Rise of Venice im Test: Starke Wirtschaftssimulation mit politischen Machtkämpfen und Seeschlachten
Am 27. September erscheint mit Rise of Venice eine neue Wirtschaftssimulation aus dem Hause Gaming Minds. Während sich das von Ascaron geprägte Studio erst mit Patrizier 4 und Port Royale 3 einen Namen in der Gamingbranche gemacht hat, will man nun mit einer komplett eigenen Marke durchstarten. PC Games Hardware verrät Ihnen, ob Rise of Venice der neue Geheimtipp aller Wirtschaftssimulationen ist, oder ob sich die Spieleschmiede mit dem Titel übernommen hat.
Auf dieser Seite
- 1 Eine schöner Platz zum Handeln: Über Spielwelt, Story und unseren Einstieg
- 2 Rise of Venice für Veteranen: Komplexes Wirtschaftssystem und politische Machtkämpfe
- 3 Alle Mann an Deck! - Die abwechslungsreichen Seeschlachten und Online-Modi
- 4 Zugänglich für Einsteiger, komplex für Veteranen: Unser Fazit zu Rise of Venice
- 5 Vergleich der Grafikqualität in hoch und niedrig plus Bildergalerie
- 6 Gameplay im Video: 15 Minuten unkommentierter Spielablauf
Mit der Port Royale- und Patrizier-Serie machte sich Entwicklerlegende Daniel Dumont einen Namen unter allen Simulations-Fans. Nun versucht der Veteran mit einem neuen Titel wieder in die Bestenlisten der PC-Charts zu kommen: Rise of Venice knüpft an die Tugenden seiner inoffiziellen Vorgänger an und erweitert das altbekannten Spielsystem um einige neue Features. Zwar müssen Sie immer noch Waren möglichst gewinnbringend an den Mann bringen, ausgeklügelte politische Machtkämpfe und taktische Seegefechte erweitern aber die Aufgaben des kalkulierenden Händlers. PC Games Hardware hat sich die neue Handelssimulation einmal genauer angeschaut und sich mitten in den Machtkampf um Venedig gestürzt. Warum uns selbst nach unzähligen getauschten Waren noch nicht langweilig war und unser Imperium trotz seines Reichtums immer wieder vor anspruchsvolle Probleme gestellt wurde, sagt Ihnen unser Test zu Rise of Venice.
Eine schöner Platz zum Handeln: Über Spielwelt, Story und unseren Einstieg
Nachdem uns in einem schön gezeichneten Intro-Trailer das schwere Erbe unseres Hauptcharakters erklärt wurde, stürzen wir uns sofort auf die erste Möglichkeit Goldtaler zu verdienen. In Rise of Venice müssen wir einen mittellosen Söldnersjungen zum angesehenen Kaufmann führen. Dafür steht uns neben ein bisschen Startkapital das gesamte Mittelmeer zur freien Verfügung. Die Kampagne des neuen Wirtschaftsspiels von Branchenlegende Daniel Dumont wirft uns ohne Umschweife in die komplexe Handelswelt der Renaissance. Als venezianischer Händler müssen wir ähnlich zu der Port Royale- oder der Patrizier-Serie mit klugen Geschäften zu unermesslichen Reichtum gelangen.
Quelle: pcgameshardware.de
Rise of Venice im PCGH-Preview (34)
Ein Tutorial benötigen wir dafür nicht, die Anfänge der Kampagne und unser hilfreicher Berater führen uns sehr behutsam in das Spielgeschehen ein. So befehligen wir anfangs lediglich ein Schiff und müssen eine bestimmte Menge an Waren von einem Hafen zum nächsten transportieren. Dabei bemerken wir, dass Rise of Venice entgegen seiner geistigen Vorgänger auf eine komplett einheitliche Seekarte setzt. Sie müssen nicht mehr zwischen Hafen und Seekarte hin- und herschalten, nur um Ihre Waren an den Mann zu bringen. Gaming Minds lässt Sie nämlich alle Häfen direkt über eine frei zoombare Seekarte steuern. So können Sie sich einen Überblick über den gesamten Mittelmeerraum verschaffen, oder bis in die einzelnen Städte hineinzoomen. Dabei können Sie sogar die einzelnen Menschen und die Gebäude von Venedig und Co. einsehen - allerdings fällt die Karte nicht sonderlich detailliert aus. Während die Städte noch einige Details vorzuweisen haben, wird die umliegende Landschaft nicht durch ihren Einfallsreichtum punkten. Dennoch wirkt die neue Spielwelt sehr homogen, vor allem die einheitliche Karte gibt einen guten Überblick über die verschiedenen Handelsstätte des Mittelmeerraums.
Der Handel in den Metropolen hingegen wird sowohl Einsteiger als auch Wirtschaftsveteranen glücklich machen. Mit Hilfe von einfachen Schiebereglern können Waren gekauft oder verkauft werden, übersichtliche Anzeigen verdeutlichen, ob die von uns geführte Ware in er Stadt benötigt wird oder nicht. Sollten Sie noch keine Wirtschaftssimulation gespielt haben, könnte Rise of Venice ein guter Einstieg für Sie sein, da das komplexe Wirtschaftssystem vor allem am Anfang geschickt versteckt wird und Sie nur mit den Basisfunktionen betraut werden. Dazu gehört auch, dass Sie nur wenige der insgesamt 22 Waren handeln können und nur einen Konvoi befehligen. Eigene Produktionen, der Vertrieb von Luxusgütern oder gar politische Ränkespiele werden erst im späteren Spielverlauf eingeführt. Das gut organisierte Interface, die übersichtlichen Statistiken, Überblick- und Auswahlfenster sowie das anfangs langsame Spieltempo helfen Ihnen, leichter ins Spiel zu kommen.
Die Geschichte um unseren angehenden Händler wird dabei immer wieder geschickt in unsere Handelsbemühungen verstrickt und erscheint nie nur als schnödes Beiwerk. Die schön gezeichneten Zwischensequenzen, die durchwegs vertonten Aufträge und Charaktere und der spannende Hintergrund von Krieg, Verrat und Politik schaffen vor allem anfangs Gründe weiter zu spielen. Leider ließ das unsere Testversion nicht immer zu: Manchmal konnte Rise of Venice nicht gestartet werden, nach einem Doppelklick auf das Symbol passiert einfach nichts. Der Fehler kam des Öfteren vor und blockierte unseren Test für mehrere Stunden. Abhilfe könnte der Release-Patch bringen, der bereits angekündigt wurde. Für das Changelog werden vorab folgende Punkte aufgezählt:
- Freischaltbare Erfolge implementiert
- Neuer Dialog "Erfolge" unter "Aufträge & Infos" implementiert
- Alt-Tab-Handling verbessert
- Balancing optimiert und Bugs eliminiert
- Mehrspieler-Modus verbessert
Rise of Venice für Veteranen: Komplexes Wirtschaftssystem und politische Machtkämpfe
Sind die ersten Schritte vollbracht, zeigt Rise of Venice auch, warum es für Strategie-Veteranen geeignet sein könnte. Das Wirtschaftssystem erinnert stark an die Vorgänger Patrizier 4 oder Port Royale 3: 22 Waren müssen zwischen insgesamt 25 Städten gehandelt werden. Jede Stadt produziert selber einige Rohstoffe oder Luxusgüter, braucht im Gegenzug aber auch wieder einige Waren. Sie verdienen sich Ihr erstes Vermögen durch den geschickten Ein- und Verkauf dieser Waren. Sollten Sie ein bestimmtes Vermögen vorzuweisen haben, müssen Sie sich dem Gremium der zehn Ratsfamilien Venedigs stellen, um eine Stufe aufzusteigen.
Quelle: pcgameshardware.de
Rise of Venice im PCGH-Preview (20)
Geht dieser Aufstieg anfangs noch recht einfach, müssen Sie später immer stärker Ihre politische Macht festigen und Intrigen spinnen, um voran zu kommen. Ziel von Rise of Venice ist es, als Doge von Venedig über die Stadt zu herrschen. Davor müssen Sie allerdings ein mächtiges Handelsimperium aufbauen und viel Geld in die Taschen der mächtigen Familien fließen lassen. Ist der Handelspart von Rice of Venice schon komplex, wird dieser durch die politische Seite noch einmal sinnvoll ergänzt: So benötigten wir für unseren wirtschaftlichen Erfolg einige Gebäude in Athen, allerdings hatten wir uns dort nur eine Handelsgenehmigung erkauft, durften aber in der Stadt nicht bauen. Gleichzeitig stiegen wir durch unseren Erfolg aber wirtschaftlich in Venedig auf, die Ratsfamilien spendierten uns daraufhin eine Baugenehmigung in Athen, mit der wir weitere Produktionsgebäude errichten konnten.
Sind Wirtschaft und Politik anfangs noch getrennt und nicht voll nutzbar, vermischen sich die beiden Teilbereiche bald miteinander und sorgen für ein komplexes Spielerlebnis: So setzen Sie Ihre Familienbande ein, um sich Vorteile zu verschaffen oder spenden der Kirche Geld oder bestechen andere Händler um an Einfluss zu gewinnen. Gleichzeitig errichten Sie eigene Produktionen, die Sie mit Arbeitern versorgen müssen und schiffen mit prallgefüllten Konvois über das Mittelmeer. Erwirtschafteten Sie anfangs noch Geld durch An- und Verkäufe, erhalten Sie schon bald Ihr Geld aus eigenen Betrieben und voll automatisierten Handelsrouten.
Alle Mann an Deck! - Die abwechslungsreichen Seeschlachten und Online-Modi
So viel Reichtum lockt natürlich nicht nur die Neider an, sondern vor allem Banditen und Räuber. Andere Familien werden Ihnen immer wieder mit Hilfe von angeheuerten Agenten ein Bein stellen wollen, Sie können ein solches Störfeuer natürlich auch auf Ihre Gegner loslassen. Aber umso schneller sich Ihr Geldbeutel füllt, umso eher wird eine ganz andere Gefahr auf Sie aufmerksam: die Piraten. Des Öfteren verloren wir einen unserer Konvois an umherstreifende Schiffe der Seeräuber, die Konstruktion eines neuen Schiffes kostet viel Zeit und Geld. Deshalb sollten Sie keinesfalls den dritten Bereich von Rise of Venice außer Acht lassen: das Militär.
Quelle: pcgameshardware.de
Rise of Venice im PCGH-Preview (14)
Sehr schnell müssen Sie Ihren Handelsschiffen bewaffnete Eskorten zur Seite stellen, Matrosen und die richtige Bewaffnung dürfen dann natürlich auch nicht fehlen. Rise of Venice überraschte uns dann bei der ersten Konfrontation: Während wir auf ein müdes und automatisch ablaufendes Zahlenspiel warteten, warf uns der Titel in eine Seeschlacht in Echtzeit. Dort mussten wir unsere Flotte selbst gegen die feindlichen Schiffe steuern, neben unserer Ausrüstung war also auch unser persönliches Geschick entscheidend. Die Seeschlachten von Rise of Venice bieten eine starke Abwechslung zwischen dem eher langsamen taktieren auf der Weltkarte, allerdings kommen die Gefechte nicht an die Komplexität in anderen Titeln wie beispielsweise Empire Total War heran. Aber auch wenn die Gefechte noch etwas pompöser inszeniert werden könnten, machen die Seeschlachten einen sehr guten Eindruck, was wieder an der richtigen Mischung aus Zugänglichkeit und Komplexität liegt. So ist die Navigation der Schiffe sehr einfach gehalten, allerdings erfordert der richtige Einsatz von Ölteppichen, Explosionsfässern oder der verschiedenen Kugeln ein gutes Verständnis über die Taktiken zur See.
Gaming Minds taten sehr gut daran, Rise of Venice durch die Seeschlachten neben der Wirtschaft und der Politik eine dritte Spielkomponente hinzuzufügen: Mit den militärischen Gefechten wird nicht nur das langsame Taktieren auf der Weltkarte etwas aufgelockert, sondern noch weiter an der Komplexität des Titels geschraubt. Den Multiplayer-Modus zu Rise of Venice konnten wir wegen fehlender Mitspieler leider noch nicht testen. Allerdings sollen Sie mit bis zu drei Partnern entweder in einem Ranglisten- oder einem freien Spiel um Reichtum und Ruhm eifern können. Nach Aussage des Entwicklers sollen die einzelnen Sessions sogar gespeichert werden können. Im Hauptmenü konnten wir darüber hinaus bereits das erste Anzeichen von DLCs oder Erweiterungen sehen, ein interner Shop ist schon vorhanden.
Zugänglich für Einsteiger, komplex für Veteranen: Unser Fazit zu Rise of Venice
Quelle: pcgameshardware.de
Rise of Venice im PCGH-Preview (1)
Rise of Venice könnte ein echter Geheimtipp unter allen Wirtschaftssimulationen werden: Das grundsolide Wirtschaftssystem wird von Gaming Minds geschickt um einige Aspekte erweitert. Politische Intrigen werden Ihren Weg zum Doge von Venedig pflastern, Sie müssen also neben Ihrem wirtschaftlichen Imperium auch immer Ihr Ansehen und Ihre Macht in der Handelsmetropole im Auge behalten. Komplettiert werden die zwei Ebenen durch die Seegefechte, die vor allem Ihr militärisches Verständnis prüfen werden. Die frei zoombare Mittelmeerkarte bietet zusammen mit dem aufgeräumten Interface einen guten Überblick über das komplexe Wirtschaftssystem.
Der Kampagnen-Modus sorgt mit seiner gut eingeführten Story, den schicken Zwischensequenzen sowie dem niedrigen Schwierigkeitsgrad für einen seichten Einstieg in die Handelswelt. Kleine technische Probleme wie auch grafische Mängel trübten unser Bild etwas. Den Patch zum Release erwähnten wir aber bereits und hoffen mit ihm auf Besserung. Durch die gute Mischung aus Zugänglichkeit und Komplexität ist Rise of Venice allerdings nicht nur allen Seefahrer-Veteranen zu empfehlen, sondern bietet auch genug Anreiz für alle Landratten, sich endlich mal als Kaufmann verdient zu machen. Am 27. September erscheint der neue Titel von Gaming Minds über Kalypso für voraussichtliche 40 Euro im Handel.

Tja das Spiel hat doch noch so einige bugs, die Schatzkarte ist ein Witz, und in der Kampagne bei der einen Mission finde ich den Konvoi nicht der ja über eine Schatzkarte zu sehen sein soll, nach 2h habe ich es aufgegeben.
Ich werde mir RoV sicherlich irgendwann zu legen, aber in 1080p wird es mir nur 5€ wert sein !
Die maximale Auflösung soll bei 2560 x 1600 liegen.
Ihr habt vor drei Jahren auch daran geglaubt das Patrizier4 eine 2560er Auflösung dann irgendwann mal unterstützen wird durch Patch. Leider musste ich die Tage feststellen das inklusive aktuellen Patschstand nur 1920x1200 das Max ist...
Ich werde mir RoV sicherlich irgendwann zu legen, aber in 1080p wird es mir nur 5€ wert sein !
Mir machen die Seeschlachten spaß. Durch die Ölfässer hat man ein sehr schönes Spielelement hinzugefügt.
Den Rangaufstieg von der Politik abhängig zu machen finde ich alles in allem auch gut.
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