PCGH-Retro: IBM bringt den PS/2, AMD den K6

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Jeden Tag wagt PC Games Hardware einen Blick zurück in die noch junge, aber bewegte Geschichte des Computers. Heute: Was geschah am 2. April?

IBMs PS/2 brach mit vielen Traditionen - offenbar ein Fehler in einem Markt, in dem Kompatibilität so wichtig ist. (Bild: seds.org) Quelle: Bild: seds.org IBMs PS/2 brach mit vielen Traditionen - offenbar ein Fehler in einem Markt, in dem Kompatibilität so wichtig ist. (Bild: seds.org) ...1987: Der IBM-PC hatte seinem Erfinder gewaltige Marktmacht verliehen - doch er litt unter einem Problem: Andere Hersteller brachten eigene, IBM-kompatible Computer auf den Markt, die bei ähnlicher Ausstattung deutlich günstiger waren als die Originale und IBM Marktanteile abluchsten. Gleiches galt für die neueren Versionen XT und AT. Mit dem neuen Personal System 2, kurz PS/2, das an diesem 2. April vorgestellt wird und erstmals Intels 80386-Prozessor einsetzt, soll alles anders werden: Es bekommt einen neuen Systembus namens Microchannel. Wer ihn verwenden will, muss hohe Lizenzgebühren an IBM zahlen - das soll verhindern, dass erneut billige Nachbauten den Markt überschwemmen. Weitere Neuerungen sind ein Diskettenlaufwerk für 3,5-Zoll-Floppys und neue Schnittstelle wie die nach dem System benannten PS/2-Ports. Doch der Plan geht nicht auf, Konkurrenten wie Compaq bieten eigene neue Systeme mit 386er-CPU und altem ISA-Bus an, später auch mit Alternativen wie EISA oder VESA Local Bus. Statt mit dem PS/2 zu alter Stärke zurückzukehren, verliert IBM also weiter an Marktmacht. Und ab sofort ist auf dem PC-Markt Kompatibilität oberstes Gebot.

Der K6 (hier ein Modell mit 266 MHz) war eine günstige Alternative zu Intels Pentium MMX, musste sich jedoch bald auch gegen den Pentium 2 wehren. (Bild: cpu-world.com) Quelle: Bild: cpu-world.com Der K6 (hier ein Modell mit 266 MHz) war eine günstige Alternative zu Intels Pentium MMX, musste sich jedoch bald auch gegen den Pentium 2 wehren. (Bild: cpu-world.com) ...1997: Jahrelang hatte AMD nur Intel-Prozessoren nachgebaut, erst mit dem K5 wagte sich der Chiphersteller an ein eigenes x86-CPU-Design. Dieses kam jedoch zu spät auf den Markt und war zu langsam, um sich gegen Intels Pentium-Macht und den Cyrix 6x86 durchzusetzen. Erst mit dem K6, den AMD am 2. April vorstellt, erwächst dem Pentium MMX ein würdiger Gegner: In Spielen und anderen Gleitkomma-lastigen Anwendungen bleibt zwar der Pentium vorn, doch dank hoher Integer-Performance ist der K6 mehr als nur ein Achtungserfolg, der AMD endgültig als Nummer zwei hinter Intel positioniert. Der K6 unterstützt MMX und läuft mit bis zu 233, in späteren Revisionen gar bis zu 300 MHz; seine Architektur basiert auf der des Nx686 der Firma Nexgen, die AMD im Jahr zuvor übernommen hatte. Mit den Neuauflagen K6-2 und K6-3 verlängert AMD das Leben des Sockels 7 mehrere Jahre lang - bis mit dem K7 alias Athlon erstmals ein eigener Sockel ansteht.

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