Europa schaltet sein 1,5-Mrd-Weltraumteleskop ein
Die European Space Agency (ESA) hat ihr 1,5-Milliarden-Weltraumteleskop eingeschaltet. Euclid soll Bilder vom Weltraum machen und scharfe Bilder von Sternen und Galaxien liefern.
"Hallo Welt", könnte man sagen - die europäische Raumfahrtagentur (European Space Agency, ESA) hat ihr 1,5 Milliarden Euro teures Weltraumteleskop Euklid eingeschaltet und - gute Nachrichten - es ist so weit alles funktionstauglich. Euklid - bzw. Euclid im internationalen Bereich - soll mit seinen beiden Instrumenten scharfe Bilder von Galaxien liefern. VIS macht Aufnahmen im sichtbaren Bereich des Lichtes, NISP indes nahe am Infrarotbereich. Beide funktionieren laut ESA wie geplant - entsprechend groß ist die Freude.
"Wir freuen uns sehr, dass die Inbetriebnahmephase von Euclid gut voranschreitet", sagt Alessandra Roy, Euclid-Projektleiterin bei der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR. "Die Sonde wird bald ihre endgültige Position in 1,5 Millionen Kilometern Entfernung von der Erde erreichen und mit wissenschaftlichen Beobachtungen beginnen."
Quelle: Euclid Consortium/NISP Team/LAM
NISP-Instrument auf einer optischen Bank im Reinraumlabor.
Quelle: Euclid Consortium/VIS Team/CEA
Testmodell der Brennebene der VIS-Kamera mit 36 CCDs.
"Nach 16 Jahren Arbeit für Euclid können wir stolz darauf sein, dass das Teleskop nun seine Augen öffnet und in den Weltraum blickt, auch dank unserer Bemühungen", kommentiert Frank Grupp von der Ludwig Maximilian University in München, der NISP verantwortet hat. Mit dem 1,2-Meter-Spiegel soll Euclid soll weniger einzelne Objekte studieren, sondern mehr ein Gesamtbild liefern; eher kartografisch soll es weite Bereiche des Himmels betrachten, um einen umfassenderen Blick auf den Kosmos zu erhalten. Über Aufnahme verzerrter Galaxien erhofft man sich Hinweise auf dunkle Materie.
"Euclid wird den Einfluss der dunklen Materie und der dunklen Energie auf die Entwicklung und die großräumige Struktur des Kosmos zum ersten Mal systematisch aus dem Weltraum untersuchen. Zusammen machen diese weitgehend unbekannten und unsichtbaren Komponenten des Universums 95 Prozent des Kosmos aus. Während die dunkle Materie die Gravitationswirkungen zwischen und innerhalb von Galaxien bestimmt und zunächst für eine Verlangsamung der Expansion des Universums sorgte, ist die dunkle Energie für die derzeitige beschleunigte Expansion des Universums verantwortlich".
Quelle: ESA/Euclid/Euclid Consortium/NASA, CC BY-SA 3.0 IGO
Testbild der frühen Inbetriebnahme - NISP-Instrument mit vollem Sichtfeld und Zoom für Details.
Quelle: ESA/Euclid/Euclid Consortium/NASA, CC BY-SA
Testbild der frühen Inbetriebnahme - VIS-Instrument mit vollem Sichtfeld und Zoom für Details.
Was zu sehen gibt es auch: "Obwohl diese ersten Testbilder noch nicht für wissenschaftliche Zwecke nutzbar sind, freue ich mich, dass das Teleskop und die beiden Instrumente jetzt im Weltraum hervorragend funktionieren", so Knud Jahnke vom Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA) in Heidelberg.
Quelle: MPIA


Wenn man sich überlegt, wie gut die Qualität der Bilder mittlerweile geworden ist und mit was für abgefahrenen Techniken gewisse Elemente und Gasnebel sichtbar gemacht werden können, kann ich mir schon vorstellen, warum so ein Oschi so teuer ist...
Sinnhaftigkeit hin oder her, es ist wie bei uns Hardwareleuten: Je besser die Technik, umso mehr gefällt es.
Und die Vorstellung, dass wir bereits fast 13 Milliarden Lichtjahre zurückblicken können (denn das ist es ja - eine Reise in die Vergangenheit), muss ich persönlich immer wieder voller Ehrfurcht mein kleines Hirn beruhigen und ihm sagen: "Versuch' es gar nicht erst, das alles zu verstehen, es gelingt dir eh nicht!"
Egal, was dieses neue Teleskop uns präsentiert, es wird sicher atemberaubend sein und hoffen wir, dass es keine Panne durch falsche Befehle wie bei Voyager 2 gibt:
https://www.pcgameshardwa...
Ansonsten freue ich mich aber auch noch auf neue Bilder. Zu gerne würde ich einfach den Ursprung kennenlernen, auch wenn die Chance dafür viel zu klein ist, als dass ich das noch in meinen vielleicht 40-60 verbleibenden Jahren erfahren werde.