Indische Mondmission: Chandrayaan-3 antwortet nicht mehr
Die Landefähre Vikran und der Rover Pragyan der indischen Mondmission Chandrayaan-3 wachen nicht mehr aus dem Schlafmodus auf. Eigentlich sollten die beiden Geräte nach der 14-tägigen Mondnacht wieder aktiviert werden, um weitere Experimente durchführen zu können.
Am 23. August dieses Jahres erreichte die indische Mondmission Chandrayaan-3 den Erdtrabanten und konnte dort zwei Wochen lang Untersuchungen durchführen. Während einer Nacht auf dem Mond, die etwa 14 Erdtagen entspricht, mussten die Geräte der indischen Raumfahrtagentur ISRO in den Schlafmodus wechseln. Das war am 4. September 2023, doch trotz des Endes der Mondnacht hat die ISRO bisher erfolglos versucht, die beiden Geräte auf dem Mond zu reaktivieren.
Versuche der Kontaktaufnahme werden fortgesetzt
"Es wurden Anstrengungen unternommen, eine Kommunikation mit dem Lander Vikram und dem Rover Pragyan herzustellen, um ihren Aufwachzustand festzustellen. Bisher wurden keine Signale von ihnen empfangen", schreibt die indische Raumfahrtagentur ISRO auf der Social-Media-Plattform X (früher Twitter).
Die ISRO versucht weiterhin, nach der langen Mondnacht den Kontakt zur Landefähre Vikran und dem kleinen Rover Pragyan wiederherzustellen. Aber die elektronischen Bauteile der Mondgeräte der Chandrayaan-3-Mission sind laut Golem nicht für Nächte auf dem Erdtrabanten ausgelegt. Auf dem Mond kann es während der zweiwöchigen Nachtphase bis zu -160 Grad Celsius kalt werden.
Erste Untersuchungsdaten liegen bereits vor
Dennoch bestand die Hoffnung, dass das Sonnenlicht zu einer Erwärmung der Solarzellen und damit zu einer Aufladung der Fahrzeugbatterien geführt hätte. Die bisher gesammelten Daten werden von Forschenden der indischen Raumfahrtagentur ISRO weiter ausgewertet.
So gibt es bereits Hinweise auf den Temperaturverlauf unter und auf der Mondoberfläche, außerdem konnten die Wissenschaftler neue Erkenntnisse über die Zusammensetzung der Mondoberfläche gewinnen. Indien ist nach den USA, China und Russland das vierte Land, dem eine Mondlandung gelungen ist.


Die ESA ist ISRO um mehrere Dekaden vorraus.
Hier ein Überblick über ein paar der über 100 Missionen, die mir besonders in Erinnerung geblieben sind:
Giotto - das war die erste Interplanetare Mission der ESA im Jahre 1985. (zum vergleich: Entfernung Mond 360k km und Mars 60 Mio km).
Bereits 1997 ist eine ESA Sonde erfolgreich auf dem Saturnmond Titan gelandet. Dagegen ist eine unser Mond ein Kinderspiel. Bis heute hält "Huygens" übrigens den Rekord, als die am weitesten von der Erde entfernte Landung (1,4 Mrd km).
Die "Mars-Express" Mission hat im Jahre 20003 einen Orbiter und ein Landegerät zum Mars gebracht.
Der Orbiter ist nach 20 Jahren immer noch in Betrieb und liefert Ergebnisse!
Alle diese Missionen sind wesentlich komplexer und haben ein vielfaches des Budgets als der 14 tägige Kurztrip auf unserem Erdtrabanten der Inder. Das ist etwa so als würde man die ersten Schritte eines Kindes mit einem 100 m Sprinter bei der Olympiade vergleichen.
Auch besteht ein Unterschied zwischen der Grundlagenforschung bzw. Entwicklung von eigener Technologie und der bloßen Anwendung bestehender Technik.
Die wissenschaftlich wirklich interssanten Themen zum Mond sind mittlerweile auch schon alle beantwortet, aber es immer noch sehr prestigeträchtig auf dem Mond zu landen - daher fängt man dort an zu "üben" (s.h. auch China).
Die normale Bevölkerung hat kaum eine Vorstellung von den Dimensionen unseres Sonnensystems, daher macht es kaum einen Unterschied im Medienecho, ob es der Mond oder ein Planet ist.
Bei den meisten ESA Missionen war Indien noch ein Entwicklunsland, das nur von Raumfahrt geträumt hat.
Ok, fließend Wasser haben jetzt immer noch nicht alle, aber es war ein gewaltiger Schritt zum industrieland
Hier geht es mitnichten nur ums Prestige, sondern um die Positionierung bei wichtigen Rohstoffquellen für die Zukunft.
Am Südpol des Mondes wird die mehr oder weniger einzige relevante Lagerstätte für H2O auf dem Mond oberflächennah vermutet.
Jene Nation, welche hier den besten Zugriff hat, wird höchstwahrscheinlich am schnellsten erdorbitale Stationen aufbauen können und wird die Nase bei der weiteren (bemannten) Erkundung des Sonnensystems haben.
Ein kg Sauerstoff von der Erdoberfläche in erdnahen Orbit kostet derzeit ca. 33.000 US$.
Selbst mit Musks neuer Rakete wird das noch oberhalb von 20.000 US$ liegen.
Vom Mond aus wird das aber erheblich billiger.
Man schätzt hier mit Transportkosten bis Erdorbit von unter 3.000 US$, entsprechende Infrastruktur auf dem Mond (die ja dann auch was kosten wird) vorhanden.
Die ESA ist noch lange nicht soweit.
Die ESA ist ISRO um mehrere Dekaden vorraus.
Hier ein Überblick über ein paar der über 100 Missionen, die mir besonders in Erinnerung geblieben sind:
Giotto - das war die erste Interplanetare Mission der ESA im Jahre 1985. (zum vergleich: Entfernung Mond 360k km und Mars 60 Mio km).
Bereits 1997 ist eine ESA Sonde erfolgreich auf dem Saturnmond Titan gelandet. Dagegen ist eine unser Mond ein Kinderspiel. Bis heute hält "Huygens" übrigens den Rekord, als die am weitesten von der Erde entfernte Landung (1,4 Mrd km).
Die "Mars-Express" Mission hat im Jahre 20003 einen Orbiter und ein Landegerät zum Mars gebracht.
Der Orbiter ist nach 20 Jahren immer noch in Betrieb und liefert Ergebnisse!
Alle diese Missionen sind wesentlich komplexer und haben ein vielfaches des Budgets als der 14 tägige Kurztrip auf unserem Erdtrabanten der Inder. Das ist etwa so als würde man die ersten Schritte eines Kindes mit einem 100 m Sprinter bei der Olympiade vergleichen.
Auch besteht ein Unterschied zwischen der Grundlagenforschung bzw. Entwicklung von eigener Technologie und der bloßen Anwendung bestehender Technik.
Die wissenschaftlich wirklich interssanten Themen zum Mond sind mittlerweile auch schon alle beantwortet, aber es immer noch sehr prestigeträchtig auf dem Mond zu landen - daher fängt man dort an zu "üben" (s.h. auch China).
Die normale Bevölkerung hat kaum eine Vorstellung von den Dimensionen unseres Sonnensystems, daher macht es kaum einen Unterschied im Medienecho, ob es der Mond oder ein Planet ist.
Bei den meisten ESA Missionen war Indien noch ein Entwicklunsland, das nur von Raumfahrt geträumt hat.
Ok, fließend Wasser haben jetzt immer noch nicht alle, aber es war ein gewaltiger Schritt zum industrieland
Schwachsinn-Mission, bei der es also nur ums "Prestige" geht.
Warum ist das dann überhaupt eine Meldung wert?
Wäre mir neu, dass jeder Satellit der sein Lebensende erreicht hat, in den Nachrichten auftaucht...