PCGH-Plus Label Ryzen Mobile: 3 Raven-Ridge-Notebooks im Vergleich

PCGH Plus: AMD-APUs waren bislang nur spärlich in Notebooks vertreten. Mit der aktuellen Ryzen-Mobile-Generation soll sich das ändern. Was leistet "Raven Ridge" im Vergleich zu den Intel-Pendants? Der Artikel stammt aus PC Games Hardware 04/2018.

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Ryzen Mobile: 3 Raven-Ridge-Notebooks im Vergleich
Quelle: AMD, Lenovo

Einleitung: Ryzen Mobile

Nachdem PCGH sonst fast ausschließlich Gaming-Notebooks testet, die leistungsfähig, aber auch schwer und teuer sind, haben wir uns vergangenen Sommer in Gefilde unterhalb der 1.000-Euro-Grenze gewagt. Natürlich ist mit solchen Geräten an Triple-A-Titel in voller Grafikpracht nicht zu denken, hier müssen deutliche Kompromisse bei der Auflösung, den Grafikdetails und auch in puncto Spieleauswahl eingegangen werden. Nicht jeder aber erwartet von einem Notebook eine High-End-Spieleleistung - manch einer ist schon mit einem Office-tauglichen Gerät zufrieden und freut sich über eine nicht allzu schwache Grafikeinheit, die das ein oder andere grafisch nicht ganz so anspruchsvolle Spiel stemmt.

In Ausgabe 08/2017 traten wir also zum Leistungs-Limbo an und haben geprüft, wie tief man sinken kann, um auf günstigen Notebooks noch etwas spielen zu können. Ältere Titel wie World of Warcraft oder DOTA 2 werden noch immer gespielt und benötigen keine High-End-GPU. Schnell mussten wir aber feststellen, dass es nur wenige Modelle mit AMD-Chips auf dem Markt gibt. Nicht zu Unrecht, denn die günstige Einsteiger-GPU, eine Geforce 940MX, von Nvidia hatte im Test zusammen mit einer Intel-CPU ein deutlich besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als jede AMD-Kombo. Außerdem experimentierte AMD damals noch mit einem Crossfire-Verbund aus der integrierten Grafikeinheit der APU und einem dedizierten GPU-Chip. Dies brachte die üblichen Dual-GPU-Nachteile der Mikroruckler mit sich, ohne mehr Gesamtleistung als die dedizierte GPU zu bieten. Derart technisch unsinnige Frankenstein-Experimente hat AMD mit Raven Ridge abgeschafft.

Dennoch wird es noch immer Notebooks mit einer APU und einer extra GPU geben, die sogar schwächer sein kann als die Grafikeinheit der APU selbst. Als wir auf dem diesjährigen AMD Tech Day Notebooks vorgestellt bekamen, die etwa neben einer Ryzen-Mobile-APU zusätzlich über eine Radeon 520 verfügen, haben sich alle anwesenden Journalisten zu Recht gefragt, welchen Sinn das ergibt. Technisch überhaupt keinen, das hat AMD bestätigt. Die Kombination wurde damit begründet, dass sich in manchen asiatischen Regionen Notebooks mit dedizierter GPU einfach besser verkaufen. Ganz egal, ob die APU diese braucht oder nicht - was der Markt verlangt, das bekommt er auch. Es läge an uns, den Medien, darüber aufzuklären, dass manch eine APU eine leistungsfähigere Grafikeinheit bietet als einige dedizierte Grafikchips. Schließlich sind die Radeon-Vega-Grafikeinheiten der Ryzen-Mobile-APUs leistungsfähiger als eine Intel UHD Graphics 620 in den Intel-APUs der aktuellen Kaby-Lake-Refresh-Serie bis 15 Watt TDP.

Ryzen 3 bis 7 vorgestellt: Unsere drei Testgeräte

Wir haben den Ryzen 7 2700U in einem Acer Swift 3 getestet, das wir freundlicherweise von Cyberport erhalten haben. Quelle: Acer Wir haben den Ryzen 7 2700U in einem Acer Swift 3 getestet, das wir freundlicherweise von Cyberport erhalten haben. Der Ryzen 5 2500U aus unserem Test steckt im HP Envy x360. Unser Dank geht hier an Notebooksbilliger. Quelle: HP Der Ryzen 5 2500U aus unserem Test steckt im HP Envy x360. Unser Dank geht hier an Notebooksbilliger. Lenovo schickte uns den 13-Zöller Ideapad 720S mit Ryzen 7 2700U. In dem kleinen Gehäuse ist er trotz niedrigerer TDP schwächer als ein Ryzen 5 im HP-Notebook. Quelle: Lenovo Lenovo schickte uns den 13-Zöller Ideapad 720S mit Ryzen 7 2700U. In dem kleinen Gehäuse ist er trotz niedrigerer TDP schwächer als ein Ryzen 5 im HP-Notebook. Mit nur (maximal) 15 Watt TDP sind die Ryzen-Mobile-APUs prädestiniert für dünne und leichte Notebooks. Mit nur (maximal) 15 Watt TDP sind die Ryzen-Mobile-APUs prädestiniert für dünne und leichte Notebooks. Ende Oktober 2017 hat AMD den Ryzen 5 2500U und den Ryzen 7 2700U inklusive der drei hier getesteten Notebooks vorgestellt. Es handelt sich dabei um Vierkerner mit acht ­Threads, die sich nur geringfügig beim CPU-Takt unterscheiden - und natürlich in der Radeon-Vega-Grafik. Seit Anfang des Jahres sind auch Ryzen-3-APUs bekannt, ein weiterer Vierkerner und ein Zweikerner. Während Intel in den vergleichbaren 15-Watt-APUs die gleiche Grafikeinheit verwendet, ist die Leistung der Radeon-Vega-Grafik in den Ryzen-Mobiles nach Compute Units gestaffelt (siehe Tabelle unten). Sie unterscheiden sich außerdem beim GPU-Basis- und Boost-Takt.

AMD betont in der Vorstellung von Ryzen Mobile, deutlich an der Energieeffizienz gearbeitet zu haben. Die vorherige Bristol-Ridge-Generation der APUs von AMD nutzte etwa noch für Prozessor und Grafikeinheit getrennte Power Rails, die beide einen Overhead zu berücksichtigen hatten. Raven Ridge nutzt nur eine Leitung, was die maximale Stromstärke um bis zu 36 Prozent reduzieren und auch höhere Spitzen ermöglichen soll. Abgesehen davon und von zahlreichen anderen technischen Neuerungen soll der kleinere Produktionsprozess (14 nm statt 28 nm) die Akkulaufzeit verlängern.

In der Praxis ist sowohl die Leistung als auch die Akku-Effizienz stark vom jeweiligen Gerät abhängig. Je nachdem, wie gut die Kühlung ausfällt bzw. wie viel Platz vorhanden ist, kann der Notebook-Hersteller das Watt-Budget der APU beschneiden. Um es gleich vorwegzunehmen: Wie das Acer Swift 3 verfügt auch das Lenovo Ideapad 720S über einen Ryzen 7 2700U. Da das Ideapad aber ein dünner, kleiner und leichter 13-Zoll-Mini ist, liegt seine Leistung unterhalb des Ryzen 5 2500U im HP Envy x360.

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