aufnahme zeigt Unterschiede zum Ryzen 5 7600
Auf Twitter finden sich dafür bereits zahlreiche Vermutungen. Beispielsweise wird dort spekuliert, dass die Temperatur in einem Bereich ohne Sensoren deutlich höher als 80 °C gewesen sein könnte, oder dass die System Management Unit im Prozessor abgestürzt ist und damit die Kontrolle über den Chip verlor. So oder so müssen sich Spieler mit einem eigenen Ryzen-7000-Prozessor durch den Vorfall aber wohl keine Sorgen machen, denn schließlich schützt der Heatspreader sowohl vor punktuell zu hohen Temperaturen als auch mechanischen Spannungen.
Quelle: via Tom's Hardware
