Razer Blade 15 vs Blade 17: Scheinbar gleiche Notebooks mit kleinen, aber feinen Unterschieden

Zweimal Razer Blade, 15 und 17, zweimal 3080 Ti. Die beiden Razer-Notebooks scheinen sich auf den ersten Blick nur in Größe und Gewicht zu unterscheiden. Davon abgesehen aber gibt es eine Reihe weiter Unterschiede der beiden scheinbar gleichen Geräte, die sich aber unter der Haube befinden und neben einigen Ausstattungsdetails die Leistung betreffen. So ist etwa eine 3080 Ti nicht gleich einer 3080 Ti. Was die beiden Blades voneinander unterscheidet, darum geht es hier.

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Razer Blade 15 vs Blade 17: Scheinbar gleiche Notebooks mit kleinen, aber feinen Unterschieden
Quelle: PC Games Hardware

Ausstattungs-Unterschiede

Es kommt zwar oft auf die inneren Werte an, aber schauen wir uns erst mal die Anschlüsse an: Das Blade 17 unterscheidet sich vom Blade 15 nur durch eine LAN-Buchse, für die das Blade 15 eben einen Adapter bräuchte. Davon abgesehen ist die Anschlussausstattung der beiden identisch.
Razer Blade 15 und 17: Anschlüsse Quelle: PC Games Hardware Razer Blade 15 und 17: Anschlüsse
Natürlich ist das Blade 17 etwas schwerer als das Blade 15: Mit 2,8 Kilo unterscheidet sich das 17er um circa 700 Gramm vom 2,1 Kilogramm schweren 15er. Das Netzteil ist mit ungefähr 790 Gramm bei beiden gleich. Damit ist es ein ziemlich leichtes Netzteil beim 17er mit 280 Watt. In diesen Dimensionen liefern andere Hersteller einen Backstein über einem Kilogramm mit.

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Hardware-Unterschiede

Das Razer Blade gibt es nicht nur in unterschiedlichen Größen, auch mit verschiedenen CPUs und GPUs. Im Blade 15, das wir getestet haben, steckt ein i7-12800H, während im Blade 17 ein i9-12900H steckte. Abgesehen von ein paar Taktfrequenzen mehr ist der Leistungsunterschied hier nicht so gravierend wie man vermuten könnte.

Beide Notebooks sind mit 32 Gigabyte DDR5-RAM sowie einer SSD mit einem Terabyte bestückt, darin sind sich beide identisch. Ebenso in der GPU, der RTX 3080 Ti mit 16 Gigabyte Videospeicher, jedoch mit unterschiedlichem Watt-Budget. Die maximale TGP des Blade 15 ist auf 110 Watt beschränkt, während das Blade 17 ihr bis zu 165 Watt zugesteht. Das wirkt sich nahezu direkt proportional auf die Grafikleistung aus, aber dazu später mehr.
Razer Blade 14, 15, 17 Übersicht Quelle: PC Games Hardware Razer Blade 14, 15, 17 Übersicht
In Tests viel zu oft vernachlässigt wird das Display. Abgesehen von den Unterschieden in der Größe gibt es weitere in Auflösung und Frequenz: Mit einem 4K-UHD-Display und 144 Hz lässt das Blade 17 kaum Wünsche offen. Das Panel ist zu ziemlich das Nonplusultra, was man heutzutage für Notebooks bekommen kann. Das Blade 15 haben wir mit einem WQHD-Display mit 240 Hz getestet, ebenso ein High-End-Panel. Die Pixeldichte ist mit der geringeren Auflösung und der geringeren Diagonale aber noch immer recht hoch. Die 144 Hz dürften den meistern Gamern zwar ausreichen, aber mit 240 Hz ist man umso besser für High-Fps-Shooter gerüstet.

Außerdem freuen wir uns über G-Sync - ein wichtiges Feature, das viele Notebooks noch immer nicht unterstützen. Mittlerweile beißt sich das auch nicht mehr mit Nvidia Optimus, also der automatischen Umschaltung im Akkubetrieb zwischen interner Intel-Grafik und Nvidia-GPU. Hier hat Nvidia seit der Ampere-Generation mit der neuen Technik namens Advanced Optimus nachgelegt. Zwischen G-Sync und Optimus kann nun bequem in der Razer-Steuerungssoftware Synapse umgeschaltet werden. Ältere Notebooks hatten hier noch einen BIOS-Switch gebraucht samt Neustart des Systems oder verzichteten gleich ganz auf G-Sync.

Wir haben außerdem Farbraum und Farbtreue gecheckt, beides bei beiden Displays hervorragend, was wir aber auch erwarten bei dem Preis. Die Helligkeit des 15-Zoll-Displays ist mit circa 300 cd/m² bestenfalls mittelmäßig, während das 17er-Display hier mit einem Wert über 500 überrascht. Mehr als 300 braucht man aber wirklich nur, wenn man mit dem Notebook im Freien sitzt.

CPU-Leistung

i7 oder i9? Der Unterschied beider Prozessoren ist schon allein deswegen nicht so gewaltig, weil beide die gleiche Anzahl an Kernen haben, nämlich sechs Performance-Kerne und der i9 im Boost einen nur minimal höheren Maximaltakt aufweist.

Razer Blade 15 und 17 (3) Quelle: PC Games Hardware Razer Blade 15 und 17 (4) Quelle: PC Games Hardware

Das zeigen auch die Benchmarks: Bis auf einen Ausreißer im Multi-Core-Durchlauf von Cinebench R20 mit 14 Prozent Mehrleistung beim i9 hält sich die Differenz fast immer im einstelligen Prozentbereich. Ja, das Videorendering ist in unseren Stichproben gut zehn Prozent schneller mit einem i9, was aber auch kein Argument für die teurere CPU ist. Das Razer Blade 17 gibt es ebenso mit einem i7 und wenn das Modell günstiger zu haben ist, sagen wir: Spart euch den Aufpreis.

Razer Blade 15 und 17: Spieleleistung

Razer Blade 15 Quelle: PC Games Hardware Razer Blade 15 Der Unterschied zwischen den beiden Nvidia-Grafikeinheiten ist da schon gravierender: Wie bereits erwähnt: 110 Watt TGP im 15er-Blade gegenüber 165 Watt im 17er. Es handelt sich zwar um die gleiche GPU, aber eben mit unterschiedlichem Wattbudget - da darf man sich nicht allein vom Namen blenden lassen. Wie alle Notebooks mit Nvidia-GPU kommt hier auch der Dynamic Boost zum Einsatz: Das heißt, CPU und GPU teilen sich einige Anteile des Watt-Budgets. Das ergibt insofern Sinn, weil im Spiel meist die GPU am Anschlag läuft und die CPU hingegen nicht oft ausgelastet ist. Die CPU kann also ihre freien "Kühlreserven" mit der GPU teilen - oder eben umgekehrt, wenn erforderlich.

Die 3080 Ti im Blade 15 verbraucht also circa ein Drittel weniger Strom, weswegen sie in grafikintensiven Spielen wie Cyberpunk 2077 auch um die 22 Prozent weniger Fps ausspuckt. In anderen Spielen ist der Unterschied nicht ganz so hoch, wenn die CPU etwas mehr gefordert wird, etwa in Shooter wie Counter Strike.

Razer Blade 15 und 17 (5) Quelle: PC Games Hardware Razer Blade 15 und 17 (6) Quelle: PC Games Hardware

Trotz des großen Watt- und Leistungsunterschieds handelt es sich bei der GPU im Blade 15 noch immer um eine kräftige Grafikeinheit, die in der nativen WQHD-Auflösung Spiele in hohen Details auch mit Raytracing stemmt. Die 3080 Ti stemmt jedes Raytracing-Spiel, keine Frage. Egal, mit welchem Watt-Budget sie hier ausgestattet ist. Selbst die schlankere Variante des Razer Blade 15 mit 110 Watt ist absolut Raytracing-fähig. Mit höchsten Details und WQHD- oder 4K-Auflösung wird selbst von einer High-End-GPU Demut abverlangt, sodass hier mit DLSS, also Deep Learning Super Sampling ein guter FPS-Kompromiss wieder erreicht werden kann. DLSS ist eine Nvidia-Technik, mit welcher eine niedrigere Auflösung berechnet wird, die dann per KI wieder hochskaliert wird. Dadurch sieht die Grafik fast so gut aus wie in nativer Auflösung mit gleichzeitig höheren Fps.

Wer die Grafikregler nicht selbst bedienen möchte, kann auch einfach auf die optimierten Spieleinstellungen in der Geforce Experience zurückgreifen. Dadurch stellt die Nvidia-KI sicher, dass ein Spiel flüssig und die Hardware effizient läuft.

Geräuschentwicklung/Akkulaufzeit

Wir messen stets die Lautstärke von Gaming-Notebooks und laut sind die unter voller Grafiklast alle. Interessant, dass beide Razer Blades unter Last gleich laut sind. Das Blade 17 hat ja nicht nur mehr Abwärme zu kühlen, sondern hat offensichtlich im größeren Gehäuse auch eine entsprechend leistungsfähigere Kühllösung verbaut. Wir messen eine Geräuschkulisse von 4,2 Sone aus einem halben Meter Abstand, was nicht viel ist für ein High-End-Notebook. Andere Geräte mit 175 Watt TGP werden da deutlich lauter. Aber auch dagegen gibt es eine Max-Q-Technik von Nvidia: Mit dem Whispermode gibt es je nach Spiel unterschiedliche Frame-Limits, sodass die GPU nicht so stark ackern und die Lüfter entsprechend nicht so laut kühlen müssen, indem die Grafikeinheit auf einen effizienteren Betrieb begrenzt wird.

Das Metallgehäuse kühlt auch etwas besser als Plastikgehäuse. Daher bleiben die Lüfter beider Modelle meistens aus, wenn man nur surft oder seichte Arbeiten am Desktop erledigt.

Mit einem speziellen Tool, dem sogenannten Nvidia LDAT können wir den Input Lag mit einer externen Maus messen. Wir messen stets mit Overwatch bei maximalen 400 Fps. Bei beiden Blades fällt der Lag niedrig aus: 35 Millisekunden beim 17er ist für die gesamte Verzögerung von Mausklick bis zur Bildschirmreaktion nicht viel. Das Blade 15 aktualisiert das Bild mit schnelleren 240 Hz und kommt wohl auch deswegen auf einen etwas niedrigeren Wert.

Beide Notebooks haben die gleiche Akku-Kapazität von 80 Wattstunden, was an sich schon recht ordentlich ist für ein dünnes und eher leichtes Notebook. Bei der Laufzeit ohne Netzteil machen wir die Stichprobe mit PCMark 10, das etwas Surfen und Office-Arbeiten simuliert. Beide halten in etwa um die fünf Stunden durch, während das Blade 17 in unserem Test eine gute halbe Stunde länger lief.

Dank Max-Q-Techniken von Nvidia wie etwa der sogenannte Battery Boost wird der Akku selbst in Spielen mit einem Frame Limit etwas geschont und holt hier etwas mehr Laufzeit raus. Zocken unter Akku ist damit nicht mehr ganz unmöglich.

Bildergalerie

Fazit: Teuer, aber gut

15 oder 17 Zoll ist zunächst mal Geschmacksache. Wie viel Bildschirmfläche einem taugt und ob man es eben etwas mobiler mag, sind hier zunächst die Fragen, die man für sich selbst beantworten muss. Eine gute Figur machen jedenfalls beide im Test.

Trotz des großen TGP-Unterschieds sind beide Blades noch immer recht ähnliche Notebooks. Klar muss man sich des Leistungsunterschieds der RTX-Grafik bewusst sein, dafür kostet das Blade 15 auch etwas weniger als das 17er. 600 Euro Unterschied sind an sich zwar viel, aber fällt bei aktuellen Straßenpreisen von circa 4.600 fürs 17er und 4.000 Euro fürs 15er auch entsprechend weniger ins Gewicht. Außerdem fällt der Leistungsunterschied nicht derart hoch aus, dass sie sich etwa für unterschiedliche Einsatzzwecke eignen würden. Es handelt sich bei beiden um Gaming-Notebooks aus der Oberklasse, wofür die RTX 3080 Ti ja auch steht. Welche Größe, Auflösung oder Frequenz man braucht, ist dann letztlich individuell.

Auch weil der Preis nicht gerade ein Schnapper ist, liegt es nicht allzu fern, dass die Razer Blades nicht nur zum Zocken zu gebrauchen sind. So eine Anschaffung ist eher eine Investition für Profis, die damit Geld verdienen. Die Nvidia-Grafik ist auch ein Powerhouse für kreative Anwender, also jegliche Art von Renderleistung. Die 3080 Ti ist aktuell die schnellste Grafikeinheit für Videorendering in Notebooks - vor der direkten Apple- oder Intel-Konkurrenz. Aber nicht nur die Nvidia-Studio-Zertifizierung macht die Blades zu Profirechnern, das Gesamtpaket aus 3D-Leistung, farbtreuem, hochauflösendem Display und qualitativem wie dezentem Design ist dafür entscheidend.

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