Kein Aufwand ist zu groß: Selbst gebautes Jetcockpit im Wohnzimmer - PCGHX-Mitglied kuhprah im großen Community-Porträt (Teil 2)

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Selbst gebautes Jetcockpit im Wohnzimmer: PCGHX-Mitglied kuhprah im Community-Porträt (12)
Quelle: extreme.pcgameshardware.de

Im PCGH-Extreme-Forum gibt es viele Community-Mitglieder, die sich in bestimmten Punkten besonders hervortun und das Forenleben durch ihre Aktivität bereichern. In einer Artikelserie stellen wir Ihnen einige der Community-Mitglieder vor, die immer wieder dafür sorgen, dass sich ein Besuch im Extreme-Forum lohnt.

PC Games Hardware: "Du investierst viel Zeit und Geld in dein Projekt. Wieviel Zeit hast du bisher schon ungefähr in das Projekt gesteckt, wo liegt dein persönliches Limit?"

kuhprah: "Zeit und Geld, das sind zwei Dinge die dabei drauf gehen wie nichts. Finanzell lässt es sich theoretisch ausrechnen, ich denke ich gehe derzeit auf etwa 15.000 Euro zu, wenn man alles mit einbezieht. Also die Computer, Holzteile, Schalter, Elektrik, Kabel und so weiter. Was die Zeit betrifft wird das schon deutlich schwerer. Wie in meinem Tagebuch bei Posting Nr. 309 zu lesen ist, kostet eine einzelne Litze welche nicht sauber verarbeitet ist, schnell mal 10 und mehr Stunden an Arbeit. Für ein Panel mit Zusammenbauen, Testen und Einbauen am Schluss rechne ich durchschnittlich mit 3 Stunden. Bei 36 Panelen ergibt schon das gut 110 Stunden dafür. Der Sitz dürften auch noch mal rund 35 Stunden gewesen sein und für den Rest ... Ich denke mal grob geschätzt bin ich sicher schon jenseits der 500 Stunden. Und was das Limit angeht, ist das eigentlich nicht gesetzt. Wir wollen zwar jetzt dann anfangen zu bauen und deshalb ist derzeit im Projekt quasi Pause was Neuanschaffungen betrifft (keine Sorge, ich hab noch Material und Arbeit für rund 1 Jahr Tagebuch ), aber später wird noch einiges hinzukommen. Je nachdem welchen Sprung die Visualisierungstechniken bis dahin gemacht haben, werde ich am Ende finanziell wohl zwischen 25.000 und 30.000 Euro liegen. Aber ob ich jemals wirklich komplett fertig bin ... in 10 Jahren oder so werden die Unterlagen und Daten für die Block-60-Versionen freigegeben werden, eventuell steht da dann ein Update an.^^ Und zeitlich braucht es einfach das was es braucht."

PC Games Hardware: "Mal angenommen, du hättest keine Budgetgrenze beim Bau des Cockpits: Was würdest du anders machen?"

kuhprah: "Ohne Grenzen würde ich sehr viel mehr auf Originalteile setzten, keine Replika oder selbst gebaute Komponenten sondern "as real as it gets". Wenn man bedenkt, dass ein einfacher 3-Postionen-Schalter mal schnell 100 Euro kostet und die Magnetschalter, wenn sie neu sind, bei über 1.000 Euro das Stück liegen (man braucht 3 davon), kommen da gewaltige Summen zusammen. Es gibt Leute, die viel mit echten Teilen arbeiten und da stecken dann 50.000 und noch mehr Euro drin. Die Grenze nach oben ist eigentlich offen, ich schätze aber, wenn man alles mit echten Teilen macht wo man sie bekommt, sind dafür Kosten jenseits der 100.000 Euro fällig. Und wenn all das noch nicht reicht, kann man sich bei KUKA noch einen Roboter kaufen, an dessen Arm das Cockpit fix montieren und hat einen Full-Motion Simulator. Da sind wir dann beim Preis eines Einfamilienhauses. Aber geil wär's. :D"

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Selbst gebautes Jetcockpit im Wohnzimmer: PCGHX-Mitglied kuhprah im Community-Porträt (25) Quelle: extreme.pcgameshardware.de Selbst gebautes Jetcockpit im Wohnzimmer: PCGHX-Mitglied kuhprah im Community-Porträt (25) PC Games Hardware: "Deine Arbeiten am Cockpit wirken ziemlich gut durchdacht. Steckt einfach nur sorgfältige Planung dahinter oder hast du bereits anderweitig Erfahrung bei einem vergleichbaren Vorhaben sammeln können?"

kuhprah: "Weder noch. Ich hatte die Hülle, was schon mal ein sehr großer Vorteil war, da ich in der Mietwohnung hier unmöglich solche Holzarbeiten hätte machen können. Zuerst hab ich einen Sitz gebraucht, also fing ich damit an. Und dann kam der Einbau von Stick und Throttle, da ohne die Instrumente gar nichts geht. Die MFD-Rahmen kamen gleich danach inklusive der Bildschirme und damit war der Anfang gemacht. Zu dem Zeitpunkt fiel auch die Entscheidung, die Rundinstrumente in der Mittelkonsole mit Displays zu lösen und keine Originalinstrumente einzubauen. Zum einen ist das elektrisch alles andere als einfach und rein finanziell ist es ebenfalls kostspielig. Für so ein funktionierendes Instrument legt man sehr schnell mal eine 4 stellige Summe hin. Bei 5 davon sind wir noch schneller jenseits der 10.000 Euro. Ein 10,4-Zoll-LCD und 5-Zoll-LCD mit einer Belchblende und Kunststoffrahmen liegen in der Region von 400 Euro. Und wenn ich später auf Block 60 umrüste, ist es von Vorteil, schon ein Display in der Mitte zu haben.
Danach ging es darum, welches System ich für die Integration verwenden will. Hier habe ich mich recht früh darauf geeinigt, dass ich maximal zwei verschiedene Systeme haben will, welche die ganzen Input/Output-Sachen erledigen. Denn mit jedem Zusatzprogram gibt es auch mehr Fehlerquellen und Inkompatibilitäten. Ich hab mich am Ende für ein Ausgabesystem aus Holland (AIC) entschieden und ein Input/Output-System aus Spanien (PSCockpits). Beide bieten Support für BMS und sind finanziell tragbar und das wichtigste für mich: Beide sind mehr oder weniger DAU-sicher.

Und darauf basiert auch das gesamte Aufbaukonzept. Da ich von all dem Zeugs zuvor keinen Plan hatte, habe ich mit einem einfachen Panel angefangen, das nur On-Off-Kippschalter hatte. Und dann bin ich dazu übergegangen, die Teile, die ich im Spiel an öftesten brauche, zuerst zu bauen und das, was ich weniger brauche oder was komplizierter ist, wurde verschoben. Das hat dazu geführt, dass jetzt rund 70 Prozent fertig sind, die fehlenden 30 Prozent aber der weitaus komplexere Teil sind. Mit allen einfachen Schaltern, Tastern oder LEDs bin ich soweit fertig. Jetzt beginnen die Teile welche mit diversen numerischen Displays, Analogreglern in Kombination mit Schaltern etc. ausgestattet sind und daher auch deutlich komplexer in der Implementation werden. Die fehlenden 30 Prozent werden also vermutlich noch mal so viel Zeit beanspruchen wie die vorherigen 70Prozent ... Und so kommt halt eins zum anderen. Wirklich ein System habe ich nicht und wird es wohl auch nicht mehr geben. Wirklich wichtig ist einfach die Dokumentation eines jeden Schrittes, das Beschriften von Leitungen und so weiter. Denn wenn ich einmal den Überblick verlieren sollte, dann kann ich von vorne anfangen.
Was ebenfalls eine große Herausforderung darstellt, ist die Integration der ganzen Umgebung am Computer. Das macht auch den Austausch so schwer, da der normale Mainstream-Spieler ein Produkt kauft, installiert und spätestens nach ein oder zwei Jahren, wenn der Nachfolger da ist, das Alte links liegen lässt. Dazu gibt's ne Tastatur, ne Maus und vielleicht ein Lenkrad - fertig. Die Tipps sind immer die gleichen, neue Treiber, neue Software, das läuft.

Ich hingegen darf mich mit derzeit acht Bildschirmen verteilt auf zwei PCs und drei Grafikkarten herumschlagen. Dazu kommen mehrere DirectX-Eingabegeräte mit 20 Achsen und weit über 250 Eingabeoptionen. Die Primär-Software, deren Programmkern auf einem Code basiert welcher 1998 erschienen ist und dessen Entwicklung auf dem Stand von 1993 basiert, tut ihr Übriges. Nebenbei laufen noch etliche Programme die permanent Daten aus dem Zwischenspeicher des Spiels auslesen und darstellen. All das zu kombinieren ist eine komplexe Herausforderung. Allein das Updaten eines Frame-Network-Treibers von Windows kann das gesamte System zum Kippen bringen. Dazu kommt, dass mit jedem Update der Grafiktreiber unser DX9-Spiel an Leistung etc. einbüsst.
Das ist auch der Grund warum ich einen PC einsetze, der auf den ersten Blick total oversized ist. Wer braucht denn schon einen i7-3930K mit 6 Kernen, 32 GiByte Arbeitsspeicher und eine übertaktete HD 7970 für ein DX9-Spiel? Dazu kommen noch einmal eine i3-4130T-CPU mit 8 GiByte RAM und zwei Graphikkarten nur für Displays. Es ist nicht nur das Spiel selbst, das Rechenarbeit braucht, auch die ganzen Tools und Programme im Hintergrund erzeugen Last. Derzeit läuft neben dem Hauptspiel noch folgende Software:
- AIC 6,0 zum Auslesen der Daten
- PSCockpit Software für die Ein-Ausgabe der Schalter/LED
- Track IR für die Kopfsteuerung
- 3 x Teamspeak-Anwendungen für die fluginterne Kommunikation
- MFD-Extraktor der über das Netzwerk Anzeigedaten austauscht
- 2 x Dispalylink-Software für die Ausgabe der USB-Monitore
- Logitech Z-10 Software für das DED-Display

Von daher sind System und Logik beim Aufbau des Pits zwar wichtig, aber es bringt alles nix, wenn man sich nicht auskennt. Von daher war mein Weg, mit dem anzufangen was ich konnte und mich ständig weiter zu entwickeln. Und das funktioniert ganz gut bis jetzt."

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    • Kommentare (23)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von ferdi1982 Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Selbst als Brillen/Linsentraeger?
      • Von ferdi1982 Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Selbst als Brillen/Linsentraeger?
      • Von Fearofdeath Freizeitschrauber(in)
        AW: Kein Aufwand ist zu groß: Selbst gebautes Jetcockpit im Wohnzimmer - PCGHX-Mitglied kuhprah im großen Community-Porträt

        das wohlwahr, in sonem cockpit muss simulation echt laune mach
      • Von Kuhprah Software-Overclocker(in)
        AW: Kein Aufwand ist zu groß: Selbst gebautes Jetcockpit im Wohnzimmer - PCGHX-Mitglied kuhprah im großen Community-Porträt

        Danke für die motivierenden Worte Ich fand es auch klasse dass ich hier das so überhaupt präsentieren darf und sich die Leute sogar noch hin und wieder dazu äussern Ist ja nichts womit gross Geld verdient wird und liegt somit in 99,9% in keinem Focus irgendeiner Zeitschrift.

        Was den Flugschein angeht, klar hab ich darüber nachgedacht. Aber um ehrlich zu sein, bei dem was das alles kostet bekomme ich zu wenig raus dabei. Einfach paar Kreise fliegen ist mir ehrlich gesagt zu langweilig. Und Kunstflug kann man nicht bezahlen und so Spässe wie Tiefflüge etc. kannste eh komplett vergessen. Für militärische Flugausbildung bin ich 1. zu alt und bin 2. nicht 100 % fit von daher fällt auch das auch.

        Und wenn das alles fertig ist mit den Projektoren etc dann bin ich definitiv am selben Stand wie so manche Militärpiloten, denn was die dann an realen Flugstunden haben is jenseits von gut und böse. Da lass ich es lieber so wies ist und hab mit meinen Jungs online ne Menge Spass
      • Von Fearofdeath Freizeitschrauber(in)
        AW: Kein Aufwand ist zu groß: Selbst gebautes Jetcockpit im Wohnzimmer - PCGHX-Mitglied kuhprah im großen Community-Porträt

        respekt, wer ein genre pc eine art von spiel so mag, so ein aufwandt hineinsteckt und mit herzblut dabei ist, um möglichst realistisch zu spielen...
        ich ziehe vor so viel arbeit, geld und perfektion^^ den hut weitr so
      • Von Rollora Kokü-Junkie (m/w)
        AW: Kein Aufwand ist zu groß: Selbst gebautes Jetcockpit im Wohnzimmer - PCGHX-Mitglied kuhprah im großen Community-Porträt

        Zitat von Cett
        Also ich kann das nicht so ganz nachvollziehen was die ganze Sache soll. Wenn ich ernsthaft so ein Fanatiker für Flugzeuge wäre, würde ich doch alles daran setzen einen Flugzeugschein welcher Art auch immer zu erlangen und dann selber zu fliegen oder sogar, sofern es irgendwie möglich ist, die ganze Sache zu meinem Beruf zu machen. Aber eine Simulatorkiste mir in die Wohnung zu stellen um dann eine Software zu verwenden um das Gefül des Fliegens zu simulieren, käme mir nicht in den Sinn.
        ja wenn du die $$$$ hast geht das, nicht wahr?
        Und was, wenn ichs nur als Hobby betreiben will? Muss ich auch rennfahrer werden, wenn ich mir ein Renncockpit nauchbaue? Oder wenn sich viele hier nun ein VR Set kaufen wie etwa die Rift, um "noch mehr drinnen zu sein im Geschehen" wollen die dann auch alle Soldaten wie in COD sein? Warum machen sie nicht einfach in den USA die Ausbildung und hauen sich in den nächsten Krieg?

        Das ist jetzt natürlich überspitzt, aber im Grunde gesehen stehen dir enorm viele Dinge im Weg: Hast du schon mal nachgesehen wie es gesundheitlich aussehen muss, damit du Kampfpilot werden darfst?
        Gerade mal 5% der 18 Jährigen haben die Voraussetzungen. Und damit meine ich nicht das Idealgewicht oder Körpergröße, sondern auch nicht änderbare Dinge wie Sehstärke, Reaktion, Konzentration/Intelligenz usw.
        Hinzu kommt, dass die Ausbildung bei uns einige Jahre dauern würde. In den USA wäre sie schneller geschafft, dort darf man dann aber nur einen Flugzeugtyp fliegen.
        Ein so ein Cockpit nachzubauen um ein paar Hundert bis tausend Euro ist also zigfach einfacher.
        Zumal hier einige mit ihren Systemen um jenseits der 2000€ für Benchmarkssessions und sonst nichts angeben, offensichtlich eher so ein Hobby bräuchten.
      Direkt zum Diskussionsende
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