5× Radeon RX 9070 XT
In diesem Artikel
Radeon RX 9070 XT Custom-Modelle im Test
Die Stärkere der beiden Schwestern. Die Radeon RX 9070 XT bringt ein höheres Powerlimit, einen höheren Takt und mehr Leistung mit als die kleine Schwester. Einige Modelle verfügen über ein Dual-BIOS und erlauben dem Nutzer die Wahl zwischen Performance- und Silent-Konfiguration, andere Karten kommen mit lediglich einer Firmware. Während Basismodelle über eine Total Boardpower von 304 Watt verfügen, muss so mancher Custom-Design-Kühler bis zu 340 Watt von der Platine abführen. In unserem Test zeigt sich eine allgemein relativ niedrige GPU-Temperatur, obwohl die Designs nicht übermäßig ausufernde Kühler-Abmessungen mit sich bringen. Der Grafikspeicher hingegen wird vergleichsweise warm und knackt bei manchen Modellen die 90-Grad-Celsius-Marke. Die Spannungswandler werden unterschiedlich gut auf niedrigen Temperaturen gehalten. Extreme Ausreißer jenseits der 90 Grad Celsius finden sich jedoch nicht. Beim Blick auf die Lärmabgabe gibt es ebenfalls deutliche Differenzen.
Mit der Quicksilver liefert XFX den Temperaturkönig. Mit 48 Grad Celsius im Performance- und 50 Grad Celsius im Silent-BIOS wird der Chip außerordentlich gut gekühlt. Doch diese guten Werte haben einen Grund. Und so muss man 2,7 Sone im Performance- und 1,9 Sone im Silent-BIOS ertragen. Damit ist das Modell fernab der Konkurrenz, unnötig laut und verfügt entgegen der Erwartung auch nicht über ein gesteigertes Powerlimit oder einen erhöhten Takt. Deutlich mehr überzeugen können Sapphires Pulse und Asrocks Taichi-Karte. Das Sapphire-Modell reizt die niedrige Boardpower von 304 Watt und die am Chip ankommenden 237 Watt perfekt aus und fährt die Lüfter auf eine so niedrige Drehzahl, dass lediglich extrem niedrige 0,4 Sone an Lärm abgegeben werden. Der Takt ist zwar mit 2.520 MHz nicht sonderlich erhöht, jedoch geht das Gesamtkonzept einer leisen und effizienten Karte extrem gut auf. Asrocks Taichi bildet den Gegenpol und ist vor allem für Tuner interessant. Zwar lässt sich bei allen der hier getesteten Modellen das maximale Powerlimit lediglich um 10 Prozent erhöhen, der Taichi wurde aber schon von Werk aus eine maximale Boardpower von 340 Watt spendiert, die auch von der Karte voll ausgereizt wird. Ob im Performance- oder Silent-Modus, das Modell setzt die zusätzliche Energie in einen hohen Takt nahe der 2.700-MHz-Grenze um. Glücklicherweise spielt aber auch die Kühlung mit. Je nach Firmware entstehen lediglich 0,9 respektive 0,5 Sone Lärmbelastung und GPU-Temperaturen von 53, beziehungsweise 56,5 Grad Celsius.
| RX-9070-XT-Customs (P- |S-BIOS) | Sapphire Nitro+ AMD Radeon RX 9070 XT Gaming OC | XFX Quicksilver Radeon RX 9070 XT Magnetic Air Edition | Gigabyte Radeon RX 9070 XT Gaming OC | Sapphire Pulse Radeon RX 9070 XT Gaming | Asrock Radeon RX 9070 XT Taichi |
|---|---|---|---|---|---|
| GPU-Lautstärke | 0,6 Sone | 2,7 | 1,9 Sone | 1,3 | 0,8 Sone | 0,4 Sone (0,3) | 0,9 | 0,5 Sone |
| GPU-Temperatur | 61 °C | 48 | 50 °C | 58 | 63 °C | 55 °C | 53 | 56,5 °C |
| VRAM-Temperatur | 90 °C | 78 | 80 °C | 88 | 92 °C | 90 °C | 88 | 90 °C |
| Hot Spot Temp: | 85 °C | 66 | 68 °C | 81 | 86 °C | 78 °C | 85 | 85 °C |
| VR SoC Temp: | 66 °C | 56 | 58 °C | 78 | 84 °C | 67 °C | 65 | 66 °C |
| VR VDDC Temp: | 84 °C | 63 | 66 °C | 58 | 62 °C | 79 °C | 79 | 78 °C |
| Total Boardpower: | 330 W | 304 | 304 W | 330 | 330 W | 304 W | 340 | 304 W |
| Total Graphicspower: | 274 W | 244 | 240 W | 305 | 305 W | 237 W | 303 | 272 W |
| GPU-Takt: | 2.660 MHz | 2.510 | 2.495 MHz | 2.695 | 2.685 MHz | 2.520 MHz | 2.695 | 2.575 MHz |
| VRAM-Takt: (×8 = MT/s) | 2.505 MHz | 2.505 | 2.505 MHz | 2.505 | 2.505 MHz | 2.505 MHz | 2.505 | 2.505 MHz |
| Lüfter RPM | 1.080 U/min | 1.570 | 1.380 U/min | 1.600 | 1.400 U/min | 1.150 U/min | 1.145 | 935 U/min |
| Powerlimit erhöhbar | 110 % (-30 +10) | 110 % (-30 +10) | 110 % (-30 +10) | 110 % (-30 +10) | 110 % (-30 +10) |
| Lautstärke Spulenfiepen | 0,2 Sone | 0,1 | 0,1 Sone | 0,1 | 0,1 Sone | 0,1 Sone | 0,1 Sone |
| Gewicht | 1.890 g | 1.553 g | 1.260 g | 1.213 g | 1.460 g |
| Abmessungen (L × B × H), ohne Slot/PCIe | 330 × 128 × 66 mm | 347 × 118 × 68 mm | 289 × 119 × 55,5 mm | 320 × 120 × 61,5 mm | 330 × 127 × 60,5 mm |
| Lüfterbestückung/Lüfterdurchmesser | 3× 99,5 mm | 3× 95,5 mm | 3× 88 mm | 2× 99,5, 1× 89,5 mm | 3× 96,5 mm |
| Stromstecker | 12+4-Pol | 2× 8-Pol | 3× 8-Pol | 2× 8-Pol | 12+4-Pol |
Mit der Nitro+ und der Gaming OC liefern Sapphier und Gigabyte die zwei bisher nicht betrachteten Modelle, die jedoch auch durch unterschiedliche Aspekte punkten können. Sapphires Nitro+ verfügt über ein hohes Powerlimit und kann dieses relativ leise mittels Kühlung bändigen. Jedoch erreicht das Modell nicht den flüsterleisen Betrieb der Taichi und muss sich mit etwas höheren Temperaturen geschlagen geben. Gigabytes Gaming OC kann vor allem durch den hohen Takt von knapp 2.700 MHz und mit einem hohen Powerlimit von 330 Watt punkten. Jedoch ist die Kühlung des kompakten Designs auch etwas mehr ausgelastet und beschert teils höhere Temperaturen als bei der Konkurrenz.
Sapphire Nitro+ AMD Radeon RX 9070 XT Gaming OC
Details und Design
Wuchtig, gut verarbeitet und mit zusätzlich beiliegender (magnetischer) Backplate - die Nitro+ aus dem Hause Sapphire macht einen starken Ersteindruck. Das Flow-Through-Design wurde mit einer versteckten 12+4-Pol-Buchse am Heck der Platine ausgestattet, das Kabel kann unsichtbar verlegt werden. Es wurde extra ein besonders langer 12+4-auf-3×8-Pol-Adapter mit blauem Stecker beigelegt. Mit 330 × 128 × 66 mm gehört das Design eher zu den wuchtigeren Kandidaten. Die drei 99,5-mm-Lüfter müssen das Powerlimit von 330 Watt im Zaum halten. Und das gelingt auch. Mit 61 Grad Celsius GPU- und 90 Grad Celsius VRAM-Temperatur gehört die Karte zwar nicht zu den kühlsten, kann aber mit angenehm leisen 0,6 Sone und einem hohen Takt von 2.660 MHz überzeugen. Ein zweites BIOS ist nicht zu finden.
XFX Quicksilver Radeon RX 9070 XT Magnetic Air Edition
Details und Design
Vorerst präsentiert sich die Quicksilver in wuchtigem aber schlichtem Design, lediglich das XFX Logo wurde mit einer Beleuchtung hinterlegt. Beim genaueren Hinschauen entpuppt sich das Modell jedoch als spannender als gedacht, denn es wurden mehr oder minder praktische Technikspielereien verbaut. Beispielsweise lassen sich die seitlichen Abdeckungen des Kühlers abmontieren und einfach per Magnet wieder befestigen. So auch die Lüfter. Alle drei Rotoren lassen sich mitsamt der Nabe abziehen und wieder befestigen. Die Stromversorgung läuft über Kontakte. Die Leistung des Kühlers ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite mausert sich die Quicksilver zur kühlsten Karte im ganzen Test, auf der anderen auch zur lautesten. Im Performance-BIOS schafft das Modell den Chip auf 48 Grad Celsius zu bringen. Verhält sich dabei mit 2,7 Sone aber extrem laut. Das Silent-BIOS ist mit 1,9 Sone deutlich leiser und erhöht die Chiptemperatur lediglich auf 50 Grad Celsius. Warum der Hersteller die Lüfterkurve nicht sinnvoll optimiert hat, bleibt die Frage, denn der Kühler hätte dank niedriger Temperaturen ein extrem hohes Potenzial. Auch das Powerlimit und die Taktrate hätten von einer herstellerseitigen Erhöhung profitiert. So ist die Karte zwar eine gute Basis, aber nur wenn man händisch optimiert; Drehzahl verringert, Takt und Powerlimit erhöht.
Gigabyte Radeon RX 9070 XT Gaming OC
Details und Design
Trotz kompakter Maße und (sehr) kleiner Lüfter hat Gigabyte der Gaming OC die volle Packung Power und Takt spendiert. Nur 289 × 119 × 55,5 mm ist das Custom-Modell groß und verfügt über drei 88-mm-Lüfter. Das Powerlimit wurde im Performance- und Silent-BIOS auf 330 Watt gelegt. Händisch kann man der GPU zehn Prozent mehr Strom genehmigen. Der Kühler kann durchaus der Abwärme etwas entgegensetzen. Die GPU und der VRAM werden im Performance-Modus 58 respektive 88 Grad Celsius warm, während der Silent-Modus die Temperaturen auf 63 beziehungsweise 92 Grad Celsius steigen lässt. Damit ist die Karte zwar die wärmste im Testfeld, die Temperaturen sind jedoch noch nicht in kritischen Bereichen. Die Lärmabgabe ist ebenfalls eher im Mittelfeld, 1,3 Sone in der Performance- und 0,8 Sone in der Silent-Konfiguration. Besonders positiv sticht hingegen die Taktrate heraus. In beiden Modi kommt das Modell der 2.700-MHz-Marke nah. Für eine kompakte Karte liefert die Gaming OC viel Power.
Sapphire Pulse Radeon RX 9070 XT Gaming
Details und Design
Mit der Pulse haben wir auch das günstigere und schlichtere Modell von Sapphire im Test. Im Gegensatz zur aufwendiger gestalteten Nitro+ wurden beim Spar-Modell ein paar Abstriche gemacht. So gibt es zwar weiterhin drei Lüfter, der 12+4-Pol-Anschluss und die hochwertige Metallverarbeitung bleibt jedoch dem größeren Modell vorbehalten, genau wie das hohe Powerlimit und der höhere Takt. Die Pulse muss mit lediglich 304 Watt auskommen und schafft im Spiel um die 2.520 MHz. Davon abgesehen kann man das Modell aber nur loben. Denn die Kühlung ist sehr gut, aber vor allem ungeschlagen leise. Lediglich einen Lärmpegel von 0,4 Sone geben die Lüfter ab, Bestwert unter den XT-Modellen. Die GPU bleibt trotzdem bei niedrigen 55 Grad Celsius, der Speicher mit 90 Grad Celsius bei üblichen Temperaturen in diesem Test.
Asrock Radeon RX 9070 XT Taichi
Details und Design
Die Taichi kommt im schicken gold-grau-schwarzem Design, mit drei Lüftern, abschaltbarer RGB-Beleuchtung, Dual-BIOS und sehr hohem Powerlimit. Während der Kühler mit 330 × 127 × 60,5 mm nicht übertrieben klein, aber auch nicht ausufernd groß gestaltet wurde, hat der Hersteller dem Custom-Modell mit 340 Watt das höchste Powerlimit im Test spendiert. Da die Karte die Energie auch ausreizen kann, ist ein guter Kühler wichtig. Mit der Taichi liefert Asrock zur guten Platine auch den hervorragenden Kühler. Trotz der hohen Abwärme erreicht die GPU im Performance-BIOS lediglich 53 Grad Celsius. Dabei erzeugen die Lüfter 0,9 Sone. Das Silent-BIOS spendiert der Karte weniger Power, reduziert dadurch aber auch die Lautstärke auf 0,5 Sone. Zwar gibt es mit der Sapphire Puls im Test eine Karte, welche das Temperatur-Lautstärke-Verhältnis minimal unterbieten kann, trotz gleicher Total Boardpower kommen beim Konkurrenz-Modell jedoch lediglich 237 Watt am Chip an (TGP), 35 Watt weniger als bei der Taichi. Die Kühlleistung lässt sich somit als eine der besten im Test einordnen. Die Taktraten der Taichi sind ebenfalls zu loben. Für das Silent-BIOS und die dabei niedrigere Energieaufnahme sind 2.575 MHz durchaus hoch. Die 2695 MHz des Performance-Modus sind dagegen absolute Spitze. Das sinnvolle Dual-BIOS, das hohe Powerlimit und die gute Kühlung machen die Karte zu einer guten Wahl für Tuner.

kommt darauf, ob Du nur kleine Brötchen backen willst oder Enthusiast bist
dann kannste auch ne Swift kaufen, wenn Du ohne OCen@Air bleibst
Bei der 7900xtx war die Liquid-Taichi das Flaggschiff!
(für Xtrem-OCer)
also habe in einer kurzen Session in Superposition "4k Optimized" folgende Werte
Meine Karte ist die ASUS Prime Radeon RX 9070 OC Edition
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Temperaturwerte(max):
GPU: 54°C
HotSpot: 71°C
VRAM: 86°C
Lüfter: 37% - 1130rpm
Nächster Mini-Test:
In CoD, 1440p, ca 14gb VRAM Auslastung, max. Details, sind -120mV auch stabil, was zu Taktraten von circa 3080MHz führt. Temperaturen sind gleich wie oben angegeben. FpS schwanken natürlich stark von 180-265.
Falls jmd Bock hat parallel 9070er(non-XT) auszuloten
Erstmal Danke für den Test!
Wäre es möglich in Zukunft bei Custom Designs auchmal einen Lautheitsnormierten Test zu machen wie bei den Lüftern?
Gerade das ist interessant:
Was leistet ein Kühler bei gleicher Lautstärke gegenüber anderen?
Ich meine, ist ja toll dass die XFX so super Temps hat, dafür ist sie super laut. Die Nitro+ dagegen das Gegenteil, sehr leise und deutlich wärmer. Wenn beide auf die selbe Lautstärke justiert werden, wie verhält es sich dann mit Edge, Hotspot und VRAM? Vor allem bei verschiedenen Lautstärken?
Dies ist eben insbesondere interessant, da wir hier eben ein Enthusiasten Forum sind, in der viele die Lüfterkurve sowieso anpassen.
Dann kann man besser nach einem starken Kühler ausschau halten