Entwickler-Legende John Carmack: Glasfaser als Alternative zu DRAM?
Die aktuelle Speicherkrise hat Spieleentwickler-Veteran John Carmack dazu bewogen, über Glasfaser als Alternative zu DRAM zu sinnieren.
John Carmack hat beim Kurznachrichtendienst X Überlegungen zu einem langgestreckten Glasfaser-Loop als eine Art L2-Cache geäußert, womit das "Gewicht" von KI-Modellen für eine Latenzzeit von nahezu null und mit einer hohen Bandbreite gespeichert werden könnten, berichtet Tom's Hardware. Laut Carmack sei die Geschwindigkeit von Singlemode-Glasfasern über eine Entfernung von 200 Kilometern bereits mit einer Übertragungsrate von 256 Tb/s demonstriert worden, wobei sich zu jedem Zeitpunkt 32 GiB Daten im Glasfaserkabel selbst befinden würden.
Der nächste logische Schritt für Carmack ist demnach, den Glasfaser-Loop als Datencache zu verwenden, um KI-Beschleuniger ständig mit Daten zu versorgen. Die angestoßene Diskussion löste laut dem Bericht eine Vielzahl von Antworten aus. Mehrere Teilnehmer verwiesen darauf, dass das Konzept einem Verzögerungsleitungsspeicher aus der Mitte des letzten Jahrhunderts ähnelt, bei dem Quecksilber als Medium und Schallwellen als Daten verwendet wurden.
Glasfaserleitung als Zwischenspeicher
Der wichtigste praktische Vorteil der Verwendung einer Glasfaserleitung wäre demnach die Energieeinsparung, da der Betrieb neben den Kosten von DRAM-Speichern einen nicht unerheblichen Energieaufwand erfordert, während die Steuerung von Licht nur sehr wenig Energie benötigt und Licht außerdem vorhersehbarer ist. Carmack merkt an, dass "die Glasfaserübertragung möglicherweise eine bessere Wachstumsentwicklung als DRAM aufweisen wird", obgleich 200 km Glasfaserkabel auch nicht ganz günstig ausfallen dürften.
Einige Kommentatoren wiesen auf weitere Einschränkungen hin, abgesehen davon, dass Carmacks Vorschlag einen hohen Glasfaserbedarf mit sich bringen würde. So könnten optische Verstärker und digitale Signalprozessoren (DSPs) die Energieeinsparungen zunichtemachen, und DRAM-Preise sollten ohnehin irgendwann sinken.
Carmacks spielte derweil laut dem Bericht auf den praktischeren Ansatz an, vorhandene Flash-Speicherchips zu verwenden und diese unter sorgfältiger Berücksichtigung des Timings direkt mit den Beschleunigern zu verbinden. Das würde eine von den Herstellern von Flash- und KI-Beschleunigern vereinbarte Standardschnittstelle erfordern, aber angesichts der riesigen Investitionen in KI scheint diese Aussicht keineswegs weit hergeholt, heißt es. Zudem seien bereits Variationen von Carmacks Idee von mehreren Wissenschaftlergruppen untersucht worden. Zu den Ansätzen gehören Behemoth aus dem Jahr 2021, FlashGNN und FlashNeuron aus dem Jahr 2021 und in jüngerer Zeit das Augmented Memory Grid.
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Es scheint wohl wirklich eine gute Idee zu sein, wenn man die anderen Probleme nicht hätte.
Korrigiere mich, wenn ich falsch liege, aber das scheint nicht das Problem zu sein.
Soweit ich weiß ist diese Art von Speicher ausgestorben, als die Alternativen billiger geworden sind. Wenn diese bessere Lösung billiger wird, dann hat das meist schnelle Ende der bisherigen Lösung zur Folge. Ausnahmen sind da eher rar und hängen mit Gewohnheit zusammen. Die SECAM Spule war Geschichte, als der erste RAM Chip die Daten billiger speichern konnte.
Mit den explodierenden RAM Preisen und sinkenden Preisen für Glasfasern könnte das jetzt wieder zurückkommen. Das Problem ist: sowie die RAM Preise wieder unter die der Glasfaserspule fallen, ist das ganze wieder Geschichte. Man könnte also einen Speicher entwickeln, der zu spät kommt und im Museum der Flops endet, neben sovielen anderen Dingen. Ich vermute mal, dass das auch ein Grund sein wird, weshalb sich viele Investoren zurückhalten werden.
Eine Bewertung des Vorschlags von einem Entwickler von KI-Beschleunigern habe ich noch nicht gelesen. Mag ich übersehen haben; mag sein dass die Gemeinde den Vorschlag in etwa so kommentarwürdig findet, wie der eine Nationaltrainer die Vorschläge von den Millionen anderen Nationaltrainern.
Preislich liegt das Problem weniger bei der Faser, sondern bei der Sende und Empfangstechnik, die an Stelle von Cache in einem Chip sitzen soll, wenn ich Carmack richtig verstehe.
Ps: 200 Meter um die 1000 Euro je nach Qualität. Na dann!
Wenn man bedenkt was ein Flugzeugträger kostet der Ford Klasse ein schnapper!
🤣
Es scheint wohl wirklich eine gute Idee zu sein, wenn man die anderen Probleme nicht hätte.
Korrigiere mich, wenn ich falsch liege, aber das scheint nicht das Problem zu sein.
Mit den explodierenden RAM Preisen und sinkenden Preisen für Glasfasern könnte das jetzt wieder zurückkommen. Das Problem ist: sowie die RAM Preise wieder unter die der Glasfaserspule fallen, ist das ganze wieder Geschichte. Man könnte also einen Speicher entwickeln, der zu spät kommt und im Museum der Flops endet, neben sovielen anderen Dingen. Ich vermute mal, dass das auch ein Grund sein wird, weshalb sich viele Investoren zurückhalten werden.
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