AMD zeigt Hammer-CPUs

0
News Christian Gögelein Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen

Hammer-Prozessor: AMDs erster 64-Bit-Prozessor Clawhammer soll Ende des Jahres auf den Markt kommen. 2003 folgt dann Sledgehammer, der ’große’ Bruder. Hammer-Prozessor: AMDs erster 64-Bit-Prozessor Clawhammer soll Ende des Jahres auf den Markt kommen. 2003 folgt dann Sledgehammer, der ’große’ Bruder. Ende des Jahres soll eine neue Ära bei den Desktop-Prozessoren beginnen - AMDs erster 64-Bit-Prozessor Hammer steht in den Startlöchern.
AMD hat beim Intel-Entwicklerforum IDF und auf der CeBIT erstmals lauffähige Hammer-Prozessoren vorgestellt. Doch was bringen die Chips für Spieler? PC Games Hardware blickt hinter die Kulissen.
Im Gegensatz zu den aktuellen Desktop-Prozessoren, die mit 32 Bit breiten Befehlen und Daten arbeiten, ist Hammer wie Intels Itanium ein 64-Bit-Prozessor. Das bedeutet, dass der Prozessor größere Register (64 statt 32 Bit) besitzt (Anm.: Mit Rendern in 64 Bit Farbtiefe hat dies nichts zu tun). Ein Register ist eine Art Minispeicherzelle im Chipkern, in die ein Prozessor seine Operanden oder Speicheradressen ablegt. Nach einer Rechenaufgabe werden sie von dort in den Speicher zurückgeschrieben. Die Größe ("Breite") der Register bestimmt, wie viel Speicher der Prozessor adressieren kann. Bei 32-Bit-Prozessoren sind das im Normalfall bis zu vier Gigabyte Speicher (2 hoch 32). Zwar können solche CPUs mithilfe von virtuellem Speicher auch größere Adressräume abdecken, aber das geht nur mit raffinierten technischen Kniffen und erfordert außerdem eine aufwendige Umrechnung. Wenn man sich die Speicherentwicklung der letzten Jahre vor Augen führt, dann wird schnell klar, dass die vier Gigabyte in spätestens zwei, drei Jahren auch bei Desktop-PCs Standard sind. In Serverumgebungen, wo mit gigantischen Datenmengen (Datenbanken!) hantiert wird, sind diese vier Gigabyte heute schon zu wenig.
Jetzt wird der größte Vorteil von 64-Bit-Prozessoren klar: Diese können schon "von Haus aus" bis zu 18 Milliarden Giga(!)byte (2 hoch 64) adressieren. In Servern werden daher heute schon 64-Bit-Prozessoren wie Compaqs Alpha oder der Sun-Sparc-Prozessor eingesetzt.
Die Berechnung der Prozessorleistung ist etwas schwieriger: Völlig falsch ist die Annahme, dass ein Prozessor mit doppelter Registerbreite auch doppelt so schnell arbeitet. Im Gegenteil: Ältere Programme müssen angepasst und neu in Maschinensprache übersetzt ("compiliert") werden. Der Leistungsgewinn hängt stark von der Anwendung ab; von minus 100 bis plus 500 Prozent ist alles möglich. Im Schnitt dürften etwa 30 Prozent mehr drin sein.
Auch das Betriebssystem sollte den 64-Bit-Prozessor unterstützen. Linux wird ab Kernel 2.6- x86-64-Bit-tauglich sein (andere 64-Bit-Prozessoren werden schon länger unterstützt), Microsoft arbeitet ebenfalls an einem entsprechenden XP-Kernel. Am Rande bemerkt: Für ein 64-Bit-Betriebssystem müssen auch die meisten Anwendungen und Treiber erneuert werden.
AMD hat die Hammer-Architektur, die vollständig auf dem Athlon basiert, an einigen Stellen stark frisiert: Der Speichercontroller, bislang in der Northbridge des Chipsatzes untergebracht, wandert auf den Prozessorkern, was einige Latenzen ausmerzt. Für die "große" Server-Variante Sledgehammer hat AMD außerdem ein Zweikanal-Speicherinterface spendiert. Mit PC333-Speicher steigt die Speicherbandbreite auf 5,4 GByte (2x2,7; ganz genau gerechnet "nur" 4,97 GByte). Der "kleine" Clawhammer arbeitet dagegen mit nur einem Speicherkanal und unterstützt maximal Zweiprozessorbetrieb (Sledgehammer: 4 und mehr). Über Taktraten, Cachegrößen und Benchmarks äußert sich AMD verständlicherweise nicht. Fest steht aber heute schon, dass die Hammer-Prozessoren den kompletten SSE2-Befehlssatz unterstützen.

Artikel teilen

Per E-Mail versenden

0
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 06/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk