PCGH-Plus Label Kleine Kraftpakete ganz groß: 6 SFX-Netzteile im Test

PCGH Plus: Der Trend zur Miniaturisierung macht auch vor Netzteilen nicht Halt: SFX-Netzteile und kleine Formfaktoren werden immer beliebter für Wohnzimmer­­rechner. Der Artikel stammt aus PC Games Hardware 02/2018.

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Kleine Kraftpakete ganz groß: 6 SFX-Netzteile im Test
Quelle: PC Games Hardware

Heutzutage kann der Nutzer je nach Wunsch Netzteile in allen erdenklichen Formen, Farben und Wattklassen käuflich erstehen. Der heute dominierende Formfaktor ist der 1995 von Intel eingeführte ATX-Standard (advanced technology extended), der das bis dahin vorherrschende AT-Format von IBM aus dem Jahre 1984 ablöste. An der Größe hatte sich bis zur Einführung 1995 wenig geändert: Beide Formate hatten mit 140 x 150 x 86 mm die gleichen Abmessungen. Erst zwei Jahre später, im Dezember 1997, wurden Designrichtlinien für kleinere Gehäuse definiert, nämlich zunächst das SFX-Format und dann später TFX und LFX. Der Trend zu kleineren Gaming-Systemen in mATX- und ITX-Formaten nahm in den letzten Jahren deutlich mehr an Fahrt auf, sodass wir fast genau 20 Jahre nach der Einführung des SFX-Formfaktors einen Vergleichstest mit sechs Netzteilen für Sie vorbereitet haben. Alle wurden mit einer Goldzertifizierung der 80-Plus-Initiative ausgestattet und rangieren zwischen 500 und 650 Watt maximaler Leistung. Zudem haben wir die etwas größeren SFX-L Spannungswandler mit in den Test aufgenommen.

Disclaimer zu den Testmethoden

Gleich vorneweg: Die Wertungstabelle für Netzteile - unabhängig von ihrer Form, Farbe oder Wattklasse - wurde von Grund auf überarbeitet und legt jetzt mehr Wert auf Effizienz, ATX-Standards und Lautheit. Deswegen sind neue Wertungspunkte, beispielsweise für die erreichte Stützzeit, hinzugekommen, andere Bewertungen flogen dagegen raus. Ziel war es, weniger die Ausstattung zu belohnen, sondern die Leistung der erstandenen Hardware. Außerdem konzentrieren wir uns in der Kondensator-Debatte darauf, für welche Temperaturen die Baugruppen ausgelegt sind - die Herkunft spielt nur noch eine untergeordnete Rolle.

Hintergrund: Die Stützzeit und das PG-Signal

Beispiel einer PG/Stützzeitmessung Beispiel einer PG/Stützzeitmessung Warum sind Stützzeit und Power-Good-Signal (PG-Signal) in einem Netzteil überhaupt notwendig?
Die Stützzeit, auch Hold-up Time genannt, ist wichtig, um Fluktuationen im Stromnetz abzufangen oder die Umschaltzeit bei unterbrechungsfreien Netzteilen abzufedern. Das Power-Good-Signal (PG) wird erzeugt, wenn das Netzteil eine konstante und korrekte Spannung an das Mainboard liefern kann. Dafür müssen die Spannungen innerhalb der erlaubten Grenzen bleiben (≥ 11,4 V auf der 12V-Rail). Es handelt sich also um ein Überwachungssignal. Nach einem Stromausfall muss ein Netzteil 17 ms bis zum Spannungsabfall (≤11,4 V) überbrücken können (Stützzeit). Eine Millisekunde vor Unterschreiten der Spannung muss das PG-Signal durch Abschalten signalisieren, dass die Spannungen fehlerhaft sind.

Corsair SF Series SF600

Bestes Ergebnis unter den SFX-Netzteilen. Corsair und der chinesische OEM-Produzent Great Wall haben sich zusammengesetzt und ein gutes Netzteil konfiguriert. Bereits in der CS-Serie von Corsair konnten die beiden Hersteller ihre gute Zusammenarbeit unter Beweis stellen. In dem recht eng dimensionierten SFX-Netzteil kommt nicht wie bei anderen Produzenten ein 80-mm-Lüfter zum Einsatz, sondern ein 92 mm breiter Rifle-Bearing-Rotor - bei 100 mm Gesamtbreite. Die Krux vieler SFX-Netzteile liegt nämlich oft in den zu klein dimensionierten Lüftern, die für den notwendigen Luftdurchsatz mit höheren Drehzahlen laufen müssen. Im unteren Lastbereich wird das Netzteil zudem durch eine semi-passive Lüftersteuerung erst bei circa 15 Prozent Last aktiv gekühlt.

KleineKraftpakete ganz groß: Test SFX-Netzteile (3) KleineKraftpakete ganz groß: Test SFX-Netzteile (3) Der kleine Stromspender erreicht mit Leichtigkeit die verlangten Effizienzwerte für eine Goldzertifizierung des 80-Plus-Labels im amerikanischen 115-Volt- und europäischen 230-Volt-Stromnetz. Bei einer Auslastung von gerade mal 30 Watt, was in etwa fünf Prozent Last entspricht, wird ein Wirkungsgrad von 79,03 Prozent erreicht. Bei 60 Watt ist das Netzteil bereits zu 86,8 Prozent effektiv. Der beste Wirkungsgrad liegt beim Corsair SF600 zwischen 35 und 60 Prozent Auslastung, wie Sie dem Diagramm entnehmen können.

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  • Corsair SF Series SF600
  • Enermax Revolution SFX650
  • Be Quiet SFX-L Power 600W
  • Silverstone SX 500-G
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