Radeon RX 5500 XT (4GB/8GB): Custom-Designs von Asus, Gigabyte und Sapphire im Benchmark-Test

AMDs Radeon RX 5500 XT ist seit dem 12. Dezember verfügbar, die Partner kümmern sich um die Kühlung. Drei Custom-Designs der Hersteller haben das PCGH-Testlabor bereits erreicht. Welches davon die höchste Leistung bietet und inwiefern sich 8 statt 4 GiByte Grafikspeicher auszahlen, das prüfen wir in diesem ergänzenden Artikel.

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Radeon RX 5500 XT (4GB/8GB): Custom-Designs von Asus, Gigabyte und Sapphire im Benchmark-Test
Quelle: PC Games Hardware

AMDs neue Radeon RX 5500 XT erweist sich im ausführlichen PCGH-Test als schlagkräftige Alternative zur Geforce GTX 1660. Noch nicht genauer zur Sprache gekommen sind die zum Start verfügbaren Farben und Formen der RX 5500 XT. Wie bei vielen anderen Grafikkarten zuvor, handelt es sich bei diesem Radeon-Modell um eine Sache der Boardpartner. AMD liefert die Vorlage und Grenzlinien, für das übrige Design sind Asrock, Asus, Gigabyte, MSI, Powercolor, Sapphire und XFX zuständig. Diese drei Modelle haben das PCGH-Testlab bereits erreicht:

- Asus Radeon RX 5500 XT Evo O8G
- Gigabyte Radeon RX 5500 XT Gaming OC 8G
- Sapphire Radeon RX 5500 XT Pulse OC 4G

Unsere drei Probanden weisen deutlich unterschiedliche Designs auf, wobei sich von außen kein eindeutiger Sieger ermitteln lässt - Zeit für genauere Blicke und Leistungstests. An dieser Stelle beleuchten wir auch (erneut), inwiefern 4 GiByte Grafikspeicher Ende 2019 einen Hemmschuh darstellen. Weitere Benchmarks und Impressionen liefert Ihnen der Test der Radeon RX 5500 XT auf PCGH.de.

RX 5500 XT Custom-Designs im Detail

AMD sieht für die Radeon RX 5500 XT ein Energiebudget von 130 Watt (Typical Board Power) vor. 120 Watt gehen dabei allein auf das Konto der GPU, die übrigen Posten ergeben sich durch Speicher, Spannungswandlung, Lüfter und weitere Kleinteile. Dieses relativ sparsame Niveau erhalten Sie beim Kauf einer günstigen Radeon RX 5500 XT ohne werkseitige Übertaktung, unsere drei Probanden sind hingegen werkseitig beschleunigt. Eine Übertaktung der federführenden Navi-14-GPU ergibt sich automatisch durch ein erhöhtes Powerlimit. An dieser Stellschraube drehen alle drei Hersteller, allerdings sehr zaghaft: Während Asus und Gigabyte ihren GPUs bis zu 125 Watt zugestehen (+4,2 %), stattet Sapphire sein Modell mit immerhin 130 Watt GPU-Power aus (+8,3 %). PCGH-Tests haben ergeben, dass die Radeon RX 5500 XT nur in Ausnahmesituationen powerlimitiert ist, was bei modernen Grafikprozessoren Seltenheitswert hat. Dennoch führt das werkseitige Tuning zu einer leichten Erhöhung der Leistung(saufnahme).

RX 5500 XT Custom-Designs in der GPU-Z-Übersicht - per Mausklick auswählen
Asus Radeon RX 5500 XT Evo O8G: GPU-Z Overview
Asus Radeon RX 5500 XT Evo O8G: GPU-Z Overview Gigabyte Radeon RX 5500 XT Gaming OC 8G: GPU-Z Overview Sapphire Radeon RX 5500 XT Pulse OC 4G: GPU-Z Overview

Asus Radeon RX 5500 XT Evo O8G

Der Radeon- und Geforce-Mischsortimenter Asus setzt für seine RX 5500 XT Evo O8G auf ein schlichtes, aber hochwertiges Design, bei dem die Farbe Schwarz dominiert. Neben zwei großen Lüftern bietet die Karte auf ihrer Rückseite eine Backplate aus gebürstetem Aluminium. Die Platine überragt die Slotblende um einige Millimeter, um die Kühlfläche zu maximieren. Die Stromversorgung wird durch eine einzelne 8-Pol-Strombuchse sichergestellt. Spezifikationsgemäß wäre auch eine 6-Pol-Buchse ausreichend gewesen, allerdings ebnen die Zusatzleitungen eine gefahrlose manuelle Übertaktung. Spezialfunktionen wie ein Dual-BIOS oder aufwendige LED-Beleuchtung fehlen bei der Evo - immerhin wird ein Leuchtstreifen an der Oberseite geboten -, derartige Gimmicks sind den Strix-Versionen vorbehalten. Allerdings warten in der Asus-Software GPU Tweak II Zusatzprofile, eines mit leicht angehobenem Overclocking, außerdem verfügt die Evo O8G über zukunftsfähige 8 GiByte GDDR6-Speicher (nicht werkseitig übertaktet).
Asus Radeon RX 5500 XT Evo OC/8G Quelle: PC Games Hardware Asus Radeon RX 5500 XT Evo OC/8G

Gigabyte Radeon RX 5500 XT Gaming OC 8G

Gigabyte, der zweite Mischsortimenter im Bunde, steuert erneut ein dreifach axialbelüftetes Grafikkartendesign bei. Die RX 5500 XT Gaming OC ist dadurch überdurchschnittlich lang, sprengt aber keine andere Dimension - ihre Platine ist nicht höher als die Slotblende und der Kühler bleibt im Dual-Slot-Rahmen. Kurios und auch bei Grafikkarten der Geforce-GTX-16-Reihe zu finden ist die Backplate aus Kunststoff anstatt Metall. Eine Kühlwirkung lässt sich damit nicht erzielen, die Hersteller begründen diesen Schritt jedoch mit der Aussage, dass die Kunden danach fragen. Auch bei der RX 5500 XT Gaming OC wird die Stromversorgung durch eine einzelne 8-Pol-Strombuchse sichergestellt. Spezifikationsgemäß wäre auch eine 6-Pol-Buchse ausreichend gewesen, allerdings ebnen die Zusatzleitungen eine gefahrlose manuelle Übertaktung. Spezialfunktionen wie ein Dual-BIOS oder LED-Beleuchtung fehlen der Gaming OC. Dafür punktet die Karte mit zukunftsfähigen 8 GiByte GDDR6-Speicher (nicht werkseitig übertaktet).
Gigabyte Radeon RX 5500 XT Gaming OC/8G Quelle: PC Games Hardware Gigabyte Radeon RX 5500 XT Gaming OC/8G

Sapphire Radeon RX 5500 XT Pulse OC 4G

Der AMD-Exklusivpartner Sapphire eröffnet sein Portfolio erneut mit einer Grafikkarte der Pulse-Reihe. Diese nimmt eine gemäßigte Position unterhalb der (noch folgenden) RX 5500 XT Nitro ein, erklimmt daher nicht die absolute Leistungsspitze und muss außerdem auf eine Beleuchtung verzichten. Die Kerndisziplinen sind jedoch durchdacht ausgelegt: Der Dual-Slot-Kühler verfügt über zwei große Axiallüfter, kontaktiert alle Hitzequellen direkt und wird von einer metallenen Backplate komplettiert. Auch bei der RX 5500 XT Pulse OC wird die Stromversorgung durch eine einzelne 8-Pol-Strombuchse sichergestellt. Spezifikationsgemäß wäre auch eine 6-Pol-Buchse ausreichend gewesen, allerdings ebnen die Zusatzleitungen eine gefahrlose manuelle Übertaktung.

Die Sapphire RX 5500 XT Pulse OC unterscheidet sich in zwei Punkten von ihren beiden Kontrahenten. Erstens verfügt sie lediglich über 4 GiByte GDDR6-Speicher und somit das von AMD vorgesehene Minimum. Wir werden gleich in den Benchmarks mit neuen Spielen sehen, inwiefern sich dies auswirkt. Zweitens verfügt die Pulse als einzige Karte im Bunde über ein Dual-BIOS, das sich mittels Schalter an der Oberseite wechseln lässt. Standardmäßig aktiv ist das OC-BIOS, welches 130 Watt GPU-TDP (von AMD "TGP" genannt) und eine moderate Belüftung einstellt. Die zweite Firmware entspricht einem Silent-Modus mit Referenz-Powerlimit (120 Watt) sowie reduzierter Lüfterdrehzahl. Damit ist die Pulse kaum wahrnehmbar.
Sapphire Radeon RX 5500 XT Pulse OC/4G Quelle: PC Games Hardware Sapphire Radeon RX 5500 XT Pulse OC/4G

RX 5500 XT Custom-Designs: Spiele-Leistung

Was die Radeon RX 5500 XT in den Referenzversionen mit 4G und 8G Grafikspeicher leistet, prüfen wir bereits ausführlich im regulären Test der neuen Radeon-Grafikkarte. An dieser Stelle werfen wir einen Blick auf einige neue Spiele, darunter Blockbuster wie Red Dead Redemption 2 und Star Wars Jedi: Fallen Order, aber auch den Überraschungserfolg Greedfall. Wie immer heizen wir die Grafikkarten vor den Messungen vor, damit sich praxisnahe GPU-Boost-Frequenzen einstellen. Konkurrenz erhalten die werkseitig übertakteten RX-5500-XT-Karten durch diverse Turing-Chips: Neben der sparsamen Geforce GTX 1650 und GTX 1650 Super dürfen auch die etwas stärkeren Modelle Geforce GTX 1660 sowie GTX 1660 Super zeigen, was sie leisten. Auch bei den Nvidia-Modellen handelt es sich ausnahmslos um werkseitig übertaktete Modelle. Die Ergebnisse in Full-HD-Auflösung:

Insgesamt decken die die Benchmark-Platzierungen mit denen im Referenztest. Die Custom-Designs der Radeon RX 5500 XT von Asus, Gigabyte und Sapphire rangieren dabei nicht zufällig auf Augenhöhe, sondern aufgrund ihrer sehr ähnlichen Taktraten - ob 125 oder 130 Watt spielt in Zeiten der "Siliziumlotterie", bei der das Glück ein Wörtchen mitzureden hat, keine große Rolle. Es werden in jedem Fall gut 1.800 MHz gesetzt, was mehr als bei der Radeon RX 5700, aber in der Regel weniger als bei der RX 5700 XT ist.

Die Geforce-Modelle der GTX-16-Reihe schlagen sich im Vergleich mehr als bloß wacker, die GTX 1660 Super ist gar uneinholbar. Insgesamt rangieren die 5500-XT-Modelle entweder auf dem Niveau der GTX 1650 Super oder GTX 1660. Während 6 und 8 GiByte Speicher für die Testspiele voll ausreichend sind, lassen die 4-GiByte-Modelle beider GPU-Schmieden Federn. Greedfall zeigt in den Benchmarks deutlich, was bei zu geringer Speicherkapazität passiert, während die Frametimes in einigen anderen Spielen ebenfalls etwas leiden.

Gänzlich unsichtbar in den Benchmarks, aber gravierend ist eine andere Beobachtung: Red Dead Redemption 2 verweigert auf 4-GiByte-Grafikkarten die höchsten Detailstufen respektive Auflösungen jenseits von Full High Definition - es gibt keinen "Ich hätte diese Detailstufe gerne trotzdem angesehen"-Knopf, stattdessen werden die Einstellungen zurückgesetzt. Das passiert nicht nur bei manuell heraufgesetzten Optionen, sondern auch, wenn der spieleigene Preset-Slider ganz nach rechts gezogen wird. 0 Fps auf jeder 4-GiByte-Grafikkarte lautet somit das Ergebnis. Eine RX 5500 XT mit 8 GiByte, von uns testweise mitgemessen, erreicht mit dieser Detaileinstellung in Full HD immerhin gut 32 Durchschnitts-Fps. Gerade die Texturen profitieren qualitativ deutlich von der höchsten Einstellung.
Red Dead Redemption 2: Maximale Details mit einer 4-GiByte-Grafikkarte? Kommt laut dem Spiel nicht in Frage. Quelle: PC Games Hardware Red Dead Redemption 2: Maximale Details mit einer 4-GiByte-Grafikkarte? Kommt laut dem Spiel nicht in Frage.
PC Games Hardware rät RX-5500-Interessenten eindeutig zu 8-GiByte-Varianten. Welches Modell Sie erwählen, spielt aus Leistungssicht keine Rolle, die getesteten Grafikkarten rangieren allesamt auf einem sehr ähnlichen Niveau und erzielen dabei eine gute Energie-Effizienz, die selbst für ältere Netzteile kein Problem darstellt. In Sachen Lautstärke punkten Asus und Sapphire mit guten Werten, während das Gigabyte-Modell schon bei geringer Temperatur deutlich hörbar aufdreht.

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    • Kommentare (19)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von EyRaptor BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von PCGH_Raff
        Uns ist bewusst, dass das teils von der Presse im Kontext der RX 5500 XT verbreitet wird, PCGH-interne Messungen haben das aber längst widerlegt. Wir präsentieren noch diese Woche eine Abhandlung, die belegt, dass die PCI-E-Anbindung keineswegs egal ist.

        MfG
        Raff
        Dann bin ich ja mal gespannt.
        Bitte auch gleich wieder mit gut nachvollziehbarer Testumgebung.
        Bei meinen eigenen Karten konnte ich dieses Verhalten noch nie beobachten, allerdings waren da auch nie wirkliche vram fressesr mit dabei.
      • Von EyRaptor BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von PCGH_Raff
        Uns ist bewusst, dass das teils von der Presse im Kontext der RX 5500 XT verbreitet wird, PCGH-interne Messungen haben das aber längst widerlegt. Wir präsentieren noch diese Woche eine Abhandlung, die belegt, dass die PCI-E-Anbindung keineswegs egal ist.

        MfG
        Raff
        Dann bin ich ja mal gespannt.
        Bitte auch gleich wieder mit gut nachvollziehbarer Testumgebung.
        Bei meinen eigenen Karten konnte ich dieses Verhalten noch nie beobachten, allerdings waren da auch nie wirkliche vram fressesr mit dabei.
      • Von FKY2000 BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von PolyOnePolymer
        Also wie da solche Vorteile entstehen können, die unter anderem hier gemessen wurden:

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Ist mir ein Rätsel.

        8 FPS? Was soll das denn für eine Angabe sein? Was hoch sind die FPS`? Bei 500?

        Im Schnitt wird das nichts kosten, nein, da leg ich mich fest.
        Dann freue ich mich auf den von dir publizierten Gegentest...

        ... wo du ja nicht nur kritisiert, sondern auch immer gerne "Butter bei die Fische" gibst, um deine Glaubwürdigkeit zu unterstreichen.

        Ich warte immer noch auf deinen Youtube Kanal bzw deine Reviewer Referenz.
      • Von HardwareHighlander
        Zitat von BraveNeo
        Warum musst du jeden Thread mit hohlen Beiträgen zuspammen?
        Und dein Auftrag ist gerade welcher? Ich zweifel diese Messungen eben an.
        Solange die Karte nicht gerade im massiven Speicherüberlauf steckt, kann es wirklich völlig wurscht sein, wie diese angebunden ist und selbst im Speicherüberlauf, wird soviel ich weiß erst einmal in den Arbeitsspeicher ausgelagert und reicht der nicht, kommt der Massenspeicher dran.
        Also wie da solche Vorteile entstehen können, die unter anderem hier gemessen wurden:

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Ist mir ein Rätsel.
        Zitat von BraveNeo
        Je nach API, Engine und Auflösung kostet das schon auf einer Navi 10 im ungünstigen Szenarios bis zu 8fps.
        8 FPS? Was soll das denn für eine Angabe sein? Was hoch sind die FPS`? Bei 500?

        Zitat von BraveNeo
        Dann kostet es auf der Navi 14 natürlich nichts?
        Im Schnitt wird das nichts kosten, nein, da leg ich mich fest.
      • Von BraveNeo
        Zitat von PolyOnePolymer
        Bei der GPU Power einer RX 580 schließt sich ein FPS Verlust durch PCIe 4.0 x8 statt x16 rein logisch schon aus.
        Warum musst du jeden Thread mit hohlen Beiträgen zuspammen? Je nach API, Engine und Auflösung kostet das schon auf einer Navi 10 im ungünstigen Szenarios bis zu 8fps. Dann kostet es auf der Navi 14 natürlich nichts?
      • Von HardwareHighlander
        Zitat von PCGH_Raff
        Uns ist bewusst, dass das teils von der Presse im Kontext der RX 5500 XT verbreitet wird, PCGH-interne Messungen haben das aber längst widerlegt.
        Bei der GPU Power einer RX 580 schließt sich ein FPS Verlust durch PCIe 4.0 x8 statt x16 rein logisch schon aus.
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