Die vermutlich krassesten Netzteile: Meilensteine der Entwicklung, Dual-NTs, PSU-Mods und staubige Stromlieferanten

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Ende der 1990er-Jahre waren Netzteile den meisten Anwender völlig egal, Hauptsache der Rechner lief. Inzwischen ist die Wahl des Netzteils fast so wichtig wie die Wahl der Grafikkarte. Bewundern Sie mit uns die krassesten Netzteile und begeben sich auf eine kleine Zeitreise.

Als die PC Games Hardware im September 2000 frisch am Kiosk lag, kam zum ersten Mal die Netzteildiskussion auf; eine Grafikkarte namens Voodoo 5 6000 benötigte damals zusätzlichen Strom. Über 10 Jahre später ist es Standard, dass spielefähige Grafikkarten einen oder gar zwei zusätzliche Stromanschlüsse haben. Mit den gestiegenen Anforderungen an das Netzteil und mit dem Thema Wirkungsgrad sind Netzteile im Jahr 2011 ein echtes Streitthema in diversen Foren.

In diesem Artikel haben wir Ihnen die Meilensteine der letzten 10 Jahre in der Netzteilentwicklung zusammengestellt. Zudem finden Sie Bilder der krassesten Netzteile aus unserem Forum. Falls Sie auch ein ungewöhnliches Netzteil besitzen, dann veröffentlichen Sie doch ein Bild davon: Netzteil Bilder Thread

Hintergrund PC-Netzteile
PC-Netzteile müssen klar definierte Spannungen liefern und Restschwingungen sehr gering halten. Zudem sollen sie möglichst effizient arbeiten und wenig Wärme erzeugen. Daher werden sogenannte Schaltnetzteile eingesetzt. Hier wird die Wechselspannung direkt an der Eingangsseite, also vor dem Transformator, gleichgerichtet. Eine Gleichspannung kann aber nicht transformiert werden, daher werden Leistungstransistoren (auch in Form von integrierten Schaltkreisen) als Zerhacker der gleichgerichteten Spannung eingesetzt. So wird eine Wechselspannung mit einer Frequenz von 15 bis 300 kHz erzeugt, die dann dem Transformator zugeführt wird. Bei Schaltnetzteilen können die Transformatoren dank der höheren Frequenz deutlich kleiner und leichter gebaut werden als bei Netzfrequenzgeräten. Auf der Sekundärseite des Transformators wird nun die reduzierte Wechselspannung entnommen. Diese hochfrequente Spannung wird gleichgerichtet und mit mehreren Kondensatoren geglättet. In modernen Netzteilen arbeiten noch mehr Bauteile und Schaltungen: Der Wechselstrom wird zunächst durch einige Entstörfilter (EMI) und eine Schmelzsicherung geleitet. Dann geht es über eine Gleichrichterbrücke, Leistungsfaktorkorrekturfilter (PFC), Transistoren und Dioden (Zerhacker) zum Transformator. Ja nach Netzteil-Typ werden aus dem Transformator entweder 12 Volt oder 12 und 5 Volt abgeleitet. Anschließend wird wieder gleichgerichtet und geglättet. Bei einigen Netzteilen folgt nun der DC-DC-Konverter, der aus den 12 Volt die beiden Spannungen 5 und 3,3 Volt erzeugt, und dann geht es zu den PC-Bauteilen. Wie die Komponenten im Netzteil im Detail arbeiten, erfahren Sie in der PCGH 02/2011 ab Seite 86.

Bildergalerie

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    • Kommentare (16)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Castor_23 PC-Selbstbauer(in)
        Finde es toll, wenn ich so überlege was ich für ein Netzteil hatte, als ich vor 17 Jahren mit Computerei anfing ^^ Grau, laut, häßlich, aber es verrichtete seinen Dienst, und mehr sollte es auch nicht. Wirkungsgrad war völlig wurscht

        Es ist einfach schön zu sehen, wie sich die ganze Technik entwickelt hat, und verzückt mich jedesmal wieder ein neues Stück Technik in den Händen zu halten. Bin wirklich gespannt, was die Zukunft noch alles bereithält für uns!
      • Von Castor_23 PC-Selbstbauer(in)
        Finde es toll, wenn ich so überlege was ich für ein Netzteil hatte, als ich vor 17 Jahren mit Computerei anfing ^^ Grau, laut, häßlich, aber es verrichtete seinen Dienst, und mehr sollte es auch nicht. Wirkungsgrad war völlig wurscht

        Es ist einfach schön zu sehen, wie sich die ganze Technik entwickelt hat, und verzückt mich jedesmal wieder ein neues Stück Technik in den Händen zu halten. Bin wirklich gespannt, was die Zukunft noch alles bereithält für uns!
      • Von Kellerkind79 PC-Selbstbauer(in)
        Die Monitore haben echt ganz schön Strom gezogen. Mein alter 24" Iyama Röhre hatte auch regelmäßig die Sicherung rausgehauen.
        Ihr hättet hier mal ein Bild von einem Netzteil zu Zeiten des guten alten 486er zeigen müssen. Bis vor kurzem hatte ich noch ein solches
        Teil bei mir herumstehen. Das hat früher mindestens 1/3 eines Big-Towers ausgemacht. Mit der Technik von heute könnte man da wohl 4.000 Watt einbauen.
      • Von OctoCore Lötkolbengott/-göttin
        Durchgeschleift ja... aber trotzdem über den Netzteilschalter aktiviert.
        Mal abgesehen davon, dass die Kaltgerätebuchse für die Moni-Stromversorgung Geld kostet, erforderte der Trend zu größeren (Röhren-)Monitoren mit entsprechend hoher Einschaltleistung (das mit der Sicherung kenne ich auch ) hochwertige Netzteilschalter oder sie waren recht schnell verschlissen. Das war den Herstellern auf Dauer auch zu teuer.
      • Von FrittenFett Freizeitschrauber(in)
        Dann hattet ihr aber schlechte Sicherungen.


        Ausserdem war der Anschluss ja nur vom 230V Input durchgeschleift und somit nur ünnötige Bauteile im Netzteil.
      • Von hfb Software-Overclocker(in)
        Wo wäre der Vorteil?
        -Du bräuchtest zusätzlich ein anderes Stromkabel (=Verlängerungskabel) für den Monitor, da am Netzteil eine andere Buchse verbaut wäre. Das war damals immer lästig, weil man immer grad das falsche zur Hand hatte.
        -Entweder ist die Buchse geschaltet, dann musst du den Rechner dazu anmachen, oder sie ist es nicht, dann ist sie nichts anderes als eine 2-fach Steckerleiste.

        Soweit ich mich erinnern kann, wurden die MonitorStromanschlüsse damals wegrationalisiert, weil die Monitore immer
        grösser und hungriger wurden und beim Einschalten einen gewaltigen Power Soak hatten und wahrscheinlich auch massive Störungen im Netz verursachten.
        Z.B. hatte ich damals einen fetten 21 Zoll Röhren Monitor, den konnte ich nicht an der selben Steckerleiste wie den Rechner betreiben. Wenn ich beide über die schaltbare Steckerleiste gleichzeitig anschaltete, flog die Haus-Sicherung raus.
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