Vor 37 Jahren: Bruder von Ultima-Entwicklerlegende warnte vor Spiele-Flut am PC

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Vor 37 Jahren: Bruder von Ultima-Entwicklerlegende warnte vor Spiele-Flut am PC
Quelle: Origin

Auf der GDC 1989 äußerte sich der Bruder von Entwicklerlegende Richard Garriott über das stark zunehmende Angebot an PC-Spielen und prognostizierte, dass ein zu großes Überangebot langfristig zu Kannibalisierungen im Segment und weniger Verkäufen führen werde.

Die Debatte über ein mögliches Überangebot an Videospielen ist kein neues Phänomen der digitalen Distributionswege von Steam, GOG und anderen. Bereits vor 37 Jahren äußerte Robert Garriott, Mitbegründer von Origin Systems und Bruder des "Ultima"-Schöpfers Richard Garriott, deutliche Bedenken hinsichtlich der Menge an Veröffentlichungen im PC-Spiele-Sektor. In einer Podiumsdiskussion auf der Game Developer Conference 1989 warnte der Branchenveteran vor den Folgen einer Überproduktion an PC-Spielen. Dieses Interview wurde von der Plattform Game History komplett digitalisiert und erstmals öffentlich zur Verfügung gestellt.

Robert Garriott analysierte die Situation bereits zu einer Zeit, als der Markt für Heimcomputer noch in den Anfängen seiner Erfolge steckte, jedoch schon ein großes Wachstum verzeichnen konnte. Seine zentrale These war, dass die Anzahl der neu erscheinenden Titel die Spieler überfordern könnte. Garriott betonte, dass es für Software-Häuser zunehmend schwieriger werde, die Aufmerksamkeit der Käufer zu gewinnen, wenn monatlich eine unüberschaubare Menge an neuen Produkten in die Regale dränge. Zum Vergleich: 1989 erschienen in einem Monat ungefähr so viele Spiele wie heute an einem Tag auf Steam.

Zusätzlich verurteilte Garriott die zunehmende quantitative Steigerung bei gleichzeitig sinkender Qualität. Zu diesem Zeitpunkt war Origin Systems vor allem für die "Ultima"-Reihe bekannt, die Maßstäbe im Genre der Rollenspiele setzte. Robert Garriott übernahm dabei die geschäftlichen Dinge und verhandelte mit Electronic Arts, während sein Bruder Richard (aka "Lord British") die Spiele entwickelte. Robert Garriott war sich sicher, dass nur technologisch fortschrittliche und inhaltlich komplexe Spiele langfristig eine Daseinsberechtigung am Markt haben würden.

"Wir müssen Produkte entwickeln, die nicht auf Spielkonsolen kopiert werden können. Wir machen uns Sorgen um Nintendo. Wir müssen Produkte entwickeln, die lange Spielzeit bieten, tiefgründig sind, eine hohe Grafikqualität aufweisen und viel Speicherplatz benötigen. Und schließlich müssen wir unsere Qualität steigern. Qualität hat sich schon immer und wird sich auch in Zukunft verkaufen."
(Robert Garriott auf der GDC 1989, maschinell übersetzt)

Seine historischen Aussagen sind heute eine durchaus interessante Grundlage für die Analyse der aktuellen Gaming-Industrie und des Spielemarktes. Während Garriott bereits 1989 vor einem unüberschaubaren Überangebot warnte, zeigt die heutige Realität auf Plattformen wie Steam tatsächlich, dass jährlich zehntausende Titel veröffentlicht werden, von denen sehr viele für die meisten Spieler unsichtbar bleiben.

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Quelle: Game History (via PCGamer)

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    • Kommentare (7)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Wiborg Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Wir müssen Produkte entwickeln, die nicht auf Spielkonsolen kopiert werden können. Wir machen uns Sorgen um Nintendo. Wir müssen Produkte entwickeln, die lange Spielzeit bieten, tiefgründig sind, eine hohe Grafikqualität aufweisen und viel Speicherplatz benötigen. Und schließlich müssen wir unsere Qualität steigern. Qualität hat sich schon immer und wird sich auch in Zukunft verkaufen."
        (Robert Garriott auf der GDC 1989, maschinell übersetzt)


        Ich finde die Aussage sehr interessant und stimme Robert in einigen Punkten zu. Ich wünsche mir PC Spiele die das volle potential des PCs auch ausnutzen und nicht zu Gunsten eines Konsolen-Ports nur den kleinsten gemeinsamen Nenner erhalten bzw. die Bedienung hauptsächlich Controller-Optimiert erfolgt. Ich wünsche mir tatsächlich Spiele die "lange" Spielzeiten -mindestens 30 Stunden- bieten, tiefgründig sind und eine hohe Grafikqualität aufweisen. Wenn ich Pixelgrafik haben möchte greife ich in mein Regal und hol ein Spiel aus den 80ern oder 90ern raus. Natürlich können auch Spielprinzip oder Atmosphäre einen abholen aber trotzdem würde ich z.B. ein Herr der Ringe Online in der Unreal Engine 5 bevorzugen.
        Den Punkt "viel Speicherplatz benötigen" würde ich nicht per se unterschreiben. Früher hat man um jedes Kilobyte um jedes Bit gerungen und seine Programmierung optimiert. Heute finden gefühlt selten eine wirkliche Optimierung statt. Positiv kann man hier Helldivers 2 nennen, was durch Optimierungen seine Größe um 85%, von rund 154 GB auf etwa 23 GB, reduziert. Speicherplatz wird bei den heutigen Preisen wieder kostbar!
        Der letzte Punkt ist wohl der wichtigste: Qualität steigern! Das nicht halbfertige, verbuggte Spiele released werden.
      • Von Wiborg Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Wir müssen Produkte entwickeln, die nicht auf Spielkonsolen kopiert werden können. Wir machen uns Sorgen um Nintendo. Wir müssen Produkte entwickeln, die lange Spielzeit bieten, tiefgründig sind, eine hohe Grafikqualität aufweisen und viel Speicherplatz benötigen. Und schließlich müssen wir unsere Qualität steigern. Qualität hat sich schon immer und wird sich auch in Zukunft verkaufen."
        (Robert Garriott auf der GDC 1989, maschinell übersetzt)


        Ich finde die Aussage sehr interessant und stimme Robert in einigen Punkten zu. Ich wünsche mir PC Spiele die das volle potential des PCs auch ausnutzen und nicht zu Gunsten eines Konsolen-Ports nur den kleinsten gemeinsamen Nenner erhalten bzw. die Bedienung hauptsächlich Controller-Optimiert erfolgt. Ich wünsche mir tatsächlich Spiele die "lange" Spielzeiten -mindestens 30 Stunden- bieten, tiefgründig sind und eine hohe Grafikqualität aufweisen. Wenn ich Pixelgrafik haben möchte greife ich in mein Regal und hol ein Spiel aus den 80ern oder 90ern raus. Natürlich können auch Spielprinzip oder Atmosphäre einen abholen aber trotzdem würde ich z.B. ein Herr der Ringe Online in der Unreal Engine 5 bevorzugen.
        Den Punkt "viel Speicherplatz benötigen" würde ich nicht per se unterschreiben. Früher hat man um jedes Kilobyte um jedes Bit gerungen und seine Programmierung optimiert. Heute finden gefühlt selten eine wirkliche Optimierung statt. Positiv kann man hier Helldivers 2 nennen, was durch Optimierungen seine Größe um 85%, von rund 154 GB auf etwa 23 GB, reduziert. Speicherplatz wird bei den heutigen Preisen wieder kostbar!
        Der letzte Punkt ist wohl der wichtigste: Qualität steigern! Das nicht halbfertige, verbuggte Spiele released werden.
      • Von Acgira BIOS-Overclocker(in)
        Überangebot ... gerade beim Steamsale gestöbert - und gedacht: "für Spiele die ich dann sowieso nicht spiele, ist mir das alles noch zu teuer"

        Scheint als gibt's kein Spiel da draußen, dass mir noch fehlt, und auf dass ich Lust hätte. Andere würden sagen, du bist einfach zu alt. Jenseits jeder Zielgruppe.

        Nein, ich bin in der Zielgruppe, die auf Cyberpunk 2 wartet. In der Zielgruppe die Night City-Blut geleckt hat und von jedem Spiel erwartet in eine Stadt geschickt zu werden die aufregender inszenniert ist als V's Metropole.

        Und wenn das nicht kommt, spiel ich eben mit meiner Tochter Minecraft, oder sonst was Altes (zB D3)
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        gebaut in Minecraft: Cyperpunk-Skyscrapertower
      • Von loco30 Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von FatalEvent
        Lieber zuviel, als zuwenig auswahl.
        Nur weil mir "pink" nicht gefaellt, heisst das nicht es gefaellt niemandem.
        Ich hingegen, lieber weniger als viel.

        Dafür gute Spiele.

        Nicht nur grafisch, sondern erzählerisch, spielerisch, gute Bedienung, usw.
        Und vor allem stabil und optimiert.

        Nicht die jetzt, wo man x patch braucht, bis die Spiele einigermassen laufen, wenn man Glück hat, oder erst mit DLCs oder teils mit Mods sind nutzbar.

        Und am Ende ist niemand zufrieden.

        Auf jedem Fall, weder das eine noch das andere. Irgendwo in der Mitte.
      • Von Major_Fletcher Software-Overclocker(in)
        Als Kunde darf das Angebot ruhig üppig sein, schließlich wird ja niemand gezwungen irgendwas zu kaufen. Für Entwickler die in der Masse untergehen oder dadurch weniger umsetzen, natürlich doof. Üblicherweise setzt sich Qualität ja durch aber es wird wohl zunehmend schwerer wirklich hervorzustechen aus der schieren Masse an neuen Games die täglich erscheinen.

        Bei mir sind es 5-10 Games pro Jahr wozu ich komme. Gerade die großen Blockbuster-Titel fressen bei mir oft mehrere Monate weil ich einfach nicht mehr so viel Zeit übrig habe und mal dort mal da 1-3h weiterspiele. Dazwischen schiebe ich immer mal wieder kleinere Indie-Titel an für die Abwechslung. Sonst wären das noch viel weniger Spiele, die den Weg zu mir finden würden.
      • Von CD LABS: Radon Project Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von FatalEvent
        Lieber zuviel, als zuwenig auswahl.
        Nur weil mir "pink" nicht gefaellt, heisst das nicht es gefaellt niemandem.
        Bin dabei, dennoch brauchen wir bessere Möglichkeiten, das Angebot zu durchstöbern. Und das meine ich auf ganz triviale Art und Weise: Bei klassische Kunst, neuartige Rätsel, kurz, entspannend als gemeinsame Tags sollte Gorogoa halt vorne dabei sein.

        Und, hilfe: ChatGPT findet das auch heute bereits so heraus, ist aber halt ein externes Tool. DAS wäre mal sinnvoll eingebaute LLM-Funktionen, zum Entdecken neuer Unterhaltung. (bei Spielen wie bei Büchern, Filmen oder Musik...)
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