Nvidia App löst das antike Control-Panel ab: Ersteindruck zur neuen Geforce-Systemsteuerung
Es wurde Zeit: Nach rund 26 Jahren schickt Nvidia das antiquierte Geforce-Treiber-Panel aufs Abstellgleis. Die neue Nvidia App soll dessen Funktionen mit denen der Geforce Experience und flottem Ansprechverhalten vereinen. PCGH hat sich die Nvidia App erstmals angesehen.
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Die Geforce-Macher sind noch für Überraschungen gut: Als wir es am wenigsten erwarteten, flatterte die Ankündigung zur Nvidia App in unser Postfach. Am heutigen 22. Februar startet die öffentliche Beta-Phase für das neue Programm, welches langfristig zum Mittelpunkt für Geforce-Nutzer werden soll. Die Nvidia App ("NVIDIA app" gemäß offizieller Schreibweise) vereint die Funktionen des altbekannten Control-Panels ("NVIDIA Systemsteuerung") mit jenen des Zusatzprogramms Geforce Experience sowie weiteren Neuerungen. Schnell, intuitiv bedienbar und dennoch mächtig soll sie sein, die neue Nvidia App. Als besonderes Schmankerl entfällt der Registrierungszwang, die Nvidia App ist vollumfänglich ohne Konto nutzbar. PCGH hat sich das neue Geforce-Treiber-Kontrollzentrum vorab angesehen und verrät, ob Sie dem Tool eine Chance geben sollten.
Nvidia App: Übersicht
Am 22. Februar 2024 fällt der Startschuss für die Nvidia App, der öffentliche Beta-Test beginnt. "Beta" bedeutet, dass grundsätzlich alles funktioniert, wie man es erwartet, Fehler jedoch nicht ausgeschlossen werden können. Außerdem betont Nvidia, dass bisher nicht alle Funktionen implementiert sind, die man aus dem antiquierten und doch funktional sehr üppigen Control-Panel kennt. Wie es weitergeht, bestimmen die Nutzer, Nvidia bittet ausdrücklich um Feedback - doch der Reihe nach. PCGH hat dem Presse-Briefing gelauscht und konnte die Nvidia App vor ihrem öffentlichen Start unter die Lupe nehmen. Das vielleicht Wichtigste vorweg: Weder das alte Control-Panel noch Geforce Experience werden sofort zu den Akten gelegt. Die Nvidia App stellt ein Zusatz-Angebot - also ein eigenständiges Tool zum Download - dar, solange sie sich im Beta-Stadium befindet. Ab einem bestimmten Punkt, den Nvidia auf Nachfrage nicht genauer spezifizieren wollte, wird die Nvidia App jedoch die alten Programme ablösen. Wie lange deren Funktion dann noch gegeben ist, wird sich zeigen.
Werfen wir einen Blick auf die Nvidia App in Version 10.0.0.478, welche der Presse vor einigen Tagen zur Verfügung gestellt wurde. Um das Programm zu nutzen, wird mindestens die Treiberversion 551.52 benötigt. Weitere Voraussetzungen lauten: Windows 10 sowie eine Geforce-Grafikkarte der Reihe GTX 800/900 (Maxwell). Die Bildergalerie zeigt alle wichtigen Menüs und Optionen:
Bildergalerie
Haben Sie die Nutzungsbedingungen abgenickt (möglicherweise sogar durchgelesen) und die flotte Installation (ohne Pfad-Wahl) hinter sich gebracht, geht es direkt los mit den Einstellungen. Die erste Wahlmöglichkeit betrifft die Art des Treibers: Game Ready oder Studio? Damit legen Sie fest, über welche Treiber die Nvidia App künftig bei Updates informiert. Spieler klicken selbstverständlich die Game-Ready-Linie an, um für künftige Spiele gerüstet zu sein. Danach fragt Sie die Nvidia App, ob Sie die derzeit installierten sowie künftige Spiele automatisch optimieren lassen möchten. Diese Option ist bekannt aus der Geforce-Experience-App (GFE) und findet sich nicht im alten Control-Panel. Anschließend dürfen Sie entscheiden, ob das Overlay standardmäßig eingeschaltet ist, oder nicht. Zu guter Letzt werden Sie über spezielle In-Game-Goodies informiert, falls Sie sich mit einem Nvidia-Konto anmelden - dieser Schritt ist jedoch optional. Und keine Sorge, falls Sie mit den getätigten Einstellungen nicht zufrieden sind, können Sie diese jederzeit in der Nvidia App verändern.
Fortan bringt Sie der Klick auf die "NVIDIA"-Verknüpfung auf dem Windows-Desktop oder im Startmenü direkt ins Hauptfenster der Nvidia App - am besten, Sie klicken sich einmal durch die Bildergalerie oder installieren das neue Tool auf Ihrem PC (Geforce-GPU vorausgesetzt). Auf der Startseite listet das Programm unter anderem die derzeit installierten Spiele und Programme auf und informiert über Neuigkeiten aus dem Hause Nvidia. Unter Treiber können Sie nach Updates suchen lassen, zwischen Game-Ready- und Studio-Code wechseln und erfahren außerdem die wichtigsten Änderungen des neuesten Treibers. Unter Grafik dreht sich hingegen alles um Ihre Lieblingsspiele, Einstellungen lassen sich entweder für jedes Spiel einzeln oder global vornehmen (Wechsel ganz oben). Neu gegenüber dem alten Control-Panel ist der Knopf "Optimieren", welcher - wie Geforce Experience - die von Nvidia vorgeschlagenen Einstellungen anwendet. Sie entscheiden, wie sinnvoll Sie dieses Feature finden, hilfreiche Anhaltspunkte, um gegen GPU-seitiges Ruckeln vorzugehen, liefern die Anpassungen jedoch allemal. Last but not least: Unter Einstellungen finden sich weitere Informationen und Optionen, darunter auch zum Update- und Datenübermittlungsverhalten der Nvidia App. "Configuration, performance, and usage data" sind standardmäßig angewählt und werden an Nvidia übermittelt. Unter "System" können Sie obendrein bis auf absehbare Zeit ganz unten das alte Control-Panel aufrufen.
Quelle: PCGH
Nvidia App Beta vs. Nvidia Oldschool Control Panel: Funktions-Parität sieht (noch) anders aus.
Doch warum sollten Sie Letzteres tun? Neben Purismus und Nostalgie gibt es dafür handfeste Gründe: Die Nvidia App beinhaltet noch nicht alle Funktionen der alten Grafik-Systemsteuerung. Es fehlen unter anderem die Display- und Video-Optionen, die Einstellungen rund um den anisotropen Texturfilter et cetera. Laut Nvidia sollen diese schrittweise implementiert werden, allerdings werden nicht alle Funktionen überführt. Als Nächstes auf der Liste stehen die Funktionen AV1-Support für das Shadowplay-Capturing, Overclocking, Display, Video sowie Driver-Rollback (ältere Treiberversion installieren). Am besten, Sie machen direkt Gebrauch von der Feedback-Funktion oben im Hauptfenster ("!"-Symbol) und nennen Nvidia Ihre Wünsche. Hardcore-Nutzer haben jedoch selbstverständlich weiterhin die Möglichkeit, versteckte Einstellungen über das 3rd-Party-Programm Nvidia Inspector zu tätigen.
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Nvidia App: Erstes Fazit
Wie oft wurde gescherzt, die Geforce-Treibersteuerung sähe aus wie ein Windows-XP-Programm. Tatsächlich meldet sich das alte Control-Panel mit "1998-2024", ist im Kern folglich mehr als ein Vierteljahrhundert alt. Nun sind die Tage der treuen, stetig erweiterten und dabei sichtlich träger gewordenen Oberfläche gezählt. Die Nvidia App (Infos & Download) wird mittel- bis langfristig zum Zentrum des Geforce-Geschehens. Die nun laufende Beta-Phase ist der erste Schritt, das alte Control-Panel, die Geforce Experience sowie die RTX Experience in einem Tool zu vereinen. Uns gefällt die erste öffentliche Version, denn die Nvidia App ist wahrlich schnell und bietet komfortablen Zugriff auf die wichtigsten Funktionen. Gerade das überarbeitete Overlay, die (AI) Freestyle-Bildfilter sowie Capturing-Funktionen sind sehr praktisch für bisherige Control-Panel-Puristen. Allerdings fehlen noch zahlreiche Funktionen der alten Oberfläche, welche Nvidia implementieren muss, bis das klassische CP endgültig in den Legacy-Status überführt wird.
Was halten Sie von der Nvidia App? Diskutieren Sie mit! Selbstverständlich sind auch die Meinungen von Arc- und Radeon-Usern willkommen, schließlich nutzen diese längst eine moderne Treiber-Oberfläche.

https://www.nvidia.com/en...
https://www.nvidia.com/en...
Dieses Argument muss echt jede Grenze der Sinnhaftigkeit nach unten durchbrechen.
Ich zum Beispiel habe gedacht, ohne Raytracing kann man gar nicht mehr zocken. Und weißt du was, mein Lieblingsspiel ist The Division 2, welches bis heute hervorragend ohne Raytracing auskommt und am übersichtlichen ist ohne HDR. Ist natürlich nur meine Meinung.
Dieses Argument muss echt jede Grenze der Sinnhaftigkeit nach unten durchbrechen.