Hardware Inside: DSL
Frequenzen
CUP arbeitet mit festgelegten Frequenzbereichen. DMT nutzt viele schmale Leitungen, die nach Bedarf eingesetzt werden.
Beim analogen Fernsprechapparat wird ein Frequenzband von 0 bis 4 kHz genutzt. Dort liegt der menschliche Sprach- und Hörbereich. Bei der digitalen Telefonie ISDN (Integrated Service Digital Network) werden 0 bis 130 kHz belegt. Für die Datenübertragung der DSL-Modems zur Vermittlungsstelle existieren zwei Protokolle. Das erste ist CAP (Carrierless Amplitude/Phase), das die Kupferleitung bei analoger Telefonie in drei Bereiche aufteilt: den Sprachbereich von 0 bis 4 kHz, den Sendebereich von 25 bis 160 kHz und den Empfangsbereich von 240 kHz bis maximal 1,5 MHz. Die maximale Frequenz beim Datenempfang ist abhängig von der Kabellänge und der Signalqualität, sie wird vom DSLAM vorgegeben. Dieses Dreikanalsystem mit großen Frequenzabständen zwischen den einzelnen Bereichen verringert die Wahrscheinlichkeit von Signalstörungen auf einer Leitung oder zwischen mehreren in einem Kabelstrang. Das zweite Protokoll namens DMT (Discrete Multitone) teilt den Bereich auch in Kanäle auf, und zwar in 247 gleich große à 4 kHz. Jeder Kanal wird virtuell mit einem Modem verbunden und überwacht. Ist nun die Signalqualität auf einem Kanal zu schlecht, wird sie einfach auf einem anderen noch mal gesendet. Einige der tiefer liegenden Kanäle übertragen die Upload- und Download-Informationen. Durch die Überwachung und Aussortierung der minderwertigen Kanäle bei schlechten Kupferleitungen ist DMT sehr komplex, aber auch sehr flexibel. Durch diesen Vorteil hat sich DMT gegenüber CAP bei ADSL durchgesetzt.
DSL-Typen
Bei ADSL können Sie mehr Daten empfangen als senden. Das entspricht im Normalfall dem Surfverhalten der Internetnutzer.
Die meisten Haushalte und Kleinbetriebe sind mit asymmetrischem DSL (ADSL) verbunden. Dies wird bei der Telekom als T-DSL angeboten. Bei ADSL wird davon ausgegangen, dass der Internetnutzer mehr Daten empfängt, als er sendet. Dies erklärt sich damit, dass der Surfer für das Navigieren auf den Internetseiten eine schmale Bandbreite, für das Herunterladen von Dateien, Bildern und Videos aber eine große Bandbreite benötigt. Die Übertragungsraten bewegen sich bei maximal 8 MBit/s zum Kunden und bei 800 kBit/s zur Zentrale. Trotzdem können Sie aber nur mit 768 kBit/s Daten empfangen und mit 128 kBit/s senden. Die Telekom begrenzt die Up- und Downloadgeschwindigkeit, um entfernungsunabhängige Tarife anbieten zu können und eine gleich bleibende Datenquanti-tät liefern sowie das Datenaufkommen besser steuern zu können. Symmetrisches DSL (SDSL) ist die Grundlage für alle professionellen Dienste. Hierbei werden die Daten in beide Richtungen auf einer Leitung mit derselben Geschwindigkeit gesendet. Für noch mehr Datenperformance kann auch der Sprachkanal weggelassen werden. High bitrate DSL (HDSL) ist quasi der Vorgänger von SDSL. Hier wird eine komplette Leitung für den Datentransport in eine Richtung benutzt. Diese Technik verwendet eine fortgeschrittene Modulations- und Codierungstechnik. Dabei sind Übertragungsraten von 1,54 MBit/s oder 2 MBit/s über eine Entfernung von bis zu 3.700 Metern möglich.
Die schnellste Variante, die DSL in Zukunft zu bieten hat, ist VDSL - Very high bit-rate DSL. Hier werden Geschwindigkeiten beim Download von 52 MBit/s und beim Upload von immerhin 16 MBit/s erreicht. Dies funktioniert nur bei sehr kurzen Wegen über eine Kupferleitung von maximal 1.200 Metern. Ab spätestens diesem Punkt werden die Daten über ein VDSL-Gateway in ein Glasfasernetz gespeist und weitergeleitet. Leider gibt es noch kein kompatibles großflächiges Glasfasernetz in Deutschland. Zudem existieren für diese zukunftsweisende Technologie noch keine einheitlichen Standards, wobei es in vielerlei Hinsicht einfacher aufgebaut ist als ADSL. Kürzere Leitungen bedeuten weniger starke Beeinflussungen der Signale, so dass die zugrunde liegende Modem-Technologie weniger komplex sein kann. Außerdem lässt VDSL passive Netzabschlüsse zu, wodurch mehrere VDSL-Modems an eine Leitung angeschlossen werden können.
