PCGH-Retro: Die Gründung von Atari
Jeden Tag wagt PC Games Hardware einen Blick zurück in die noch junge, aber bewegte Geschichte des Computers. Heute: Was geschah am 27. Juni?
...1972: "Syzygy": beinahe hätte dieses Wort Geschichte geschrieben. Denn jene Firma, die Nolan Bushnell und Ted Dabney am 27. Juni 1972 gründen, soll zunächst diesen Namen tragen. Doch dieser stellt sich als bereits vergeben heraus - und so entscheidet sich Bushnell für einen Begriff aus dem japanischen Brettspiel "Go": Atari. Der Name wird in den Siebzigern und frühen Achtzigern zum Synonym für die Videospielebranche - und steht für eine sehr wechselhafte Geschichte großer Erfolge und tragischer Flops.
Quelle: Bild: ataritimes.com
Ein frühes Atari-2600-Modell - der Mode der Siebziger entsprechend im Holz-Design. (Bild: ataritimes.com)
Doch zunächst geht es schnell aufwärts mit der jungen Firma: Die Münzversion des simplen Tennisspielchens Pong begründet die Arcade-Industrie, später bringt Atari eine extrem erfolgreiche Heimvariante heraus. Den größten Hit landet Bushnell jedoch mit dem Atari 2600, auch bekannt als VCS - einer Heimkonsole mit wechselbaren Spielekassetten, die jahrelang den Spielemarkt dominiert. Damit ist es 1983 vorbei, der Markt bricht zusammen - und Atari, mittlerweile von Bushnell an Warner verkauft, geht in den Besitz des Commodore-Gründers Jack Tramiel über. Dieser ist an Spielen nicht interessiert und baut auf die Heimcomputer-Sparte, die er mit der ST-Reihe zu neuen Erfolgen führt. Doch der ST fällt in den Neunzigern ebenso wie alle anderen Heimcomputer dem boomenden PC zum Opfer. Atari versucht sich fortan wieder auf dem Spielemarkt - doch der Gameboy-Konkurrent Lynx und die Konsole Jaguar können gegen Nintendo und Sega nichts ausrichten. Die Firma ist am Ende und wird 1996 an den Festplattenhersteller JTS verscherbelt, der Atari zwei Jahre später wiederum an Hasbro verkauft - für fünf Millionen Dollar, einen winzigen Bruchteil des einstigen Wertes. Hasbro Interactive selbst geht an den Spielepublisher Infogrames, der sich selbst bald in Atari umbenennt. Damit ist die Firma wieder da, wo sie einst anfing: auf dem Spielemarkt - und doch hat sie mit jener Firma, die Bushnell im Juni 1972 gründete, nichts mehr zu tun.
