Perfekte Gehäuselüftung
Tipp 4: Lärm dämmen
Schritt 2) Halten Sie den Lüfter an um die richtige Position zu bestimmen.
Oft werden die Vibrationen des Lüfters direkt und ungedämmt an das Gehäuse abgegeben. Dieses wirkt dann wie der Schallkörper einer Wandergitarre und verstärkt das Geräusch. Am besten entkoppeln Sie den Gehäuselüfter mit vier Gummiringen vom Gehäuse. Diese sind im Baumarkt als Dichtungsringe für Bad- und Sanitäreinsatz erhältlich und kosten etwa zwei Euro. Die Ringe müssen zwischen die Schraubenköpfe und das Gehäuse gesteckt werden. Drehen Sie die Schrauben dabei nicht zu fest an, da sonst die Gummidichtungen beschädigt werden. Eine andere Alternative zur Entkopplung von Lüftern stellen Gummistecker dar. Die-se sind für drei Euro beispielsweise bei Frozen-Silicon (frozen-silicon.de) erhältlich - mit den Steckern können Sie die Lüfter ohne Schrauben am Gehäuse befestigen. Die Montage ist denkbar einfach: Die Entkoppler werden durch die vorhandene 6mm-Bohrung des Lüfters und des Gehäuses gezogen - fertig!
Tipp 5: Luftstrom optimieren
Schritt 2) Zeichnen Sie die Bohrlöcher an.
Grundsätzlich sind zusätzliche Lüfter in einem Gehäuse eine gute Sache, allerdings verschlechtern verschiedene Faktoren die Luftumwälzung gewaltig und können sogar zu Hitzestaus (Hotspots) im System
führen. Hauptproblem Nummer 1 ist eine schlechte Kabelführung. Breite IDE-Kabel verhindern eine gute Durchströmung; wenn dann noch eine sehr lange Karte wie eine Geforce4 Ti-4600 oder FX 5800 zum Einsatz kommt, ist der untere Bereich des Towers praktisch isoliert. Da man eine VGA-Karte nicht verkürzen kann, muss die Kabelführung optimiert werden. Dazu entfernen Sie zuerst alle Kabel aus dem System (Stromkabel werden oben im Tower verstaut). Für die (IDE-)Festplatte sollten Sie ein kurzes Rundkabel verwenden, idealerweise mit nur zwei Steckern. Für das DVD-ROM-Laufwerk und den CD-Brenner nimmt man ein zweites Kabel mit drei Abgriffen. Seien Sie vorsichtig mit den Stromsteckern: Diese sind zwar recht dünn, doch in der Summe verschlechtern die Kabel den Luftfluss. Daher nehmen Sie (je nach Netzteil) nur einen Stecker für die Festplatte und binden diesen mit Kabelbindern möglichst nah an das Mainboard. Zwei weitere Stecker für die Laufwerke werden mit Kabelbindern möglichst eng zusammengezogen. Die restlichen Anschlüsse sollten Sie ebenfalls zusammenklemmen und oben im Gehäuse arretieren.
Tipp 6: Gehäuse besser kühlen
Schritt 2) Bohren Sie die Löcher präzise und schmirgeln Sie bei Bedarf danach die Kanten glatt.
Für eine gute Kühlung bei sehr geringer Geräuschentwicklung haben sich die 80mm-Lüfter von Papst bewährt. Für Silent-Systeme empfiehlt sich besonders der N/2GL, er ist zum Beispiel bei Listan (listan.de)für 16 Euro erhältlich. Allerdings bringt auch der beste Kühler nichts, wenn zwar ein Lüfterplatz vorgesehen ist, aber das Gehäuseblech unzureichend ausgestanzt ist. Versierte Benutzer können zur Blechschere oder einer Stichsäge greifen, dies übersteigt allerdings die normale Hobbykeller-Ausstattung. Auch die EMV-Eigenschaften des Gehäuses werden durch das Entfernen von Blechen negativ beeinflusst. Deswegen sollten Sie schon beim Kauf eines Gehäuses auf entsprechende Aussparungen bei den Lüfterhalterungen achten. Wenn Sie einen passiven Grafikkarten-Kühler verwenden, empfehlen wir zusätzlich einen PCI-Kartenkühler. Dieser Kühler wird mit einem Schwenkarm über die AGP-/PCI-Steckplätze gespannt und kostet beim Online-Shop Listan samt Lüfter etwa zehn Euro. Dabei wird lokal (Grafikkarte) die Temperatur um etwa vier Grad gesenkt, global (im Gehäuse) steigt die Temperatur aber durch Verwirbelungen um etwa zwei Grad.
Tipp 7: Sondergehäuse
Schritt 5) Ohne Gehäuselüftung und mit schlechter Kabelführung kommt es zum Hitzestau im rot markierten Bereich.
Bei Bigtowern und durchdachten Midigehäusen wie dem CS-601 hat man aufgrund des enormen Platzangebots weniger Kühlungsprobleme. Zum einen strahlt das Gehäuse an sich schon viel Wärme ab, zum anderen gibt es schon Einbauslots für 80mm-Lüfter, in die man die Zusatzlüftung einfach nur noch einstecken muss. Die Haltemechanismen können dagegen durchaus noch optimiert werden, da die Lüfter oft ein wenig Spiel in ihren Halterungen haben und somit zur potenziellen Lärmquelle werden. Als einfache Lösung bietet es sich an, etwas Tapeband (gibt es im Baumarkt für zwei Euro) an die Stellen zu kleben, an denen der Haltemechanismus den Lüfter aufnimmt. Dieser wird dadurch etwas fester umklammert und hat kein Spiel mehr.
Tipp 8: Fazit
Schritt 6) Achten Sie beim Gehäusekauf auf vorgesehene Lüfterplätze bei diesem Gehäuse kann man nicht nachrüsten.
Die Erwärmung im Tower ist eine Art Schneeball-Effekt: Wird die Hitze von heißen Bauteilen schlecht abgeführt, steigt die Wärme im Tower und als Resultat daraus auch wieder die Wärme von Bauteilen wie beispielsweise einer passiv gekühlten Grafikkarte. Der Unterschied von einem schlecht gekühlten Gehäuse zu einem gut durchlüfteten kann bis zu zehn Grad Celsius betragen. Unser Testsystem hatte vor den Maßnahmen stellenweise eine Temperatur von 43 Grad Celsius. Nach den Änderungen sank die Temperatur auf etwa 34 Grad. Eine optimierte Gehäusekühlung kommt damit der Stabilität und Lebensdauer der PC-Komponenten zugute und wird von uns besonders in der heißen Jahreszeit und passiven Komponenten empfohlen!
