Scuf Omega im Test: Üppig ausgestatteter, modularer und präziser Controller - aber zu teuer?

Der Scuf Omega kostet 240 Euro und bietet 1.000 Hz, G-Tasten, sechs frei belegbare Extratasten sowie Wechselteile. Seiten- und Untertasten lassen sich demontieren und durch Abdeckplatten ersetzen. Adaptive Trigger und haptisches Feedback fehlen. Für wen lohnt sich der Aufpreis?

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Scuf Omega im Test: Üppig ausgestatteter, modularer und präziser Controller - aber zu teuer?
Quelle: PCGH

Bei Third-Party-Controllern dominiert am PC meist das Xbox-Prinzip: asymmetrische Sticks, breite Unterstützung und viele Modellvarianten. Sony-Lizenzprodukte sind seltener, vor allem wenn adaptive Trigger und haptisches Feedback eine Rolle spielen. Der Scuf Omega erinnert in Aufbau und Zielrichtung an den Scuf Envision Pro, setzt aber auf eine offizielle Sony-Lizenz und das Playstation-Layout. Trotzdem übernimmt er nicht alle Dualsense‑Funktionen. Eine klassische Vibrationsfunktion fehlt ebenso wie haptisches Feedback und adaptive Trigger. Scuf begründet den Verzicht mit dem Fokus auf kompetitive Spieler, die direkte, lineare Trigger mit bis zum Nullwert reduzierten Totzonen bevorzugen. Stattdessen gibt es 1.000 Hz, G-Tasten, sechs frei belegbare Extratasten, wechselbare Stick-Aufsätze, tauschbare D-Pad- und Aktionstasten sowie ein austauschbares Touchpad. Zudem lassen sich die Seitentasten und die Tasten an der Unterseite abnehmen und durch Abdeckplatten ersetzen.

Das macht den Omega flexibel, ändert aber nichts am Preis: 240 Euro sind ein deutlicher Aufschlag gegenüber normalen Controllern. Wir prüfen, ob sich dieser Aufwand nur für Turnierspieler lohnt oder ob auch Hobbyspieler an der PS5 und PC-Spieler, die einen neuen Controller für ihre Plattform suchen, einen echten Nutzen daraus ziehen.

Ausstattung: viele Extras, aber kein Dualsense-Komfort

Der Scuf Omega bietet deutlich mehr Eingabemöglichkeiten und Wechselteile als ein Standard-Controller, verzichtet dafür aber auf Vibration, haptisches Feedback und adaptive Trigger. Auffällig sind die fünf G-Tasten an der Vorderseite, die in ähnlicher Form bereits vom Scuf Envision Pro bekannt sind. Im Playstation-Modus sind diese Tasten nur eingeschränkt frei nutzbar: G2 und G4 regeln die Lautstärke, G3 schaltet das Mikrofon stumm. Frei belegbar bleiben lediglich G1 und G5. Am PC sieht das anders aus. Dort lassen sich alle fünf G-Tasten über die Scuf-App mit Controller- oder Tastaturfunktionen sowie Makros belegen. Damit trennt Scuf klar zwischen PS5 und PC: An der Konsole stehen feste Audiofunktionen im Vordergrund, am PC die freie Belegung.

Im Playstation-Modus sind drei der fünf G-Tasten mit Audio-Funktionen belegt. Anders als im PC-Modus kann diese Belegung nicht geändert werden. Quelle: PCGH Im Playstation-Modus sind drei der fünf G-Tasten mit Audio-Funktionen belegt. Anders als im PC-Modus kann diese Belegung nicht geändert werden. Unterhalb der G-Tasten sitzt eine LED-Leiste, für die die Scuf-App acht Effekte und Einstellungen anbietet. Sie dient aber nicht nur der Optik, sondern zeigt auch den Ladevorgang und den Ladestand an. Zusätzlich signalisiert die Beleuchtungsfarbe der G-Tasten, welches der drei speicherbaren Profile Sie über die Profiltaste ausgewählt haben.

Weitere Zusatztasten befinden sich auf der Unterseite. Zwei der vier P-Tasten, P1 und P4, sitzen an der Innenseite der Griffhörner, deren strukturierte Gummibeschichtung in Hexagonform für mehr Halt sorgen soll. P2 und P3 sind dagegen direkt auf der Unterseite platziert. Falls Sie diese beiden frei belegbaren Tasten nicht benötigen, können Sie sie ausbauen und die freien Montageplätze mit Abdeckungen verschließen. Das gilt auch für die beiden Seitentasten S1 und S2. Bei ihnen setzt Scuf, wie bei allen Knöpfen einschließlich des Steuerkreuzes, auf leise Mikroschalter.

Auch die Trigger sind auf Anpassbarkeit ausgelegt. Per Schalter wechseln Sie zwischen einem kurzen, mausähnlichen Klick über mechanische Omron-Schalter und dem regulären analogen Triggerweg. Der kurze Schaltweg ist vor allem für Shooter interessant, während sich der volle Bewegungsweg eher für Rennspiele oder Titel eignet, die eine feinere Dosierung der Eingabe verlangen.

Der Trigger-Weg ist anpassbar. Per Schalter wechseln Sie zwischen dem vollen Bewegungsradius (Rennspiele) und einem mausähnlichen Klick (Shooter). Quelle: PCGH Der Trigger-Weg ist anpassbar. Per Schalter wechseln Sie zwischen dem vollen Bewegungsradius (Rennspiele) und einem mausähnlichen Klick (Shooter). Die Technik im hochwertig verarbeiteten Scuf Omega zeigt klar, an wen sich der 240-Euro-Controller richtet: an kompetitive Spieler und an Nutzer, die bei Triggern, Sticks und Abtastrate aktuelle Technik wünschen - auch bei hohem Aufpreis. Bei den Thumbsticks setzt Scuf auf TMR‑Technik. Sie erfasst Stick-Bewegungen magnetisch statt über klassische Potenziometer und soll dadurch präzise Eingaben mit geringerem mechanischen Verschleiß ermöglichen.

Am PC arbeitet der Omega kabelgebunden und kabellos mit 1.000 Hz Polling-Rate. Damit liegt er zwar nicht an der Spitze aktueller Polling-Rate-Angaben, bleibt aber deutlich über klassischen 125- bis 250-Hz-Controllern. Relevant ist dabei, dass die 1.000 Hz nicht nur per USB-C, sondern auch im 2,4-GHz-Betrieb über den USB-A-Dongle anliegen. An der PS5 nutzt der Controller ebenfalls eine native 2,4-GHz-Verbindung mit Dongle. Bluetooth ist dagegen nur für Mobilgeräte vorgesehen. Der Omega unterstützt damit 2,4-GHz-Funk, USB-C-Kabel und Bluetooth, allerdings nicht auf jeder Plattform im gleichen Umfang. Die Akkulaufzeit gibt Scuf mit bis zu 17 Stunden aktiver Nutzung an. Sollten Sie übrigens den Umschalter für den Modus (PS5/PC) und die Verbindungswahl suchen, befindet sich dieser unterhalb der abnehmbaren Faceplate.

Bei den Thumbsticks kommt die TMR-Technik zum Einsatz. Der Modus- und Verbindungsschalter versteckt sich unter der abnehmbaren Faceplate. Quelle: PCGH Bei den Thumbsticks kommt die TMR-Technik zum Einsatz. Der Modus- und Verbindungsschalter versteckt sich unter der abnehmbaren Faceplate.

Modularität: Was der Scuf Omega wirklich anpasst

Die Modularität des Scuf Omega beschränkt sich nicht auf Profile und Tastenbelegung. Unter der magnetisch befestigten Oberschale erreichen Sie unter anderem die Stick-Aufsätze, die Gleitringe, das Steuerkreuz, die Aktionstasten, das Touchpad sowie die Schalter für Verbindung und Plattformwahl. Der Controller lässt sich damit nicht nur per Software, sondern auch mechanisch anpassen. Für den praktischen Nutzen zählt weniger die reine Zahl der Wechselteile, sondern ob Sie diese Anpassung im Spiel tatsächlich einsetzen. Die zusätzlichen Eingaben erweitern die Bedienung, ohne dass die Daumen von den Sticks herunter müssen. Das hilft primär in Shootern, Actionspielen und kompetitiven Titeln, bei denen schnelle Reaktionen und feste Bewegungsabläufe wichtiger sind als eine möglichst einfache Bedienung. Wer bestimmte Zusatzknöpfe nicht benötigt oder Fehleingaben vermeiden möchte, kann den Omega entsprechend reduzieren.

Modularität wird beim Scuf Omega großgeschrieben und viele wechselbare Elemente wie Stick-Aufsätze, das Touchpad oder die einzeln ersetzbaren Steuerkreuztasten befinden sich unter der Faceplate. Quelle: PCGH Modularität wird beim Scuf Omega großgeschrieben und viele wechselbare Elemente wie Stick-Aufsätze, das Touchpad oder die einzeln ersetzbaren Steuerkreuztasten befinden sich unter der Faceplate. Auch bei den klassischen Bedienelementen geht Scuf weiter als ein Standard-Controller. Das Steuerkreuz besteht aus einzelnen, wechselbaren Richtungstasten, die Aktionstasten lassen sich separat tauschen, dazu kommen austauschbare Stick-Aufsätze, abnehmbare Gleitringe und ein wechselbares Touchpad. Insgesamt nennt Scuf 18 austauschbare Teile, wobei zusätzliche Zubehörsets separat verkauft werden.

Damit richtet sich der Omega klar an Spieler, die Griffgefühl, Eingaben und Layout bewusst an Genre und Spielstil anpassen möchten. Wer seinen Controller einmal einrichtet und danach unverändert nutzt, profitiert von dieser Modularität weniger. Wer dagegen Profile, Zusatzknöpfe und verschiedene Eingabeelemente gezielt auf einzelne Spiele abstimmt, findet hier den eigentlichen Nutzen des Omega. Für Einsteiger und Gelegenheitsspieler kann diese Vielfalt aber auch Aufwand bedeuten, bevor daraus ein spürbarer Vorteil entsteht.

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  1. Seite 1 Ausstattung und Modularität im Detail
  2. Seite 2 Scuf-App, Haptik, Ergonomie, Praxis und Fazit
    • Kommentare (13)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Richie Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Maasl85
        Me

        Meinst du, was ich aktuell für einen Controller habe ? ECHTPOWER heißt der. Ist wahrscheinlich irgend ein generischer Chinakram. Hatte vorher einen um die 30 Euro 8 bitdo hieß der. War der beste günstige Controller, den ich bis dahin hatte. Massiv, wertig und man konnte sogar das Akkupack vom Xbox Controller weiterverwenden. Den hat nur leider meine Katze auf dem gewissen und nachbestellen konnte man ihn auch nicht mehr.
        8Bitdo ist durchaus bekannt. Echtpower scheint zumindest für eine Budget-Runde ein interessanter Kandidat zu sein, danke.
      • Von PCGH_Richie Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Maasl85
        Me

        Meinst du, was ich aktuell für einen Controller habe ? ECHTPOWER heißt der. Ist wahrscheinlich irgend ein generischer Chinakram. Hatte vorher einen um die 30 Euro 8 bitdo hieß der. War der beste günstige Controller, den ich bis dahin hatte. Massiv, wertig und man konnte sogar das Akkupack vom Xbox Controller weiterverwenden. Den hat nur leider meine Katze auf dem gewissen und nachbestellen konnte man ihn auch nicht mehr.
        8Bitdo ist durchaus bekannt. Echtpower scheint zumindest für eine Budget-Runde ein interessanter Kandidat zu sein, danke.
      • Von Maasl85 PC-Selbstbauer(in)
        Me
        Zitat von PCGH_Richie
        Das kann schon hinkommen. Selbst unter Enthusiasten reichen die normalen Controller um 50 Euro (bis zur 20er-Marke) völlig aus. Bedarf und Ansprüche sind eben je nach User komplett verschieden. Welches Modell ist es in deinem Fall denn gewesen? Oder wechselst du regelmäßig Marke und Gamepad?
        Meinst du, was ich aktuell für einen Controller habe ? ECHTPOWER heißt der. Ist wahrscheinlich irgend ein generischer Chinakram. Hatte vorher einen um die 30 Euro 8 bitdo hieß der. War der beste günstige Controller, den ich bis dahin hatte. Massiv, wertig und man konnte sogar das Akkupack vom Xbox Controller weiterverwenden. Den hat nur leider meine Katze auf dem gewissen und nachbestellen konnte man ihn auch nicht mehr.
      • Von BubbleTWX Schraubenverwechsler(in)
        Ich denke die meisten werden nicht verstehen was für ein Brett dieses Teil eigentlich ist!

        Ich hatte 7 Jahre den Scuf Impact und das in aktiver Benutzung. Leider gab der dann den Geist auf und ich bin auf Controller suche gegangen. Katastrophe kann ich nur sagen ohne jetzt zu tief zu gehen.

        Das manuelle einstellen der Reaktionskurve ist so eine wichtige Funktion, die ich mir schon sehr lange von einer verlässlichen Marke gewünscht habe.
        Das ging bisher bei den meisten Controllern nur durch dritt Anbieter Software oder mit sehr unübersichtlichem Layout. Das einstellen dieser Kurve ermöglicht endlich die gewünschte Kameraführung Spiel unabhängig. Wirklich stark.

        Toll das die "side Bumber" erhalten bleiben, so bleibt beim wiederholten drücken die Präzision mit dem Stick erhalten, während sich das wiederholte betätigen der "back Paddles" doch teils spürbar auf die Zielgenauigkeit auswirken kann. Das ist bestimmt je nach Hand nochmal mehr oder weniger ausgeprägt.

        Das lösen von der iCue Software ist ein Traum, dazu brauch ich glaub ich nichts weiter sagen.

        1k Polling Rate und das per dongle? Ich bin sehr gespannt auf die Tests! Competitive werde ich eh weiter mit Kabel spielen aber Souls Titeln hätte ich schon ab und zu gerne auf der Couch gespielt, von daher auch sehr cool.

        Und dann die Mikrofon/Makrotasten... Genau das hat gefehlt. Oft unterstützen Spiele nur MnK oder Controller, wodurch Tasten wie Push to Talk nicht einfach auf eine Controller Taste gelegt werden können. Endlich Push to Talk ohne den Controller weg zu legen! Gleiches gilt natürlich auch für die Lautstärke oder andere nützliche schnell belegungen.

        Das die fehlenden Rumbles für manche schade sind kann ich verstehen, ich lasse die sonst aber eh entfernen.

        Der Preis ist unfassbar fair, ich kann die Kommentare dazu absolut nicht nachvollziehen.
        Für meinen Impact habe ich damals Customized um die 340€ gezahlt und der hat 7 Jahre gehalten.
        Jetzt ist TMR verbaut, was sich generell fantastisch anfühlt sobald man sich drann gewöhnt hat. Dass, zusammen mit dem modularen Aufbau der übrigens auch das ersetzen von Verschleißteilen um ein vielfaches vereinfacht, sind Controller die gebaut werden um zu halten!

        Ich bin sooo gespannt auf die ganzen Reviews, weil der Envision von der Qualität wohl nachgelassen hatte.
        iCue war für mich dann der dealbreaker.
        Sofern es nämlich keinen Haken in der Qualität und Bedienung gibt der sich später herauskristallisiert, ist der Omega für mich die Eier legende Wollmilchsau.
      • Von MechUnit Software-Overclocker(in)
        Für den Preis bekommt man nicht mal Vibration? Nein, danke.

        Da bleibe ich lieber bei den Xbox (Elite)-Controllern.
      • Von Defenz0r BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von EM_EN
        Und ich dachte bei der Vorbestellung des Steam Controller, das aber viel Geld.

        Stick Drift ist bei meinen bisherigen drei PC Controller das Hauptproblem, die PS5 Controller sehen an den Sticks aus, als hätte jemand daran rumgeknabbert.

        Irgendwie hab ich den richtigen Controller noch nicht gefunden der mich aushält, allerdings 250, ne Danke.
        Das hatte ich bei Xbox360 Controller. Die waren regelmaessig nach 2 Wochen hin und dann als ich den 5. Ersatz hatte hab ich gesagt, stopp. Danach Dualshock 4 (PS4) Controller und Ruhe gehabt.
        Gab wohl auch ne Massenklage gegen MS... hatten dann den klagenden "Elite" Controller gegeben
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