Pioneers of Pagonia getestet: Neues Aufbauspiel des Siedler-Erfinders wird Wusel-Fans begeistern
Der Schöpfer der Siedler-Reihe, Volker Wertich, kehrt mit Pioneeers of Pagonia zu den wuseligen Wurzeln des Aufbauspiels zurück. Sein neues Projekt setzt auf strategische Planung, indirekte Steuerung und komplexe Ressourcenketten. Wir von PCGH haben uns auf der Gamescom die Pre-Alpha-Version angesehen. Der Titel zeigt vielversprechendes Potenzial, das alte Siedler-Fans begeistern wird.
In diesem Artikel
Mit der legendären Siedler-Reihe war Schöpfer Volker Wertich ein wahrer Pionier der Aufbauspiele. Nach seiner Mitarbeit an den erfolgreichen Die Siedler 3 und Die Siedler 4 verließ er die Serie jedoch im Jahr 2001 und Fans konnten seitdem miterleben, wie sich die Siedler-Spiele im Laufe der Jahre in verschiedene Richtungen entwickelten - nicht immer im Sinne der alteingesessenen Anhänger. Für den aktuellsten Reboot der Reihe, die zu den Wurzeln zurückkehren sollte, engagierte Ubisoft erneut den Vater des Wuselfaktors Made in Germany und die Fans schöpften Hoffnung, das alte Spielgefühl von Siedler 2 zurückzubekommen.Leider kam alles anders und Volker Wertich trennte sich einvernehmlich von Ubisoft aufgrund kreativer Differenzen. Der achte Siedler-Teil erschien sodann im Februar dieses Jahres als Die Siedler: Neue Allianzen - jedoch mit technischen Mängeln, einer Echtzeitstrategie-Ausrichtung, einem In-Game-Shop und enttäuschten Fans. Offenbar entwickelte der Siedler-Vater aber wieder Pioniergeist und so machte er sich mit seinem kleinen Entwickler-Studio Envision Entertainment und ohne anderen Publisher auf, sein neues Aufbauspiel Pioneers of Pagonia mit einer großen Portion Wuselfaktor an den Start zu bringen. Auf der Gamescom 2023 hat Volker (im Team dutzt man sich) nun eine charmante Pre-Alpha-Version seines Projekts vorgestellt und wir durften uns in einer halbstündigen Anspiel-Session unter den wachsamen Augen zweier Entwicklerinnen selbst davon überzeugen, ob das alte Old-School-Siedler-Flair aufkommt.
Quelle: Envision Entertainment
Pioneers of Pagonia angespielt: Neues Aufbauspiel des Siedler-Erfinders wird Wusel-Fans begeistern (1)
Pioneers of Pagonia: Der erste Eindruck macht Hoffnung
Wir starten also ein frisches Spiel mit der frühen Pre-Alpha-Version der Pioniere und tauchen ein in die einladende und farbenfrohe Welt von Pagonia. Vor uns befindet sich das Startgebäude in dezentem Comic-Look, in dem sich unsere ersten Pioniere einquartiert haben und in dem wir unser Startpaket an Grundressourcen lagern. Und siehe da, der erste bekannte Aufbau-Aspekt aus alten Tagen: Ein Wegesystem wartet darauf, von uns angelegt zu werden. Mit einfachen Klicks haben wir so rasch ein erstes Pfadnetzwerk errichtet. Auf den ersten Blick erscheint das System wie bei Cities: Skylines. Doch die anliegenden Kästchen sollen nur einen ungefähren Eindruck davon geben, wie viel Platz für die frei platzierbaren Gebäude bereitsteht. Denn den vorhandenen Platz müssen wir sorgfältig durchplanen und auch die Eingänge der Gebäude müssen angrenzend an Pfaden liegen. Eine gut durchdachte strategische Planung der Siedlung und das effiziente Ressourcenmanagement gewinnen also wieder an Bedeutung.
Quelle: Envision Entertainment
Pioneers of Pagonia angespielt: Neues Aufbauspiel des Siedler-Erfinders wird Wusel-Fans begeistern (2)
Wie jeder Aufbau-Spieler weiß, müssen wir anfangs unsere Bauressourcen sichern. Also setzen wir ein Holzfällerhaus in die Nähe eines kleinen Waldes, ein benachbartes Sägewerk verarbeitet die gefällten Holzstämme zu Brettern und ein Förster sorgt für neue Wäldchen (wir bestimmen klassischerweise den Ort). Schon sprudeln die ersten Pioniere wie Ameisen auf ihren Pfaden in Reih und Glied zu ihren Baustellen. Das sieht schon sehr putzig aus, wenn mehr als eine Handvoll Träger mit Baumaterialien, Planierer und Bauarbeiter mit Hämmern gleichzeitig zu ihrer Baustelle wandern. Ein späterer Spielstand, der uns gezeigt wurde, konnte mit rund 4.000 Pionieren auf der Karte aufwarten. Hier wird aber auch schnell deutlich: Wer zu viele Gebäude in Auftrag gibt oder nur ein schwach ausgebautes Straßennetzwerk vor sich hat, der hat einen Vollstau vorprogrammiert. Dann geht gar nichts mehr (oder nur sehr schleppend) und die Pioniere stehen sich in langen Schlangen die Beine in den Bauch, bevor sie ihre Waren abliefern können. Zu diesem Konzept gehört auch das richtige Platzieren von kleinen Waren-Zwischenlagern, wodurch wir die Ablageflächen der Fertigungsstätten schneller freimachen können und der Betrieb weitergehen kann.
Pioneers of Pagonia: Mehr Ressourcen, mehr Waren und mehr Güter
Wir ergänzen unsere Produktionsstätten um Steinbrüche, Steinmetze und Steinmühlen und erweitern so unsere Warenkreisläufe. Ein genauerer Blick auf die hilfreichen Tooltips offenbart, dass schon diese ersten Grundgebäude wesentlich vielfältigere Waren produzieren können. So bringt ein Steinbruch nicht nur Steine, sondern auch Kalkstein hervor; der Steinmetz produziert nicht nur für den Bau komplexerer Gebäude benötigte geschliffene Steine, sondern auch Grenzsteine (um das Siedlungsgebiet zu erweitern), und die Steinmühle ist für die Produktion von Zement zuständig. Förster sind in der Lage sowohl Nadelbäume als auch Laubbäume zu pflanzen, welche wir wiederum für diverse Produkte wie Baumaterialien oder Werkzeug benötigen. Doch für all das benötigt der Förster auch einen Brunnen. Das zieht sich durch alle Produktionsketten hindurch und uns wird klar: Wer auf wirklich komplexe Warenkreisläufe gehofft hat, wird hier nicht enttäuscht. Die Entwickler versprechen mehr als 70 verschiedene Güter und 40 Gebäude. Das geradezu simple Die Siedler: Neue Allianzen kann da einfach einpacken.
Quelle: Envision Entertainment
Pioneers of Pagonia angespielt: Neues Aufbauspiel des Siedler-Erfinders wird Wusel-Fans begeistern (3)
Nachdem die Pionierarbeit für unsere Siedlung getan ist, widmen wir uns dem nächsten Schritt. Schließlich müssen wir unsere Pioniere auch füttern. So stellen wir nämlich sicher, dass sich alle Pioniere in den Wohnstätten wohlfühlen und wir so genügend Träger und Arbeiter haben. Den Anfang macht der Jäger mit seiner Jagdhütte, der nicht nur eine Wildart zur Beute macht, sondern Hasen, Wildschweine und Hirsche (es fällt gleichzeitig Leder ab) und somit auch verschiedene Fleischsorten liefert. Eine Sammlerhütte ist für das Sammeln von Beeren und Pilzen (sowie Feuerholz) zuständig. Die Verteilung der fertigen Mahlzeiten übernimmt schließlich die Taverne (mit dazwischen geschalteten Marktständen, die die Kochzutaten für die Taverne lagern), vor der wir Essensbänke verteilen. Jede vollwertige Mahlzeit besteht aus Fleisch oder Fisch, einem Brot und einer Beilage wie Beeren oder Pilzen. Fans der klassischen Siedler-Spiele werden sich jetzt fragen: Kochen die Bergarbeiter wieder ihr eigenes Süppchen? Jawohl! Bergwerke bekommen besondere Lunchpakete in ihre Minen gebracht, um sie unter Tage zufriedenzustellen. Bei dem Detail wird einem alten Siedler-Fan doch warm ums Herz.

Frage an die Redaktion: Warum werden auf pcg.de und pcgh.de zwei Vorschauen zu exakt demselben Spiel veröffentlicht (wobei mir inhaltlich die PCGH-Version besser gefällt)? Macht ja nicht wirklich Sinn die Arbeitszeit zweier Redakteure auf dieselbe Art Artikel parallel einzusetzen.
Ich hoffe nicht.
Ja, es soll vereinzelte Monster geben gegen die man kämpfen muss/kann, aber da ergeben diese Grenzen dennoch keinen Sinn. Oder übersehe ich etwas, bzw. blieb ungenannt?
Gruß
Micha
Ja, es soll vereinzelte Monster geben gegen die man kämpfen muss/kann, aber da ergeben diese Grenzen dennoch keinen Sinn. Oder übersehe ich etwas, bzw. blieb ungenannt?
@UBI SO muss dat