AMD Radeon RX 500: Polaris wurde und wird in 14LPP produziert - auch bei Samsung
Quelle: PC Games Hardware
Entgegen anderslautender Gerüchte gibt es bei der Fertigung der Polaris-GPUs keinen großen Sprung, der etwa dafür sorgen könnte, dass die Effizienz bei hohen Taktraten besonders erhöht wird. Die Chips wurden von Anfang an in 14LPP gefertigt und werden es auch weiterhin. Ein besserer Reifegrad erlaubt lediglich höhere Taktraten.
Vor Kurzem machten Gerüchte die Runde, dass AMD seine beiden Polaris-GPUs Polaris 10 und Polaris 11 bei Globalfoundries in 14LPE habe fertigen lassen. Dahinter verbirgt sich die erste 14-nm-FinFET-Generation Low Power Early, die vor allem Lizenzpartner Samsung zunächst für Smartphone-SoCs nutzte. Nur wenig überraschend hat AMD diese Gerüchte zur Veröffentlichung der Radeon RX 580 und RX 570 dementiert. Wie schon Informationen zum "Projekt F" alias Polaris 10 im Februar 2016 belegten, kam von Anfang an die zweite, verbesserte 14-nm-Fertigung 14LPP (Low Power Plus) zum Einsatz - das gilt für alle Polaris-GPUs.
Bei den kolportierten Verbesserungen in Bezug auf die Chipfertigung hatte die Gerüchteküche trotzdem gewissermaßen Recht, so möchte es AMD jedenfalls in der Öffentlichkeit darstellen. Die Rede ist von einer 14-nm-Fertigung der "dritten Generation". Dahinter verbirgt sich jedoch kein neuer Prozess, gegenüber der Fachpresse spricht AMD von einem gereiften ("matured") 14LPP, wodurch höhere Taktraten ermöglicht werden. Man könnte es als ein "Pseudo 14LPP+" bezeichnen, aber die Chips entsprechen noch eins zu eins den alten Bekannten der RX-400-Serie. AMD nimmt sich damit ein Beispiel an Intel, der verbesserte Fertigungsprozesse mit "Hyperscaling" bewirbt und den Strukturbreiten kurzerhand ein Plus verpasst.
Anders als Intel kann es sich AMD allerdings nicht leisten, neue Steppings, geschweige denn komplett neue Chips aufzulegen, um das neue Potenzial der verbesserten Fertigung komplett auszuschöpfen. Die Texaner nehmen also das höhere Taktpotenzial mit, erkaufen sich das aber mit einer weiter steigenden Leistungsaufnahme. Wir erinnern uns: Die RX-400-Grafikkarten waren ohne starke Kühlung bei etwa 1.300 MHz am Ende, 1.400 machten schon nicht mehr viele mit. Der Sweet-Spot aus Leistung (Takt) und Leistungsaufnahme war längst überschritten. Einige Custom-Designs der Radeon RX 580 schaffen jetzt die 1.400 MHz ab Werk, kommen allerdings mit noch dickeren Kühllösungen, teilweise sogar einem zusätzlichen 6-Pin-Stromstecker daher. AMD selbst hat die Angabe der typischen Boardpower bei den Referenzvorgaben um 30 bis 35 Watt erhöht.
Übrigens hat AMD erstmals bestätigt, dass Polaris-Grafikchips nicht nur bei Globalfoundries, sondern auch bei Samsung gefertigt werden. Bisher sprach der Chiphersteller nur von der Option, sollten die Kapazitäten in den US-Fabs knapp werden. In Sachen Absatz ist das allemal ein gutes Zeichen.
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