Microsofts Weg zur Macht (2) - der rätselhafte IBM-Vertrag (PCGH-Retro, 22. August)
Microsofts Weg zur Macht (2) - der rätselhafte IBM-Vertrag - das geschah am 22. August. Jeden Tag wirft PC Games Hardware einen Blick zurück in die noch junge, aber bewegte Geschichte des Computers.
…1980: Was am 22. August 1980 in Pacific Grove, Kalifornien passiert, stellt die Weichen für die kommenden Jahrzehnte in der Computerindustrie. Doch so folgenschwer die Ereignisse dieses Tages sind, so rätselhaft sind sie auch ...
Die Vorgeschichte
IBM steckt mitten in der Entwicklungsphase von "Project Chess", dem ersten Personal Computer. Für diesen Rechner, der den Computermarkt erobern wird, ist der Hersteller noch auf der Suche nach einem passenden Betriebssystem. Das meistverbreitete System dieser Tage ist CP/M, das von Digital Research (DR) entwickelt wurde. Nach Verhandlungen zwischen IBM-Vertretern und Microsoft, bei denen es um die Software-Ausstattung des IBM-PCs ging, organisierte Bill Gates ein Treffen zwischen IBM und DR - Microsoft selbst bietet keine Betriebssysteme an. Dieses Treffen findet statt am 22. August 1980, in den Digital-Research-Büros in Pacific Grove. Eigentlich ist alles klar: Der PC soll mit CP/M ausgeliefert werden, da es kaum brauchbare Alternativen gibt. Doch es kommt anders.
Die Legende
Was genau an diesem Tag passiert, darum ranken sich Legenden. Die verbreitetste Variante dieser Geschichte geht so: Die IBM-Unterhändler tauchen bei Digital Research auf, um über CP/M zu verhandeln, doch der DR-Chef Gary Kildall hat keine Lust auf Verhandlungen - er ist mit seinem Hobby beschäftigt, der Fliegerei in seinem Privatflugzeug. IBM trifft nur auf Kildalls Frau Dorothy, und so kommt es nicht zu Verhandlungen; IBM wendet sich stattdessen an Bill Gates - und dieser liefert schließlich MS-DOS für den PC, was zum Quasi-Standard in der PC-Branche wird und den Grundstein legt für die weltweite Microsoft-Dominanz und Gates' unermesslichen Reichtum. Gary Kildall verspielte die Chance, seine Firma zum mächtigsten Spieler auf dem Computermarkt zu machen.
Die Wahrheit
Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Tatsächlich scheitern die Verhandlungen, und IBM wendet sich an Microsoft - mit den bekannten Folgen. Doch in Gary Kildalls (nie veröffentlichten) Memoiren und in der Erzählung weiterer DR-Mitarbeiter verläuft der 22. August 1980 etwas anders.
Es ist wirklich nur Garys Frau Dorothy zugegen, als IBM bei Digital Research auftaucht. Doch das ist nichts Besonderes, da sie die meisten Verhandlungen für das Unternehmen führt. Sie allerdings will keine Schweigevereinbarung ohne Zustimmung ihres Mannes unterzeichnen - für IBM unverständlich, da es sich aus deren Sicht nur um eine Formalität handelt, ohne die es nicht zu Verhandlungen kommen kann. Die Vereinbarung ist sehr einseitig: Ihr zufolge hat DR zu leugnen, sich jemals mit IBM getroffen zu haben, während IBM alle erhaltenen Informationen nach Belieben verwenden darf.
Kildall ist währenddessen im Flugzeug auf einer Geschäftsreise, kehrt jedoch am Nachmittag zurück und kann dem Treffen schließlich noch beiwohnen. IBM verlangt dabei aber zu viel: Kildall soll die PC-Rechte an CP/M für 250.000 Dollar verkaufen, ohne Beteiligung an den Verkaufserlösen. Dabei soll das System in "PC-DOS" umbenannt werden. Für Kildall nicht akzeptabel - zumal er die Bedeutung des Geschäfts nicht erkennt, für ihn ist IBM nur einer von vielen Anbietern auf dem Computermarkt.
Die Verwirrung
Wie IBM und DR an diesem Tag verblieben, ist nicht klar: Laut Kildall gab es durchaus eine Vereinbarung per Handschlag, wenn auch keinen Vertrag; Quellen bei IBM behaupteten, Kildall habe gar kein Interesse am Deal gezeigt, und wieder andere können sich nicht mehr erinnern - einer der IBM-Unterhändler behauptete später sogar, Kildall nie begegnet zu sein. Die Zahl der verschiedenen Versionen dieser Geschichte ist kaum überschaubar, und so wird dieses Rätsel wohl nie gelöst werden. Gary Kildall selbst und seine Frau können heute keine Aussage mehr dazu machen: Gary starb 1994, Dorothy 2005. Bill Gates hingegen, dem durch das Scheitern der Verhandlungen das Geschäft mit dem IBM-PC zufiel, wurde zu einem der reichsten und mächtigsten IT-Magnaten der Welt.

Ich finde es einfach beruflich immer nur peinlich, daß es bis heute keine gescheite Remotelösung in Linux gibt, so wie es früher mit X11 bei Unix war. VNC ist eine Katastrophe, da arschlangsam und absolut laggy. X11 geht nur mit gescheiter Clientsoftware, die arschteuer geworden ist (Exceed oder Reflections), Xming wird von einem unzuverlässigen Typen bis heute geflegt, der selbst bei regelmäßiger Zahlung den Support verweigert, und Dich bei kritischen Fragen sofort von künftigen Updates sperrt. Selbst wenn X11 mal läuft, werden je nach Oberfläche KDE oder Gnome manche Menüs und Scrollbars nicht korrekt dargestellt, nur XFCE läuft zuverlässig, was aber wiederum nicht bei jeder Distribution auf Anhieb läuft. Einzige bisher beste Lösung: XRPD, ein Microsoftprodukt.
Noch anstrengender wird es, wenn Du mal jemanden per Teamviewer oder Anydesk unter Linux für andere Remotesupport bieten willst. Bei Windows, ein Download, Start, läuft! Unter Linux eine einzige Katastrophe. Von den ganzen Derivaten (Mint, Knoppix, Gentoo, Tails, Elemental OS usw.) mal abgesehen.
So groß ist der Abstand da heute auch nicht mehr und das Steam Deck hängt Windows bei unerfahrenen Nutzern mit geringen Ansprüchen, die nur noch das Smartphone kennen, klar ab.
Ich habe von Anfang an nicht kapiert, warum am PC alles so primitiv sein musste. Vieles - wie z.B. Textverarbeitung - war deutlich schlechter gelöst als am C64 (Pagefox). Erst mit dem Umstieg auf SuSE-Linux hab ich kapiert, was ein PC eigentlich für Möglichkeiten hat.
Davor bestanden die irgendwie nur auf dem Papier. Word war für mich nie eine Textverarbeitung, sondern eigentlich nur ein Wysiwyg-Editor. Bis heute in meinen Augen eine reine Spielerei, die einem nur die Zeit raubt. Außer man schreibt tatsächlich nur ein paar Briefe. Dafür kann man es einigermaßen benutzen.
Damit Du im Desktop-Bereich punkten kannst, muß da etwas mehr her als ein paar Hobby-Programmierer, die mal wild alles per Open Source zusammenbasteln. Und daran ist es früher gescheitert, und scheitert bis heute, auch wenn heute über 80% Codeentwicklung über kommerzielle Firmen erfolgt. Schau Dir nur mal das Drama um Wayland an. Es gibt bis heute, außer altes X11, VNC und, man höre und staune XRDP, keine gescheite Remotelösung für Oberflächen.
Als Server und Anwendungsplattform ist Linux prima. Aber bis heute für Desktop, auch wenn es sich schon stark gebessert hat, ein einziger Krampf an vielen Stellen.
M§ ist kurz davor es zu schaffen mit TPM und Co.
An solchen Stories sieht man immer wieder, wie wenig eigentlich Technologie & Co damit zu tun haben, welches System sich am Ende durchsetzt.
Ich habe von Anfang an nicht kapiert, warum am PC alles so primitiv sein musste. Vieles - wie z.B. Textverarbeitung - war deutlich schlechter gelöst als am C64 (Pagefox). Erst mit dem Umstieg auf SuSE-Linux hab ich kapiert, was ein PC eigentlich für Möglichkeiten hat. Davor bestanden die irgendwie nur auf dem Papier. Word war für mich nie eine Textverarbeitung, sondern eigentlich nur ein Wysiwyg-Editor. Bis heute in meinen Augen eine reine Spielerei, die einem nur die Zeit raubt. Außer man schreibt tatsächlich nur ein paar Briefe. Dafür kann man es einigermaßen benutzen.
Und über den Bereich Textverarbeitung zog sich das nahtlos weiter. Es gab einfach keine Software mit der ich produktiv arbeiten konnte. NT war an vielen Stellen beeindruckend und ich habe es anfangs geliebt. Aber es gab noch weniger SW und am Anfang liefen wegen des Fehlens von DirectX kaum Spiele darauf.
Außer mit illegalen Methoden hätte es Microsoft nicht geschafft. Linux hätte da sehr schnell deutlich größere Marktanteile gewonnen. Zumindest bei Leuten, die mit dem PC auch selbstständig arbeiten mussten. Das technische Verständnis war bei den meisten Leuten damals recht ausgeprägt, weil man auch unter Windows vieles erstmal einrichten musste. Smartphones und Touchbedingung gab es noch nicht.
Na ja, MS ist nicht die einzige Firma, die mit unlauteren Methoden operiert hat. IBM war davor nicht besser und Apple und Google sind es heute ebenso wenig. Ich bleibe daher auch weiterhin primär auf Linux und nutze tatsächlich noch ein 5-Jahre altes Windows-Phone. Heute können mir Apple und Google gestohlen bleiben.
Wenn Firmen zu viel Macht haben, erwächst daraus meisten nichts Gutes. Müssen sie gegen andere konkurrieren, kommen oft richtig gute Sachen heraus.