DSL-Ausbau am Ende

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DSL-Zugang: Wer ihn hat, kann sich glücklich schätzen. Laut Zahlen der Telekom könnten bereits 90 Prozent der deutschen Haushalte ins Highspeed-Internet. DSL-Zugang: Wer ihn hat, kann sich glücklich schätzen. Laut Zahlen der Telekom könnten bereits 90 Prozent der deutschen Haushalte ins Highspeed-Internet. Die Geschäftsergebnisse der Deutschen Telekom AG sind alles andere als rosig: Die T-Aktie stand Anfang Mai so tief wie nie zuvor. Gegen den allgemeinen Trend erwirtschaftet die DSL-Sparte kräftige Gewinne - dennoch verhängt die Telekom jetzt einen Ausbaustopp. "90 Prozent der deutschen Haushalte sind mit DSL versorgt", sagt Pressesprecher Walter Genz. "Damit haben wir unser Ziel erreicht."
Monatlich beantragen rund 70.000 Bundesbürger den schnellen Internetzugang. Ob sie ihn bekommen, hängt davon ab, wo sie wohnen und wie viele andere Menschen in ihrer Straße und in ihrem Ort auch auf DSL warten. Viele PC-Games-Hardware-Leser meldeten sich bereits in der Redaktion: "Obwohl mir vor zwei Monaten noch ein verbindlicher Termin für DSL genannt worden ist, heißt es seit kurzem bei der Hotline, dass der Ausbau eingestellt wird", klagen sie ihr Leid. Pech haben nicht nur potenzielle Kunden in kleineren Gemeinden. "Es ist für uns nicht rentabel, für zwei Kunden einen eigenen Knotenpunkt zu bauen", sagt Genz. "Wir werden den Ausbau weiter vorantreiben, doch nur da, wo er wirtschaftlich sinnvoll ist. Bestehende Kunden der Telekom brauchen keine Angst zu haben, dass sie ihren DSL-Anschluss verlieren."
Nicht nur die Telekom versucht, ihre DSL-Investitionen zu verringern: Eine Meldung des Providers QSC sorgte kürzlich für Aufruhr bei den Flatrate-Nutzern. Das Unternehmen plant, sein eigenes DSL-Netz zu verkleinern, und will einigen Kunden sogar kündigen, da bestimmte Netz-Abschnitte nicht rentabel sind. So sollen in Zukunft ganze Stadtteile auf QSC-DSL verzichten. Die Telekom zeigt hingegen noch eine Alternative auf: "Alle Kunden, die in absehbarer Zeit nicht an das T-DSL-Netz angeschlossen werden und einen schnellen Internetzugang benötigen, haben noch immer die Möglichkeit, auf T-DSL via Satellit umzusteigen." Das Satelliten-Modell hat allerdings einen gravierenden Nachteil: Es gibt keine Flatrate, lediglich eine Downstream-Flat wird für knapp 40 Euro angeboten. Für den Upstream muss sich der Kunde mit seinem Modem oder einer ISDN-Karte einwählen und dafür einen Minutenpreis zahlen. Eine "echte" Flatrate ist von T-Online nicht geplant.
Viele Anwender aus den neuen Bundesländern warten schon seit Jahren darauf, dass die bis Mitte der 90er-Jahre gelegten Glasfaserleitungen endlich genutzt werden können. Die Telekom hatte für diese Leitungen eine DSL-Nutzung angekündigt. Doch der Feldversuch läuft nach wie vor. Genz spricht von "Test-Versuchen, die einen Investitionsrahmen aufzeigen sollen. Wenn eine Umrüstung rentabel ist, wird diese sicher kommen, aber auch mehrere Jahre dauern."
Doch was tun, wenn die Telekom kein DSL bereit stellt und sich SkyDSL nicht lohnt? Eine Interessensgemeinschaft gründen. Die Aktion der Bewohner einer kleinen Stadt in Sachsen-Anhalt wird von der Telekom begrüßt und könnte Schule machen: Hier haben sich einige Bürger zusammengeschlossen, um gemeinsam so viele Einwohner vom schnellen Internet zu begeistern, dass sich der Ausbau der Vermittlungsstelle für die Telekom rentiert. Insgesamt 150 potenzielle DSL-Nutzer müssen geworben werden, so verlangt es die Telekom-Direktion in Halle. Die Aussichten sind vielversprechend: In den letzten drei Wochen konnten schon 40 Bürger überzeugt werden. Rene Knorr, Initiator der Aktion (www.ics-hohenmoelsen.de), glaubt fest daran, dass er die 150 High-Speed-Surfer findet.

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