SuperStation One: PS1 als FPGA-Spielkonsole ohne Emulation

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SuperStation One: PS1 als FPGA-Spielkonsole ohne Emulation
Quelle: Retro Remake

Retro Remake liefert mit der SuperStation One die erste bezahlbare FPGA-Spielkonsole im PSone-Design aus, die PS1-Titel ohne Software-Emulation wiedergibt. Die optionale SuperDock-Erweiterung ergänzt DVD-Laufwerk und NVMe-Slot.

Retro Remake hat mit der SuperStation One eine FPGA-Spielkonsole aufgelegt, welche das Innenleben eines MiSTer-Systems in ein kompaktes Gehäuse im Stil der PSone packt. Hinter dem Projekt steht der YouTuber Taki Udon, der zuvor bereits den günstigen MiSTer-Nachbau MiSTer Pi auf den Markt gebracht hatte.

Die SuperStation One von Retro Remake bildet die Original-Hardware der Playstation nach. Quelle: Retro Remake Anders als die unzähligen Mini-Spielkonsolen emuliert die SuperStation One die legendäre Playstation aus dem Jahre 1995 nicht per Software, sondern bildet deren Hardware als FPGA ("Field Programmable Gate Array") originalgetreu auf Logikebene ab. Dieses Prinzip ist beispielsweise auch vom Analogue Pocket und dem N64-Klon Analogue 3D bekannt und soll das Spielgefühl des Originals in die Neuzeit holen.

FPGA-Hardware statt Software-Emulation

Wer noch eine Playstation-Sammlung samt Original-Controllern besitzt und eine wartungsarme MiSTer-Lösung sucht, findet in der SuperStation One ein weitgehend anschlussfertiges Komplettpaket. Der FPGA ist ein frei konfigurierbarer Logikbaustein, dessen Schaltung sich nach dem Laden eines sogenannten Cores ganz wie die Original-Hardware der nachgebildeten Spielkonsole von Sony verhält.

SuperStation One (1) Quelle: Retro Remake SuperStation One (2) Quelle: Retro Remake

Daraus ergibt sich eine sehr niedrige Latenz und eine Wiedergabetreue, welche einer auf Software basierenden Emulatoren bei Timing und Bildausgabe überlegen ist. Die SuperStation One setzt dafür auf einen Cyclone V von Intel, wie ihn auch bereits viele der klassische MiSTer-Aufbauten nutzen.

Im Unterschied zum geschlossenen Ansatz von Analogue bleibt die SuperStation One offen. Laut Hersteller ist die Hardware vom ersten Tag an quelloffen und kompatibel zur FPGA-Plattform MiSTer. Wer Titel anderer Systeme spielen möchte, lädt schlicht den passenden Core, ohne etwa einen Jailbreak zu benötigen.

FPGA im Detail: Cyclone V, 128 MiB SDRAM und Video-DAC

Im Inneren der SuperStation One arbeitet ein Cyclone V mit 128 MiB SDRAM und einem 24-Bit-Video-DAC vom Typ ADV7125. Das 128 MiB große Speichermodul ist derzeit das größte verfügbare für MiSTer-Systeme und deckt sämtliche aktuellen Cores ab. Der Bildwandler schickt biss zu 24 Bit Farbtiefe über die analogen Bildausgänge, aber auch HDMI und digitaler Sound sind mit an Bord.

Funk gehört ebenfalls zur Grundausstattung: WLAN und Bluetooth sind fest integriert, während viele klassische MiSTer-Aufbauten diese Funktionen erst über USB-Module nachrüsten müssen. Die SuperStation One soll eher ein Sorglos-Paket sein.

Hinzu kommt ein NFC-Leser, welcher das Open-Source-System Zaparoo unterstützt. Eine an die Spielhülle geklebte NFC-Karte startet beim Auflegen den passenden Titel, ohne dass das Spiel selbst auf der Speicherkarte liegen muss. Eine Echtzeituhr-Batterie liegt nicht bei. Für Titel mit Uhrfunktion wie Pokémon lässt sich eine Zelle vom Typ CR1220 nachträglich einsetzen. Die Platine bleibt dabei voll zugänglich, einfach wartbar und komplett modular aufgebaut.

Bild und Ton von HDMI bis zum Röhrenfernseher

Die SuperStation One gibt Bild gleichzeitig digital und analog aus und bedient damit moderne Fernseher ebenso wie Röhrengeräte. Über den HDMI-Ausgang sind so bis zu 1536p beziehungsweise 1440p möglich. Für analoge Displays stehen VGA, ein DIN10-Ausgang, Composite/RCA sowie Component bereit. Damit lässt sich das Gerät an einen PVM, einen Trinitron oder einen aktuellen OLED-Fernseher anschließen.

Auf der Tonseite trennt die Spielkonsole zwischen einem analogen 3,5-mm-Klinkenausgang und digitalem TOSLINK. In der Praxis schränkt dabei der gewählte Farbraum die analogen Ausgänge ein: Sobald YPbPr (Component) aktiv ist, schweigen Composite und S-Video, wie der Test von RetroRGB anmerkt.

Original-Hardware an der SuperStation One

An der Front der SuperStation One sitzen zwei kombinierte SNAC-Ports für die PS1, über die Original-Controller, Memorycards und Lightguns direkt angesprochen werden können.

SuperStation One (3) Quelle: Retro Remake Der SNAC ("Serial Native Accessory Converter") greift die Signale der Originalperipherie direkt ohne Adapter ab. In ersten Tests funktionierten die vorderen Controller-Ports samt Lightgun-Unterstützung zuverlässig, bei einzelnen Memorycards von Drittherstellern zeigte sich die Buchse jedoch wählerisch. Dazu kommen drei USB-A-Anschlüsse, ein Ethernet-Port, ein TF-Kartenslot sowie der per USB-C realisierte Stromeingang. Ein IO-Erweiterungsslot bindet die optionale SuperDock ein.

SuperDock mit DVD-Laufwerk, NVMe-Slot und viele Anschlüsse

Die optionale SuperDock erweitert die SuperStation One um ein DVD-RW-Laufwerk mit Schubladenmechanik und einen internen NVMe-Steckplatz im Format M.2 2280.

SuperDock Quelle: Retro Remake Über das Laufwerk lassen sich physische Datenträger einlesen. Neben der Playstation adressiert Retro Remake damit auch Disc-Systeme wie Sega CD und Saturn, deren Unterstützung laut Hersteller zunächst vorläufig bleibt. Der unbestückte M.2-Slot nimmt eine NVMe-SSD auf, auf welcher sich dann eine ganz persönliche Spielesammlung digital ablegen lässt.

Hinzu kommen durch das SuperDock vier weitere USB-A-Anschlüsse, ein SNAC-Bypass-Port, zwei USB-C-Buchsen für UART-Debugging und einen PC-Modus sowie ein Infrarotsensor samt Fernbedienung (Batterien nicht enthalten). Die SuperDock listet Retro Remake derzeit zu rund 50 US-Dollar als Vorbestellung; nach mehreren Verzögerungen lief die Auslieferung in der Probefertigung 2026 an.

Im aktuellen Review-Video von Modern Vintage Gamer fällt das Urteil zur Founders-Edition des SuperDocks allerdings kritisch aus.

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Preis, Farben und Verfügbarkeit der SuperStation One

Die SuperStation One kostet als reguläre Vorbestellung 179,99 US-Dollar, die mittlerweile restlos ausverkaufte Founders-Edition lag bei 149,99 US-Dollar. Den regulären Verkaufspreis gibt Retro Remake mit bis zu 225 US-Dollar an; inklusive Versand nennen Tester Beträge um 210 bis 235 US-Dollar.

Die FPGA-Spielkonsole erscheint in den drei Farben Classic Gray, Black und Transparent Blue. Die ersten beiden Fertigungschargen wurden erst Anfang 2026 ausgeliefert, die nächste Charge ist für Juni 2026 oder früher terminiert und auf ein Gerät pro Bestellung limitiert.

Zum Lieferumfang zählen die SuperStation One, eine vorinstallierte 64-GB-microSD, ein HDMI-Kabel und ein USB-C-Kabel. Ein Netzteil fehlt, ein beliebiges USB-C-Ladegerät genügt jedoch.

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Quelle: Retro Remakes / Modern Vintage Gamer

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    • Kommentare (3)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von wakey PC-Selbstbauer(in)
        Ich finds interessant, das FPGA-Konsolen so beliebt sind.
        Bei vielen Konsolen ist Emulation Heutzutage so gut, das ich eigentlich kaum mehr das Bedürfnis habe das Original herauszukramen.
        Im Gegenteil, bei Emulatoren wie DuckStation genieße ich es, dass ich unliebsame Nebeneffekte wie den Texturewobble los werde, in hoher Auflösung spielen kann usw.
      • Von wakey PC-Selbstbauer(in)
        Ich finds interessant, das FPGA-Konsolen so beliebt sind.
        Bei vielen Konsolen ist Emulation Heutzutage so gut, das ich eigentlich kaum mehr das Bedürfnis habe das Original herauszukramen.
        Im Gegenteil, bei Emulatoren wie DuckStation genieße ich es, dass ich unliebsame Nebeneffekte wie den Texturewobble los werde, in hoher Auflösung spielen kann usw.
      • Von KlausBarkie Komplett-PC-Käufer(in)
        Das Ding ist der Knüller. Retro Gaming ist das Ding.
      • Von PC_DannyX Schraubenverwechsler(in)
        Stellenweise liest sich der Bericht "merkwürdig ".
        KI, oder Translator?
        Das Teil scheint aber interessant zu sein.
      Direkt zum Diskussionsende
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