64 Bit - AMD-Technik für Intel-CPUs (PCGH-Retro, 4. August)
64 Bit - AMD-Technik für Intel-CPUs, 3dfx (fast) in Segas Dreamcast und der AOL-Suchanfragen-Skandel: Das geschah am 4. August. Jeden Tag wagt PC Games Hardware einen Blick zurück in die noch junge, aber bewegte Geschichte des Computers.
... 1998: 3dfx ist nicht nur regelmäßigen Lesern von PCGH ein Begriff. Aber wussten Sie, dass 3dfx-Technik sogar in einer Sega-Konsole steckt? Nein, tut sie auch nicht. Aber das liegt nur daran, dass Sega sich sehr spät gegen 3dfx und für die Infinite-Planes-Technik von NEC/Videologic entschied. Doch die 3dfx-Anwälte wollten die Sache nicht auf sich beruhen lassen und pochten auf gültige Vorverträge - mit Erfolg: an diesem vierten August einigt man sich mit Sega auf eine Ersatzzahlung von 10,5 Mio. US-Dollar so die Webseite Kotaku. Dort wird auch ein deftiger Spruch zum besten gegeben, mit dem ein 3dfx-Mitarbeiter angeblich auf die außergerichtliche Einigung reagiert haben soll: "That's right bitch. Wish we didn't need to break Sonic's legs to get it."
... 2004: Nach dem gewonnenen Gigahertz-Rennen ist dieses ein eher moralischer Sieg für AMD gegen den Erzrivalen Intel: Am 4. August 2004 führt Intel den Pentium 4 3.60F ein, still und heimlich, zunächst nur für den OEM-Markt. Das Besondere an dieser CPU: Der Chip mit Prescott-Kern verfügt erstmals über eine neue Funktion namens EM64T. Dahinter verbirgt sich eine 64-Bit-Erweiterung des x86-Befehlssatzes, die jedoch ursprünglich nicht von Intel stammt, sondern von AMD - dort wurde sie schon lange zuvor mit dem Athlon 64 unter dem Namen AMD 64 eingeführt, eine Bezeichnung, die Intel natürlich nicht übernehmen kann. EM64T steht für "Extended Memory 64 Technology", schließlich sei doch der Hauptvorteil die Nutzbarkeit von mehr als 4 GiByte RAM. Auch mit diesem Namen scheint man nicht so recht zufrieden zu sein, Intel benennt die Funktion bald weniger kryptisch in "Intel 64" um. Doch egal unter welchem Namen: Es bleibt eine AMD-Technik, die Intel nur wegen eines Lizenzaustauschabkommens mit dem Konkurrenten einsetzen darf; zum ersten Mal übernimmt Intel damit von einem Wettbewerber eine wichtige Technik für die eigenen x86-Prozessoren. Den meisten Kunden bleibt die 64-Bit-Funktion aber ohnehin verborgen, denn nutzen lässt sie sich erst mit einem passenden Betriebssystem - und Microsofts Windows XP in der x64-Edition ist noch nicht auf dem Markt.
... 2006: In Zeiten immer laxereren Umgangs mit dem Thema Datenschutz, mutet ein Vorfall aus dem Jahr 2006 vielleicht gar nicht mehr so unerhört an, wie es damals der Fall gewesen war. Am 4. August stellt ein Mitarbeiter der AOL-Forschungsabteilung eine komprierte, aber unverschlüsselte Datei auf seine Webseite, welche für ein Forschungsprojekt genutzt werden soll. Der Inhalt: Etwa 20 Millionen Suchanfragen von 650.000 AOL-Nutzern über einen Zeitraum von drei Monaten hinweg. Das Brisante: Die Datei ist unverschlüsselt und lässt den Rückschluss von Suchanfrage auf den Nutzer zu. AOL reagiert - viel zu spät für die Geschwindigkeit des Internet - am 7. August und nimmt die inzwischen weit verbreitete Datei offline. Während einige Jahre später ein solches "Versehen" kaum mehr als ein Einzeiler und eine entschuldigende Stellungnahme der Firma nach sich zieht, sind die Konsequenzen 2006 beträchtlich. Die AOL-Technikchefin Maureen Govern tritt im August zurück und im September 2006 kommt es zu einer Sammelklage gegen AOL - 5.000 US-Dollar werden darin pro Geschädigtem gefordert.

Mit Einführung der 64 Bit Architektur sank bei mir die Anzahl Bluescreens deutlich.
Linux war bereits seit 2001 offiziell 64-bit-fähig, MacOS mit Einführung der PowerPC 970-Architektur 2003.
64-Bit in Destkop-Rechnern war zu dem Zeitpunkt also sehr wohl schon "nutzbar".
Wer immer nur auf Windows und Microsoft guckt (welche moderne Technik mal wieder schnurstracks verpennt oder dem Marketing unterworfen hatten) ist schlicht selber schuld.