Wann kommt DDR4 und wie sinnvoll sind 16 GiByte RAM? Leserbrief der Woche
Tag für Tag erhält PC Games Hardware Anfragen, Vorschläge und Kritik von Lesern. In der Rubrik "Leserbrief der Woche" stellen wir Ihnen wöchentlich einen ausgewählten Leserbrief und bei Bedarf die Antwort eines Fachredakteurs vor. Beachten Sie, dass der Leserbrief der Woche nicht zwangsläufig in der Woche an die Redaktion geschickt wurde, in der er Ihnen an dieser Stelle präsentiert wird.
Diesen Samstag stellen wir Ihnen zur Abwechslung einige Fragen und Antworten aus der vergangenen Sprechstunde über Arbeitsspeicher vor. Eine Übersicht aller Themen finden Sie im Sprechstunden-Unterforum.
Frage von Ion:
"Ich wollte mal fragen, wie es mit DDR4-Arbeitsspeicher aussieht. Soweit ich weiß, wird Intels Haswell noch mit DDR3 erscheinen, dessen Nachfolger aber auch noch? Gibt es Vorteile gegenüber DDR3.Speicher? Oder sind das nur wieder ein paar Prozent, die man nur in Benchmarks messen kann?"
Antwort von Stephan Wilke:
"Die finale JEDEC-Spezifikation gibt es seit September 2012, im Desktop-Markt wird DDR4 aber frühestens 2014 eine Rolle spielen. Haswell geht vermutlich mit DDR3 an den Start, scheint aber Gerüchten zufolge zumindest in der Haswell-EP-Variante auch fit für DDR4 zu sein - das wird aber auch nichts vor 2014. Inwiefern Broadwell für PC-Spieler überhaupt eine Rolle spielt (fest verlötete CPUs?) oder gleich durch Skylake abgelöst wird, lässt sich heute nicht sicher beantworten.
DDR4-Chips laufen mit lediglich 1,2 Volt, während für DDR3 1,5 Volt üblich sind. Später sollen sich DDR4-Chips sogar mit 1,05 Volt begnügen. Eine geringe Energieersparnis ist also wahrscheinlich - wichtig ist das vor allem im Server-Markt und nützlich bei Mobilgeräten. Die Anzahl der Kontakte nimmt leicht zu (284 vs. 240 bei DDR2/DDR3). Der Standardtakt wird sich anfangs auf DDR4-1600 bis DDR4-3200 belaufen, dazu kommt ein neues Command-Signal, das womöglich einen kleinen Leistungsschub bringt. Wie in der Vergangenheit auch, wird sich DDR4 aber vermutlich anfangs vor allem durch hohe Preise auszeichnen und nur für Enthusiasten interessant sein. Mit fallenden Preisen, steigenden Taktraten (DDR4-4000+) und mehr kompatiblen Plattformen wird DDR4 nach meiner Einschätzung 2015 die bevorzugte Wahl für neue Spiele-PCs sein."
Frage von Stargazer:
"Ich plane zurzeit ein neues System, das etwa 3 Jahre halten soll. Werden bis dahin wohl 8 GiByte für aktuelle Spiele ausreichen, oder sollte man gleich in 16 GiByte investieren? Wenn man nach dem gedruckten PCGH-Einkaufsführer geht (und die Wertungen dort sind mir wichtig), wären 16 GiByte momentan nur mit 4 Modulen möglich. So könnte man etwa die "G.Skill Tridents X" gleich 4x einsetzen. Hat dies irgendwelche Nachteile für die Leistung (Latenzen) oder Stabilität? Wann wird die PCGH auch 8-GiByte-Module testen?"
Antwort von Stephan Wilke:
"Da PS3 und Xbox 360 2013/2014 abgelöst werden und etwa die PS4 mit 8 GiByte RAM daherkommt, werden Spiele in drei Jahren vermutlich deutlich mehr RAM benötigen als die meisten aktuellen (Crossplattform-)Titel. Angesichs der immer noch recht niedrigen DDR3-Preise könntest du also durchaus auf 16 GiByte setzen, wenn du frühestens 2016 etwas an deinem System verändern möchtest. 2012 haben wir hauptsächlich Kits mit 2 x 4 GiByte getestet, weil diese am stärksten nachgefragt werden und es sich um eine sinnvolle Menge für einen Spiele-PC handelt. Dieses Jahr werden wir sicherlich häufiger größere Kits testen. Mit den Crucial Ballistix Tactical LP (BLT2C8G3D1608ET3LX0CE) hatten wir aber auch schon ein Kit mit 2 x 8 GiByte im Test, das sich gut geschlagen hat. Hier gibt es einen Textabschnitt über das Kit: RAM-Test: Wieviel Speicher brauchen Spieler wirklich? Arbeitsspeicher-Bestenliste DDR2 und DDR3 (Februar 2013)
Hochkapazitative RAM-Sticks schneiden im Normalfall etwas schlechter beim Tuning-Potenzial ab: Riegel mit weniger Speicherplatz verkraften bisweilen aggressivere Timings und höhere Taktraten. Das relativiert sich aber, wenn man eine bestimmte Gesamtmenge anpeilt und dadurch zu mehr Riegeln greifen muss, da der Speichercontroller stärker beansprucht wird und die Signalwege für die Stabilität im Grenzbereich eine wichtige Rolle spielen."
Frage von Explosiv:
"Wovon profitiert ein FX-6100-Prozessor am meisten, von scharfen Timings oder hoher Frequenz? Ich habe meine 8 GiByte DDR3-1333-RAM momentan auf 7-7-7-18 1T eingestellt. Zu Testzwecken waren auch schon DDR3-1600 8-9-8-29 1T kein Problem, aber ich persönlich konnte keinen nennenswerten Unterschied feststellen. Subjektiv startet Win 8 mit schärferen Timings im DDR3-1333-Modus schneller, als im 1600er. Wie sind eure Erfahrungen, ist es reproduzierbar, oder wäre es ratsam schnelleren Ram mit nbiedrigen Timings zu kaufen?"
Antwort von Stephan Wilke:
"Ich habe keine Benchmarks zur Hand, bei denen genau diese RAM-Einstellungen und diese CPU zum Einsatz kommen, in diesem Fall ist es aber meiner Meinung nach eindeutig: Bei DDR3-1333 7-7-7 hast du absolute CAS-, RCD- und RP-Latenzen von 10,5 Nanosekunden. DDR3-1600 8-9-8 entspricht 10,0 (CAS/RP) bzw. 11,25 Nanosekunden. Da normalerweise bei gleich guten oder nur geringfügig besseren absoluten Latenzen die Variante mit einem höheren Speichertakt in der Praxis besser abschneidet (aufgrund der Art und Weise wie DDR-RAM funktioniert und angesteuert wird), solltest du in den meisten Fällen mit der DDR3-1600-Lösung geringfügig flotter unterwegs sein."
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Freizeitschrauber(in)
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Spammen ist wohl relativ
Ich würde einfach jedem empfehlen, die zusätzlichen etwa 50 Euro auf 32 Gigabyte zu investieren, denn das ist wirklich nicht die Welt.
Du magst recht haben, aber die 8GB der Konsolen werden nich nur für die CPU genutzt, sonder auch für die GPU. Denke man könnte mit 6GB für die CPU rechnen. Mit meinen 8GB habe ich nach einem Neustart noch mehr als 6GB übrig.
Ich denke auch dass 8gb in Absehbarer Zeit nöig sein werden, und 16gb vielleicht Ratsam ist, weil der Ram im moment eben günstig ist, mehr ist aber nur sehr selten von Nutzen.
Heute reichen 4GB immer noch aus. 8GB wird nur genommen weil es einfach günstig ist.
16GB sind natürlich auch immer noch günstig. RAM war früher unfassbar teuer. Das ist heute nicht mehr der Fall. Ergo spielt es keine Rolle mehr ob du nun 4 oder 8 oder 16GB hast.
Alles darüber lohnt sich aber nicht weil die Games immer noch 32bit Anwendungen sind und 64bit Anwendungen mit viel RAM Bedarf sind im Heim Bereich eher selten.
Mit den neuen Konsolen werden aber 64 Bit Anwendungen Standard werden. Die ganzen Spiele werden auf einer 64 Bit Plattform mit 8 Gigabyte GDDR5 Ram programmiert, und so gut wie jeder hat inzwischen 64 Bit Systeme. Ich denke es wird nicht mehr lange dauern, dann werden neue Spiele nur noch auf 64 Bit Plattformen laufen. Die Frostbite 2 Engine soll aber 2013 bei jedem neuen Spiel nur noch mit 64 Bit funktionieren.
Ich würde einfach jedem empfehlen, die zusätzlichen etwa 50 Euro auf 32 Gigabyte zu investieren, denn das ist wirklich nicht die Welt.