Be Quiet Straight Power 11 Platinum 650 Watt im Test: Platin zum Goldpreis
Erst vor kurzem hat Be Quiet die Netzteilserie Straight Power um Platinum-Geräte erweitert, die eine Leistung zwischen 550 bis 1.200 Watt abdecken. PCGH hat sich deswegen die Ausführung mit 650 Watt genauer angeschaut. Was kann das Platinum-Premium-Netzteil zum Goldpreis?
Auf dieser Seite
- 1 Be Quiet Straight Power 11 Platinum 650 W im Test: Die Ausstattung
- 2 Be Quiet Straight Power 11 Platinum 650 W im Test: Leistung und Effizienz
- 3 Be Quiet Straight Power 11 Platinum 650 W im Test: Lautheit und Kühlung
- 4 Be Quiet Straight Power 11 Platinum 650 W im Test: Spannungsstabilität
- 5 Be Quiet Straight Power 11 Platinum 650 W im Test: Restwelligkeit
- 6 Be Quiet Straight Power 11 Platinum 650 W im Test: PG-Signal, Inrush und Stützzeit
- 7 Be Quiet Straight Power 11 Platinum 650 W im Test: Fazit
Wer sich mit Gaming-Hardware beschäftigt, kommt an Be Quiet nicht vorbei. Der Produzent aus der Nähe von Hamburg stellt neben Computer-Gehäusen und Kühllösungen für Prozessoren auch noch Netzteile her ist hierzulande einer der beliebtesten Hardware-Produzenten. Kein Wunder also, dass Be Quiet bei der PCGH-Leserwahl 2019 den ersten Platz in der Kategorie Netzteile, Gehäuse und CPU-Kühlung abstaubte. Genug der Beweihräucherung, jetzt wollen wir und die neuste Iteration des Straight Power anschauen. Dieses kommt mittlerweile in der 11. Generation, wurde aber nun mit Platinum anstatt Gold zertifiziert, sodass ein höherer Wirkungsgrad dank moderner Topologien wie Synchrongleichrichter oder einem LLC-Resonanzwandler möglich ist. Daneben bietet Be Quiet in dem knapp 115 Euro teuren Netzteil noch einen 135-mm-Silent-Wings-3-Lüfter als aktive Kühlung und ein kabelloses Design auf DC-Seite an, welches Signalstörungen vermeiden soll. Be Quiet selber verortet das Netzteil in der eigenen Premium-Kategorie, die direkt nach High-End kommt.
Be Quiet Straight Power 11 Platinum 650 W im Test: Die Ausstattung
Das vollmodulare Multi-Rail-Netzteil kommt mit allerlei nützlichen Kabeln für den sorglosen Betrieb. Neben einem 60 Zentimeter langen ATX-Kabel und dem 4+4-CPU-Kabel, welches 70 Zentimeter lang ist, findet man leider keine weiteres EPS-Kabel. Hinzu kommen noch vier PCI-E-Stecker an zwei Daisy-Chain-Kabeln, neun Sata- und drei Molexstecker sowie einen FDD-Adapter. Daneben bekommt man in diesem Netzteil alle gängigen Schutzschaltungen vom Überstromschutz bis zum Überhitzungsschutz ist alles dabei - genau so wie es sein sollte, damit Ihre Hardware vor allen potentiellen Problemen zu schützen. Die Abmessungen des Spannungswandlers entsprechen der ATX-Norm von 160 × 150 × 86 Millimetern und Be Quiet gibt fünf Jahre Garantie. Gebrauchsanweisung und Kabelbinder sind für eine einfache Handhabung auch im Lieferumfang enthalten.
| Kabel | Länge [cm] | Anschlüsse pro Kabel | andere Anschlüsse am Kabel |
|---|---|---|---|
| 1 × (20+4) ATX | 60 | 1 | nein |
| 1 × (4+4) CPU (EPS) | 70 | 1 | nein |
| 2 × (6+2) PCIe | 60 | 2 | nein |
| 1 × SATA | 105 | 4 | nein |
| 1 × SATA | 81 | 4 | nein |
| 1 × Molex | 105 | 2 | ja |
| 1 × Molex/SATA | bis zu 105 | 1/3 | ja |
| 1 × FDD | 105 | 1 | ja |
Be Quiet Straight Power 11 Platinum 650 W im Test: Leistung und Effizienz
Da das Straight Power 11 Platinum ein Multi-Rail-Design bekommen hat, kann man auf zwei der insgesamt vier 12-Volt-Leitungen 18 A und auf den anderen beiden jeweils 22 A abgreifen, sodass man auf eine Gesamtleistung von 649,2 Watt für die 12-Volt-Schiene kommt. Die Nebenspannungen wurden normal dimensioniert, sodass die 3,3- und die 5-Volt-Leitung 120 Watt aufbringen können, die -12-Volt- und die 5-Volt-Standby-Schiene mit 3,6 respektive 15 Watt zu Diensten stehen. Innerhalb der 80-Plus-Initiative ist Platinum die zweithöchste Auszeichnung, die ein Netzteil bekommen kann - nur Titanium ist besser aufgestellt. Im Endeffekt bedeutet das für den Kunden, dass man bei Halblast einen Wirkungsgrad von 94 Prozent vorliegen hat, also lediglich sechs Prozent als Abwärme verloren gehen. Bei Gold wären es zwei Prozent weniger und Titanium könnte zwei Prozent effektiver arbeiten als Platinum. Das Netzteil erreicht die von der 80-Plus-Initiative geforderten Werte, zeigt sich im oberen Leistungsbereich sogar etwas effizienter als vorgegeben - im 230-Volt-Netz werden statt den geforderten 90 Prozent sogar 92 Prozentpunkte erreicht. Innerhalb der ersten zehn Prozent Last schafft der Spannungswandler einen Durchschnitt von 79 Prozent, wobei die 80-Prozent-Marke bei 33 Watt erreicht werden, was fünf Prozent der Gesamtlast entspricht.
Quelle: PC Games Hardware
Straight Power 11 Platinum - Effizienz
Be Quiet Straight Power 11 Platinum 650 W im Test: Lautheit und Kühlung
Wie der Name der Firma schon erahnen lässt, konzentriert man sich auf einen leisen Betrieb des Netzteils. Zwar weist das Straight Power 11 Platinum keinen semi-passiven Modus auf, läuft aber bis zur Halblast mit ungefähr 220 Umdrehungen pro Minute, sodass der 135-mm-Lüfter nur 0,5 Sone Lautheit von sich gibt. Diese steigt bis 70 Prozent Last auf 0,6 Sone, um dann bei Volllast 1,1 Sone zu erreichen. Damit ist das Netzteil relativ leise, selbst wenn die gesamten 650 Watt Leistung benötigt werden - für Silent-Fans ist der Spannungswandler vielleicht etwas zu laut. Die Infrarotbilder zeigen, dass das Kühlkonzept aufgeht, selbst der Transformator - das mitunter heißeste Bauteil im Netzteil - bleibt unter 80 °C. Die Kondensatoren, die für eine Betriebstemperatur von 105 °C ausgelegt sind, werden zudem nicht wärmer als 60 °C, was natürlich die Lebensdauer erhöht. An den Kabelsteckern an der Hinterseite des Netzteils, kann eine Temperatur von knapp 40 °C gemessen werden. Be Quiet gibt die Umgebungstemperatur mit 40 °C an, obwohl der Intel Design-Guide eine Betriebstemperatur von 50°C empfiehlt. Nötig hätte es der Hardware-Produzent nicht, denn neben wenigen Hot-Spots, die zwangsläufig in einem Schaltnetzteil entstehen, kühlt der Silent-Wings-3-Lüfter ordentlich, sodass tatsächlich um die 40 °C im Spannungswandler selber herrschen.
Quelle: PC Games Hardware
Straight Power 11 Platinum - IR-Bild Transformator
Be Quiet Straight Power 11 Platinum 650 W im Test: Spannungsstabilität
Der Strom eines Netzteils muss natürlich auch eine gewisse Qualität aufweisen, damit Komponenten keinen Schaden davontragen. Um die Güte der Spannungsstabilität bestimmen zu können, wird einerseits der Abfall der Spannung über den gesamten Lastverlauf gemessen und anderseits die Spannungsabweichung von der Idealspannung untersucht. Je kleiner die Werte für diese beiden Kenngrößen sind, desto besser. Intel selber gibt einen Spielraum von fünf bis zehn Prozent, je nachdem welche Schiene man betrachtet. Auf der 12-Volt-Schiene kann eine Abweichung von 0,94 Prozent gemessen werden, die Nebenspannungen liegen für 3,3 V und 5 V bei 1,41 Prozent und auf der 5V-Standby-Leitung bei 1,79 Prozent. Die -12-Volt-Leitung fällt erstaunlicherweise mit 0,83 Prozent am geringsten aus.Der Spannungsabfall im Spannungsverlauf von 0 bis 100 Prozent Last auf der 12-Volt-Schiene beträgt 0,98 Prozent, der Drop auf den Nebenspannungen für 3,3 V und 5 V beträgt 2,29 Prozent, die 5V-Standby-Leitung sackt um 3,03 Prozent ab, nur die -12-Volt-Leitung glänzt mit 0,2 Prozent. Somit zeigen alle Leitungen beim Spannungsdrop und bei der Spannungsabweichung gute bis sehr gute Resultate. In Crossload-Szenarien ist dies dann auch nicht anders: Die Abweichung der 12-Volt-Schiene beläuft sich auf 0,93 Prozent und der Drop auf 1,22 Prozent. Die Nebenspannungen zeigen eine maximale Abweichung von 1,50 Prozent und einen Spannungsabfall von 2,07 Prozent.
Be Quiet Straight Power 11 Platinum 650 W im Test: Restwelligkeit
Beim Stromwandeln bleibt ein Rest an Wechselstrom im Gleichstrom über, der als Ripple oder Restwelligkeit bezeichnet wird. Diese Mischspannung kann, sofern zu viel von ihr vorliegt, Komponenten schneller altern lassen oder sogar zum Datenverlust führen. Deswegen werden große Filterkondensatoren eingebaut, die die Restwelligkeit glätten. Ohne solche Maßnahmen würde sich die Temperatur in den Kondensatoren erhöhen und chemische Reaktionen würden viel schneller nach der RGT-Regel ablaufen. Die 12-Volt-Schiene weist eine Mischspannung von 37,13 mV auf bei einem erlaubten Wert von maximal 120 mV, wohingegen die -12-Volt-Leitung - die sonst nahezu bei allen Herstellern meist am schlechtesten abschneidet - kommt hier sogar nur auf 7,64 mV (ebenfalls ein Maximalwert von 120 mV). Die Nebenspannungen, die abgesehen von der-12-Volt-Schiene nur einen Höchstwert von 50 mV erreichen dürfen, zeigen auf der 3,3-Volt-Leitung 31,9 mV, auf der 5-Volt-Schiene 22 mV und auf der 5V-Standby-Leitung 13,2 mV. Damit erzielt das Straight Power 11 Platinum gute, aber keine Spitzenwerte.
Quelle: PC Games Hardware
Straight Power 11 Platinum - Restwelligkeit 12-Volt
Be Quiet Straight Power 11 Platinum 650 W im Test: PG-Signal, Inrush und Stützzeit
Im Folgenden behandeln wir das Housekeeping und werfen einen Blick auf das Power-Good-Signal, den Einschaltstrom und die Stützzeit. Das Straight Power 11 Platinum verfügt über zwei Stützkondensatoren, einen Nippon Chemicon mit 270 µF und einen mit 180 µF elektrischer Kapazität. Die Holdup Time liegt deshalb bei 17 Millisekunden, sodass erst danach dem Rechner gemeldet wird, dass das PG-Signal weg ist. Erst nach 20,84 ms wird die entscheidende Spannungsschwelle von 11,4 V erreicht. Der Einschaltstrom erreicht einen Maximalwert von 42,4 Ampere mit einem kurzzeitigen Overshoot auf 53,6 Ampere.
Quelle: PC Games Hardware
Straight Power 11 Platinum - Stützzeit
Be Quiet Straight Power 11 Platinum 650 W im Test: Fazit
Das Straight Power 11 Platinum hat eine vernünftige Bepreisung bekommen, denn für knapp 115 Euro bekommt man teilweise auch schon ein neues Gold-Netzteil. Auch diese Generation der Netzteilserie Straight Power weißt einen leisen Betrieb auf, auch wenn die Gold-Variante im Test 2018 besser abschnitt. Mit der FHD-Lüfter werkelt mit um die 220 Umdrehungen die Minute und erzeugt eine Lautheit von 0,4 Sone. Ab ungefähr 40 Prozent Last, sprich 260 Watt, steigert sich die Geräuschkulisse sukzessiven auf 1,1 Sone unter Volllast, sodass das Netzteil in den meisten Anwendungen wohl kaum hörbar sein wird. Weiter geht das Kühlkonzept mit dem hauseigenen 135-mm-Silent-Wings-3-Lüfter auf, denn selbst heiße Bauteile wie ein Transformator werden entsprechend gut gekühlt. Abgesehen von solchen Netzteil-typischen Hot-Spots erreicht die Arbeitstemperatur um die 40 °C. Der Spannungswandler ist demnach für empfindliche Ohren geeignet, Silent-Puristen sollten dennoch nach etwas Leiserem suchen, sofern sie das Netzteil unter Volllast betrieben wollen. Beim Housekeeping muss man sich auch keine Gedanken machen, hier läuft alles wie es soll. Dank einer DC-DC-Topologie ist die Spannungsregulation außerdem strikt, die 12V-Schiene weist deswegen eine Abweichung von 0,94 und einen Drop von 0,98 Prozent auf. Auffallend ist die gute Performance der -12-Volt-Schiene, die sonst normalerweise in Netzteilen eher "vernachlässigt" wird und mehr oder weniger obsolet wird. Der Ripple wird zufriedenstellend herausgefiltert, orientiert sich hier mehr an der Mittelklasse. Darüber hinaus ist das Straight Power innerhalb der ersten 10 Prozent Last effizient, sodass bereits ungefähr 33 Watt 80 Prozent Effizienz erreicht werden. Im oberen Lastdrittel performt das Netzteil deutlich effizienter als von der 80-Plus-Initiative für Platin gefordert. Mit zwei EPS-Kabeln, vier PCI-E-Steckern und einer Vielzahl an SATA- und Molex-Beiwerk bekommt man auch noch eine ordentliche Ausstattung mitgeliefert. Dank der hohen Effizienz, des angemessenen Preises und der geringen Lautheit im Betrieb, ist dieses Netzteil eine Empfehlung wert.
Bildergalerie
| Produkt | Be Quiet Straight Power 11 Platinum |
|---|---|
| Modellnummer | BN306 |
| Hersteller/OEM | Be Quiet |
| Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis | 115 Euro / Gut |
| PCGH-Preisvergleich | www.pcgh.de/straight11plat |
| Dauerleistung (Herstellerangabe) | 500 Watt |
| Ausstattung (20 %) | 2,00 |
| Kabellänge SATA-/Molex-Stecker | bis zu 100 cm / bis zu 100 cm |
| Anschlüsse Floppy/PATA/SATA | 1/4/11 Stück |
| 12-V-Anschluss/ATX-Stecker (Länge) | 4+4 Pin (70 cm), 20+4 Pin (60 cm) |
| 12-V-EPS-Stecker | Nein |
| PCI-E-Anschlüsse (Länge) | 4 × 6+2 Pin (60 cm), Daisy-Chain (2 Kabel) |
| Modulares Kabelsystem | ja, vollmodular |
| Lüfteranschlüsse | Nein |
| Kühlsystem (Lüftergröße, Art des Lagers) | Aktiv, 135 mm, FHD |
| Handbuch/Garantie | Anleitung, mehrsprachig / 5 Jahre |
| Schutzschaltungen | OVP, OCP, OPP, OTP, SCP, UVP |
| Zubehör/Sonstiges | Kaltgerätestecker, Schrauben, Kabelbinder |
| Eigenschaften (20 %) | 1,05 |
| Kondensatoren primär | 1× Nippon Chemicon (420 V, 270 µF, 105 °C, KMQ), 1× Nipppon Chemicon (450 V, 180 µF, 105°C KMR) |
| Abmessungen L x B x H | 170 x 150 x 86 mm |
| Belastbarkeit +3,3 V und +5 V | 150 Watt |
| Belastbarkeit +12-V-Schienen | 849,6 Watt |
| Aufteilung +12-V-Schienen | Multi-Rail |
| Stützzeit | 17 ms |
| Leistung (60 %) | 1,63 |
| Prüfung 80-Plus-Zertifizierung (115 Volt) | bestanden |
| Effizienz 10/20/50/100 %**(230 Volt) | 89/93/93/92 |
| Effizienz bei 25/90/250/500 Watt | 79/91/94/93 |
| Lautstärke 10/20/50/80/100 %** | 0,4/0,4/0,4/1,0/1,1 Sone |
| Leistungsaufnahme bei 45 mA ErP | 0,45 Watt |
| Leistungsfaktorkorrektur (PFC) 10 bis 100 %** | 0,89-0,99 |
| Restwelligkeit bei 100 % Last*** | 22,0/370,1/7,6/31,9/13,2 mV |
| Spannungsregulation | Sehr gut und strikt |
| Fazit | 1,59 |
| ** Auslastung | + Leise, preiswert |
| *** +5V, +12V, -12V, +3,3V, +5Vsb | - ErP grenzwertig |

In meinem Fall kam eine neue 3080 Grafikkarte dazu, weshalb die vorherigen 550 Watt zu knapp wurden und im Rechner meines Sohnes wurde neue Hardware verbaut und da das Netzteil bereits 7 Jahre alt war, war es nur Kopfsache um ein besseres Gewissen zu haben.
Ich hatte jedenfalls vor mein aktuelles Dark Power Pro P10 mit der Anschaffung einer neuen Grafikkarte dieses Jahr in Rente zu schicken. Geplant war da die Anschaffung des Nachfolgers.
1 Netzteil ende 2020 bei mindfactory gekauft (e11 550w straight power) zurückgeschickt weil nach 17 uhr und veim lokalen händler ersatz geholt.
Eingebaut und lief bis heute, kam heute wieder selbes sympthom, rechner ging einfach nicht mehr an.
Scheinbar is das echt nicht mehr so gut oder ein Bauteil vom Zulieferer baut mist.
Das fehlt bei der Aufzählung im Artikel!
Ich hatte jedenfalls vor mein aktuelles Dark Power Pro P10 mit der Anschaffung einer neuen Grafikkarte dieses Jahr in Rente zu schicken. Geplant war da die Anschaffung des Nachfolgers.