Sony Playstation ohne Disc: Piraterie als einziger Weg, Spiele für die Zukunft zu erhalten?

5
News Thilo Bayer Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Sony Playstation ohne Disc: Piraterie als einziger Weg, Spiele für die Zukunft zu erhalten?
Quelle: PCGH, bearbeitet mit KI

Sony beendet nicht nur die Produktion physischer Spielemedien, sondern verhindert mit rein digitalen Angeboten auch den Gebrauchtmarkt. Das bringt die Video Game History Foundation auf den Plan.

Sony ist seit gestern stark in den Nachrichten präsent. So hat man für die Playstation am Mittwoch das Ende physischer Spielemedien ab 1.1.2028 verkündet. Außerdem wird der Playstation Store für die PS3 und die PS Vita sukzessive geschlossen. Neue Käufe sind dann nicht mehr möglich, gekaufte Inhalte sind noch auf "absehbare Zeit" herunterladbar.

Deutliche Kampfansage Richtung Sony

Doch das ist noch nicht alles. Im PCGH-Forum haben sich schon über 150 Kommentare angesammelt, der Tenor ist tendenziell negativ. Einer der Hauptgründe dürfte der Gebrauchtmarkt sein, der bei digitalen Käufen komplett entfällt, wenn die Spiele erst einmal an den Account geknüpft sind. PC-Spieler, die auf Steam oder den Epic Games Store setzen, sind den Kummer bereits gewohnt. Nur GoG bietet eine Alternative, aber auch nur für PC-Spieler. Einen anderen Aspekt liefert der Director der Video Game History Foundation, Frank Cifaldi. Er sieht Piraterie als einzigen Weg, Spiele für die Zukunft zu erhalten.

Ausgangspunkt ist ein User-Posting, das Piraterie als "derzeit einzige Form der Medienerhaltung" bezeichnet, die es im Bereich der Spiele gibt. Man mag sie "moralisch verwerflich finden, aber es gibt buchstäblich keine andere Institution, die Spiele in 25 oder 50 Jahren am Leben erhalten wird". Cifaldi bestätigt diese Aussage. Er habe sein "gesamtes Erwachsenenleben diesem Anliegen gewidmet". Man habe versucht, mit einem Branchenverband wie der Entertainment Software Association einen rechtlichen Weg zum Schutz der Spiele zu finden, sei aber bisher gescheitert.

Museen sind nahezu machtlos

Über den Account der Video Game History Foundation legt er nach. Es sei "zweifellos auch ein Rückschlag für Verbraucherrechte, den Wiederverkaufsmarkt und für Spieleentwickler, deren Geschäftsmodelle vom physischen Markt abhängen". Für Museen oder Archive wäre es aber schon seit 20 Jahren Realität, dass die meisten Videospiele nicht auf physische Datenträger gepresst wurden. Und selbst dann wäre ein Day-1-Patch garantiert, der das Spielerlebnis verändert. Es reiche nicht, "einfach Discs ins Regal zu stellen".

Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle finden Sie externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz Ihrer persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn Sie dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigen: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Wenn immer mehr digitale Stores schließen und physische Medien aussterben, müssten Branchenverbände Lösungen anbieten, damit Museen rein digitale Inhalte "rechtlich sauber bewahren und für Forschungszwecke zugänglich machen können". Das würde aber auch eine Reform der Gesetze für digitalen Kopierschutz bedeuten, die bisher fehlt. Man könne Museen nicht auffordern, "eine Kopie von Grand Theft Auto 6 herunterzuladen und zu hoffen, dass sie in 50 Jahren noch läuft" - das sei "keine Lösung zur Bewahrung von Spielen".

Die Video Game History Foundation ist eine gemeinnützige Stiftung, die von Frank Cifaldi gegründet wurde. Hauptzweck der Stiftung ist die Archivierung, Bewahrung und Verbreitung historischer Medien rund um Videospiele.

Mitmachen und kommentieren: Wie geht es weiter mit der Spielebewahrung?

Wie stehen Sie zu dieser Entscheidung? Die PCGH-Redaktion freut sich über Ihre fundierte Meinung in den Kommentaren zu dieser Meldung. Sollten Sie noch keinen Extreme-Account haben, laden wir Sie zu einer Registrierung im Forum ein. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die gültigen Forenregeln. Folgen Sie gerne PCGH bei 🔈 Youtube oder 💬 Whatsapp und erhalten Sie Neuigkeiten zu Grafikkarten, CPUs und Gaming direkt in Ihrem Feed.

5
    • Kommentare (5)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von sebden206 Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von Maddoc6
        Ich frage mich ob Sony sich das wirklich gut überlegt hat. Ich behaupte die Klagen liegen schon in den Schubladen. Damit wäre Sony mit dem eigenen Store absoluter Gatekeeper und Monopolist was den Vertrieb von PS6 Games betrifft. Ich denke die Öffnung der PS6 für Drittanbieter Stores ist dann zumindest in Europa unumgänglich.
        Ich schätze, dass deren Rechtsabteilung ihren Job gemacht hat. Im Zweifel verzichtet man vielleicht ganz auf unangenehme Vertriebsgebiete? Alles schon gehabt. Z.B. Steckmodule für US/JAP only etc. Und wer es als Grauimport holt, verzichtet eben auf seine Rechte und zahlt trotzdem.
      • Von sebden206 Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von Maddoc6
        Ich frage mich ob Sony sich das wirklich gut überlegt hat. Ich behaupte die Klagen liegen schon in den Schubladen. Damit wäre Sony mit dem eigenen Store absoluter Gatekeeper und Monopolist was den Vertrieb von PS6 Games betrifft. Ich denke die Öffnung der PS6 für Drittanbieter Stores ist dann zumindest in Europa unumgänglich.
        Ich schätze, dass deren Rechtsabteilung ihren Job gemacht hat. Im Zweifel verzichtet man vielleicht ganz auf unangenehme Vertriebsgebiete? Alles schon gehabt. Z.B. Steckmodule für US/JAP only etc. Und wer es als Grauimport holt, verzichtet eben auf seine Rechte und zahlt trotzdem.
      • Von Weedotastisch PC-Selbstbauer(in)
        Na gut, das ist halt ein Bereich in eurem Leben. Das geht ja weiter, die meisten leben z.B. zur Miete hier in Deutschland. Überall anders auf der Welt wird man erwachsen und hat ein eigenes Haus bzw. ne Wohnung. Deutschland ist anbei kein reiches Land. Der freie Deutsche ist sehr rar gesäht, von den ausgebeuteten dümmlichen Deppen gibt es Heerscharen.

        Egal in welchem Bereich, die infantilen Trottel sollen duldsame Habenichtse sein, möglichst noch recht wehrlos. Die zudem ihre Dummheit und Angepaßtheit auch noch mit Zähnen und Klauen verteidigen. (Wer sich hier wiederfindet, gehört zum Abschaum, der genetischen Resterampe. Denn schlimm mögen die Sklavenhalter sein, am übelsten aber die Jubelperser, die denen in den Arsch kriechen.)

        Und das funktioniert meiner Meinung bis hierher noch ganz gut. Wird aber nun absichtlich gebrochen. Wir dürften jetzt dann in richtig unruhiges Fahrwasser (gesellschaftlich/politisch) eintauchen.

        Es braucht eine neue Show. Eine neue Geschichte. Da braucht es das klassische Böse. Da braucht das Gesindel, was die Schergen des Bösen gemimt hat und die eher wenigen Guten.
      • Von Maddoc6 Software-Overclocker(in)
        Ich frage mich ob Sony sich das wirklich gut überlegt hat. Ich behaupte die Klagen liegen schon in den Schubladen. Damit wäre Sony mit dem eigenen Store absoluter Gatekeeper und Monopolist was den Vertrieb von PS6 Games betrifft. Ich denke die Öffnung der PS6 für Drittanbieter Stores ist dann zumindest in Europa unumgänglich.
      • Von sebden206 Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Ich habe dafür gestimmt, dass dieser Schritt von Sony kein guter war.

        Ja, PC Spieler kennen das seit langem, aber besser macht es auch dort nichts.

        Und diese lästige Angewohnheit mit dem Flicken im Nachgang (Patches) ist auch hier leichter zu Argumentieren, als zu Datenträgerzeiten. Klar, da gab es auch Patches, aber Day 1 usw? Die Flickerei hatte, zumindest meiner Erinnerung nach, nicht solch eine Umfang.

        Archive.org leistet zum Glück Beistand und archiviert ein paar der alten Schinken. Ich kann nicht einschätzen ob das in jeder Hinsicht den Gesetzen entspricht. Dennoch kann man dort Schätze wie GTA 2 in deutsch finden.

        Ich hätte einen weniger empfindlichen Nachfolger der BluRay jedenfalls geschätzt, insbesondere als Speichermedium für Spiele usw. Da es den nicht gibt unterstütze ich die Idee, dass zumindest Archiven eine saubere Kopie zur Verfügung gestellt wird, ggf. befreit von Denuvo und Konsorten, ansonsten stolpert man ziemlich sicher irgendwann über Treiberprobleme wie bei BF1942. Natürlich wäre bei letzterem eine isolierte W7 Installation noch eine Möglichkeit, aber Denuvo geht, meines Wissens, nur gegen Online-Check. Die Server dafür wird niemand aufheben (wollen/können).
      • Von RobooeL PC-Selbstbauer(in)
        Und wie soll das gehen? Wenn alles rausnehmen, das dazu nötig ist.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 07/2026 play5 08/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk