Nachgefragt bei AMD

0
News Christian Gögelein Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen

AMD-Pressesprecher Jan Gütter. AMD-Pressesprecher Jan Gütter. Das Problem:
Trotz Messdiode kann ein Athlon XP offenbar zu heiß werden.
Mit einer internen Temperaturdiode will AMD die aktuellen Prozessoren besser gegen Überhitzung schützen. Alle CPUs mit "Palomino"-Kern (Athlon 4, Athlon MP und Athlon XP) besitzen deshalb einen Temperaturfühler, der direkt im Prozessorkern steckt. Allerdings funktioniert die Temperaturüberwachung nur dann, wenn das Mainboard die Prozessordiode auch auslesen kann. Gut ein halbes Jahr nach der Athlon-4-Präsentation gibt es aber erst sehr wenige Hauptplatinen, die das Feature nutzen. Sieben von acht Mainboards aus dem letzten Vergleichstest lasen die Diode nicht aus und hatten stattdessen einen Temperaturfühler, der die Wärme von unten misst (siehe Artikel auf Seite 80).
Offenbar kann es selbst auf einem Mainboard mit Diodenunterstützung passieren, dass ein XP-Prozessor buchstäblich verbrennt, wenn der Lüfter ausfällt. Das Online-Magazin Tomshardware.de hat diesen größten anzunehmenden Unfall nachgestellt und in einem Video festgehalten. Im Video ist zu sehen, wie ein MP-Prozessor nach Entfernen des CPU-Kühlers in Rauch aufgeht. Nach Angaben des Magazins konnte das Siemens-D1279-Board, das die Diode eigentlich unterstützen sollte, den Hitzetod des Prozessors nicht verhindern. Offenbar stieg die Temperatur so schnell, dass die Logik auf dem Mainboard nicht mehr hinterherkam.
Wir haben bei AMD nachgefragt, wie zuverlässig die Temperaturdiode des XP-Prozessors arbeitet. Außerdem wollten wir wissen, wann sich die sichere Messmethode endlich auf den aktuellen Sockel-A-Mainboards durchsetzt.

Die Antwort:
AMD-Mann Jan Gütter steht Rede und Antwort. Herr Gütter ist seit Februar 2000 bei AMD Deutschland. Als Pressesprecher betreut er die deutschen Fachmagazine, darunter natürlich auch PC Games Hardware.
Frage: Die interne Temperaturdiode des "Palomino"-Kerns soll den Prozessor vor Überhitzung schützen. Trotzdem kann es offenbar passieren, dass die CPU verbrennt. Wie kommt"s?
Antwort: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein korrekt installierter Kühlkörper abfällt und in der Folge die CPU verbrennt, ist unter realen Bedingungen nahe null. Viel wahrscheinlicher ist, dass der Lüfter auf dem Kühlkörper ausfällt. Diesen Ausfall fängt aber jetzt schon nahezu jedes handelsübliche Board ab, weil die Temperatur nur langsam ansteigt (der Kühlkörper leitet ja noch Wärme ab). Also bleibt die CPU intakt. Niemand muss Angst haben, dass ihm sein Athlon verbrennt. Die interne Temperaturdiode des Athlon XP verbessert diese Funktionalität, indem sie noch schneller einen Temperaturanstieg an eine Schutzschaltung auf dem Board weiterleitet, die die CPU rechtzeitig abschaltet oder heruntertaktet.
Frage: Wie aufwendig und teuer ist eine entsprechende Schutz-Schaltung?
Antwort: Ziel ist es, die Kosten für eine solche Schutzfunktion unter einem US-Dollar zu halten.
Frage: Was tut AMD, damit die Diodenmessung in Zukunft von den Mainboard-Herstellern besser unterstützt wird?
Antwort: Fast alle kommenden Mainboards werden die Temperaturdiode direkt auslesen, so dass ein wirkungsvoller Überhitzungsschutz für nahezu alle denkbaren Fälle gewährleistet ist.

Artikel teilen

Per E-Mail versenden

0
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 06/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk