Gainwards versteckte 7900 GT für AGP im Test
Die Karte mit dem langen Namen. Bereits in Ausgabe 06/2005 (ab S. 50) testete PC Games Hardware den Vorgänger der nun eindeutig schnellsten AGP-Karte, die Bliss 7800 GS und gab ihr den Top-Produkt Award.
Kam beim kleineren Modell noch ein G70-Chip in 7800-GT-Ausführung mit fünf Pixelprozessoren und sechs Vertexshadern zum Einsatz, so handelt es sich bei der GPU der "Gainward Bliss 7800 GS+ Golden Sample 512 MB Special Edition" um einen vollwertigen G71-Chip, wie er auch in der Geforce 7900 GT zum Einsatz kommt. Er bietet also volle sechs Pixelprozessoren mit 450 MHz Taktfrequenz. Darüber und über die Standardmodelle der 7900 GT hinaus verfügt die Karte über 512 MByte Grafik-RAM, welches mit 625 MHz und 256 Bit breit angebunden eine Bandbreite von runden 40 GByte/s zur Verfügung stellt.
Zudem gibt es mit dem Arctic-Cooling Silent-FX-Gebläse eine Kühllösung, die nicht nur verhältnismäßig leise arbeitet, sondern mit ihrem 75-mm-Lüfter auch effektiv das Gehäuse entlüftet. Der Ventilator ist allerdings ungeregelt und läuft mit dauerhaften 11,8 Volt vor sich hin. Dabei entwickelt er rund 0,9 Sone (31,1 dB) bei einem sonoren Brummen in mittlerer Tonlage. Die Temperatur der GPU hat er gut im Griff; diese bleibt im PCGH-Test mit 72 Grad Celsius nur 7 Grad über der der kleineren Schwester.
Völlig ohne Probleme ist das AGP-Monster von Gainward aber auch nicht: Auf zwei verschiedenen Asrock 939DUAL-SATA2-Systemen wollte die Karte nach der Treiberinstallation kein Bild mehr zeigen. Ein Via K8T800- und ein Nforce2-System stellte die Karte jedoch nicht vor diese Probleme. Zudem sollten Sie aufpassen, wenn Sie eine PCI-Karte, wie zum Beispiel eine Audigy 2, im Steckplatz neben dem AGP einsetzen wollen: Die Lüfternabe steht leider ein wenig heraus, sodass insgesamt zwei Slots effektiv blockiert werden, sofern nicht im zweiten Slot eine sehr kleine PCI-Karte zum Einsatz kommt.
Die Leistung im AGP-Bereich ist über jeden Zweifel erhaben und läßt Atis aktuell schnellstes AGP-Pferd, die bereits 18 Monate alte Radeon X850 XT-PE, in unseren Tests um bis zu 80 Prozent hinter sich. Selbst in F.E.A.R. mit FSAA und AF, eigentlich einer Nvidia-Schwachstelle, ist die Karte noch deutlich schneller, als der Ati-Konkurrent. Ati plant derzeit auch nicht, speziell Karten für den AGP-Markt zu entwickeln, die Board-Partner könnten über den Rialto-Brückenchip verfügen und auf dieser Basis selbständig ein AGP-Design für bsw. X1800- oder X1900-GPUs entwickeln.
Wer einen hochgezüchteten Athlon XP, möglicherweise auf 2,5 GHz und mehr übertaktet, sein Eigen nennt, für den könnte diese Karte noch einmal einen letzten Schub in Sachen Grafikleistung bringen. Für den stolzen Preis von 399 Euro wäre Besitzern von Ahtlon-64-Systemen allerdings eher der Umstieg auf PCI-Express und Wechsel des Mainboards anzuraten. Wenn Sie den Bastelaufwand nicht scheuen, wären Sie preislich sogar noch im gleichen Bereich: Eine Geforce 7900 GT kostet unter 300 Euro, was einen Preisrahmen von 100 Euro für ein neues Mainboard läßt, wenn Sie CPU und Speicher weiterverwenden.
Die limitierte Karte gibt es in Deutschland exklusiv beim Versandhändler Alternate (eine Anfrage beim Preisvergleich Geizhals.at lieferte allerdings noch zwei weitere Shops, die die Karte aber nicht vorrätig haben) - mit etwas Glück können Sie noch eine der Karten für 399 Euro ergattern, wenn Sie sich beeilen.