PCGH-Plus Label [PLUS] AMD Ryzen 9 4900HS im Test

PCGH Plus: Ryzen Mobile war bislang nur eine nette Alternative für eher günstige Notebooks. Die neue ­Renoir-Generation aka Ryzen 4000 ist AMDs erster Versuch, Intel ernsthafte Konkurrenz zu machen. Der Artikel stammt aus PC Games Hardware 06/2020.

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 AMD Ryzen 9 4900HS im Test
Quelle: Asus, Medion, AMD, Intel

AMD greift an

Endlich wird es wieder etwas spannender auf dem Notebookmarkt. Hier dominieren nämlich noch immer Intel und Nvidia - vor allem in den Gaming-Notebooks. Mit Ryzen hat AMD zwar den Desktop-Markt ordentlich aufgewirbelt, die gleiche Revolution blieb aber mit Ryzen Mobile aus. Die ersten beiden Generationen der mobilen Ryzen-Chips waren lediglich zaghafte Versuche, auf dem Notebook-Markt überhaupt wieder Fuß zu fassen. Das ist AMD zwar gelungen, mehr als eine nette, preiswerte Alternative in Einsteiger- und Mittelklasse-Geräten waren sie aber nie.

Erst die dritte Generation namens "Renoir" ist ein ernsthafter Angriff auf die Intel-­Alleinherrschaft. Dafür sprechen etwa Leistung, Effizienz und auch Produktvielfalt - allen voran bei Ryzen 7 und Ryzen 9: Acht Kerne und 16 Threads sind eines Oberklasse-Prozessors würdig und selbst die Mittelklasse mit dem Ryzen 5 4600H(S) ist noch immer ein Sechskerner mit Hyperthreading, während Intel mit dem Core i5 nur mit einem Vierkerner aufwartet. Die H-Klasse ist mit einer TDP von 45 Watt angegeben, während das zusätzliche Suffix "S" für den gleichen Chip mit 35 Watt TDP steht. Nun steht das "S" für "slim", die HS-CPUs sind also für dünne Notebooks gedacht. AMD fordert hier eine maximale Bauhöhe bis 20 mm und zehn Stunden Batterielaufzeit bei Videowiedergabe. Asus hat die S-Modelle ein halbes Jahr lang exklusiv. Das Asus ROG Zephyrus G14 ist das erste Modell, welches wir nun endlich testen konnten und dessen Ryzen 9 4900HS wir gegen den Core i7-9750H im ausführlichen Vergleich antreten lassen.

AMDs Paukenschlag zur CES im Januar

Zur Consumer Electronics Show (CES) im Januar in Las Vegas hat AMD mit der Renoir-Generation für Überraschung gesorgt. Es war zu erwarten, dass die nächste Generation folgen würde, nicht aber, dass sie in Leistung und Effizienz einen ordentlichen Sprung vorwärts und damit auch bei den Notebooks Intel ordentlich Konkurrenz macht, wie es schon bei den Desktop-CPUs der Fall ist. Asus stellte zeitgleich das Zephyrus G14 vor, welches als erstes Notebook mit einem neuen Ryzen 7 4800HS ausgestattet sein soll. Damals war der Ryzen 9 4900H(S) noch ein Gerücht, welches AMD aber im März kurz vor Marktstart des Asus-Notebooks bestätigte. Im Januar angekündigt sollten schon im Februar die ersten Testsamples bei den Fachmedien sein. Dann aber kam das Virus und verschob alles nach hinten. Zur CES hat AMD eine Reihe weiterer Notebooks angekündigt, von denen nach wie vor keines bei den Testern ist - geschweige denn auf dem Markt. AMDs Renoir ist zum Glück bereits fertig, was daran liegt, dass eine jahrelange Entwicklung vorausging, die noch vor dem Marktstart der beiden Vorgänger-Generationen startete. Das zeigt nicht nur, wie lange so eine Chipentwicklung dauert, sondern dass mehrere gleichzeitig parallel laufen und nicht immer aufeinander aufbauen. Die ersten beiden Generationen hatten vielmehr die Aufgabe, das Produktportfolio bei den OEMs zu steigern. Waren es 2018 nur rund 75 Notebooks mit Ryzen-APU, sind es 2019 schon circa 110 gewesen. Für dieses Jahr werden um die 170 Systeme mit AMD-APU angepeilt. Darunter werden nicht nur die Renoir-Chips sein, sondern auch noch die Picasso-Vorgänger. Selbst zur CES wurden noch einige Geräte damit vorgestellt, einfach weil AMD die alte Generation nicht von jetzt auf gleich flächendeckend ersetzen kann. Daher werden zunächst die großen Player auf dem Notebook-Markt bedient - allen voran Asus, welche die ersten sein werden, aber auch Marktführer Acer, Dell oder Lenovo.

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