Der Commodore 64 und seine Spiele: Eine Legende im Rückblick
Der Commodore 64, kurz C64, erblickte bereits vor mehr als 30 Jahren das Licht der Welt und erfreute sich besonders bei Spielern ausnehmend großer Beliebtheit. Trotz seines beachtlichen Alters hat das System kaum an Bekanntheit eingebüßt. Grund genug für uns, auf den C64 und seine beliebtesten Spiele zurückzublicken.
Aus dem zeitlichen Kontext herausgelöst lesen sich die Spezifikationen geradezu drollig: 64 KiByte Arbeitsspeicher, 16 Farben und in knappes Megahertz Rechenpower. Das reicht heute vielleicht noch für eine digitale Armbanduhr, doch im Jahre 1982 war der Heimanwender mit dieser Hardware bestens aufgestellt. Und das nicht nur, weil die Leistung stimmte. Mit durchweg moderaten Preisen erfreute sich der scherzhaft Brotkasten genannte Rechner über seine ganze Lebensspanne hinweg ausnehmend großer Beliebtheit. Wie viel Modelle sein Hersteller in all den Jahren absetzen konnte, ist bis heut nicht ganz klar. Je nach Quelle schwanken die Zahlen zwischen 17 und 30 Millionen. Davon sollen alleine drei Millionen Exemplare nach Deutschland gegangen sein. Die Nachwirkungen des Erfolgs sind noch heute spürbar. Nach wie vor kennt jeder halbwegs versierte Techniknutzer den legendären Namen jenes Wunderknaben, der Heimrechner aus der Nische holte. Die Rede ist natürlich vom Commodore 64 - kurz: C64.
C64 und Spiele im Rückblick: Was den Commodore 64 so erfolgreich machte
Als Jack Tramiel sein Schreibmaschinengeschäft 1962 durch Konkurrenz aus Japan bedroht sah, musste er sich etwas einfallen lassen. So produzierte sein Unternehmen, die Commodore International, fortan mechanische, später auch digitale Taschenrechner. Sein Chiplieferant Texas Instruments entdeckte jedoch alsbald selbst den Markt der digitalen Rechner und konnte die eigenen Geräte wesentlich preiswerter an den Mann bringen. Tramiel indes musste deren Chips teuer einkaufen. Verständlich, dass er nicht umhinkam, seine Produkte entsprechend hochpreisig anzubieten. Doch statt aufzugeben, erkannte der Kopf hinter Commodore, dass man am besten möglichst viele Komponenten selbst produziert, wenn man am Markt erfolgreich sein will. So erwarb er neben diversen kleineren Firmen 1976 den Chipentwickler MOS. Dieser hatte bereits im Jahre 1974 den überaus preiswerten Mikroprozessor 6502 entwickelt, mit welchem Commodore alsbald auch eigene Computer produzierte. Dieser kam etwa im PET 2001 zum Einsatz - einem der bekannten Vorläufer des C64. Warum Commodore auf einmal Mikrocomputer baute? Mit der Übernahme der MOS Technologies wechselte Chuck Peddle zu Commodore, der Tramiel solange mit dem Thema beackerte, bis dieser grünes Licht gab.
Preisvorteile zog Jack Tramiel auch aus einer hochintegrierten Bauweise, die fast ausschließlich auf Custom-Chips setzte. Das ist übrigens auch ein Grund, weshalb im Gegensatz zu Konkurrenzsystemen keine Nachbauten aus dem Ostblock oder asiatischen Staaten aufkamen. Was das Betriebssystem des Rechners angeht: In dem Punkt ärgert sich Microsoft wahrscheinlich bis heute. Denn obwohl Commodore eine Variante von Micro-Softs - so die damalige Schreibweise - Basics mitlieferte, ging der heutige Softwareriese leer aus. Dummerweise hatte man nur eine Einmalzahlung für eine zeitlich unbeschränkte Lizenz vereinbart. Hätten die Verantwortlichen in Redmond den Erfolg vorausgesehen, hätte Commodore seinen C64 wohl teurer anbieten müssen.
Zur Zeit des C64 war Kompatibilität zwischen unterschiedlichen Rechnern - teilweise sogar ähnlichen Baureihen desselben Herstellers - unüblich. Auch hier machte Commodore Nägel mit Köpfen und baute den C64 so, dass er all die Jahre, in denen er verkauft wurde, im Prinzip gleich blieb. Dabei wurden das Innenleben in der unvorstellbar langen Produktionsphase von 11 Jahren mehrfach, teilweise massiv umgestaltet. Sei es das Platinendesign, die CPU oder der Soundchip. Im Endeffekt blieb ein Großteil der Software kompatibel. Sony und Microsoft machen es heute mit ihrer "aktuellen" Konsolengeneration nicht anders. Auch dort ändern sich die Leistungsdaten nicht. Trotzdem gibt es bis dato verschiedene, dem aktuellen Produktionsstandard entsprechende Modelle.
Letzlich konnte Tramiel den C64 1983 für seinerzeit konkurrenzlos günstige 1.500 Mark (in den USA bereits Ende 1982 für 595 Dollar) an den Mann bringen. Das klingt nach weniger als es ist, denn rechnet man die Inflation mit ein, kann man fast das D-Mark- durch das Euro-Zeichen tauschen. Vergleicht man den Wert aber mit der Konkurrenz des Kassenschlagers, war das ein unschlagbar preiswertes Angebot. Im Endeffekt war es also der C64, mit dem Heimcomputer die Wohn-, Arbeits-, und Kinderzimmer eroberten. Zwar gab es schon vorher halbwegs preiswerte Computer, doch erst der Commodore 64 bot zum günstigen Preis auch einen soliden Funktionsumfang. Laufwerke musste man damals allerdings noch zusätzlich erwerben. Dieser Nachteil relativierte sich durch rasch fallende Preise. Schon 1984 schlug der C64 hierzulande mit nur noch 700 DM zu Buche.
Bevor es weitergeht ... In der Galerie: Die zehn beliebtesten Spiele für den Commodore 64
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C64 und Spiele im Rückblick: Features aus einem anderen Jahrtausend
Mit seinen Leistungsdaten kann sich der Commodore 64 gar nicht gut genug vor aktuellen Rechnern verstecken. Herz des Brotkastens war ein 6510-Prozessor, der mit rund einem MHz zur Tat schritt. Genau genommen rechnete er mit 0,985249 MHz in der PAL- und 1,022727 MHz in der NTSC-Version. Dazu gesellte sich ein scheinbar lächerlich dimensionierter Arbeitsspeicher mit der namensgebenden Kapazität von 64 KiByte. Für damalige Verhältnisse war dies außergewöhnlich üppig.
Auch der Farbraum des C64 ist aus heutiger Sicht recht mager, in vergangenen Tagen aber machten 16 Farben viel her - von denen insbesondere Spieler profitierten. Insgesamt ließen sich bis zu 320 mal 200 Pixel realisieren, in dem Fall pro 8x8-Pixelblock jedoch nur mit zwei individuelle Farben. Etwas in Form einer Festplatte besaß der C64 nicht. Stattdessen begnügte er sich mit einem 20 KiByte großem ROM, in dem unter anderem das schlicht gestaltete Betriebssystem seinen Wohnsitz hatte. Noch dieser Tage befinden sich solche Read-Only-Memory-Chips auf Computermainboards - zum Beispiel als Träger für das BIOS.
Wollte man Daten in den C64 laden, führte kein Weg an Steckmodulen, Disketten und teilweise sogar Datasetten vorbei - bei denen die Daten tatsächlich auf einer Kassette lagerten. Die meisten Nutzer bevorzugten ein 5¼-Zoll-Diskettenlaufwerk als externe Erweiterung des C64. Die passenden Disketten boten pro Seite 165 KB Speicher und konnten ihre Daten aufgrund der seriellen Schnittstelle und umständlicher Programmierung nur im Schneckentempo auf den Rechner spielen. Für größtmögliche Kompatibilität kaufte man am besten ein Laufwerk von Commodore. Zwar gab es zahlreiche Konkurrenzlaufwerke - da der ROM des Rechners diese aber nicht direkt steuerte und es sich bei den Lauwerken im Prinzip um eigene, kleine Computer handelte, verstanden sich hauptsächlich Modelle aus eigenem Hause auf alle Finessen der Kompatibilität.
C64 und Spiele im Rückblick: Durchbruch dank reichhaltigem Spieleangebot
Warum eine Konsole anschaffen, wenn man für das Geld auch einen echten Heimcomputer kaufen kann? Diese Frage könnte aus einer aktuellen PS4-Debatte aus dem PCGHX-Forum stammen - doch sie stellte William Shatner, seines Zeichens Darsteller des James Tiberius Kirk, in einem Werbespot zum Vorgänger des C64. Damals vielleicht noch zu viel des Guten, wurde der Werbeslogan mit dem Commodore 64 tatsächlich Wirklichkeit. Im Laufe der Jahre sollten es - so zumindest die Schätzung - rund 17.000 kommerzielle Titel auf den graubraunen Rechner schaffen. Die meisten davon in einer Auflösung von 160 mal 200 doppelbreiten Pixeln.
Im Prinzip landete jedes halbwegs bekannte Videospiel dieser Zeit auf dem Commodore 64. Erstaunlicherweise konnte man im Laufe der Jahre einiges aus dem Volksrechner rausholen, sodass sich dort umgesetzte Titel teilweise nicht mal vor Amiga-Umsetzungen verstecken mussten. Anfangs noch überwiegend aus Portierungen von Atari-800-Titeln bestehend, sollte es nicht lange dauern, bis Studios speziell für die überlegene Hardware des C64 programmierten. Heraus kamen unvergessliche Klassiker wie Maniac Mansion, das sich als anspruchsvolles und zugleich urkomisches Adventure als Parodie auf damals übliche Horrorfilme verstand. Unvergessen auch der Genrezwitter Pirates!, der inzwischen als gelungene Neuauflage auf Tablet-Rechnern begeistert.
Interessanterweise begleiteten den C64 schon damals Phänomene, die viele als eher neue Erscheinung auffassen. Für Spieler entpuppte sich der deutsche Jugendschutz wohl als größtes Ärgernis. So indizierte die Bundesprüfstelle für jugendgefährdete Medien nicht etwa ausschließlich blutige Spektakel, sondern hatte so ziemlich alles im Visier, was sich Raketen und Panzer auf die Fahnen schrieb. Äußerst skurril liest sich heute die Begründung, mit der man die Indizierung des Shoot-'em-up-Titels Blue Max rechtfertigte. Hier monierte der Berliner Senat doch tatsächlich das Fehlen unmilitärischer Konfliktlösungen als Gameplay-Alternative. Das bringt uns auch direkt zum zweiten scheinbar neuzeitlichen Phänomen: den Schwarzkopien. Nicht zuletzt aufgrund zahlloser Indizierungen war es seinerzeit für breite Kundenkreise völlig normal, Spiele für den Commodore 64 als illegal Kopie anzuschaffen. Kopierschutzmaßnamen entwickelten sich damals erst. Obwohl zum Ende der Lebensspanne des C64 erste Abmahnwellen gegen im großen Rahmen Raubkopierende stattfanden, hatten Privatpersonen anders als heute aber kaum etwas zu befürchten.
C64 und Spiele im Rückblick: Bis heute unvergessen
Der letzte Commodore 64 lief im Jahr 1994 vom Band. Jenem Schicksalsjahr, in dem auch Commodore International offiziell Insolvenz anmelden musste. Zwar war der C64 der bis heute erfolgreichste Computer, doch abgesehen vom Amiga konnte man nie wieder an den Erfolg des einstigen Kassenschlagers anknüpfen. Und so passierte, was passieren musste. Weil man seine Produkte nie konsequent genug weiterentwickelte, um gegen die IBM-kompatible Konkurrenz bestehen zu können, stellte Commodore International am 29. April 1994 den Betrieb ein. Heute erinnert nur noch der Markennamen mit häufig wechselnden Besitzern an den ehemaligen Marktführer.
In den Herzen der Fans lebt der C64 noch heute. So existieren zahlreiche Emulatoren, mit denen man die Spieleklassiker von damals auf aktuellen Plattformen erleben kann. Mit diesen lassen sich teilweise sogar Original-Datasetten- und Diskettenlaufwerke ansteuern, sofern der Anwender nicht die notwendigen Bastelarbeiten scheut. Einige Fans entwickelten sogar neue Hardware für den 30 Jahre alten Computer. Die Palette reicht von der IDE-Schnittstelle für Festplatte und CD-Laufwerk über eine schnellere CPU bis hin zum SD-Kartenslot.

Hab noch einige alte Kisten ... unter anderem meinen C64.
War aber eher Amstrad & Sinclair Fan. Mein erster Homecomputer war ein Schneider CPC 464 mit Grünmonitor.
...never forget...
Turrican - mein erstes "Computerspiel"...
^^Das waren noch Zeiten - vor allem Ladezeiten.
Die flimmernden Ladebildschirme waren auch nicht ohne.... heute würde der Hersteller eine Epilepsiewarnung beilegen
Edit: Sowas hier meine ich (für die jüngeren unter uns
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Da bleibt mir nur ein:
Mit C64 und Datasette habe ich auch angefangen. Das war damals eine "noname" Datasette, die von Commodore war mir zu teuer. Die Floppy konnte ich mir erst viel später leisten.
Man darf es ja heute gar nicht sagen, aber damals hat man sich über Raubkopien überhaupt keine Gedanken gemacht. In der Schule war es ein Sport Spiele zu tauschen und jeder hatte eine fette Box mit hunderten von Games. Mein erstes Spiel gekauft habe ich tatsächlich erst für den Amiga.