Playstation Now im Test: Konsolentitel endlich am PC spielen
Seit der Gamescom 2017 läuft auch in Deutschland der Streaming-Service Playstation Now. Eine feine Idee, denn jetzt können PC-Gamer endlich Konsolen exklusive Titel spielen. PC Games Hardware hat sich den Dienst etwas genauer angeschaut.
PC Gaming ist dank unzähliger Einstellungsmöglichkeiten dem Spielen an einer Konsole meist weit überlegen, aber durch Exklusivtitel können Computer-Enthusiasten nicht in die volle Bandbreite an großartigem Spielgenuss kommen. Warum also nicht die moderne Internet-Infrastruktur mit Glasfaser und neuen Komprimierungsalgorithmen nutzen, um dieses Manko auszubügeln? Mit Sonys kürzlich gelaunchtem Streaming-Service PS Now wird das nun endlich Realität. Der neue Dienst, der in den USA schon seit drei Jahren läuft, wurde überraschend zur Gamescom 2017 aus der Beta-Phase in die Marktreife gehoben und wartet mit über 400 Titeln aus der aktuellen und letzten Konsolengeneration auf.
Playstation Now: Cloud-Gaming ist nicht unbedingt neu
Um in den Genuss des Streaming-Services aus dem Hause Sony zu kommen, benötigt man zunächst einen PSN-Account und muss sich den Client auf seinen Rechner herunterladen. Voraussetzung hierfür ist der Besitz einer Kreditkarte, denn Sony macht es unnötig kompliziert, die Gratis-Test-Woche des Services ohne hinterlegtes Plastikgeld nutzen zu können. Darüber hinaus muss man einen Mindestdatendurchsatz von 5 Mbit/s vorweisen und sollte im Besitz eines Controllers sein, denn die Spiele können nicht mit Maus und Tastatur bedient werden. Laut Sony kann der Service sogar mit einem moderat ausgestatteten Laptop, der nur über eine Intel-i3-CPU mit einer Taktrate von 2,0 GHz und zwei Gigabyte RAM verfügt, genutzt werden.
Bisher gibt es schon mehrere Anbieter für Cloud-Gaming am Markt, darunter auch die Möglichkeit, Sony-Exklusivtitel spielen zu können. Der Wermutstropfen geht hier aber über den Geldbeutel: Bezahlt wird dort für jedes Spiel oder sogar teilweise pro genutzter Stunde. Das kann durchaus in horrenden Summen enden, denkt man an ein 30 Stunden Spiel á la Fallout 4 oder GTA 5. Nvidias Shield bietet zwar einen Aboservice mit einer im Preis inbegriffenen Auswahl an Spielen - quasi ein Gaming-Netflix -, die angebotenen PC-Titel bleiben aber überschaubar und zusätzliches Spielmaterial ist wiederum kostenpflichtig.
Playstation Now: Wie schlägt sich der Streaming-Service?
Um die Latenz des neuen Cloud-Gaming-Angebots von Sony zu messen, haben hierzu die Kollegen von Digital Foundry bereits eine ausführliche Analyse mit einer 20-Mbit/s-ADSL-Leitung und einem Test-Kit von Nigel Woodall durchgeführt. Das Ergebnis: Da die Informationen zunächst über das Netz versendet werden müssen und einem Komprimierungsvorgang unterzogen werden, um dann schlussendlich am Monitor zu Hause dargestellt werden können, fallen ganze vier Frames Latenz an. In anderen Worten bedeutet das, dass 66 ms zusätzlicher Lag die Reaktionszeit beeinflussen. Das ist natürlich viel zu viel Zeit, um in kompetitiven Online-Multiplayer-Spielen auf Augenhöhe mitspielen zu können. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase und motorischen Anpassung ist die zusätzliche Latenz bei Singleplayerspielen aber kaum bis gar nicht mehr merkbar. Bewegungen lassen sich flüssig ausführen und selbst bei einem Spiel wie Ultra Street Fighter 4 ist eine Benachteiligung durch den Lag nicht feststellbar. Doch wie sieht es mit der Bildqualität aus? Irgendwo müssen schließlich Abstriche gemacht werden, wenn der Streaming-Service mit knausrigen 5 Mbit/s auskommt.
Playstation Now: Gespart wird am Bild
Sobald man ein Spiel startet, bemerkt man sofort, dass das gezeigte Bild ausgewaschen und unscharf wirkt, verglichen mit dem Original auf einer lokalen Konsole. Wie bei dem PS3 Titel Red Dead Redemption zu sehen ist, liegt ein graublauer Schleier auf dem Bild, verursacht durch den Komprimierungsvorgang des gestreamten Videos. Dadurch wirkt das dargestellte Bild von der Grafikqualität deutlich schlechter als es eigentlich ist, denn Details gehen verloren. Die verwaschenen und verschwommenen Texturen könnten manchmal sogar direkt aus einem Öl-Gemälde stammen. Im Bild mit dem reitenden John Marston zu seiner ersten Mission ist beispielsweise ein Fehlen des Patronengurts und der Pistole an der rechten Hüfte zu beklagen. Dem Hut fehlen zudem das schwarze Tuch und die ohnehin schon durchschnittliche Textur der Straße verliert durch die Komprimierung an Struktur, beziehungsweise die Schatten der Pferde sind nicht mehr auszumachen. Obwohl die Grafikleistung der PS3 nach heutigen Gesichtspunkten bei Weitem keine kristallscharfen HD-Texturen abliefern kann, zeigt der Blick in die Pixelferne, dass der Effekt der verschwimmenden Objektstrukturen stärker wird. Im zweiten Bild zum Beispiel kann man bei den Grasbüscheln keine differenzierten Strukturen mehr ausmachen, sondern muss sich mit einem stark komprimierten Bild zufriedengeben.
Red Dead Redemption Vergleich
Auch bei PS4-Titeln sind die Sparmaßnahmen in der Bildqualität bemerkbar. Zwar leistet der Komprimierungsalgorithmus des Streaming-Services wirklich gute Arbeit mit einer sehr guter Kantenglättung und Interpolation fehlender Bildinformation, jedoch wirken die hochauflösenden Texturen aus einem Playstation 4 Titel detailarmer und matschiger. Das Fahrzeug im Dead Nation Vergleich zeigt exemplarisch diesen Umstand an den Felgen, den Blinklichtern und am Autodach, die alle samt nicht schlecht dargestellt werden, aber im direkten Vergleich mit dem Original nicht mithalten können. Deutlicher wird das bei den Strukturen am Panzer und dem Feuer im hinteren Bereich: Hier fehlt komplett die raue Oberfläche des Metalls, die kaputten Panzerfelgen sind kaum zu erkennen und das Feuer brennt sehr detailarm. Darüber hinaus kommen noch Komprimierungsartefakte zum Tragen, die sowohl in Sound und Bild erkennbar respektive hörbar sind. Bei Ultra Street Fighter 4 konnten diese Pixelblöcke beobachtet werden, da hier sehr schnelle Bewegungen an der Tagesordnung sind. Ein weiterer Kritikpunkt stellt die bei PS3-Titeln manchmal schwammige Steuerung dar, wobei hier nicht abschließend geklärt werden kann, ob es an dem Alter des Spiels oder dem Stream selber liegt
Dead Nation Vergleich
Playstation Now: Guter Stream, hoher Preis
Sonys neuer Streaming-Service Playstation Now überzeugt trotz einiger Abstriche. Bild und Sound sind durchweg akzeptabel bis gut, können aber nicht an das Original einer lokalen Konsole herankommen. Zu stark ist die Information komprimiert worden, sodass das gestreamte Bild ausgewaschen und detailarmer ist. Hinzu kommen hin und wieder schrille Soundartefakte, die unangenehm sind, aber seltener als gedacht auftauchen. Die Streaming-Technologie, die Sony mit Gaikai vor einigen Jahren eingekauft hat, macht selbst mit einer 5 Mbit/s-Leitung eine gute Figur, wenn da bloß nicht die Preisgestaltung wäre: Mit 16,99 Euro pro Monat ist der Service zur Dauernutzung ungeeignet, ein Jahresangebot wie in den USA fehlt einfach und einige Titel wurden von Seiten Sonys auch schon wieder aus dem Sortiment genommen (Resogun, Super Star Dust). Dennoch ist die Idee, Konsolen exklusive Titel und alte Gaming-Perlen am PC spielen zu können, einfach genial und Interessierte sollten zumindest einmal die Gratis-Test-Woche ausprobieren.
Weitere Informationen gibt es unter PS Now. Ist dieser Service etwas für Sie oder haben Sie schon Erfahrung mit Cloud-Gaming gemacht? Lassen Sie es uns in den Kommentaren wissen!

Und da wären schon einige Spiele dabei, die wirklich interessant werden, aber Controller Zwang ist für mich ein Totschlag Argument.
Den benutze ich nur für Rennspiele.
Bin da wohl manchmal zu empfindlich und perfektionistisch.
Anders betrachtet zählt ja nur der Spielspaß.
Muss da wohl mal wieder etwas auf den Boden zurück kommen und auch etwas bescheidener bleiben.
So gesehen: have fun !!!
Aber die PS3 erfüllt hier bei den Titel die ich über Now nutzen würde diese Anforderungen also gut ists
Bin da wohl manchmal zu empfindlich und perfektionistisch.
Anders betrachtet zählt ja nur der Spielspaß.
Muss da wohl mal wieder etwas auf den Boden zurück kommen und auch etwas bescheidener bleiben.
So gesehen: have fun !!!
Nun sind seit dem einige Jahre vergangen und noch schlechtere Grafik ist auf einmal akzeptabel.
Ende 2017. Ts ...
Einige sind wirklich leicht zufrieden zu stellen und zahlen richtig Geld für so etwas(Reste Verwertung).
Naja ... jedem das Seine.
Ich bin zwar auch ein "max Settings" und fps Fetischist allerdings ist für mich bei Games auch a) die Story bzw das Storytelling und b) das Gameplay extrem wichtig. Und da gibt es einige Titel die mich über Last Gen Grafik hinwegsehen lassen.
Ironie ?
Akzeptable Bildqualität ?
Kaum merkbare Latenzen ???
Hallo ? Wir haben Ende 2017 !
Klar .... könnte auch mal wieder meinen alten 70cm Farb-TV (Röhre) + Playstation 1 raus holen.
Is ja ganz "akzepzabel".
Edit: Mir war damals auf der PS3 RDR(original und nicht gestreamt) schon zu matschig und zu ruckelig mit fps drops. Hab da schon von einer zeitgemäßen PC Version geträumt.
Evtl. war ich schon zu der Zeit einfach schon durch high-end Gaming PC hardware einfach zu verwöhnt.
Nun sind seit dem einige Jahre vergangen und noch schlechtere Grafik ist auf einmal akzeptabel.
Ende 2017. Ts ...
Einige sind wirklich leicht zufrieden zu stellen und zahlen richtig Geld für so etwas(Reste Verwertung).
Naja ... jedem das Seine.